29. Sonntag im Jahreskreis (16.10.2022)

(„Sieg über die Amalekites“ Holzschnitt nach einer Zeichnung von Julius Schnorr von Carolsfeld (deutscher Maler, 1794 - 1872), veröffentlicht 1877).

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

29. Sonntag im Jahreskreis (16.10.2022)

  1. 1.    Lesung: Ex 17,8-13

Lesung
aus dem Buch Exodus.

In jenen Tagen kam Amalek und suchte in Refidim den Kampf mit Israel. Da sagte Mose zu Josua: Wähl uns Männer aus und zieh in den Kampf gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen mit dem Gottesstab in meiner Hand auf den Gipfel des Hügels stellen.

Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen. 

Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker. Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben den unter ihn und er setzte sich darauf. 

Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, sodass seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging. So schwächte Josua Amalek und sein Heer mit scharfem Schwert.

[Da sprach der HERR zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein! Denn ich will die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel austilgen.]

  1. 2.    Lesung: 2 Tim 3,14-4,2

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus.

Mein Sohn! Bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast; denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dich weise machen können zum Heil durch den Glauben an Christus Jesus. Jede Schrift ist, als von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; damit der Mensch Gottes gerüstet ist, ausgerüstet zu jedem guten Werk.

Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung!

 Evangelium: Lk 18,1-8

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit sagte Jesus seinen Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Widersacher! 

Und er wollte lange Zeit nicht.

 Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; weil mich diese Witwe aber nicht in Ruhe lässt, will ich ihr Recht verschaffen. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.

 Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern bei ihnen zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?

Impuls: Wer inständig zu Gott betet, dem wird der Sieg und die Gerechtigkeit sicher zuteil

In Zeiten des Exodus musste das Volk Israel sich seinen Feinden stellen und konnte als kleines Volk nur auf einen gewaltigen Mitstreiter setzten: auf Jahwe an ihrer Seite. Es ist das durchhaltende Gebet des Mose, das dem israelitischen Heer unter der Leitung von Joshua gegen das feindliche Amalek den Beistand Jahwes sichert. Den Auftrag zum inständigen Gebet hatte ihn Gott selbst angeordnet. Mit erhobenen Händen nun musste Mose über Stunden hinweg beten, bis er schließlich körperlich ermattet war und nur durch die Unterstützung seines Bruders Aaron und seines Gefährten Hur das Gebet weiterführen konnte. Die kämpfenden Israeliten haben sicherlich den betenden Mose auf dem Berg gesehen und vertrauten auf seine Nähe zum Gott Israels. Solange sie sich im Gebet begleitet wussten, konnten sie Stärke zeigen und durchhalten. Am Ende haben sie vereint mit ihrem Gott den Feind besiegt. In der Not erweist sich Gott an der Seite seines Volkes und schützt es vor den Feinden. Der betende Mose war für die Kämpfer das sichtbare Zeichen, dass Gott auf ihrer Seite stand. Auf ihren Weg durch die Wüste hatten sie immer wieder Zweifel gehabt, ob denn dieser Jahwe wirklich da ist und auf ihrer Seite steht.

Es geht hier um das unerschütterliche Gottesvertrauen. Solange das Volk ihm treu bleibt und sich um seine Nähe bemüht – wie hier im Gebet – wird sich Gott zum Segen seines Volkes erweisen. Diese Gottesnähe vermittelt Mose dem Volk. Und die Kämpfer setzten ganz auf seine Gebetskraft, die Gott an ihre Seit bindet. Es ist ein Ausdruck seiner Allianz mit seinem Volk.

Paulus ermahnt seinem Schüler und Mitarbeiter Timotheus am Erlernten festzuhalten. Seine Überzeugung hat er aus der Schrift erlangt und ihn weise gemacht. Nun soll er seinen erlangten Glauben neu beleben und sein erlerntes Wissen zur Erziehung andere einsetzen. Gerechtigkeit soll er lehren, damit es zu guten Werken anregt. Timotheus soll aktiv werden und das erlernte Wort nun endlich verkünden. Wie sein Meister, Paulus, soll er die Menschen zurechtweisen, ermahnen und geduldig belehren. Es geht um Beständigkeit und Inständigkeit. Wer durch die Schrift die Weisheit und den Glauben erlangt, muss diese auch weitervermitteln. Aus dem Schüler soll nun ein Lehrer werden. Timotheus soll der Gemeinde die Schrift zu deren Stärkung vortragen. Wie er einst aus dem Studium der Schrift zum Heil gelangte, so soll er nun andere zum heilsamen Wissen führen. 

Das Beten hilft, wird auch im Gleichnis Jesu betont. Es kommt auf die Beharrlichkeit und Ehrlichkeit an. Ein Gebet aus dem Glauben heraus, wird von Gott erhört werden, dass versichert Jesus seinen Jüngern. In der Zeit des Lukas war man zunehmend beunruhigt, dass das endzeitliche Kommen des Herren sich verzögerte oder gar ausblieb. Man soll keinesfalls sich den Richter zum Vorbild nehmen, der nicht an Gott glaubt, sondern wie die Witwe auf die Gerechtigkeit vertrauen und das Recht einklagen. Eine Welt ohne Glauben wird hier mit dem Richter gezeigt. Am Ende spricht Jesus dann vom kommenden Menschensohn und fragt, ob dieser bei seiner Ankunft den Glauben auf der Erde finden wird. Der Text des Lukas ruft uns auf, am Glauben und Beten beharrlich festzuhalten, denn das Heil, der Sieg über den Tod und die Gerechtigkeit werden dem zuteil, der im Glauben beständig ist und sein Vertrauen auf Gott nicht verliert.   

 Heute leidet die Welt an einem zunehmenden Glaubensverlust. Beten kommt aus der Mode und viele meinen, nur noch auf sich selbst gestellt zu sein oder erklären sich zum Mittelpunkt ihres Handelns, ohne Rücksicht auf andere. Wenn wir aber nicht auf Gott vertrauen, wird es auch schwierig sein, anderen zu vertrauen. Eine Welt ohne Vertrauen und ohne die Gewissheit, dass unsere Bitten und Nöte gehört werden, ist unmenschlich und zugleich gottlos. Beten muss erlernt und gepflegt werden, es schafft Vertrauen und stärkt Krisen zu überstehen und neue Horizonte zu erblicken. Es öffnet auch den Blick für andere und schafft mitmenschliche Verbindungen und öffnet das Herz zum Glauben an Gott.

Impulso: La victoria y la justicia vendrán a aquellos que se mantienen orando fervientemente a Dios

 En tiempos del Éxodo, el pueblo de Israel tuvo que hacer frente a sus enemigos y, como pueblo pequeño, solo podía contar con un poderoso compañero de armas: con su Dios a su lado. Es la oración perseverante de Moisés la que asegura el apoyo de Yahvé para el ejército israelita bajo el liderazgo de Josué, contra el enemigo Amalek. Dios mismo le ordenó orar con fervor durante la batalla. Con las manos en alto, Moisés tuvo que orar durante horas hasta que finalmente se agotó físicamente y solo pudo continuar la oración con el apoyo de su hermano Aarón y su compañero Hur. Los israelitas que peleaban deben haber visto a Moisés orando en la montaña y confiado en su cercanía con el Dios de Israel. Mientras sabían que estaban acompañados en la oración, podían mostrar fortaleza y perseverancia. Al final, unidos a su Dios, vencieron al enemigo. En tiempos de necesidad, Dios se pone a prueba al lado de su pueblo y lo protege de los enemigos. El Moisés orante fue la señal visible para los combatientes de que Dios estaba de su lado. En su camino por el desierto ellos habían tenido repetidas veces la duda de si ese Yahvé estaba realmente allí y de su parte.

 Se trata de la confianza inquebrantable en Dios. Mientras el pueblo permanezca fiel a Él y se esfuerce por estar cerca de Él, como en la oración, Dios demostrará ser una bendición para Su pueblo. Moisés transmitió la cercanía de Dios al pueblo. Y los combatientes confiaron completamente en su poder de oración, que une a Dios a su lado. Es una expresión de su alianza con su pueblo elegido.

Pablo exhorta a su alumno y colaborador Timoteo a apegarse a lo que ha aprendido. Él obtuvo su convicción de las Escrituras y lo hizo sabio. Ahora debe revivir su fe y usar el conocimiento que ha aprendido para educar a otros. Debe enseñar la justicia para que inspire buenas obras. Timoteo debería volverse activo y finalmente proclamar la Palabra que había aprendido. Como su maestro, Pablo, debe corregir, amonestar y enseñar pacientemente a la gente. Se trata de consistencia e integridad. Quien obtenga sabiduría y fe a través de las Escrituras, también debe transmitirlas. El estudiante ahora debe convertirse en un maestro. Timoteo ahora debe recitar las Escrituras a la congregación para fortalecerlos. Así como una vez obtuvo la salvación por el estudio de las Escrituras, ahora debe guiar a otros al conocimiento saludable.

 La ayuda  de la oración, también está enfatizada en la parábola de Jesús. Todo se reduce a la persistencia y la honestidad. Una oración de fe será respondida por Dios, asegura Jesús a sus discípulos. En la época de Lucas, había una creciente preocupación de que la parusía -venida del Señor en el tiempo del fin - se demorara o no se presentara. De ningún modo se debe tomar como ejemplo al juez que no cree en Dios, sino, como la viuda, se debe confiar y demandar justicia. Un mundo sin fe se muestra aquí con el juez. Al final del relato, Jesús habla entonces de la venida del Hijo del Hombre y pregunta si encontrará fe en la tierra cuando llegue. Finalmente, el texto de Lucas nos llama a perseverar en la fe y en la oración, porque la salvación, la victoria sobre la muerte y la justicia llegan a los que están firmes en la fe y no pierden la confianza en Dios.

Hoy el mundo sufre una creciente pérdida de fe. La oración pasa de moda y muchos sienten que están solos o se convierten en el centro de sus acciones, sin tener en cuenta a los demás. Pero si no confiamos en Dios, será difícil confiar en los demás. Un mundo sin confianza y sin la seguridad de que nuestras súplicas y necesidades serán escuchadas es inhumano y al mismo tiempo impío. La oración hay que aprenderla y cultivarla, crea confianza y fortalece la capacidad de superar las crisis y ver nuevos horizontes. También abre los ojos a los demás y crea conexiones interpersonales y abre el corazón hacia la fe. 

(Peter Downes, Theologe).

 

 

27. Sonntag im Jahreskreis (2.10.2022)

Unsre Beschützer und Verteidiger, Bild in unserer Kirche Sankt Michael (Providencia).

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

27. Sonntag im Jahreskreis (2.10.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Hab 1,2-3; 2,2-4

Lesung
aus dem Buch Habakuk.

Wie lange, HERR, soll ich noch rufen und du hörst nicht?

Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht. Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit.

[Darum ist die Weisung ohne Kraft, und das Recht setzt sich nicht mehr durch. Ja, der Frevler umstellt den Gerechten und so wird das Recht verdreht.]

Der HERR gab mir Antwort
und sagte: Schreib nieder, was du siehst, schreib es deutlich auf die Tafeln, damit man es mühelos lesen kann! Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert,
so warte darauf;
denn es kommt,
es kommt und bleibt nicht aus.

Sieh her:
Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben.

  1. 2.    Lesung: 2 Tim 1,6-8.13-14

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus.

Mein Sohn! Ich rufe dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist! Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Schäme dich also nicht des Zeugnisses für unseren Herrn und auch nicht meiner, seines Gefangenen,
sondern leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt dazu die Kraft:

[Er hat uns gerettet;
mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Taten,
sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade,
die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde; jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart.

Er hat den Tod vernichtet
und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium, als dessen Verkünder, Apostel und Lehrer ich eingesetzt bin.

Darum muss ich auch dies alles erdulden; aber ich schäme mich nicht,
denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe,
und ich bin überzeugt, dass er die Macht hat,
das mir anvertraute Gut bis zu jenem Tag zu bewahren.] 

Als Vorbild gesunder Worte
halte fest, was du von mir gehört hast in Glaube und Liebe in Christus Jesus! Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt! 

Evangelium: Lk 17,5-10

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit baten die Apostel den Herrn: Stärke unseren Glauben! 

Der Herr erwiderte: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich
und verpflanz dich ins Meer! und er würde euch gehorchen.

Wenn einer von euch einen Knecht hat, der pflügt oder das Vieh hütet,
wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Komm gleich her und begib dich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich und bediene mich;
bis ich gegessen und getrunken habe; danach kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Knecht,
weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? 

So soll es auch bei euch sein:
Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Impuls: Im Glauben an Gott wird der treue Gerechte das ewige Leben erlangen 

Die Worte des Propheten Habakuk, der um 600 vor Christus lebte, klingen genauso wie unsere heutigen Klagen. Gewalt und Ungerechtigkeit plagen ihm und seine Mitmenschen. Überall erblickt er Misshandlungen, Zwietracht und Streit. Die Weisungen der Gesetzte werden missachtet und das Recht ist machtlos geworden.

Uns mögen dabei auch die Worte seitens des obersten Gerichts und der Staatsanwaltschaft Chiles mitklingen, wie sie in den Nachrichten der letzten Tage erschienen. Aber die Probleme von Gewalt und Unrecht haben globalen Charakter. Wer kann in dieser Unordnung und Gefahr noch eingreifen? Für den Propheten ist Gott die letzte Instanz, von der noch Hilfe zu erwarten ist, aber auch der scheint die Rufe und Schreie nach Gerechtigkeit und der Beendigung des Bösen in der Welt nicht zu hören.

Wie kann er denn soviel Gewalt und Leid zulassen und nichts dagegen tun? Diese Frage stellen sich viele Menschen. Es ist die sogenannte Theodizee-Frage, die Frage nach dem Sinn des Leidens in der Welt. Habakuk wendet sie direkt an Gott: «Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen»? Warum lässt Gott Leid und Unterdrückung zu? Müsste er denn nicht eingreifen, wenn die Frevler überhand erlangen und das Recht verdrehen? Die Gefahr ist doch, dass Gesetzte gebrochen werden, wirkungslos werden, wenn sich keiner mehr für deren Einhaltung einsetzt und die Gerechten schließlich in Bedrängnis geraten und der Gewalt unterliegen. So besteht doch die große Gefahr, dass das Böse am Ende die Welt regiert. Für den Propheten ist Gott der Gesetzgeber und Garant der Ordnung - seiner göttlichen Ordnung! – wie kann er dann aber die Rechtlosigkeit dulden?

Der Prophet aber bekommt schließlich eine Antwort Gottes und den Auftrag, es deutlich auf Tafeln festzuhalten. Jeder soll es lesen können und so die Konsequenzen seines Handelns kennen. Was wir tun, erzeugt eine Reaktion und hat Folgen, ein Ergehen an uns. Mag es auch nicht unmittelbar erfolgen, so sollen wir aber gewiss sein, dass es auf jeden Fall passiert. Dem Gerechten wird das Leben versprochen, dem Unrechtschaffenden aber sein Vergeben und Untergang angesagt. Am Ende erweist sich Gott als Richter, denn die Treue am Gesetzt und die Lebensweise eines Gerechten zieht das Leben – ewige Leben – nach sich, damit wird der göttlichen Ordnung das letzte Wort erteilt. Paulus greift diesen Gedanken im Römerbrief und dem Brief an die Galater auf, wenn er betont, dass der Gerechte aus dem Glauben lebt. Es ist der Aufruf, nicht angesichts des Leids, der Gewalt und Unterdrückung zu versagen, sondern im Glauben weiterhin den Weg der Gerechtigkeit zu gehen und die Stimme gegen die Gesetzesbrecher zu erheben. Das scheinbare Schweigen Gottes, ist nicht das Zeichen seiner Abwesenheit! Am Ende wird er dem treuen Gerechten das (ewige) Leben erhalten.   

Wenn Menschen meinen, ihren nur eigenen Gesetzten folgen zu müssen und die Macht zu besitzen, andere zu unterdrücken und zu misshandeln, dann sind sie gottlos, oder machen sich selbst zu ihrem eigenen Gott. Wer ist aber wie Gott? Am vergangenen Donnerstag, den 29. September, haben wir den Gedenktag unseres Kirchenpatrons Sankt Michael gehabt. Sein Name מִיכָאֵל (mîḵāʾēl) bedeutet «Wer ist wie Gott?» und als solcher ist er der Schutzpatron gegen das Böse, denn er steht den Gerechten und gottestreuen Gläubigen zur Seite. Als solcher bekämpft er Luzifer, den gefallenen Engel, oder den Teufel (griechisch: Διάβολος (Diábolos), was wörtlich der «Durcheinanderwerfer» bedeutet, also jemand der Unordnung schafft und Gesetze verwirft). Er erinnert und daran, dass wir Geschöpfe Gottes sind und uns nicht gegen ihn stellen oder uns gar über ihn stellen dürfen, denn dann sind wird zum Untergang verdammt. 

In seinem Brief an seinem Mitarbeiter Timotheus ermahnt Paulus ihn die Kraft des Glaubens zur Entfachung zu bringen. Mit dem Geist Gottes in seinem Leben soll er zum Zeugen des Glaubens werden und auch bereit sein, deswegen Leid zu ertragen. Mit Christus dem Gerechten zum Vorbild, sind Christen aufgerufen, Licht in dieser Welt zu sein, denn Christus ist dieses Licht, das Leben schenkt und den Tod vernichtet. Paulus selbst hat als Lehrer und Prediger Verfolgung, Gefängnis und Leid am eigenen Leib erfahren, sieht sich aber im Glauben gestärkt und vertraut auf ein gutes Ende. Dieses soll nun auch Timotheus tun und am Glauben festhalten, trotz aller Widrigkeiten im Leben, denn in ihm wohnt der Heilige Geist Gottes, der ihm die nötige Kraft schenkt.

Auch hier geht es ums Durchhalten gegen Anfeindungen und Widerständen, sich auf die lebenstragende Kraft Gottes zu besinnen. Dieser Brief, der kein authentischer Paulsubrief ist, sondern zu den sogenannten Pastoralbriefen – aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts - zählt, aber im Namen der Autorität des Paulus verfasst wurde, richtet sich an die Gemeindevorsteher. Sie sollen den Glauben weitertragen, d.h. jenes vermitteln, dass sie selbst nicht direkt erlebt haben, sondern durch Prediger und Lehrer empfangen haben. Die Menschwerdung und Auferstehung Christi ist die Quelle ihrer Kraft. Auch, wenn die Verkündigung der frohen Botschaft Nachteile und Leid nach sich ziehen kann, so sollen sie ihren Dienst ungemindert weiterführen und sich von der Kraft des Heiligen Geistes getragen wissen. Es ist Gott, der den Glauben und die Rettung schenkt. 

Der Glaube ermöglicht das scheinbar Unmögliche zu tun. Er kann Berge versetzen. Dieses ist die Botschaft, die Jesus seinen Jüngern gibt als sie ihn baten, ihren Glauben zu stärken. Es reicht schon ein kleiner Funke, oder wie es Jesus sagt, ein Senfkorn an Glauben, um Großes zu erwirken. Er kleiner Glaube reiche schon aus, um einen tiefverwurzelten Maulbeerbaum zu entwurzeln und dann ins Meer zu verpflanzen. Wahrer Glaube kann also große Wirkung zeigen. Man soll den Glauben daher nicht gering erachten und kleinreden. Andererseits soll man sich aber auch nicht überschätzen. Über diese Gefahr geht es im Gleichnis vom Knecht. Es geht um die rechte Haltung im Glauben. Falsch wäre es, wenn der Knecht nach der geleisteten Arbeit sich sogleich an den Tisch begeben würde um sich selbst mit Essen und Trinken zu versorgen. Erwartet wird, dass er seine Aufgabe als Knecht im Hause seines Herren fortführt, d.h. also seinen Herren zunächst bediene und erst danach sich selbst versorge. Da der Knecht lediglich das tut, was man von einem Knecht erwartet, bedarf es auch keiner besonderen Anerkennung seitens des Herrn. Diese Haltung fordert nun Jesus auch von seinen Jüngern. Sie sollen ihren Glauben als Dienst erkennen, nicht als etwas, dass ihnen einen besonderen Lohn oder Lob einbringt. Glaube ist ein Gnadengeschenk, nicht ein Verdienst des Gläubigen. Treue im Glauben ermöglicht es, großen Taten zu vollbringen; diese sind aber kein eigener Verdienst, sondern folgt der Kraft des Wirkens Gottes, Christi, des Heiligen Geistes, der in einem einwohnt. Niemand ist wie Gott, denn wir alle sind bloße Empfänger des geschenkten Glaubens. Wenn wir ihn annehmen, können wir aus diesem Glauben heraus Großes vollbringen, müssen aber wohlmöglich auch Vieles ertragen und erleiden. Verharren wir in ihm, dann steht uns das ewige Leben bereit.     

Impulso: Al creer en Dios, los fieles y justos alcanzarán la vida eterna

 Las palabras del profeta Habacuc, que vivió alrededor del año 600 a. C., suenan como nuestros lamentos de hoy. La violencia y la injusticia lo acosan a él y a los semejantes. En todas partes él ve abuso, discordia y lucha. Las directivas de ley son ignoradas y las instrucciones y se han vuelto impotentes.

A nosotros posiblemente resuenen las palabras de la presidenta del Tribunal Supremo y desde las Fiscalía nacional, tal y como han sido pronunciadas en las noticias de los últimos días. Pero el problema de la violencia e inseguridad también tiene un carácter global. ¿Quién puede intervenir más efectivamente en este desorden y peligro? Para el profeta, Dios es la última autoridad de la que todavía se puede esperar ayuda, pero ni siquiera él parece escuchar los gritos de justicia y el fin del mal en el mundo.

¿Cómo Dios puede permitir tanta violencia y sufrimiento y no hacer nada al respecto? Mucha gente se hace esta pregunta. Es la llamada cuestión de la teodicea, la cuestión del sentido del sufrimiento en el mundo. Habacuc los dirige directamente a Dios: "¿Por qué me dejas ver el poder del mal"? ¿Por qué permite Dios el sufrimiento y la opresión? ¿No debería intervenir cuando los malvados toman la delantera y pervierten la justicia? El peligro es, después de todo, que las leyes se quebranten y se vuelvan ineficaces si nadie se compromete a observarlas y, en última instancia, los justos serán reprimidos y el mal gobernará al final. Para el profeta, Dios es el legislador y garante del orden, ¡de su orden divino! pero, ¿cómo puede entonces tolerar la anarquía?

Pero el profeta finalmente obtiene una respuesta de Dios y la comisión de registrarlo claramente en tablas. Todo el mundo debería poder leerlo y así conocer las consecuencias de sus actos. Lo que hacemos crea una reacción y tiene consecuencias, una repuesta hacia nosotros. Puede que no sea inmediato, pero debemos estar seguros que sucederá de todos modos. La vida se promete a los justos, pero la perdición y la destrucción a los injustos. Al final, Dios resulta ser el juez, porque la fidelidad a la ley y el vivir como un justo conlleva la vida – la vida eterna -, de modo que el orden divino tiene la última palabra. Pablo retoma esta idea en sus cartas a los Romanos y Gálatas cuando enfatiza que los justos viven por la fe. Es un llamado a no fallar ante el sufrimiento, la violencia y la opresión, sino a continuar en la fe para caminar por el camino de la justicia y denunciar a los infractores de la ley. ¡El aparente silencio de Dios no es signo de su ausencia! Al final Él preservará la vida (eterna) para el justo fiel.

Si las personas piensan que deben seguir solamente sus propias leyes y tienen el poder de oprimir y maltratar a otros, entonces, son impíos o se declaran a sí mismos como su propio dios. Pero, ¿quién es como Dios? El pasado jueves 29 de septiembre tuvimos la conmemoración del patrón de nuestra iglesia San Miguel. Su nombre מִיכָאֵל (mîḵāʾēl) significa "¿Quién es como Dios?" y como tal, es el santo patrono contra el mal, porque apoya a los creyentes justos y piadosos. Como tal, lucha contra Lucifer, el ángel caído o el diablo (griego: Διάβολος (Diábolos), que literalmente significa el "desordenador", es decir, alguien que crea desorden y desecha las leyes. Nos recuerda que somos criaturas de Dios y no se nos permita oponernos a él o incluso ponernos por encima de él, porque entonces estamos condenados a perecer.

En su carta a su amigo y colaborador Timoteo, Pablo lo exhorta a dejar desarrollar la fuerza de la fe en sí mismo. Con el Espíritu de Dios en su vida, debe convertirse en un testigo de la fe y también estar dispuesto a soportar el sufrimiento a causa de ella. Siguiendo el modelo de Cristo Justo, los cristianos están llamados a ser luz en este mundo, porque Cristo es esa luz que da vida y destruye la muerte. Como maestro y predicador, el propio Pablo ha vivido en carne propia la persecución, el encarcelamiento y el sufrimiento, pero ve fortalecida su fe y confía en un final feliz. Timoteo ahora debe hacer lo mismo y aferrarse a su fe, a pesar de todas las adversidades de la vida, porque el Espíritu Santo de Dios vive en él y le da la fuerza necesaria.

También aquí se trata de perseverar contra las hostilidades y las resistencias, para reflexionar sobre el poder de Dios que da la vida. Esta carta, que no es una carta auténtica de san Pablo, sino una de las llamadas cartas pastorales -de la primera mitad del siglo II- pero fue escrita en nombre de la autoridad de Pablo, está dirigida a los líderes de las comunidades cristianas. Estos pastores deben transmitir la fe, es decir, transmitir aquello de lo que no son testigos ellos mismos, pero que han recibido a través de predicadores y maestros. La encarnación y resurrección de Cristo es la fuente de su fuerza. Incluso si la proclamación de la buena nueva (Evangelio) puede resultar en desventajas y sufrimientos, deben continuar su ministerio sin menoscabo y saber que están sostenidos por el poder del Espíritu Santo. Es Dios quien da la fe y la salvación.

La fe hace posible lo que nos parece imposible. Puede mover montañas. Este es el mensaje que Jesús entrega a sus discípulos cuando le pidieron aumentar su fe. Una pequeña chispa, o como dice Jesús, un grano de mostaza de fe es suficiente para hacer un gran impacto. Una pequeña creencia es suficiente para arrancar una morera de raíces profundas y luego trasplantarla al mar. Así que la verdadera fe puede tener un gran impacto. La fe no debe ser considerada pequeña y sin fuerza. Por otro lado, uno no debe sobreestimarse a sí mismo. La parábola del siervo trata de este peligro. Se trata de la actitud correcta en la fe. Estaría mal si el sirviente fuera directamente a la mesa después de terminar el trabajo. Se espera que continúe haciendo su trabajo como sirviente en la casa de su amo, es decir, primero sirva a su amo y luego cuide de sí mismo. Dado que el sirviente solo hace lo que se espera de un sirviente, no requiere ningún reconocimiento especial por parte del amo. Jesús ahora exige esta actitud también de sus discípulos. Deben reconocer su fe como un servicio, no como algo que les traerá alguna recompensa o alabanza especial. La fe es un don de la gracia, no un mérito del creyente. La fidelidad en la fe hace posibles las grandes obras; pero estos no son méritos personales, sino que siguen el poder de la obra de Dios, Cristo, el Espíritu Santo en uno. Nadie es como Dios, sino todos somos meros receptores del don de la fe. Si la aceptamos, podemos lograr grandes cosas con esta fe, sin embargo, al mismo tiempo podemos tener que soportar y sufrir mucho. Si permanecemos en él, entonces, la vida eterna estará preparada para nosotros. 

(Peter Downes, Theologe).

 

 

22. Sonntag im Jahreskreis (28.8.2022)

Jacopo Tintoretto, 1561, Santa María della Salute, Venedig

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

22. Sonntag im Jahreskreis (28.8.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Sir 3.17-18.20.28-29

Lesung
aus dem Buch Jesus Sirach.

Mein Sohn, bei all deinem Tun bleibe bescheiden und du wirst geliebt werden von anerkannten Menschen! Je größer du bist, umso mehr demütige dich und du wirst vor dem Herrn Gnade finden! Denn groß ist die Macht des Herrn, von den Demütigen wird er gerühmt.

[Suche nicht, was für dich zu schwierig ist,
und erforsche nicht, was deine Kräfte übersteigt! Was dir geboten worden ist, das überdenke,
denn du hast keinen Bedarf an verborgenen Dingen! Verwende keine Mühe auf außergewöhnliche Dinge, denn mehr, als Menschen verstehen können, wurde dir gezeigt! Denn ihre Mutmaßungen haben viele getäuscht
Und übler Argwohn hat ihr Denken in die Irre geführt.

Wenn du keinen Augapfel hast, fehlt dir das Licht,
wenn du keine Erkenntnis hast, mache keine Ankündigung!

Ein verhärtetes Herz nimmt ein böses Ende; wer die Gefahr liebt, kommt in ihr um. Ein verhärtetes Herz wird durch Mühsal niedergedrückt. Und der Sünder häuft Sünde auf Sünde.]

Es gibt keine Heilung für das Unglück des Hochmütigen, denn eine Pflanze der Bosheit hat in ihm Wurzel geschlagen. Das Herz eines Verständigen wird einen Sinnspruch überdenken und das Ohr des Zuhörers ist die Sehnsucht des Weisen.

  1. 2.    Lesung: Hebr 12,18-19.22-24a

Lesung aus dem Hebräerbrief.

Schwestern und Brüder!

Ihr seid nicht zu einem sichtbaren, lodernden Feuer hinzugetreten,
zu dunklen Wolken, zu Finsternis und Sturmwind, zum Klang der Posaunen und zum Schall der Worte,
bei denen die Hörer flehten, diese Stimme solle nicht weiter zu ihnen reden.

Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hinzugetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln,
zu einer festlichen Versammlung

und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind, und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus.

Evangelium: Lk 14,1.7-14

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

Jesus kam an einem Sabbat
in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen. Da beobachtete man ihn genau.

[Und siehe, ein Mann, der an Wassersucht litt, stand vor ihm. Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die Pharisäer und fragte: Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht? Sie schwiegen. Da berührte er den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen.

Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat?

Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.]

Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, erzählte er ihnen ein Gleichnis. Er sagte zu ihnen: Wenn du von jemandem zu einer Hochzeit eingeladen bist, nimm nicht den Ehrenplatz ein! Denn es könnte ein anderer von ihm eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Vielmehr, wenn du eingeladen bist,
geh hin und nimm den untersten Platz ein, damit dein Gastgeber zu dir kommt
und sagt: Mein Freund, rück weiter hinauf!
Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Dann sagte er zu dem Gastgeber:
Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich wieder ein, und dir ist es vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Impuls: Groß vor dem Herrn sind die Demütigen.

Vor Gott ist niemand groß und so sollen wir auch uns nicht gegenüber unseren Mitmenschen großmachen, sondern demütig sein und unsere Nächsten hochschätzen. Bei Gott werden die Demütigen geschätzt, wohl auch, weil sie sich nicht überschätzen und zugleich offen für den wahren Dienst am Anderen sind. Diese Weisheit, die im Buch Sirach uns ins Gedächtnis gerufen wird, scheint heutzutage um so nötiger, denn unsere Zeit ist davon geprägt, möglichst einflussreich zu sein, Macht auszudrücken und in Listen von Reichen und Mächtigen zu erscheinen.

Bescheidenheit ist hier dann nicht angesagt und auch die Gottesfurcht ist nicht gegenwärtig. Alle scheinen danach zu streben unter den Großen des Landes oder gar der Welt zu zählen. Dabei verlieren sie aber leicht den Blick auf ihre Mitmenschen, auf die Würde, die jeder Mensch hat, unabhängig seiner sozialen und finanziellen Situation. Statt zu meinen, alles besser zu wissen und alles allein zu entscheiden, sollten wir lernen bescheiden zu sein und mehr hinzuhören, was uns wirklich bewegen sollte und wo wir dann uns sinnvoll und kompetent einbringen können, nicht zu unserer eigenen Größe, sondern zu Wohl aller. Wenn wir uns anderen zuwenden, dann laufen wir nicht in die Gefahr des Hochmuts. Gefordert ist von uns die Achtung, sogar die Liebe, die unser Herz vor der Bosheit verschont und uns ein sanftes und wohltuendes Gefühl des Miteinanderseins verschafft.

Im Hebräerbrief wird die Gemeinde aufgerufen, nicht in einer apokalyptischen Untergangsstimmung zu verharren, sondern sich als Bürger der himmlischen Stadt zu verstehen, für den Weg zur Gemeinschaft mit Christus, für den sie sich doch bereits entschieden hätten. Sie sind nun Mitglieder des neuen Bundes und sollten sich demnach verhalten.     

Um Ansehen und Geltung geht es auch im Evangelium, wo Jesus an einem Sabbat als Gast bei einem führenden Pharisäer eingeladen ist. Liest man den gesamten Zusammenhang des Textes, dann wird das Thema des Sabbats und der sabbatgemäßen Tischgemeinschaft sinngemäß verknüpft. Jesus ist den geladenen Gästen anscheinend schon wohl bekannt und daher wird er auch besonders beobachtet. Ein Mann mit Wassersucht stellt sich vor ihm und erwartet nun von ihm seine Heilung. Das stets jeder Mensch, der hilfsbedürftig ist, im Zentrum stehen muss und das Gesetzt der Arbeitsruhe am Sabbat nicht die gebotene Hilfe am Nächsten verbietet, ist hier offensichtlich. Dennoch fragt Jesus die Gesetzeslehrer und Pharisäer, ob denn das Heilen von Kranken am Sabbat erlaubt sei. Ihr Schweigen auf diese Frage, führt dazu, dass Jesus handelt und den bittenden Mann heilt. Um aber Klarheit in der gestellten Frage zu erlangen, führt er ihnen ein Bespiel an, dass ein jeder doch sicherlich seinen Sohn oder Ochsen – das wichtigste Arbeitstier der Bauern – ohne Zögern aus einem Brunnen befreien würde, falls sie dorthinein fielen, selbst wenn dieses an einem Sabbat geschähe. Da die frommen Gelehrten und Pharisäer auch hier keinen Einwand anmelden, ist die Botschaft klar: Das Wohl des Menschen steht über dem Sabbatgebot, und widerspricht damit keinesfalls dem Gebot Gottes.

Dann greift Jesus im Text das Thema von Ehre und Anerkennung auf, indem er die geläufige Praxis auf Festen und Hochzeiten aufgreift, die Gäste nach Rang und Bedeutung für den Gastgeber auf entsprechenden Plätzen zu verteilen. Solche Zuweisung von bestimmten Plätzen für Ehrengäste, berühmten Persönlichkeiten oder Familienmitgliedern durch den Gastgeber ist auch heute üblich. Jesus aber hinterfragt diese Praxis eine Unterscheidung zwischen den Gästen zu machen und rät zur Bescheidenheit. Statt sich selbst einen Ehrenplatz einzunehmen, sollte man abwarten, welchen Platz einem der Gastgeber zuweist. Wer aber einen unteren Platz einnimmt, kann sich dann darüber freuen, wenn der Gastgeber ihn vor den anderen Gästen auf einen höheren Platz verweist und ihm so vor aller Augen ehrt. Nun folgt die entscheidende Lehre: «Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden». Dem Gastgeber rät er, statt Freunde, Brüder, Verwandte und reiche Nachbarn einzuladen, sollte er besser Arme, Krüppel, Lahme und Blinde einladen. Jesus spricht hier letztlich von Reich Gottes, in dem alle gleichwertig sind und ein Fest nicht interessenbezogen sein sollte, um Menschen zu gefallen oder für sich zu gewinnen, sondern als ein Teilen und Feiern mit Menschen, die keine Vorteile für einen bringen, sondern die eigeladen werden, weil man ihnen Gutes tun will und ihnen als Gäste eine Würde zukommen lässt. Hier lädt der Gastgeber Menschen ein, die sich nicht um Ansehen und Ehre bemühen und von denen er keine Gegenleistung erwarten kann. Es ist ein wahres Fest, wo der Gastgeber verschwenderisch ist, weil er einfach nur geben und mit ihnen feiern will. Hier wird allen Menschen Achtung und Würde zuerkannt und keiner soll sich größer oder ehrenhafter als andere betrachten. Die Demütigen sind bei Gott wertgeschätzt, sie werden von Gott großgemacht und er wird ihnen dann ihren gebührenden Platz im himmlischen Hochzeitsmahl zuweisen.

Als Christen sollten wir uns vom Standesdenken befreien, nicht nach Vorteilen streben, sondern uns bescheiden und demütig verhalten und alle Menschen wertschätzen. 

Impulso: Los humildes son los grandes ante el Señor.

Nadie es grande ante de Dios y, por eso, no debemos hacernos grandes ante nuestros semejantes, sino ser humildes y apreciar a nuestro prójimo. Los humildes son valorados por Dios, probablemente también porque no se sobreestiman a sí mismos y, al mismo tiempo, están abiertos al verdadero servicio a los demás. Esta sabiduría, recordada en el libro del Eclesiástico, parece tanto más necesaria en nuestros días para ejercer influencia, expresar poder y figurar en las listas de los ricos y poderosos.

Hoy pareciera ser que no se requiere modestia y tampoco está presente el temor de Dios. Todo el mundo parece esforzarse por clasificarse entre los grandes del país o incluso del mundo. Sin embargo, al hacerlo, pierden fácilmente de vista a sus semejantes, a la dignidad que tiene todo ser humano, independientemente de su situación social y económica. En vez en pensar que sabemos todo mejor y decidimos todo por nuestra cuenta, debemos aprender a ser humildes y escuchar más lo que realmente nos debe mover y donde podemos contribuir de manera significativa y competente, no para nuestra propia grandeza, sino para el bien de todos. Cuando nos dirigimos a los demás, no corremos el riesgo del orgullo. Se requiere de nosotros respeto, incluso amor, que evita la malicia en nuestro corazón y nos da un sentimiento suave y relajante.

En la Carta a los Hebreos, se llama a la Iglesia a no permanecer en un estado de ánimo apocalíptico de perdición, sino que los miembros se comprenden como ciudadanos de la ciudad celestial, en el camino hacia la comunión con Cristo, lo que, después de todo, habían elegido. Ahora son miembros de la nueva alianza.

En el Evangelio Jesús reflexiona sobre el orden social en el Reino de Dios en una situación de una invitación que él recibió en un sábado, en la casa de un fariseo reconocido. Jesús vincula el tema de la observación del sábado con la celebración comunitaria en día del descanso. Aparentemente, Jesús ya es bien conocido por los invitados y, por lo tanto, es especialmente observado. Un hombre con hidropesía se para frente a él y espera que Jesús lo sane. Es obvio que toda persona que necesita ayuda debe ser siempre el centro de atención y que la ley del descanso del sábado no prohíbe la ayuda a los que la necesita. Sin embargo, Jesús pregunta a los maestros de la ley y a los fariseos si está permitido curar a los enfermos en el sábado. Su silencio sobre esta pregunta hace que Jesús actúe y sane al hombre. Pero para aclarar la cuestión planteada, les da un ejemplo de que seguramente todos liberarían a su hijo o bueyes -el animal de trabajo más importante de los agricultores- de un pozo cuando cayeran en él, incluso en un sábado. Dado que los eruditos piadosos y los fariseos tampoco plantean ninguna objeción al ejemplo, el mensaje es claro: el bienestar humano está por encima del mandamiento del sábado y de ninguna manera lo contradice.

Luego, Jesús retoma el tema del honor y el reconocimiento, retomando la práctica común en las fiestas y bodas de ubicar a los invitados en los asientos de acuerdo con su rango e importancia para el anfitrión. Tal asignación de lugares específicos para invitados de honor, celebridades o miembros de la familia por parte del anfitrión sigue siendo común hoy en día. Pero Jesús cuestiona esta práctica de hacer distinciones entre los invitados y aconseja modestia. En lugar de ocupar un lugar de honor para sí mismo, se debía esperar y ver qué lugar le da el anfitrión. Pero aquellos que ocupan un lugar más bajo en la mesa pueden ser felices si el anfitrión los señala a un lugar más alto en la mesa, así expresando su honra en frente a los demás invitados. Sigue la lección crucial de Jesús: «Porque todo el que se ensalce, será humillado; y el que se humille, será ensalzado.» Aconseja al anfitrión que en lugar de invitar a amigos, hermanos, parientes y vecinos ricos, debe invitar a los pobres, los lisiados, los cojos y los ciegos. Jesús está hablando aquí en última instancia del Reino de Dios, en el que todos son iguales y una fiesta no debe basarse en intereses, para complacer a las personas o conquistarlas, sino como un compartir y una celebración con personas que no reportan ningún beneficio para el que invita. Aquí el anfitrión invita a personas que no procuran el prestigio y el honor y de las que no puede esperar nada a cambio. Es un verdadero banquete donde el anfitrión simplemente quiere celebrar con otros. Aquí se otorga respeto y dignidad a todos los seres humanos y nadie debe considerarse mayor o más honorable que los demás. Los humildes son valorados por Dios, serán honrados por Dios, y entonces, Él los colocará en el lugar que les corresponde en el banquete de la boda celestial.

Como cristianos, debemos liberarnos del concepto de estatus, no procurar una ventaja, sino comportarnos con modestia y humildad y valorar a todas las personas.

(Peter Downes, Theologe).

 

 

20. Sonntag im Jahreskreis (14.8.2022)

Jeremia ist aus der Zisterne von Malkijah gerettet. Deutsche Bibel, 1585. Druck von Jost Amman (1539-1591); Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

20. Sonntag im Jahreskreis (14.8.2022)

  1. 1.    Lesung: Jer 38,4-6.7a.8b-10

Lesung
aus dem Buch Jeremia.

[Schefatja, der Sohn Mattans, Gedalja, der Sohn Paschhurs, Juchal, der Sohn Schelemjas, und Paschhur, der Sohn Malkíjas,
hörten die Worte, die Jeremia zum ganzen Volk redete.

So spricht der HERR:
Wer in dieser Stadt bleibt, der stirbt durch Schwert, Hunger und Pest. Wer aber zu den Chaldäern hinausgeht, der wird überleben; er wird sein Leben als Beute erhalten und am Leben bleiben.

So spricht der HERR: Diese Stadt wird ganz sicher dem Heer des Königs von Babel in die Hand gegeben werden und er wird sie erobern.] 

In jenen Tagen sagten die Beamten zum König Jeremia muss getötet werden; denn er lähmt die Hände der Krieger, die in dieser Stadt noch übriggeblieben sind, und die Hände des ganzen Volkes, wenn er solche Worte zu ihnen redet. Denn dieser Mann sucht nicht Heil für dieses Volk, sondern Unheil.

Der König Zidkíja erwiderte: Siehe, er ist in eurer Hand; denn der König vermag nichts gegen euch. 

Da ergriffen sie Jeremia
und warfen ihn in die Zisterne des Königssohns Malkíja, die sich im Wachhof befand;
man ließ ihn an Stricken hinunter. In der Zisterne war kein Wasser, sondern nur Schlamm und Jeremia sank in den Schlamm.

Der Kuschiter Ebed-Melech, ein Höfling,
[der im königlichen Palast bedienstet war,
hörte, dass man Jeremia in die Zisterne geworfen hatte, während der König sich am Benjamintor aufhielt.

Da verließ Ebed-Melech den Palast und] sagte zum König: Mein Herr und König, schlecht war alles, was diese Männer dem Propheten Jeremia angetan haben; sie haben ihn in die Zisterne geworfen, damit er dort unten verhungert. Denn es gibt in der Stadt kein Brot mehr.


Da befahl der König dem Kuschiter Ebed-Melech: Nimm dir von hier dreißig Männer mit, und zieh den Propheten Jeremia aus der Zisterne herauf, bevor er stirbt. 


Ebed-Melech nahm die Männer mit sich und ging zum Palast, in den Raum unterhalb der Vorratskammer. Dort holte er Stücke von abgelegten und zerrissenen Kleidern und ließ sie an Stricken zu Jeremia in die Zisterne hinunter.

Dann sagte der Kuschiter Ebed-Melech zu Jeremia: Leg die Stücke der abgelegten und zerrissenen Kleider in deine Achselhöhlen unter die Stricke! Und Jeremia machte es so. 


Nun zogen sie Jeremia an den Stricken hoch und brachten ihn aus der Zisterne herauf. Von da an blieb Jeremia im Wachhof.]

  1. 2.    Lesung: Hebr 12,1-4
  2. Lesung aus dem Hebräerbrief.

Schwestern und Brüder! 

Darum wollen auch wir, die wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die Sünde abwerfen, die uns so leicht umstrickt. 

Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der vor uns liegt, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.

Richtet also eure Aufmerksamkeit auf den, der solche Anfeindung von Seiten der Sünder gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermattet und mutlos werdet! Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet

Evangelium: Lk 12,43-53

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!

Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist.

Meint ihr,
ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen?
Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.

Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter,
die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter, und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Impuls: Wer von Gott gesandt ist, wird angefeindet werden, denn die Wahrheit wollen die Ungläubigen nicht hören.

Dramatisch stellt sich die Situation des Propheten Jeremias dar. Die Botschaft, die er im Namen Gottes verkündet, bringt ihn in Lebensgefahr. Gottesverkünder, Wahrheitsboten – Wahrsager – und Gottgesandte werden oft missverstanden und zu Unrecht verfolgt. Es ist kein Traumjob, sondern eine Berufung, die nur allzu oft zur Last wurde. Doch gibt es immer auch Menschen, bei denen die göttlichen und wahren Worte und Taten, die diese Glaubenszeugen überbringen, auf fruchtbaren Boden fallen und zum einem gottgefälligen Handeln führen. Gott hilft den Menschen und rettet sie, wenn sie seinem Worten folgen.

Jeremia predigt in einer Endzeit des Königsreiches Juda, in den Jahren vor der babylonischen Eroberung durch Nebukadnezar II. im Jahre 587 v. Chr. Zidkija ist der von Nebukadnezar eingesetzte letzte König von Juda und residiert in Jerusalem. Trotz dieser Einsetzung durch den babylonischen Herrscher, sucht er eine Koalition mit den Gegnern der Babylonier, den Ägyptern. Er spielte also auf beiden Seiten mit. Vom Propheten erhofft er sich Unterstützung durch ein Gotteswort, dass am Ende die Ägypter das jüdischen Volke bei der Vertreibung der Chaldäer helfen. Aber Gottes Willen hängt nicht von seinen politischen Ambitionen ab, sondern Jahwe will das Volk vor dem Untergang retten und so ruft der Prophet dementsprechend zum «Überlaufen» des Volkes zu den Chaldäern auf. Daraufhin lässt ihn aber der König Zidkija festnehmen, erwartet dann ein neues göttliches Wort vom Propheten Jeremia. Die nächste Prophezeiung, die er von seinem inhaftierten Gottesmann erhält, kündigt jedoch seine Auslieferung an Nebukadnezar an. Trotz dieser pessimistischen Prophezeiung lässt er Jeremia in leichter Haft hallten und Versorgung mit Nahrung zukommen. Die Stadt leidet nun aber unter der Belagerung durch die Chaldäer. In dieser Situation prophezeit nun Jeremia, dass Jerusalem in die Hände der Babylonier fallen wird und man sich ihnen als Beute übergeben soll, um so zu überleben. Das wird von den Volksvertretern als eindeutiger Verrat aufgenommen, denn es demoralisiert die Belagerten weiter zu kämpfen und spielt dem Feind in die Hände. Ihm gebührt also der Tod eines Hochverräters. König Zidkija lässt ihnen zunächst freie Hand gegen den Propheten gewähren, da er seine eigene Machtgewalt eingeschränkt sieht. Jeremia droht nun der Hungertod in einer Zisterne, wo man ihn mit Stricken herabließ. Das Eingreifen eines wohl mächtigen Höflings – Ebed-Melech – führt aber dann dazu, dass der König über die Todesgefahr des Propheten in Kenntnis gesetzt wird und er sich dann für dessen Befreiung einsetzt. Warum er es tut, wird in diesen Textabschnitt nicht mehr genannt, aber aus den folgenden Versen ersichtlich, denn es zeigt sich, dass der König nun auf ein neues positives Gotteswort hofft. Statt Optimismus muss er dann aber vernehmen, dass Gott wiederum den Sieg der neubabylonischen Chaldäer ankündigt. Jerusalem fällt kurz darauf im Jahre 586 v. Chr. 

Dem Gesandten Gottes fiel hier eine schwierige Aufgabe zu; er musste dem Volk die Niederlage verkünden, eine Wahrheit, die es nicht hören wollte, aber letztendlich dazu führte, dass das Volk mit der babylonischen Gefangenschaft seine Identität neu finden wird und die Erfahrung macht, dass Gottes Plan mit seinem Volk sich nicht mit den Machtwünschen der Herrschenden deckt.  

Paulus ruft in seinem Brief an die Hebräer zum Ausharren im Glauben auf, denn was sich zunächst als mühsam erweist, wird sich am Ende in eine Freude ausdrücken. Das sündige Leben muss abgelegt werden und der Blick ist nun ganz auf Christus zu richten. Hier gilt es einen langen, mühsamen Weg zum Glauben zu laufen. Wie in einem Wettkampf wird Ausdauer erwartet. Auf dem Weg liegt das Kreuz, was Leid, Schmerz und Anfeindungen beinhaltet, aber nach dem Leidensweg erfolgt die große Freude und der Sieg. Jesus nahm die Anfeindungen auf sich, seine Worte wurden als provokant betrachtet, er wurde abgelehnt und als Gotteslästerer vom Volk verschrien. Die Christen aber sollen dem Vorbild Christi folgen, wohl wissend, dass sie von Sündern angefeindet werden. Paulus ruft dazu auf, nicht im Glauben zu ermatten und mutlos zu werden. 

Wer sich zu Christus voll bekennt und seinem Weg folgt, spaltet die Meinungen und auch die eigene Familie. Die Christusnachfolge ist ein schmerzlicher Prozess, es ist wie ein reinigendes Feuer, dass das Sündige abbrennt oder wie eine Taufe, eine neue Geburt einleitet. Jesus macht seinen Jüngern klar, dass er nicht gekommen sei, um Frieden zu bringen, sondern Spaltung. Diese Worte klingen für uns zunächst fremdartig, sogar widersprüchlich zu dem ansonsten gängigen Bild des Friedensstifters und Heilbringers. Hier führt uns der Evangelist Lukas einen apokalyptischen prophetischen Jesus vor, der seine Zuhörer zu einer endgültigen Lebensentscheidung aufruft. Von einer Zwietracht in der Familie ist hier die Rede. Glaube scheint hier nicht zu vereinen, sondern Menschen, ja Familienmitglieder untereinander zu spalten.

Der Zusammenhang wird erkennbar, wenn man den vorhergehenden Text berücksichtigt, denn zuvor ging es darum, wachsam zu sein und die rechten Zeichen zu erkennen, sich als guter Verwalter zu erweisen und ganz im Sinne des Herrn zu handeln. Es geht darum, dass jetzt die Zeit der Entscheidung gekommen ist. Man muss sich für oder gegen Jesus entscheiden und eine solche Entscheidung kann sich auch gegen die irdischen Interessen der Familie wenden. Eine Entscheidung für Christus hat Konsequenzen im Leben und führt zu Konflikten mit der Umwelt, den Mitmenschen und sogar der Familie.

Wie die Propheten, so ist auch jeder Christ aufgerufen, die Botschaft des Herrn zu verkünden und dadurch auch Ablehnung und ggf. Verfolgung zu erdulden. Die Christen der Zeit des Lukas erlebten diese Konflikte mit ihrer jüdischen und heidnischen Umwelt sehr stark. Juden und Christen gingen nun getrennte Wege und in der heidnischen Welt erlebten sie auch erste Anfeindungen. Der Weg zur Freude, zum ewigen Frieden in Christus ist steinig, mühselig und schmerzlich, provoziert Spaltung, ist ein Weg einer konsequenten Entscheidung. Eine Entscheidung, dem Ruf zum Glauben an Gott zu folgen, denn nur so wird uns wahres menschliches Leben und Heil geschenkt.     


Impulso: Un enviado por Dios enfrentará una vida de conflictos, porque los incrédulos no quieren oír la verdad.
 

Se presenta una situación dramática del profeta Jeremías que ha puesto en peligro su vida por haber anunciado un mensaje en nombre de Dios. Los profetas y mensajeros de Dios, de la verdad son a menudo incomprendidos e injustamente perseguidos por personas a las que no conviene su mensaje. No es un trabajo de ensueño, es una vocación que, con demasiada frecuencia, se convierte en una carga pesada. Pero siempre hay personas para las que los mensajes divinos son importantes para ver más claro hacia el futuro y estas personas forman una tierra fértil para que el mensaje finalmente se transforme en una acción correcta y recta. Dios ayuda a las personas y las salva si obedecen su palabra. 

Jeremías predica en un tiempo del fin del reino de Judá, antes de la conquista babilónica por parte de Nabucodonosor II, en el 587 a. C. Sedecías es el último rey de Judá designado por Nabucodonosor y reside en Jerusalén. A pesar de este nombramiento por parte del gobernante babilónico, busca una coalición con los oponentes de los babilonios, con los egipcios. Entonces él juega en ambos lados. Él espera el apoyo del profeta a través de una palabra de Dios de que al final los egipcios expulsarán a los caldeos. Pero la voluntad de Dios no depende de sus ambiciones políticas, sino que quiere salvar al pueblo de la destrucción y, en consecuencia, el profeta llama al pueblo a «desertar» hacia los caldeos. El rey Sedecías luego lo hace arrestar y espera una nueva palabra divina del profeta. La siguiente profecía que recibe del hombre de Dios encarcelado anuncia su rendición a Nabucodonosor. A pesar de esta profecía pesimista, el rey deja a Jeremías en un confinamiento leve, sin embargo, la ciudad sufre el asedio de los caldeos. En esta situación, Jeremías profetiza que Jerusalén caerá en manos de los babilonios y el pueblo de Judá deberá rendirse como botín para poder sobrevivir. Esto es visto por los representantes del pueblo como una clara traición, porque desmoraliza a los sitiados para seguir luchando y le hace el juego al enemigo. Así concluyen que merece la muerte de un alto traidor. El rey Sedecías inicialmente les da carta blanca para actuar contra el profeta, ya que ve limitado su poder. Jeremías ahora se enfrenta al hambre en una cisterna donde fue bajado con cuerdas. Sin embargo, la intervención de un cortesano, probablemente muy poderoso, llamado Ebed-Melech, lleva a que el rey sea informado sobre el peligro de muerte  del profeta y luego haga campaña por su liberación. Por qué lo hace queda claro en los versículos que sigue este texto: es que el rey espera una nueva palabra más positiva de Dios. Sin embargo  tiene que escuchar que Dios anuncia nuevamente la victoria de los caldeos neo-babilónicos. Así Jerusalén cae poco después en 586 a. C. en manos de los babilonios.

Una tarea difícil recayó aquí en el mensajero de Dios, tenía que anunciar la derrota al pueblo, una verdad que los judíos no querían escuchar, pero que finalmente llevó al pueblo a redescubrir su identidad con el cautiverio babilónico y a experimentar que ese plan de Dios con su pueblo no coincide con el afán de poder de los gobernantes. 

En su Carta a los Hebreos, Pablo llama a la perseverancia en la fe, porque lo que en un principio resulta ser una dificultad, al final se expresará en alegría. La vida pecaminosa debe ser puesta a un lado y el enfoque ahora debe estar en Cristo. Hay un camino largo y arduo hacia la fe para caminar aquí. Como en una competición, se espera perseverancia. En el camino está la cruz, que implica sufrimiento, dolor y adversidad, pero tras el camino del sufrimiento viene la gran alegría y la victoria. Jesús tomó sobre sí mismo las hostilidades, sus palabras fueron consideradas provocativas, fueron rechazadas y él mismo fue denunciado como blasfemo por el pueblo. Pero los cristianos deben seguir el ejemplo de Cristo, sabiendo muy bien que los pecadores los atacarán. Pablo llama al que no se cansa en la fe no se desanima en ir en la huellas del Señor.

Cualquiera que confiesa plenamente a Cristo y sigue su camino divide opiniones incluso en su propia familia. Seguir a Cristo es un proceso doloroso, es como un fuego purificador que quema el pecado o como el bautismo que anuncia un vida renovada o un  nacimiento. Jesús deja claro a sus discípulos que no vino a traer paz, sino división. Estas palabras nos suenan extrañas al principio, incluso contradictorias con la imagen común que tenemos de Jesús, de ser el pacificador y salvador. Aquí el evangelista Lucas nos presenta a un Jesús profético apocalíptico llamando a sus oyentes a una decisión final de vida. Se habla de discordia en la familia. La fe no parece unir aquí, sino dividir a las personas, incluso entre los miembros de la familia. 

El contexto se vuelve claro cuando uno considera los textos anteriores, porque en el perícopa anterior se trataba de estar alerta y discernir las señales correctas, ser un buen mayordomo y actuar plenamente en el espíritu del Señor. El punto es que ahora es el momento de tomar una decisión. Se debe tomar una decisión a favor o en contra de Jesús, y tal decisión también puede ir en contra de los intereses terrenales de la familia. Una decisión por Cristo tiene consecuencias en la vida y lleva a conflictos con las personas del entorno e incluso con la familia.

Como los profetas, cada cristiano está llamado a anunciar el mensaje del Señor y así soportar el rechazo y, si es necesario, la persecución. Los cristianos de la época de Lucas experimentaron muy fuertemente estos conflictos con su entorno judío y gentil. Judíos y cristianos ahora tomaron caminos separados y en el mundo pagano también experimentaron las primeras hostilidades. El camino hacia el gozo, a la paz eterna en Cristo es pedregoso, arduo y doloroso, provoca división, es un camino de decisión consecuente. Es una decisión a seguir la llamada a la fe en Dios, porque sólo así se nos dará la verdadera vida humana y la salvación.

 

(Peter Downes, Theologe).

 

 

18. Sonntag im Jahreskreis (31.7.2022)

«Das Gleichnis vom reichen Kornbauern» oder «Der Geldwechsler», (1627) Rembrandt van Rijn, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin.

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

18. Sonntag im Jahreskreis (31.7.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Koh 1,2; 2,21-23

 

Lesung
aus dem Buch Kohelet.

Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch.

[Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne? Mich verdross auch mein ganzer Besitz,
für den ich mich unter der Sonne anstrenge und den ich dem Menschen überlassen muss, der nach mir kommt.

Wer weiß, ob er ein Wissender ist oder ein Unwissender? Jedenfalls wird er über meinen ganzen Besitz verfügen, für den ich mich unter der Sonne angestrengt und mein Wissen eingesetzt habe. Auch das ist Windhauch. Ich stellte mich um
und überließ mich der Verzweiflung
über meinen ganzen Besitz,
für den ich mich unter der Sonne angestrengt hatte.] 

Denn es kommt vor, dass ein Mensch, dessen Besitz durch Wissen, Können und Erfolg erworben wurde, ihn einem andern,
der sich nicht dafür angestrengt hat,
als dessen Anteil überlassen muss. Auch das ist Windhauch und etwas Schlimmes, das häufig vorkommt.

Was erhält der Mensch dann durch seinen ganzen Besitz und durch das Gespinst seines Geistes,
für die er sich unter der Sonne anstrengt? Alle Tage besteht sein Geschäft nur aus Sorge und Ärger und selbst in der Nacht kommt sein Geist nicht zur Ruhe. Auch das ist Windhauch.

[Nicht im Menschen selbst gründet das Glück, dass er essen und trinken und durch seinen Besitz das Glück selbst kennenlernen kann. Ich habe vielmehr beobachtet, dass dies von Gottes Verfügung abhängt. Denn wer hat zu essen, wer weiß zu genießen, wenn nicht ich? 


Ja, es gibt Menschen, denen Gott wohl will. Es sind die, denen er Wissen, Können und Freude geschenkt hat. Und es gibt Menschen, deren Leben verfehlt ist.
Es sind diejenigen, die er mit dem Geschäft beauftragt hat, zu sammeln und zu horten und dann alles denen zu geben, denen er wohl will. Auch das ist Windhauch und Luftgespinst.]


 

  1. 2.    Lesung: Kol 3,1-5.9-11

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Kolossä.

Schwestern und Brüder!

Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt! Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische! Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.

Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird,
dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. Darum tötet, was irdisch an euch ist: Unzucht, Unreinheit, die Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist! Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt und habt den neuen Menschen angezogen, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird, um ihn zu erkennen.

Da gibt es dann nicht mehr Griechen und Juden, Beschnittene und Unbeschnittene,

Barbaren, Skythen, Sklaven, Freie, sondern Christus ist alles und in allen.

 

Evangelium: Lk 12,13-21

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus:
Meister, sag meinem Bruder,
er soll das Erbe mit mir teilen!

Er erwiderte ihm: Mensch,
wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt?

Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier!
Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.

Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte.

Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich!

Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast? So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist. 


Impuls: Welchen Nutzen hat das Anhäufen von Besitz? Was ist von ewigem Wert und somit nicht vergänglich?

Reich zu sein und Besitz zu haben, scheint das dominierende Ziel vieler Menschen zu sein. Den einen ist es ein Statussymbol, andere erhoffen sich dadurch Sicherheiten für die Zukunft oder in schlechten Zeiten. Am Ende aber steht immer die Frage, wozu wird Geld angehäuft und Besitz gesammelt.

Im Buch Kohelet wird der Gläubige angeleitet, wie er sich rechtens verhalten soll. Kohelet ist kein Name einer Person, sondern ist eine Funktion, die jemand ausübt; es bedeutet «Versammler», d.h. Gemeindeleiter (Ekklesiates im Griechischen). Geschildert wird eine sehr geläufige Situation: jemand arbeitet schwer, strengt sich das ganze Leben an, um Besitz anzuhäufen, die er dann als Erbschaft hinterlassen kann. Doch dann stellt sich die Frage, ob der Erbe, bzw. die Erben, dann den Besitz auch in seinem Sinne so weiterführen können, oder wollen, können wir noch hinzufügen. Mit seinem Besitz hatte er sich ein Denkmal schaffen wollen, es hat ihn so sehr getrieben, dass er darüber in «Verzweiflung» geriet. Das Anhäufen von Besitz wurde zu einer Art «Kult», zu seiner Existenzgrundlage, vielleicht sogar zu seinem «Gott». Nun aber wird es in andere Hände übergehen, an Erben, die sich nicht dafür angestrengt haben, die es nicht nachvollziehen können, welche Mühen deren Erwerb gekostet hat. Hier hat man dann auf den falschen Wert gesetzt, es ist alles nur «Windhauch», d.h. vergänglich, so betont der Gemeindeleiter seinen Zuhörern. Die Konzentration des Lebens auf das Anhäufen von Besitz, ist ein «Luftgespinst» des Geistes, vielleicht sollte man es sogar noch stärker betonen, es ist ein «Wahnsinn». Das ganze Leben, Tag und Nacht, beschäftigt sich ein solcher Mensch mit der Sorge und dem Ärger um sein «Geschäft». Das «Schaffen» und «Anschaffen» pulsiert seinen Geist und sein Herz. Doch am Ende ist alles nutzlos!

Nun sagt uns Kohelet - «unser» weise Gemeindeleiter – worauf wir wirklich achten sollten. Unser Glück ist nicht der Lohn unserer Arbeit und unseres eigenen Schaffens, sondern hängt letztlich allein von Gottes Willen ab. Gott schenkt das Wissen, Können – die Talente – und die Freude. Menschen aber, die sich ganz auf das Geschäft konzentrierten, Besitz sammeln und horten, haben ihr Leben verfehlt. Wenn dann diesen Besitz an ihre Erben weitergeben wollen oder müssen, dann sind all ihre Lebensmühen vergessen und am Ende sinnlos. Es ist das Gottvertrauen, dass den Weg zur wahren Sinnerfüllung öffnet. Allerdings klingt bei diesem Weisheitslehrer auch die Prädestination an, denn Gott segnet die einen mit Wissen, Können und Freude, während er andere zum «Geschäft» beauftragt. Die «Geschäftigen» aber sollen hier wachgerufen werden, ihren Lebensinhalt noch umzustellen, damit sie sich nicht am Vergänglichen des irdischen Seins binden, sondern ihr Vertrauen auf Gott setzten und dadurch das wahre Glück und die Freude im Leben finden, denn diese liegen letztendlich nur in der Verfügung Gottes. Während unser rein menschliches Treiben vergänglich ist, ist Gottes Handeln an uns, wenn wir es denn im Vertrauen an ihn annehmen und zulassen, bleibend und unvergänglich. Wer das schätzt und genieß, was er hat – was er durch Gottes Fürsorge erhalten hat -, kann Glück empfinden und verliert dann keine Zeit und Freude mit dem Anhäufen irdischer Güter.

Im Brief an die Kolosser ruft Paulus die Gemeindemitglieder auf, sich auf den Himmel auszurichten, da sie mit Christus auferweckt sind, d.h. ein neues Leben beginnen können. Sie sollen sich daher nicht mehr auf das Irdische konzentrieren, denn nun haben sie Christus erkannt, und damit hat ihr Leben einen neuen Sinn erhalten, der sich auf Gott hin ausrichtet. Alle irdischen Sünden sollen abgelegt werden; die Unzucht, die unreinen Leidenschaften, bösen Begierden, die Habsucht, der Götzendienst und das gegenseitige Belügen sind für sie gestorben und nun sind sie zu neuen Menschen als wahre Abbilder des Schöpfers berufen. Paulus ruft zur Erkenntnis auf, dass sie mit Christus, durch die Taufe, zu einem neuen gemeinsamen Leben geführt werden, wo alle trennenden Schranken zwischen Brüdern und Schwestern aufgehoben sind. So darf man nicht mehr zwischen Griechen und Juden trennen, d.h. zwischen den Judenchristen und den Heidenchristen der hellenistischen Welt und Kultur unterscheiden. Die Trennung von Beschnittenen und Unbeschnittenen war bereits auf dem sogenannten Apostelkonzil von 48 in Jerusalem thematisiert worden, als Paulus die Heidenmission vor den Ältesten, Petrus und Jakobus, dem Herrenbruder, rechtfertigte.

Aber es geht noch um mehr. Das Christentum steht nun sogar den «Barbaren» und «Skythen» offen, also Völkern, die als unizivilisiert betrachtet wurden. Allen Ethnien und Kulturen ist damit der Weg zum Christentum geöffnet. In den multikulturellen und multiethnischen Städten und Häfen Kleinasiens fand das Christentum auch Anhänger in Gruppen, die zunächst nicht gezielt als Adressaten vorgesehen waren, nun aber auch in die Evangelisierung integriert werden sollten. Auch irdisches Standesdenken soll in den Gemeinden wegfallen, denn mit dem Blick aufs Himmelreich, heben sich das soziale Oben und Unten auf. Freie und Slaven sind in den Gemeinden gleichermaßen Brüder und Schwester in Christus. Was alle vereint ist Christus und er ist in allen, die an ihn glauben präsent, daher ist das alte Leben durchs neue zu ersetzten, es ist gestorben und wird sind zum neuen Leben mit Christus erweckt worden und das irdische verliert seine Bedeutung, wenn wir uns ans Himmlische (oben) orientieren. Auch Paulus verweist uns also auf eine neue Lebensausrichtung, wo die herkömmlichen, alten, irdischen Werte – und Unwerte = Sünden – abgelegt werden, um den wahren Lebenssinn, der geschwisterlichen Gemeinschaft mit und in Christus zu erkennen.     

Um das Thema Erben geht es auch bei Evangelium nach Lukas. Jesus wird als Gelehrter von einem Mann aufgefordert, Recht zu sprechen, da er sich darüber beklagt, dass sein Bruder nicht mit ihm das Erbe teilen will. Anscheinend geht es hier um die Bitte einer Auszahlung des Erbes, anstatt in brüderlicher Gemeinschaft den geerbten Hof gemeinsam weiterhin zu bearbeiten. Es erinnert uns an das Gleichnis des verlorenen Sohnes, der auch sich auszahlen ließ, um in die Welt zu gehen. Vom «Rabbi» (der Begriff steht für einen jüdischen Lehrmeister in den Synagogen und kommt erst in der Zeit des Lukas als solcher auf) Jesus erwartet nun der Mann eine richterliche Entscheidung, der aber weist diese Entscheidung zurück mit dem Hinweis auf die Gefahr der Habsucht. Wie wir schon im Buch Kohelet belehrt wurden, dass ein Leben, das sich lediglich auf den irdischen Besitz konzentriert, seinen Sinn verliert, so wird nun betont, wie ein eigensüchtiges Anhäufen von Gütern und Besitz zum irdischen Tod führt und damit den Weg zum himmlischen Heil versperrt.

Eine Erwägung in der Forbes-liste oder anderen Lister zu den reichsten Männern und Frauen, sind für Christen nicht erstrebenswert, da sie keinen Wert vor Gott haben und schon gar nicht einen wahrhaftigen Lebenssinn ausdrücken. Welchen Sinn ein erworbenes Vermögen haben sollte, erklärt Jesus in einem Gleichnis. Ein reicher Mann konnte sich über eine reichhaltige Ernte auf seinen Feldern freuen. Er hatte aber bereits seine Scheunen voll und daher keinen Platz mehr die Ernte unterzubringen. Was sollte er also tun? Dem Besitzer fehlt es an nichts. Er hat sogar vorgesorgt, denn er kann die neue Ernte nicht einmal mehr unterbringen. Statt aber mit dem zufrieden zu sein, war er bereits hat, entscheidet er sich die alten Scheunen niederzureißen und noch größere neue zu bauen, um dort das gesamte Getreide und seine Vorräte unterzubringen. Aus einem noch vergrößertem Vorrat versprach er sich Sicherheit auf Jahre hinaus. Er wollte sich nun an seinem Reichtum selbst erfreuen. So wie er denken viele Leute. Der verdiente Reichtum ist ein Glück, an dem ich das Recht habe, mich zu erfreuen. Und so werden immer größere Scheunen (oder Tresore) gebaut, mehr Häuser, mehr Autos und Güter etc. gekauft und angehäuft, mit der Hoffnung vielleicht, dass sich das Vermögen immer noch weiter vermehrt, denn desto mehr man hat, um so abgesicherter ist man für die Zukunft. Ein solches Streben nach Reichtum wird zu einem Götzendienst. 

Jesus kritisiert hier nicht den Besitz an sich. Der reiche Mann wird nicht vorweg als schlecht charakterisiert, das Glück einer guten Ernte auch nicht irgendwie negativ kommentiert. Die Frage aber die sich eben stellt, ist folgende: Wenn ich genügend Besitz habe, was sollte ich dann mit weiteren Gewinnen oder Einkommen machen, die ich nicht mehr selbst, zumindest in absehbarer Zeit, benötige? Jesus stellt klar hervor, dass Gott ein solch egozentrisches Anhäufen von Reichtum als Sinnlosigkeit erachtet, denn der reiche Mann, der letztlich nur an die Vermehrung seines Besitzes dachte, schallt er einen Narren. Sein Leben ist vergänglich und sein Tod kann über Nacht kommen. Sein irdischer Schatz verliert seinen Sinn, nützt ihm am Ende nichts, denn, wer nur für sich selbst Schätze/Besitz anhäuft, ist menschlich arm. Ein solcher Besitz hat keinen Wert bei Gott. 

Reichtum verpflichtet, dass sahen auch schon die Kirchenväter so. Es geht immer darum, was man mit dem Besitz und Reichtum sinnvoll tut, es hat eine soziale Komponente. Wahres Glück ist geteiltes Glück. Das Sein eines Menschen hängt nicht von seinem Besitz ab, sondern, was er daraus macht. Erweist er sich als Fürsorger für andere, gibt er den Bedürftigen von seinem Reichtum ab, schafft er anderen eine würdige Lebensweise, indem er ihnen Arbeit gibt? Wer seine Seele bereichern will, muss das Teilen lernen und zwar jetzt und heute. Es geht um die Sicherheit fürs sinnvolle und glücklich Leben und dies gelingt, wenn man seinen Besitz und Reichtum mit dem Nächsten teilt und dann alle in der Gegenwart die Freude erleben können. Erst dann ist man auch bei Gott reich, nämlich bereichert an Menschlichkeit und erneuert als Abbild des Schöpfers.       

Impulso: ¿Cuáles son los beneficios de acumular riqueza? ¿Qué es de valor eterno y, por lo tanto, no perecedero?

Ser rico y tener posesiones parece ser el objetivo dominante de muchas personas. Para algunos es un símbolo de estatus, otros  esperan de sus bienes y dinero acumulados más seguridad para el futuro o para  los tiempos difíciles. Sin embargo, siempre queda la pregunta para qué se acumula riqueza.

En el libro de Eclesiastés, se instruye al creyente sobre el cómo comportarse correctamente. El autor es Qohéleth, que significa en hebreo un predicador, quien convoca a la asamblea (en griego: Ekklesiates). Aquí se describe una situación muy común: alguien trabaja duro, gasta por toda su vida, energía y tiempo para acumular bienes, que luego pueda dejar como herencia. Pero entonces surge la pregunta de si el heredero o los herederos pueden entonces continuar con la propiedad -y podríamos agregar- es la preocupación si los herederos mantienen el mismo espíritu, conocimiento, habilidad y diligencia de predecesor.

El hombre quería crear un monumento con sus posesiones, estaba tan motivado por eso que se «desesperó» por eso. Adquirir riqueza se convirtió en una especie de «culto», una obsesión, quizás incluso su «dios». Pero ahora sus bienes pasarán a otras manos, a herederos que no se han esforzado en nada por conseguirlo, que no pueden comprender lo que ha costado adquirirlo. Aquí se equivocó de valor, de lo más importante y así todo es «soplo de viento» (vanidad), es decir, algo transitorio, como enfatiza el líder de la comunidad a sus oyentes. La concentración de la vida en la acumulación de posesiones es una «fantasía» de la mente, quizás debería enfatizarse aún más como una «locura». Toda su vida, día y noche, esa persona se preocupa y angustia por sus «negocios». "Crear" y "adquirir"  una fortuna es lo que pulsa su mente y su corazón. ¡Pero al final todo eso es inútil ente de Dios!

Ahora nuestro sabio predicador nos dice a qué debemos prestar atención. Nuestra felicidad no es la recompensa de nuestro trabajo y de nuestra propia creatividad, sino que en última instancia todo depende únicamente de la voluntad de Dios. Dios nos da el conocimiento, la habilidad – los talentos – y la alegría. Pero las personas que se han concentrado en los negocios, coleccionando y atesorando posesiones, se han perdido su vida. Si luego quieren o tienen que pasar todos sus bienes a sus herederos, entonces, todas sus fuerzas en su vida quedarán en el olvido y, en última instancia, todo no tuvo ningún sentido. Pues es la confianza en Dios la que abre el camino a la verdadera realización del sentido de la vida.

Sin embargo, este maestro de sabiduría también se refiere a la predestinación, porque es Dios quien bendice a algunos con el don de conocimiento, habilidad y alegría, mientras que a otros los comisiona para hacer «negocios». ¿Con quién nos podemos identificar? Si somos los «ocupados» de la acumulación de riquezas, entonces debemos despertar para reorganizar nuestro propósito en la vida, para que no nos atamos a la transitoriedad de la existencia terrenal, sino que pongamos nuestra confianza en Dios y luego encontraremos la verdadera felicidad y alegría en la vida, porque en última instancia todo queda a la disposición de Dios. Todas las fuerzas puramente humanas son transitorias, pero si aceptamos y permitimos que Dios forme el centro de nuestra vida, así entramos en la inmortalidad. Quien aprecia y disfruta lo que tiene -recibido por el cuidado de Dios- puede sentir la felicidad, entonces, no pierde tiempo y la alegría por concentrarse sólo en la acumulación de bienes terrenales.

En la Carta a los Colosenses, Pablo llama a los miembros de la Iglesia a enfocarse en el cielo ya que están resucitados con Cristo, es decir, bautizados y pueden comenzar una nueva vida. Por lo tanto, no deben concentrarse más en lo terrenal, porque ahora han reconocido a Cristo y su vida ha recibido un nuevo significado que está orientado hacia Dios. Todos los pecados terrenales deben ser puestos a un lado: la fornicación, las pasiones impuras, malos deseos, avaricia, idolatría y el mentirse unos a otros han muerto por ellos, y ahora están llamados a ser nuevos seres humanos, verdaderas imágenes del Creador. Pablo llama a darse cuenta de que están siendo conducidos por y con Cristo, a través del bautismo, a una nueva vida juntos donde se levantan todas las barreras que separan a hermanos y hermanas. Por lo tanto, ya no se debe distinguir entre griegos y judíos, es decir, entre los cristianos judíos y los cristianos gentiles, los del mundo y la cultura helenística, así no se separa a los circuncisos de los incircuncisos. Aquí se refleja el tema del llamado Concilio Apostólico del 48, en Jerusalén, cuando Pablo presentó sus éxitos con la misión de los gentiles a los ancianos, a Pedro y a Santiago, el hermano del Señor, y justificó su evangelización.

Pero va más allá, el cristianismo ahora también ve abiertos a los «bárbaros» y los «escitas», es decir, pueblos que se consideraban incivilizados. Esto abre el camino al cristianismo para todos los grupos étnicos y culturas, una evangelización universal. En las ciudades y puertos de Asia Menor existía una diversidad de etnias y culturas, el cristianismo también encontró adherentes en grupos que inicialmente fueron los destinatarios del Evangelio, pero que ahora la Iglesia debe extender su misión hacia ellos también. El pensamiento de estatus social terrenal también debe ser eliminado en las comunidades cristianas, porque con la vista al reino de los cielos, las diferencias sociales – de clases de arriba y clases de abajo - se deben disolver. Personas libres y esclavos por igual son hermanos y hermanas en Cristo, en esta Iglesia. Lo que une a todos es Cristo y Él está presente en todos los que creen en él, por tanto, la vida vieja ha de ser sustituida por la nueva, esta ha muerto y resucitado a la vida nueva con Cristo y lo terrenal pierde sentido cuando nos orientamos hacia el celestial (arriba). Pablo también nos señala una nueva dirección en la vida, donde los valores convencionales, viejos, terrenales - y los desvalores = pecados - sean descartados para reconocer el verdadero sentido de la vida en la comunidad fraterna con y en Cristo.

El Evangelio según Lucas también trata el tema de la herencia. Como erudito, Jesús es llamado por un hombre para que administre justicia porque se queja de que su hermano no quiere compartir su herencia con él. Aparentemente, se trata de que le entrega una parte de herencia en lugar de que el hermano debería trabajar en la finca heredada en una comunidad fraterna. La situación nos recuerda a la parábola del hijo pródigo. Dirigiéndose a Jesús, a quien considera un «rabino» (un término para un maestro que nace en tiempos del evangelista Lucas), el hombre ahora espera una decisión judicial, pero Jesús rechaza esta decisión y señala el peligro de la codicia. Como se nos enseñó en el libro de Eclesiastés una vida concentrada en la acumulación de bienes conduce a la vanidad, aquí queda más claro aún cuál es el camino a la muerte terrenal, así cerrando el camino a una vida eterna. Las listas de Forbes u otros listados de los hombres y mujeres más ricos  del mundo no deben ser admirados por los cristianos, ya que no representan ningún valor ante Dios, y mucho menos expresan un verdadero propósito en la vida. En la parábola sobre el hombre rico, Jesús explica el fin que debe tener una riqueza. Un hombre rico podía disfrutar de una abundante cosecha en sus campos. Pero ya tenía sus graneros llenos y, por lo tanto. no había más espacio para acomodar el embarque. ¿Entonces qué hay que hacer?

Al hombre rico no le falta nada. Incluso ha tomado precauciones porque ya ni siquiera puede acomodar la nueva cosecha. Pero en lugar de contentarse con lo que ya tiene, decide derribar los viejos graneros y construir otros nuevos aún más grandes para albergar todo el grano y los suministros. De un suministro aún mayor, se prometió seguridad para los años venideros. Ahora quería disfrutar él mismo de su riqueza. Eso es lo que mucha gente piensa. La riqueza ganada es la felicidad que tengo derecho a disfrutar. Y así se construyen graneros (o cajas fuertes) cada vez más grandes, se compran y acumulan más casas, más automóviles y bienes, etc., tal vez con la esperanza de que siempre serán más bienes y más seguridad para el futuro. La búsqueda de la riqueza se convierte en idolatría.

Jesús no está criticando la posesión de bienes per se aquí. No caracteriza al rico como un malo, ni se comenta negativamente en modo alguno la suerte de una buena cosecha. Pero la pregunta que surge es la siguiente: si tengo suficientes posesiones, ¿qué debo hacer con más ganancias o ingresos que ya no necesito, al menos en un futuro previsible? 

Jesús deja claro que Dios considera inútil tal acumulación de riqueza egocéntrica, porque llama necio al hombre rico, que en última instancia solo pensaba en aumentar su riqueza. Su vida es fugaz y su muerte puede llegar de la noche a la mañana. Su tesoro terrenal pierde su sentido y al final no le sirve de nada, porque quien sólo acumula tesoros/posesiones para sí mismo es humanamente pobre. Tales posesiones no tienen valor ante Dios.

La riqueza obliga, los Padres de la Iglesia ya lo veían así. Siempre se trata de que lo que hagas de manera significativa con tus posesiones y riquezas, tenga un componente social. La verdadera felicidad es la felicidad compartida. La dignidad y el valor de una persona no depende de lo que posee, sino de lo que hace con ello. ¿Se muestra a sí mismo como un cuidador de los demás, dando su riqueza a los necesitados, o creando una forma de vida digna para ellos dándoles trabajo? Si quieres enriquecer tu alma, tienes que aprender a compartir, ahora y hoy. Se trata de seguridad para una vida significativa y feliz y esto tiene éxito cuando compartes tus posesiones y riquezas con tu prójimo y entonces todos pueden experimentar la alegría en el presente. Sólo entonces es también un rico en Dios, es decir, enriquecido en humanidad y renovado como auténtica imagen del Creador.

 

(Peter Downes, Theologe).

 

 

16. Sonntag im Jahreskreis (17.7.2022)

(«Christus im Haus von Martha und Maria» (1628) von Jan Brueghel dem Jüngeren, Nationalgalerie, Dublin)

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

16. Sonntag im Jahreskreis (17.7.2022)

  1. 1.    Lesung: Gen 18,1-10a

Lesung
aus dem Buch Genesis.

In jenen Tagen
erschien der HERR Abraham bei den Eichen von Mamre, während er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes saß.

Er erhob seine Augen und schaute auf, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Als er sie sah, lief er ihnen vom Eingang des Zeltes aus entgegen, warf sich zur Erde nieder

und sagte: Mein Herr,
wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, geh doch nicht an deinem Knecht vorüber! Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen. Ich will einen Bissen Brot holen, dann könnt ihr euer Herz stärken, danach mögt ihr weiterziehen; denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast!

Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea feines Mehl! Knete es und backe Brotfladen! 

Er lief weiter zum Vieh,
nahm ein zartes, prächtiges Kalb
und übergab es dem Knecht, der es schnell zubereitete.

Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen,
und setzte es ihnen vor.
Er selbst wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen.

Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er. 


Da sprach er:
In einem Jahr komme ich wieder zu dir.
Siehe, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.

Sara hörte am Eingang des Zeltes hinter seinem Rücken zu. Abraham und Sara waren schon alt; sie waren hochbetagt. Sara erging es nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt.

Sara lachte daher still in sich hinein und dachte: Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch Liebeslust erfahren?
Auch ist mein Herr doch schon ein alter Mann! 


Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und sagt: Sollte ich wirklich noch gebären, obwohl ich so alt bin?

Ist denn beim Herrn etwas unmöglich? Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich wieder zu dir kommen; dann wird Sara einen Sohn haben. 


  1. 2.    Lesung: Kol 1,24-28

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Kolossä.

Schwestern und Brüder!

Ich freue mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Ich ergänze in meinem irdischen Leben, was an den Bedrängnissen Christi
noch fehlt an seinem Leib, der die Kirche ist.

Ihr Diener bin ich geworden
gemäß dem Heilsplan Gottes,
um an euch das Wort Gottes zu erfüllen. Er ist jenes Geheimnis,
das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war – jetzt aber seinen Heiligen offenbart wurde. Ihnen wollte Gott kundtun,
was der Reichtum der Herrlichkeit
dieses Geheimnisses unter den Völkern ist: Christus ist unter euch, die Hoffnung auf Herrlichkeit. 


Ihn verkündigen wir;
wir ermahnen jeden Menschen und belehren jeden Menschen in aller Weisheit,
damit wir jeden Menschen vollkommen darstellen in Christus.

Evangelium: Lk 10,38-42

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit
kam Jesus in ein Dorf.

Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.

Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen zu dienen. Sie kam zu ihm
und sagte: Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester die Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! 

Der Herr antwortete:
Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt,
der wird ihr nicht genommen werden. 


Impuls: Was heißt es Gott zu dienen?

Am vergangenen Sonntag wurde uns mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samaritaner eine Lektion erteilt, dass Gottesdienst und Menschendienst eng miteinander vereint sind. Nur über die Fürsorge für den Nächsten, ist auch auf die Fürsorge Gottes zu hoffen. In den heutigen Texten geht es wiederum ums Dienen und zwar um die Frage der rechten Form des Dienens.

 

In der Erzählung über Abraham und Sara geht es einerseits um das zentrale Thema der Nachkommenschaftsverheißung, zu anderen um die Gastfreundschaft. Letzteres ist im Orient bis heute eine geläufige Praxis auch gegenüber Fremden. Abraham bekommt Besuch von drei Männern und entsprechend des Brauchs der Gastfreundschaft bewirtschaftet er sie. Im Orient war es üblich, auch fremde Reisende oder auch Hilfsbedürftige bis zu drei Tagen zu beherbergen und zu versorgen. Es ist eine Praxis, wie wir sie auch in den jungen Kirchengemeinden erleben können, wo etwa den Wandermissionaren und auch Reisenden Gastfreundschaft gewährt werden soll. Zu den Eigenschaften eines Bischofs gehörte laut den Pastoralbriefen die besondere Gastfreundschaft in seinem Haus. Und auch im Mittelalter war es üblich, dass Reisende und Wanderer auch in Klöstern als Gäste aufgenommen wurden.

 

Die drei Männer, die aber nun Abraham besuchen, erscheinen ihm etwas Besonderes zu sein, weshalb er als Gastgeber sich besonders in Zeug legt. Zunächst reicht er seinen Gästen Wasser, damit sie sich den Staub des Wüstenbodens von ihren Füßen waschen können. Eine solche Reinigung gehört zur üblichen Geste des Empfangs und drückt die Wertschätzung aus. Dann aber scheint Abraham zu erkennen, dass es sich nicht um gewöhnliche Männer handelt und beginnt hektisch das Essen zu organisieren. Auch seine Frau Sara und ein Knecht werden voll bei der Zubereitung eingespannt. Für sie wird eigens ein Kalb geschlachtet. Nach dem Mahl aber wird klar, dass es kein zufälliger Besuch war, sondern hier sind es göttliche Boten und diese haben eine Botschaft für das in im Alter vorgerückte Paar. Sara wird einen Sohn gebären. Damit wird nun offensichtlich, dass hier Gott einwirkt. Diese drückt sich denn auch im Dialog aus und dem Wechsel zwischen Plural und Singular. Am Ende spricht hier Abraham mit Gott persönlich. Sara aber, die die Ankündigung ihre Schwangerschaft mitbekommt, lacht darüber, da es ihr absurd erscheint, da beide schon vorgerückten Alters sind. Ihr Lachen wird vernommen und gerügt, denn die Geburt eines Sohns wird als Gottgegeben angekündigt. Abraham zweifelt zwar auch an diese Zusage, aber wird nicht dafür gerügt, sondern ihm versichert, dass er innerhalb eines Jahres Vaters des ersehnten Sohns sein wird. Die zweifelnde Frau wird hier noch in den traditionellen Geschlechterrollen dargestellt. Bezüglich des Motiv der Gastfreundschaft können wir als Fazit dieser Erzählung festhalten: seid bereit, denn auch Gott könnte eines Tages bei euch zu Gast erscheinen.      

 

Im Brief an Kolosser erinnert Paulus an seinen Dienst am Leib Christi, der Kirche. Er verkündet das Wort Christi und versichert ihnen, das Christus mitten unter ihnen ist. Wir man den Dienst an Christus verstehen soll, fast er knapp zusammen: «Ihn verkündigen wir;
wir ermahnen jeden Menschen und belehren jeden Menschen in aller Weisheit, damit wir jeden Menschen vollkommen darstellen in Christus». Der Dienst am Nächsten macht uns zu vollkommeneren Menschen und machen die Gegenwart Christi erfahrbar.

 

Beim Besuch Jesu im Haus Martas geht es ebenfalls um Dienste. Auf der einen Seite ist die Gastgeberin Marta, die in ihrem Arbeitseifer völlig gestresst wirkt. Die Arbeit nimmt sie in Anspruch, d.h. es macht ihr Mühe. Sie beklagt sich denn auch darüber, dass die Last allein bei ihr bleibt, während ihre Schwester Maria sich dem Herrn – Jesus ist gemeint – zu Füßen setzt und seinen Worten zuhört. Marta fordert nun Jesus auf, die Schwester zu ermahnen, ihr zu helfen. Statt aber Maria zu rügen, macht er Marta auf ein falsches Verständnis von Dienst aufmerksam. Sie macht sich um Dinge Sorgen und Mühen, die es nicht Wert sind. Denn wichtig ist in diesem Augenblick, die Worte des Heils zu hören. Maria hat also richtig gewählt, indem sie ihre Zeit fürs Lernen aus den Heilsworten verwendet. Damit ist ihre scheinbare «Muße» keine verlorene Zeit, sondern ein zeitlicher Lebensgewinn. Sie wählte eine Tätigkeit, die sinnvoll war, dem Herrn zuzuhören. Einen wahren Dienst erweist man, indem man sich die Zeit für den Mitmenschen nimmt, den Gästen zuhört und mit ihnen spricht. Es ist am Ende die Begegnung mit den Nächsten, die dann lebensbestimmend wird.  

 

Impulso: ¿Qué significa servir a Dios?

El domingo pasado, en la parábola del Buen Samaritano, se nos enseñó una lección clave: la adoración de Dios y el servicio al prójimo están íntimamente relacionados. Sólo a través del cuidado del prójimo podemos esperar también el cuidado de Dios. Los textos de hoy tratan nuevamente sobre el servicio, más concreto, sobre la comprensión correcta del servir.

En la narración sobre Abraham y Sara se juntan dos temas: el central sobre la promesa de descendencia a Abraham y la costumbre de la hospitalidad. Esta última sigue siendo una práctica común en Oriente, incluso hacia extranjeros, en la actualidad. Abraham recibe la visita de tres hombres y, según la costumbre de la hospitalidad, cumple con toda la preocupación para complacerles. En Oriente era costumbre alojar y cuidar a los viajeros extranjeros o personas que  necesitaban ayuda hasta por tres días. Es una práctica que podemos experimentar también en las jóvenes comunidades cristianas, donde, por ejemplo, se va a acoger a misioneros itinerantes y viajeros por el plazo de hasta tres días. Según las cartas pastorales, a fines del siglo I,  una de las características para elegir un candidato al cargo de obispo era su capacidad de ser hospitalario y recibir personas en su hogar. E incluso en la Edad Media, era común que los viajeros e itinerantes fueran recibidos como invitados en los monasterios.

Los tres hombres que ahora visitan a Abraham le parecen especiales, por lo que pone su corazón y su alma en ser un buen anfitrión. Primero entrega agua a sus invitados para que puedan lavarse los pies del polvo del suelo del desierto. Tal limpieza es parte del gesto habitual de recepción y expresa un especial respeto. Pero entonces Abraham parece darse cuenta de que estos no son hombres ordinarios y frenéticamente comienza a organizar la comida. Su esposa Sara y un sirviente también se involucran de lleno en la preparación. Se sacrifica incluso un ternero especialmente para ellos. Sin embargo, después de la comida, queda claro que no fue una visita accidental, sino que aquí se trata de mensajeros divinos y tienen un mensaje para la pareja de ancianos: ¡Sara dará a luz a un hijo! Esto hace que sea obvio que Dios está obrando aquí. También se expresa en el diálogo, en que hay un cambio entre el uso del plural y singular. En consecuencia, Abraham está hablando aquí personalmente con Dios. Pero Sara, que escucha el anuncio de su embarazo, se ríe porque le parece absurdo, pues ambos ya son de edad avanzada. Su risa es escuchada y reprendida, porque el nacimiento de un hijo es ya anunciado como dado por Dios. Aunque Abraham también duda de esta promesa, no se le reprende por ello, sino que se le asegura que será padre del hijo anhelado dentro de un año. La mujer que duda todavía se representa en los roles de género tradicionales. Su reacción es vista más negativo. En cuanto al motivo de la hospitalidad, podemos resumir de esta narración: ¡Prepárate, porque un día Dios también podría aparecer como huésped en tu casa!

En la Carta a los Colosenses, Pablo nos recuerda de su servicio al cuerpo de Cristo, a la Iglesia. Al proclamar la palabra de Cristo les asegura que Cristo está en medio de ellos. ¿Cómo se debe entender el recto servicio a Cristo? lo resume brevemente: «… al cual nosotros anunciamos, amonestando e instruyendo a todos los hombres con toda sabiduría, a fin de presentarlos a todos perfectos en Cristo”. El servicio a los demás nos hace seres humanos más perfectos y hace tangible la presencia de Cristo.

La visita de Jesús a la casa de Marta también tiene que ver con el servicio. Por un lado está la anfitriona Marta, que parece completamente estresada en su entusiasmo por el trabajo. El trabajo la ocupa, es decir, le da problemas. También se queja de que la carga queda solo en ella, mientras su hermana María se sienta a los pies del Señor -es decir, Jesús- y escucha sus palabras. Marta ahora le pide a Jesús que amoneste a la hermana para que la ayude. Pero en lugar de reprender a María, llama la atención de Martha sobre una comprensión errónea del servicio. Se dedica y se preocupa por cosas que no valen la pena. Porque lo importante en este momento es escuchar las palabras de salvación. Así que María tomó la decisión correcta al usar su tiempo para aprender de las palabras sobre la salvación. Así que su aparente «ocio» no es tiempo perdido, sino una ganancia temporal en la vida. Ella eligió una actividad que tenía sentido, escuchar al Señor.

Se presta un verdadero servicio al tomarse el tiempo para escuchar a los invitados y hablar con ellos. Al final, es el encuentro con personas –con los prójimos - el que se vuelve determinante en la vida.

(Peter Downes, Theologe).

 

 

Hochfest des Leibes und Blutes Christi – Fronleichnam (16.6.2022 Feier am Sonntag 19.6.2022)

Blumenteppich, St. Michael 2022

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

Hochfest des Leibes und Blutes Christi – Fronleichnam (16.6.2022 Feier am Sonntag 19.6.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Gen 14,18-20

 

Lesung
aus dem Buch Genesis.

 

Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes. Er segnete Abram und sagte: Gesegnet sei Abram vom Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, und gepriesen sei der Höchste Gott, der deine Feinde an dich ausgeliefert hat. Darauf gab ihm Abram den Zehnten von allem.

 

 

  1. 2.    Lesung: 1 Kor 11,23-26

 

Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.

 

Schwestern und Brüder!

 

Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!

 

Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!

 

Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

 

 

 

Evangelium: Lk 9,11b-17

 

Aus dem Evangelium nach Lukas

 

In jener Zeit redete Jesus zum Volk vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.

 

Als der Tag zur Neige ging, kamen die Zwölf und sagten zu ihm: Schick die Leute weg, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu essen bekommen; denn wir sind hier an einem abgelegenen Ort.

 

Er antwortete: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müssten erst weggehen und für all diese Leute Essen kaufen.

Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Er aber sagte zu seinen Jüngern: Lasst sie sich in Gruppen zu ungefähr fünfzig lagern!. Die Jünger taten so und veranlassten, dass sich alle lagerten.


Jesus aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis und brach sie; dann gab er sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten.

 

Und alle aßen und wurden satt. Als man die übriggebliebenen Brotstücke einsammelte, waren es zwölf Körbe voll.

 

 

 

Impuls: Brot und Wein, ein Symbol des Teilens und des göttlichen Segens

 

Brot und Wein reicht der König Melchisedek Abraham zum Dank für dessen Einsatz für seinen Neffen Lot. In einem Konflikt zwischen Königen hat sich Abraham an dessen Seite gestellt und nun wird das Teilen von Brot und Wein zum Segen für beide. Abraham seinerseits teilt von seinen Gütern den Zehnten an Melchisedek. Sie bilden damit einen Freundschaftsbund. Als Christen erinnert uns die Gabe von Brot und Wein an die Eucharistie, so wird Melchisedek gleichsam zum Vorbild der Priester.

 

Am Hochfest des Leibes und Blutes Christi, auch als Fronleichnam bezeichnet, werden wir an die Einsetzungsworte Christi beim Abendmahl erinnert. Dieses Fest hat seinen Ursprung im Mittelalter, im 13. Jahrhundert, und stellt die Eucharistie feierlich ins Zentrum, was in der Karwoche am Gründonnerstag noch nicht angemessen erschien. Nun aber wird die Bedeutung der Gegenwart Christi im Brot und Wein, in seinem Leib und Blut, das unter den getauften Gläubigen verteilt wird, besonders herausgestellt. Christus hat seinen Leib für uns hingegeben und teilt sich ganz unter uns im Brot und Wein, das als Leib und Blut uns an seiner Opfergabe teilnehmen lässt. Auch hier geht es ums Teilen und den Segen, den wir durch diese Hingabe Christi erlangen. Paulus überliefert die Worte Jesu und deren Deutung. Aus dem Brot wird der Leib Christi und aus dem Wein das Blut des Neuen Bundes. Mit der Eucharistie werden wir jedes Mal an die Bedeutung des Todes Jesu erinnert und zugleich daran, dass er wiederkehren wird. 

 

Was Teilen bewirken kann, davon spricht Lukas im heutigen Evangelium. Es ist die Speisung von 5000 Männern. Obwohl nur 5 Brote und 2 Fische zur Verfügung standen, werden am Ende alle satt. Es ist der Lobpreis, den Christus über die Brote und Fische ausspricht, die aus dem Wenigen eine Fülle, ja eine Überfülle, erzeugen.  Dann bricht er die Brote und Fische und lässt sie an die Gruppen, die zu 50 zusammensitzen sollen, verteilen. Am Ende bleibt noch soviel übrig, dass 12 Körbe die Reste füllen. Jesus wird zum Gastgeber, er bewirtet die Menschen, die gekommen waren, um ihn zu hören und vom ihm geheilt zu werden.

 

Teilen wird zum Segen aller. Die Zahlen, die bei Lukas genannt werden, haben symbolische Bedeutung. So ist die 50 ein Symbol der Einheit nach Gottes Willen. 5 Brote und 2 Fische ergeben zusammen die Zahl sieben, eine heilige Zahl, die Vollkommenheit ausdruckt. Die 12 Körbe mit Resten, spielt auf die Sättigung des gesamten Volkes Israel an, an die 12 Stämme. Dass Gott hier handelt und im Geschehen eingreift, ist den christlichen Lesern und Hörern des ersten Jahrhunderts voll bewusst.

 

Seit dem 13. Jahrhundert kam auch der Brauch auf, an diesem Fest eine Prozession durch die Straßen der Städte zu machen, wobei der Leib des Herrn (aus dem Mittelhochdeutschen abgeleitet, dann Fron-Leichnam –des Herrn Leichnam/Körper - genannt) in Form der Hostie in einer Monstranz mitgeführt wurde. Mit der Zeit wurden diese Prozessionen zu einer Art «Demonstration» der Katholiken, teils auch als politischer Protest, etwa in der NS-Zeit. Heute ist es eher ein Ausdruck eines öffentlichen Bekenntnisses zur Kirche und des christlichen Glaubens.

 

Der Brauch Blumenteppiche zu legen gelangte wohl im 15. Jahrhundert aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland, erlebte aber einen neuen Aufschwung in der wachsenden Volksfrömmigkeit des 19. Jahrhunderts. Auch in unserer Gemeinde St. Michael ist es mittlerweile zu einer Tradition geworden.

 

 

Impulso: Pan y vino, un símbolo de compartir y de la bendición divina

 

El rey Melquisedec le dio a Abraham pan y vino como agradecimiento por su apoyo por su sobrino Lot. En un conflicto entre reyes, Abraham se puso del lado de él, y ahora el compartir el pan y el vino por el rey de Salen se convierte en una bendición para ambos. Abraham, a su vez, entrega la diezma parte de sus bienes a Melquisedec.  Como cristianos, este compartir el pan y del vino nos recuerda a la Eucaristía, por lo que Melquisedec se convierte en un modelo para los sacerdotes.

 

En la Solemnidad del Cuerpo y la Sangre de Cristo, también conocida como Corpus Christi, se nos recuerdan las palabras de institución de Cristo en la Cena del Señor. Esta fiesta tiene su origen en la Edad Media, en el siglo XIII, y pone solemnemente en el centro la Eucaristía, lo que no parecía adecuado celebrar en un forma solemne durante la Semana Santa. Pero ahora se destaca especialmente la importancia de la presencia de Cristo en el pan y el vino, en su cuerpo y sangre, que se distribuye entre los creyentes bautizados. Cristo entregó su cuerpo por nosotros y se reparte enteramente entre nosotros en el pan y el vino que, como cuerpo y sangre, nos permite participar de su ofrenda sacrificial. Nuevamente, se trata de compartir y de las bendiciones que vienen a través de esta dedicación de Cristo. Pablo entrega las palabras de Jesús y su interpretación. El pan se convierte en el cuerpo de Cristo y el vino en la sangre de la nueva alianza. Con la Eucaristía se nos recuerda cada vez la importancia de la muerte de Jesús y nuestra esperanza en el tiempo que Él volverá.

 

El evangelista Lucas habla de lo milagroso que se puede experimentar cuando se comparte lo que cada uno tiene con los demás. Aquí se relata la alimentación de 5000 hombres. Aunque solo había 5 panes y 2 pescados disponibles, al final todos estaban hartos. Es la alabanza que Cristo pronuncia sobre los panes y peces lo que transforma, lo que parece poco en una abundancia. Después de romperlos, Jesús hace que los asistentes dividan esta multitud en grupos de 50. Lo que funciona como una multiplicación milagrosa termina llenando 12 canastas con las sobras. Es la fe en Dios lo que hace lo aparentemente imposible – alimentar tanta gente con pocos recursos -  el que Jesús se convierta en anfitrión, de las personas que acudían a escucharlo y a ser curados por él.

 

Compartir con otros se convierte en una bendición para todos. Los números mencionados en Lucas tienen un significado simbólico. El 50 es un símbolo de unidad por el amor de Dios. 5 panes y 2 pescados suman el número siete, un número sagrado que expresa la perfección divina. Las 12 canastas de sobras aluden a la saturación de todo el pueblo de Israel, a las 12 tribus. Los lectores y oyentes cristianos del primer siglo son plenamente conscientes de que Dios está actuando aquí e interviniendo en lo que está sucediendo.

 

Desde el siglo XIII existe también la costumbre de hacer una procesión en esta fiesta de Corpus Christi por las calles de las ciudades, con el cuerpo del Señor llevado en forma de hostia en una custodia. Con el tiempo, estas procesiones se convirtieron en una especie de "manifestación" de los católicos, a veces como una protesta política, por ejemplo durante la era nazi en Alemania. Hoy es más una expresión de un compromiso público con la Iglesia y la fe cristiana.

 

La costumbre de colocar alfombras de flores probablemente llegó a Alemania desde la región mediterránea en el siglo XV, pero experimentó un nuevo auge en la creciente piedad popular del siglo XIX. También ya se hizo una tradición en nuestra comunidad de St. Michael.

 

(Peter Downes, Theologe).

Pfingstsonntag (5.6.2022)

«Pfingsten», Giotto di Bondone, ca. 1305-1310, National Gallery, London

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

Pfingstsonntag (5.6.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Apg 2,1-11

 

Lesung
aus der Apostelgeschichte.

 

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt,
und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

 

Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

 

In Jerusalem aber wohnten Juden,
fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob,
strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

 

Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter,
Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien,
von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten,
Kreter und Araber –
wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

 

[12 Alle gerieten außer sich und waren ratlos.
Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.]

 


 

  1. 2.    Lesung: 1 Kor 12,3b-7.12-13

 

Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.

 

Schwestern und Brüder! Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.

 

Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.

 

Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.

 

Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.

 

Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. 


 

[8 Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch denselben Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft, einem anderen – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken, einem anderen prophetisches Reden,
einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede, einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen. Das alles bewirkt ein und derselbe Geist;
einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.]

 

Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.

 

Durch den einen Geist 
wurden wir in der Taufe
alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen,
Sklaven und Freie;
und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

 

 

Evangelium: Joh 14,15-16.23b-26

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.

 

Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, [den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.]

 

Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen.

 

Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.

 

Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 


 

Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 


 

 

 

Impuls: Eine Kirche, vereint in dem einen Heiligen Geist

 

Das Pfingstfest im Jahre 30 bzw. 33 – je nachdem wie man das Todesjahr Jesu festlegen will – war ein Neuanfang der Jesusbewegung. Nach dem Pessachfest – unser Osterfest – feiern die Juden 50 Tage später ihr zweites (von insgesamt drei) Pilgerfest – in Erinnerung an den Exodus -, das Wochenfest Schawuot, was im Griechischen dann als «Tag Pentekostés» wiedergegeben wurde. Aus einem ursprünglichen Erntefest, der mit der ersten Weizenernte im Frühling begann und als Fest der ungesäuerten Brote im Pessachfest eine Umdeutung erlangte, wurde nach 50 Tagen dann ein Erntedankfest gefeiert, der den Abschluss der Weizenernte bildete. Aus den ursprünglichen Agrarfesten erfolgte dann mit den Ereignissen des Exodus eine neue Sinngebung. Das Pessachfest erinnert nun an die Befreiung aus der «ägyptischen Sklaverei» und mit Pfingsten wird dem Bund Gottes mit dem Volk Israels bedacht, als Jahwe am Sinai dem Mose das Gesetz – die 10 Gebote – überreichte.

 

Zu den großen jüdischen Festtagen zogen immer viele Pilger aus der Diaspora – den Städten mit jüdischen Gemeinden außerhalb Palästinas – nach Jerusalem. So dann auch im Todesjahr von Jesus. In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass am Tag des Pfingstfestes alle Jünger Jesu sich an einem Ort versammelt hatten. Es scheint geradezu die erste größere Versammlung nach dem Tod und der Auferstehung Christi zu sein.

 

Die Beschreibung die nun folgt, erinnert an alttestamentliche Bezüge zu den 70 bzw. 72 Völkern der Erde, der Erscheinungen Gottes vor Mose und dem Volk im Feuer und in den Wolken. Die entscheidende Botschaft ist hier, dass der unsichtbare und «namenlose», d.h. stets mysteriöse Gott in die Geschichte seiner Schöpfung eingreift. Was die versammelten Jünger in Jerusalem erleben, wird in einer Analogie beschrieben, als das «Brausen» eines heftigen Sturms. Etwas kommt vom Himmel auf sie herab, dass ihnen wie Feuerzungen erscheint und wandelt sie, so dass sie plötzlich in anderen Sprachen zu reden vermochten.

 

Wichtig ist hier, dass sie nicht von sich aus sprechen, sondern vom Heiligen Geist geleitet werden. Sie sprechen hier im Namen Gottes. Geschildert wird damit ein außergewöhnliches Ereignis. Als Hörer und Leser dieser Schilderung können wir lediglich rational ergreifen, dass etwas Eingreifendes und Ergreifendes mit den Jüngern an diesem Pfingstfest geschehen sein musste. Es wird zur Geburtsstunde der Kirche, der Ekklesía, denn fortan werden sie sich immer wieder versammeln, um die Eucharistie zu feiern, die Worte Jesu wiederzugeben und die Frohe Botschaft der Auferstehung von den Toten zu verkünden. Sie haben nun eine Mission und sie verstehen diese als neuen oder besser noch als erneuerten Bund.

 

Die Jünger erlebten sich belebt vom Heiligen Geist, spürten nun die Gegenwart Christi/Gottes als lebendig in ihnen und dieser Geist drängte sie nun zur Verkündigung. Ihre Gemeinschaft ist vom Geist Gottes bestimmt und begleitet.      

 

Dass etwas Außergewöhnliches in der Jüngergemeinschaft geschah, scheinen auch die anderen Juden in Jerusalem – gemeint sind wohl auch die Pilger - wahrgenommen zu haben, denn sie hatten das «Getöse» vernommen und dann gehört, wie diese Jünger zu ihnen in ihren Sprachen predigten. Dieses erzeugte bei ihnen ein fassungsloses Staunen, dass sie diese einfachen Menschen aus Galiläer – aus der Provinz – in ihrer eigenen Muttersprache vernehmen konnten. Für sie ist es ein Wunder.

 

Im Text folgt nun eine lange Liste von Völkern und Ländern aus denen jene Pilger kamen, zugleich entspricht diese Liste jene Regionen und Völker, die durch die Evangelisierung in den Zeiten der Abfassung der Apostelgeschichte (um 70-80) zum Christentum bekehrt wurden. Das Christentum wurde universell, hatte die Grenzen Palästinas überschritten. Die Taten Gottes erklangen nun bis an den Enden der Welt, in verschiedenen Sprachen.

 

Paulus erinnert die Korinther daran, dass die wahre Erkenntnis über Christus aus dem Wirken des Heiligen Geistes kommt. Sie ist ein Geschenk Gottes, die wir dann zum Nutzen anderer – durch Taten und Verkündigung – zum Ausdruck bringen müssen. Die verschiedenen Gaben des Geistes kommen dann in den jeweiligen Menschen zur Wirkung. Die vom Geist inspirierte und geleitete Gemeinde besteht aus vielen Gliedern eines einzigen Leibes in Christus. Es ist der eine Geist, der alle zu einem einzigen Leib vereint.

 

Jesus sagte seinen Jüngern zu, dass er für immer bei ihnen sein wird. Sein Beistand ist ewiglich. Wer sich für Christus entscheidet, sich ihm öffnet, ihn liebt und sein Wort – seine Gebote – hält, kann sich gewiss sein, dass auch Gott ihn liebt. Das Leben wird dann vom Heiligen Geist (mit)bestimmt und es ermöglicht das Erinnern an den göttlichen Lehren. Es ist die Einladung sich dem Heiligen Geist zu öffnen.

 

Frohe Pfingsten!  


 

 

Impulso: Una iglesia unida en un solo Espíritu Santo

 

La fiesta de Pentecostés en el año 30 o 33 -dependiendo en cuando determinar el año de la muerte de Jesús- fue un nuevo comienzo del movimiento de Jesús. Después de la festividad de Pésaj, nuestra festividad de Pascua, los judíos celebran su segunda (de tres) festividad de peregrinación 50 días después, en memoria al Éxodo, la festividad semanal de Shavuot, que luego se tradujo en griego como «Día de Pentekostés». Se origina en una fiesta de la cosecha que comenzaba con la primera cosecha de trigo en primavera y se reinterpretaba como la fiesta de los panes sin levadura de la fiesta de la Pascua; se celebraba una Fiesta de Gracia después de 50 días, que marcaba, esta vez, el final de la cosecha del trigo. Los eventos del Éxodo luego dieron lugar a un nuevo significado de las fiestas agrícolas originales. La fiesta de la Pascua comenzó a conmemorar la liberación de la «esclavitud egipcia» y Pentecostés el pacto de Dios con el pueblo de Israel, cuando la Ley - los 10 Mandamientos - fue entregada a Moisés por Yahvé en el Sinaí.

 

En las principales festividades judías acudían siempre los peregrinos de la diáspora -las ciudades con comunidades judías fuera de Palestina- en masa a Jerusalén. Así ocurrió también en el año de la muerte de Jesús. En el Libro de los Hechos se relata que en el día de Pentecostés todos los discípulos de Jesús se habían reunido en un mismo lugar. Parece que fue la primera gran reunión después de la muerte y resurrección de Cristo.

 

La descripción que sigue recuerda las referencias del Antiguo Testamento a los 70 o 72 pueblos de la tierra, las apariciones de Jahwe ante Moisés y el pueblo en el fuego y en las nubes. El mensaje crucial aquí es que el Dios invisible y «sin nombre» propio, es decir, siempre un dios misterioso, que interviene en la historia de su creación. Lo que experimentan los discípulos reunidos en Jerusalén es descrito en forma de analogía: ellos experimentan un «rugido» de una fuerte tormenta. Algo desciende sobre ellos desde cielo que se les aparece como lenguas de fuego y los transforma de tal manera que de repente pudieron hablar en otras lenguas.

 

Es importante aquí que no hablen por su propia cuenta, sino que sean guiados por el Espíritu Santo. Ellos hablan en el nombre de Dios. Aquí se describe un evento extraordinario. Como oyentes y lectores de este narración, solo podemos comprender racionalmente que algo profundo y conmovedor les debe haber sucedido a los discípulos en esta fiesta de Pentecostés. El efecto será el nacimiento de la Iglesia, la Ekklesía, porque a partir de ahora se reunirán una y otra vez para celebrar la Eucaristía, recitar y predicar las palabras de Jesús y proclamar la buena noticia de la resurrección de entre los muertos. Ahora tienen una misión y la entienden como una alianza nueva, o mejor aún, la alianza renovada.

 

Los discípulos se sintieron animados por el Espíritu Santo, sintieron la presencia de Cristo/Dios vivo en ellos y esto los impulsó ahora a salir a predicar. Su comunidad está determinada y acompañada por el Espíritu de Dios.

 

Los otros judíos que vivían en Jerusalén -probablemente también los peregrinos- parecen haber notado que algo extraordinario estaba sucediendo en la comunidad de discípulos de Jesús, porque habían escuchado el «ruido» y luego escucharon cómo estos discípulos les predicaban en sus idiomas. Esto les causó un asombro atónito al poder escuchar a esta gente sencilla de Galilea, es decir de una provincia insignificante, hablar en sus propias lenguas maternas. Para ellos era un milagro.

Originalnachricht ausblenden

 

En el texto sigue una larga lista de pueblos y países de donde procedían aquellos peregrinos judíos, a su vez esta lista corresponde a aquellas regiones y pueblos que fueron cristianizados en los tiempos de la redacción de los Hechos de los Apóstoles (c. 70-80). El cristianismo se hizo universal, habiendo cruzado las fronteras de Palestina. Las obras de Dios ahora resonaban hasta los confines de la tierra, en diferentes idiomas.

 

Pablo les recuerda a los corintios que el verdadero conocimiento de Cristo proviene de la obra del Espíritu Santo. Es un don de Dios que luego debemos expresar, a través de la acción y la predicación, en beneficio a los demás. Los diversos dones del espíritu entonces se hacen efectivos en las respectivas personas. La Iglesia inspirada y dirigida por el Espíritu se compone de muchos miembros de un solo cuerpo en Cristo. Es el único espíritu que une a todos en un solo cuerpo.

 

Jesús promete a sus discípulos que estaría con ellos para siempre. Su apoyo es eterno. Aquellos que eligen a Cristo, se abren a él, lo aman y guardan su palabra, sus mandamientos, pueden estar seguros de que Dios también los ama. La vida será, entonces, determinada también por el Espíritu Santo y este acompañamiento espiritual hace posible recordar las enseñanzas divinas. Es una invitación a abrirse al Espíritu Santo.

 

¡Feliz Pentecostés!

 

(Peter Downes, Theologe).

6. Sonntag der Osterzeit (22.5.2022)

Die zwei Fundamente der Kirche: «Eclesia ex circumcisione» (links: die Wurzeln aus den Juden-Christen) und «Eclesia ex gentibus» (rechts: die Anfänge aus den Heiden-Christen).
Wandmosaik in der Basilika Santa Sabina, Rom, aus dem 5. Jahrhundert.

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

6. Sonntag der Osterzeit (22.5.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Apg 15,1-2.22-29

 

Lesung
aus der Apostelgeschichte.

 

In jenen Tagen
kamen einige Leute von Judäa herab und lehrten die Brüder:
Wenn ihr euch nicht
nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden.

Da nun nicht geringer Zwist und Streit
zwischen ihnen und Paulus und Barnabas entstand,
beschloss man, Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen sollten wegen dieser Streitfrage
zu den Aposteln und den Ältesten
nach Jerusalem hinaufgehen.

Da beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas, führende Männer unter den Brüdern.

Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit: Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, grüßen die Brüder aus dem Heidentum in Antiochia, in Syrien und Kilikien. Wir haben gehört,
dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt
und eure Gemüter erregt haben. Deshalb haben wir einmütig beschlossen, Männer auszuwählen und zusammen mit unseren geliebten Brüdern Barnabas und Paulus zu euch zu schicken, die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn,
ihr Leben eingesetzt haben. Wir haben Judas und Silas abgesandt, die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen. Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen
als diese notwendigen Dinge:

Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

 

 

  1. Lesung: Offb 21,10-14,22.23

 

Lesung
aus der Offenbarung des Johannes.

 

Ein Engel entrückte mich im Geist auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem,
wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.
Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.

 

Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels. Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.

 

Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm.

 

Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und ihre Leuchte ist das Lamm.

 

 

Evangelium: Joh 14,23-29

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen. Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren
und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

 

Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.

 

 

Impuls: Entscheidend fürs Heil ist die Liebe zu Christus und das Festhalten an seinem Wort

 

Die jungen Christengemeinden in Antiochia und Kilikien erlebten einen Zuwachs an Gläubigen, allerdings mehr unter Heiden als bei Juden, so dass zunehmend ein Klärungsbedarf bestand. Wie sollten Juden-Christen und Heiden-Christen zusammen eine Gemeinde formen. Müssen alle Christen sich strikt an jüdische Rituale und Gesetze halten? Diese Frage drohte die entstehenden Christengemeinden zu entzweien, sie zu spalten. Für eine Gruppe von Judenchristen, die von Judäa nach Antiochia kamen, stand fest, dass das Christwerden allein durch vorheriges Judenwerden geschehen muss, d.h. eine Beschneidung ist hier das entscheidende Merkmal ihrer Bekehrung. Rettung ist nur den Juden und damit auch Juden-Christen versprochen.

 

Paulus und Barnabas, beide Juden von Geburt, waren anderer Meinung. Für sie galt das Wort – Gesetzt – Christi allein als heilsentscheidend. Wer nach Gottes Worten lebt, wird die vom Tod gerettet werden. Die Frage nun, ob es einen «Sonderweg» für Heiden zur Rettung gibt, oder ob alle zunächst Juden werden müssten, um dann als Juden-Christen auf die Rettung hoffen zu können, wurde zur entscheidenden Frage und schließlich zukunftsweisend für die weitere Entwicklung der Kirche.

 

Die letzte Entscheidung sollte dann aber in Jerusalem auf einer Versammlung mit den Aposteln und Ältesten – dem sogenannten Apostelkonzil im Jahr 48 – erfolgen. Wir erfahren hier lediglich das Ergebnis der wohl kontroversen und lebhaften Diskussion auf der Versammlung, zu denen Paulus, Barnabas und der Heide Titus – so berichtet Paulus im Galaterbrief - geladen wurden. Am Ende wurde den Heiden-Christen lediglich auferlegt, kein Götzenfleisch, Blut, Ersticktes zu speisen und die Unzucht zu meiden, von Bescheidung ist dann aber keine Rede mehr. Für die Judenchristen in Antiochien und Kilikien wurde ein offizielles Schreiben aufgesetzt, zugleich aber sollten die Entscheidung auch zwei Gesandte, Judas und Silas, der Jerusalemer Gemeinde direkt verkünden. Die Entscheidung dieser Versammlung in Jerusalem wird mit dem Wirken des Heiligen Geist noch verstärkt. Es ist Gottes Wille, das hier zum Ausdruck kommt. Wenn die Heiden-Christen sich an diese jüdischen Reinheitsgebote halte, dann steht der gemeinsamen Gemeindebildung nichts im Wege.  

 

Das Gesetz Christi – der neue Bund -, das Leben nach den Worten Christi sind heilentscheidend. Statt der Beschneidung wird das Taufbad als entscheidender Initiationsritus gelten und Ausdruck der Bekehrung sein.

 

In der Offenbarung des Johannes wird das himmlische Jerusalem als Versammlungsort aller Stämme Israels dargestellt. Das Fundament der neuen Gemeinschaft in dieser Stadt sind Christus – das Lamm – und seine Apostel. Der Tempel des irdischen Jerusalems spielt nun keine entscheidende Rolle mehr, da nun Gott-Vater und das Lamm-Christus uns zum Tempel – zum Wohnheim – werden. Die zentrale Botschaft ist: Christus ist unser Licht zum Heil.

 

Die Einheit von Vater und Sohn wird auch im Evangelium herausgestellt. Wer nach dem Wort Christi lebt, wird erfüllt von seiner Liebe und ermöglicht damit, dass Christus und Gott-Vater bei ihm einziehen. Wer also Christus liebt und seinem Wort folgt, der wird zum Tempel Gottes werden. Sohn und Vater sind eins und die Gemeinde wird in der Begleitung des Heiligen Geistes an diese Lehre Christi erinnert. Mit dem Tod Jesu endet nicht alles, sondern es stellt einen Neubeginn dar, der auf die Zukunft ausgerichtet ist. Christus ist zum Vater zurückgekehrt und wird einst wiederkommen. Diese Verbindung von Vater und Sohn sollte uns zufriedenstellen und Freude bereiten, denn es ist der höchste Ausdruck von Liebe und Wort. Alles bekommt einen Sinn. Wer sich an Gottes Wort hält und die Gottesliebe mit der Nächstenliebe lebt, dem ist eine Wohnung im himmlischen Jerusalem versprochen. 

 

 

Impulso: Crucial para la salvación es el amor a Cristo y la adhesión a su Palabra

 

Las primeras comunidades cristianas de Antioquía y en Cilicia experimentaron un aumento en el número de creyentes, aunque más entre los gentiles que entre los judíos, por lo que había una creciente necesidad de clarificación sobre los criterios de admisión al cristianismo. ¿En qué forma pueden judío-cristianos y pagano-cristianos  formar una iglesia juntos? ¿Todos los cristianos tienen que adherirse estrictamente a los rituales y leyes judíos? Estas preguntas amenazaban a la unión de las nacientes comunidades cristianas. Para un grupo de judío-cristianos que llegaron a Antioquía desde Judea, estaba claro que convertirse en cristianos tenía que suceder únicamente al convertirse primero en judíos, es decir, la circuncisión es la característica decisiva de su conversión aquí. La salvación sólo se promete a los judíos y, por tanto, también a los judío-cristianos, pero no a paganos.

 

Pablo y Bernabé, ambos judíos de nacimiento, no estuvieron de acuerdo con esta posición. Para ellos, sólo la Palabra –la Ley- de Cristo era decisiva para la salvación. El que vive de acuerdo con la Palabra de Dios se salvará de la muerte. La cuestión de si existe un «camino especial» para los gentiles hacia la salvación, o si todos deben convertirse primero en judíos para luego poder esperar la salvación como judío-cristianos, se convirtió en una cuestión decisiva y, en última instancia, señala el camino hacia el futuro del desarrollo de la Iglesia.

 

La decisión final se tomaría entonces en Jerusalén en una reunión con los apóstoles y ancianos, el llamado Concilio de Jerusalén el año 48. Aquí solo conocemos el resultado de la controvertida y animada discusión en la asamblea a la que fueron invitados o «citados» Pablo, Bernabé y el pagano-cristiano Tito, como Pablo informa en la carta a los Gálatas. Al final, a los cristianos gentiles sólo se les ordenó de abstenerse «de lo que ha sido contaminado por los ídolos, de la impureza, de los animales estrangulados y de la sangre». La circuncisión no aparece más un tema central. Se redactó una carta oficial para los judío-cristianos de Antioquía y Cilicia, pero al mismo tiempo dos enviados, Judas y Silas, debían anunciar la decisión directamente a la comunidad de Jerusalén a estas comunidades nuevas. La decisión de esta asamblea en Jerusalén se refuerza con la obra del Espíritu Santo. Es la voluntad de Dios la que se expresa aquí. Si los cristianos paganos se apegan a estas leyes judías de pureza, entonces, nada se interpondrá en el camino de construir una comunidad en conjunta.

 

La ley de Cristo - la nueva alianza -, el vivir según las palabras de Cristo son decisivas para la salvación. En lugar de la circuncisión, el baño bautismal será considerado el rito iniciático decisivo y expresión de la conversión al cristianismo.

 

En el Libro del Apocalipsis, la Jerusalén celestial se presenta como el lugar de reunión de todas las tribus de Israel. El fundamento de la nueva comunidad en esta ciudad es Cristo - el Cordero - y sus apóstoles. El Templo de la Jerusalén terrena ya no juega un papel decisivo, ahora que Dios Padre y el Cordero Cristo se convierten en el Templo –la casa– para nosotros. El mensaje central es: Cristo es nuestra luz que conduce a nuestra salvación.

 

La unidad de Padre e Hijo también se enfatiza en el Evangelio. Los que viven según la Palabra de Cristo están llenos de su amor y así hacen posible que Cristo y Dios-Padre entren en su corazón. Así que él que ama a Cristo y sigue su Palabra llegará a ser templo de Dios. Hijo y Padre son uno y se recuerda a la congregación de los fieles esta enseñanza de Cristo en la compañía permanente del Espíritu Santo. No todo termina con la muerte de Jesús, sino su muerte y resurrección representa un nuevo comienzo que se orienta hacia el futuro. Cristo ha vuelto al Padre y un día vendrá de nuevo. Esta unión de Padre e Hijo debe traernos satisfacción y alegría, porque es la expresión más alta del amor y de la Palabra. Todo tiene sentido. Al que guarda la Palabra de Dios y vive el amor de Dios en conjunto del amor al prójimo, se le promete una habitación en la Jerusalén celestial.

 

(Peter Downes, Theologe).

4. Sonntag der Osterzeit (8.5.2022)

«Lobgesang der Auserwählten / Anbetung des Lammes», Albrecht Dürer, Holzschnitt aus der Folge von der Apokalypse, ca. 1496-1498, Urausgabe Latein 1498

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

4. Sonntag der Osterzeit (8.5.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Apg 13,14.43b-52

 

Lesung
aus der Apostelgeschichte.

 

In jenen Tagen wanderten Paulus und Barnabas von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich.

 

Es schlossen sich viele Juden und fromme Proselyten Paulus und Barnabas an. Diese redeten ihnen zu
und ermahnten sie, der Gnade Gottes treu zu bleiben.

 

Am folgenden Sabbat versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort des Herrn zu hören. Als die Juden die Scharen sahen, wurden sie eifersüchtig, widersprachen den Worten des Paulus und stießen Lästerungen aus. Paulus und Barnabas aber erklärten freimütig:
Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden. Da ihr es aber zurückstoßt
und euch selbst des ewigen Lebens für unwürdig erachtet, siehe, so wenden wir uns jetzt an die Heiden.

 

Denn so hat uns der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.

 

Als die Heiden das hörten, freuten sie sich und priesen das Wort des Herrn;
und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren.
Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend. Die Juden jedoch
hetzten die vornehmen gottesfürchtigen Frauen und die Ersten der Stadt auf, veranlassten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. Diese aber schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen
und zogen nach Ikonion. Und die Jünger wurden mit Freude und Heiligem Geist erfüllt.

 

 

  1. Lesung: Offb 7,9.14b-17

 

Lesung
aus der Offenbarung des Johannes.

 

Ich, Johannes, sah: eine große Schar
aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen.
Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, gekleidet in weiße Gewänder,
und trugen Palmzweige in den Händen.

 

Und einer der Ältesten sagte zu mir:
Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht. Sie stehen vor dem Thron Gottes
und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel; und der, der auf dem Thron sitzt,
wird sein Zelt über ihnen aufschlagen. 


 

Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze wird auf ihnen lasten.

 

Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt,
und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.


 

 

Evangelium: Joh 10,27-30

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

 

In jener Zeit sprach Jesus: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben.
Sie werden niemals zugrunde gehen
und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle
und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.



 

 

Impuls: Trotz aller Bedrängnis und Leid dürfen wir ganz auch Gott vertrauen und sein Reich verkünden

 

Es war das Osterereignis – das Erleben des Auferstandenen und die Gewissheit, dass Christus die Jünger und Gemeinden lebendig begleitet -, dass zur Missionierung drängte. Die Erfahrung der Gegenwart Christi und einer Botschaft vom Heil sollte nun allen mitgeteilt werden. Hatte sich Jesus vorwiegend an das Volk Israels gerichtet, so stellen die Missionare fest, dass die Botschaft bei den Juden in den Synagogen weniger fruchtbar ist, vor allem, weil sie dort von den Autoritäten angefeindet werden. Paulus und sein Missionsbegleiter Barnabas ziehen nach Antiochien in Pisidien, wo sie als Anlaufstätte zunächst die Synagoge aufsuchen, denn ihre Botschaft vom angebrochen Reich Gottes im Hause Davids richtet sich ja in erste Stelle an sie, die Juden. Bei einem Teil ihrer Zuhörer kommt ihre Botschaft gut an, bei der Synagogenleitung und anderen Juden der Stadt Kleinasiens aber wird der Erfolg der beiden Missionare mit Eifersucht begegnet. Statt mit Argumenten und Schriftzitaten in einen Dialog zu treten, beginnen die jüdischen Vertreter der Synagoge Paulus und Barnabas mit Lästerungen anzugreifen.

 

Es sind ihre heilsversprechenden Worte, ihre Verkündigung des Messias und die neue Zeit des angebrochenen Reiches Gottes, die nun bei Massen positiv aufgenommen werden, aber eben den jüdischen Synagogengemeinden Mitglieder entzieht. Die Christenmissionare werden als Konkurrenz wahrgenommen. Sie wiederum stellen fest, dass sich besonders die Heiden der Botschaft Christi öffnen. Es wird die Trennung zwischen Juden und Christen schon zunehmend sichtbar. Während das Christentum sich nun bei den Heiden ausbreitet, feinden die Juden nun die Missionare an und hetzen die Stadtelite gegen sie auf. Paulus und Barnabas werden als Gegner nun verfolgt und aus der Stadt getrieben. Sie aber verbittern nicht, sondern ziehen weiter, vertrauend auf den Heiligen Geist, der sie leitet.

 

Bedrängnis und Verfolgung ist nun zu einer Begleiterscheinung der Mission geworden. Johannes, der Autor der Offenbarungen, kann bereits auf einen Erfolg der Missionen zurückschauen. Geradezu unzählig scheint die Zahl der Christen geworden zu sein. Aber viele haben auch große Bedrängnis erlebt. Mit der Schau aufs Ende der Zeiten, sind aber die einst Bedrängten nun versammelt am Throne Gottes. Ihr Blutzeugnis wird zum weißen Taufgewand, sie sind nun unter einem Dach (in einem Zelt) mit dem Vater und ohne des irdischen Leidens. Sie weiden nun wie Lämmer auf den Weiden des Herrn und das Lamm Gottes (Christus) thront mitten unter ihnen. Sie erquicken sich am «Wasser des Lebens» und ihr Tränen werden von Gott selbst getrocknet.

 

Leid und Bedrängnis sind ein Preis, den die Missionare und Christen erleiden, aber sie dürfen gewiss sein, dass am Ende sie am ihrem erhofften Ziel anlangen. Christsein ist auch in heutiger Zeit nicht leicht. In einigen Ländern erleben Christen Bedrängnis und Gefahr, werden als «unvernünftig und wirklichkeitsfremd» belächelt oder kritisiert. Wer sich aufrichtig als Christ zu bekennt, wird zunehmend verspottet und sogleich mit allerlei Vorwürfen und Ablehnungen angefeindet. Die eigentliche Botschaft wird dann nicht wahrgenommen, obwohl sie vernünftig und weltverbessernd ist und den Frieden fördern will. Warum diese Botschaft nicht mehr in die Herzen der Massen dringt, liegt wohl auch daran, dass man sich zunehmend den Dialog versperrt. Das Zuhören ist aus der Mode gekommen und so hört man nur noch sich selbst oder jenes, was man hören möchte, wenn es die eigene eingeschlossene Sichtweise bestätigt. Glaube aber ernährt sich durch das Zuhören und Umdenken, das Gespräch, das Nachdenken und dem Bekennen des Erkannten. So wird auch im Evangelium das Hören der «Schafe» auf die Stimme ihres Herrn betont. Vertrauen wird durch das Zuhören geschaffen und erst, wenn dieses Vertrauen hergestellt wird, findet sich der rechte Weg und man kann sich geborgen, geschützt erleben und auf eine gute Zukunft hoffen. Das ist Glaube.          

      

 

Impulso: A pesar de todas las tribulaciones y sufrimientos, podemos confiar en Dios y proclamar su reino.

 

Fue el acontecimiento pascual -la experiencia del Señor resucitado y la certeza de que Cristo vive entre los discípulos y en las comunidades cristianas- lo que impulsó a la evangelización, la misión. La experiencia de la presencia de Cristo vivo y el mensaje de la  salvación ahora debían ser comunicados a todos. Aunque Jesús se dirigió, principalmente, al pueblo de Israel, los misioneros encuentran que el mensaje es menos fructífero entre los judíos en las sinagogas, sobre todo, porque allí les son hostiles sus autoridades. Pablo y su compañero Bernabé se mudan a Antioquía en Pisidia, donde primero van a la sinagoga como primer lugar de encuentro para judíos viajeros, y también porque su mensaje del reino de Dios, que ha comenzado en la casa de David, está dirigido principalmente a ellos, a los judíos. Su mensaje cae bien entre algunos de sus oyentes, pero los líderes de la sinagoga y otros judíos en esta ciudad en Asia Menor están celosos del éxito de las predicaciones de los dos misioneros. En lugar de entrar en diálogo con argumentos y por citar de la Escritura, los representantes judíos de la sinagoga, comienzan a atacar a Pablo y Bernabé con blasfemias.

 

Son sus palabras de salvación, su proclamación del Mesías y la nueva era del amanecer del Reino de Dios las que ahora están siendo recibidas positivamente por las masas, pero están alejando a los miembros de las comunidades de sinagogas judías. Los misioneros cristianos son percibidos como competencia, como una amenaza existencial. Ellos, a su vez, notan que los gentiles en particular son receptivos al mensaje de Cristo. La separación entre judíos y cristianos se hace cada vez más visible. A medida que el cristianismo se extiende entre los gentiles, los judíos ahora se oponen a los misioneros y vuelven a la élite urbana en su contra. Pablo y Bernabé son perseguidos como oponentes y expulsados de la ciudad. Pero ellos no se amargan, sino siguen adelante, confiando en que el Espíritu Santo los guíe.

 

La angustia y la persecución acompañan permanentemente la evangelización. Juan, el autor de Apocalipsis, puede mirar hacia atrás a una evangelización exitosa. El número de cristianos parece haberse vuelto casi innumerable. Pero muchos también han experimentado grandes tribulaciones. Mirando hacia el final de los tiempos -como visión- aquellos que una vez fueron oprimidos y perseguidos ahora están reunidos ante el trono de Dios. Su testimonio de sangre (el martirio) se convierte en una túnica bautismal blanca, ahora están bajo un mismo techo (en una tienda) con el Padre y libres del sufrimiento terrenal. Ahora pastan como corderos en los pastos del Señor, y el Cordero de Dios (Cristo) está entronizado en medio de ellos. Se refrescan en el «agua de la vida» y sus lágrimas son secadas por Dios mismo.

 

El sufrimiento y la tribulación son un precio que deben soportar los misioneros y los cristianos, pero ellos pueden estar seguros de que al final llegarán a la meta anhelada: sentados al lado de trono del Señor. Aún hoy, ser cristiano no es fácil. En algunos países, los cristianos experimentan persecuciones y peligros, se burlan sobre ellos o los critican como «irracionales y poco realistas». Cualquier persona que profesa sinceramente ser cristiano es cada vez más ridiculizado e inmediatamente atacado con todo tipo de reproches y rechazos. Entonces no se percibe el mensaje real de los cristianos, aunque es razonable y busca mejorar el mundo, quiere promover la paz. La razón por la que este mensaje ya no penetra en el corazón de las masas, probablemente, se deba también al hecho de que el diálogo está cada vez más bloqueado. El escuchar ha pasado de moda y, por lo tanto, uno solo se escucha a sí mismo o lo que quiere escuchar solamente lo que confirma la perspectiva atrapada de uno. La fe, sin embargo, se nutre escuchando y repensando, conversando, reflexionando y confesando lo reconocido. También en el Evangelio se subraya la escucha de las «ovejas» a la voz de su amo. La confianza se crea por escuchar y solo cuando se establece esta confianza en la voz verdadera se encuentra el camino correcto y uno puede sentirse seguro, protegido y con la esperanza hacia un buen futuro. Eso es lo que significa tener fe.

 

(Peter Downes, Theologe).

2. Sonntag der Osterzeit (24.4.2022)

«Der ungläubige Thomas» von Michelangelo Merisi da Caravaggio, um 1601, Bildergalerie von Sanssouci, Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

2. Sonntag der Osterzeit (24.4.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Apg 5,12-16

 

Lesung
aus der Apostelgeschichte.

 

Durch die Hände der Apostel
geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk. Alle kamen einmütig in der Halle Salomos zusammen. Von den Übrigen wagte niemand, sich ihnen anzuschließen; aber das Volk schätzte sie hoch. Immer mehr wurden im Glauben zum Herrn geführt, Scharen von Männern und Frauen. Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Liegen, damit, wenn Petrus vorüberkam,
wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel. Auch aus den Städten rings um Jerusalem strömten die Leute zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte mit. Und alle wurden geheilt. 


 

 

  1. 2.    Lesung: Offb 1,9-11a.12-13.17-19

 

Lesung
aus der Offenbarung des Johannes.

 

Ich, Johannes, euer Bruder und Gefährte in der Bedrängnis, in der Königsherrschaft und im standhaften Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus.

 

Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Posaune.

 

Sie sprach: Schreib das, was du siehst, in ein Buch und schick es an die sieben Gemeinden in Kleinasien.

 

Da wandte ich mich um,
weil ich die Stimme erblicken wollte, die zu mir sprach. Als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen gleich einem Menschensohn; er war bekleidet mit einem Gewand bis auf die Füße und um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold.

 

Als ich ihn sah,
fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht!
Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch siehe, ich lebe in alle Ewigkeit
und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt. 


 

Schreib auf, was du gesehen hast: was ist und was danach geschehen wird.

 

 

 

Evangelium: Joh 20.19-31

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

 

Am Abend dieses ersten Tages der Woche,
als die Jünger aus Furcht vor den Juden
bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

 

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.

 

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 


 

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 


 

Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

 

Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

 

Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen:
Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege,
glaube ich nicht.

 

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte
und sagte: Friede sei mit euch!

 

Dann sagte er zu Thomas:
Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

 

Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

 

Jesus sagte zu ihm:
Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

 

Noch viele andere Zeichen
hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben,
damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben

Leben habt in seinem Namen.

 

 

Impuls: Der Friede und ein Leben durch den Glauben sind die Säulen der österlichen Gemeinschaft. 

 

Nach dem Tod und der Auferstehung Christi steht die christliche Gemeinschaft vor der Herausforderung ihrer Zukunftsbestimmung. Wie soll es nun weitergehen? Was ist ihr Auftrag?

 

Der Evangelist Lukas fast kurz die Entwicklung der Gemeinde in Jerusalem zusammen. Die Apostel – gemeint sind wohl die Zwölf – wirken mit Zeichen und Wunder im Volk, d.h. sie führen das Wirken Jesu fort. Ihr Wirkungsort ist (noch) Jerusalem. Die Gläubigen versammeln sich in der Halle Salomos, d.h. in einer Halle im Tempelbereich. Es klingt eine gewisse Spannung an, denn es gibt Leute – hier als «Übrige» benannt -, die es nicht wagten, sich dieser Gemeinschaft anzuschließen, obwohl die Jesusjünger im Volk hochgeschätzt wurden. Hatte das Volk am Karfreitag noch den Tod Jesus schreiend gefordert, so hat es hier eine Wende vollzogen und es scheint durch die Zeichen und Wunder der Apostel nun zu Sympathisanten geworden zu sein und so begann die Gemeinde sich merklich zu vergrößern.

 

Von Petrus wurde die Heilung von Kranken erwartet, selbst, wenn er nur an ihnen auf den Straßen vorbeizog. Die Gabe der Heilung der Kranken durch Petrus und die anderen Apostel bestätigt das Weiterwirken der göttlichen Kraft in der nachösterlichen Gemeinschaft.

 

Die Gemeinschaft wird sich im Laufe der Jahre an die Grenzen der Erde ausbreiten und so kann Johannes, der Autor der Offenbarungen, sich an sieben Gemeinden in Kleinasien richten. Dort wirkte in den 50er und 60er des ersten Jahrhunderts der Heilige Paulus und besuchte selbst verschiedene Gemeinden. Nun, am Ende des ersten Jahrhunderts, macht Johannes den Gemeinden Mut, denn es herrschen nun schwierige Zeiten unter dem Kaiser Domitian. Die Gemeinden sollen ihren Glauben als Leuchter aufscheinen lassen, wohlwissend, dass Christus – der Menschsohn – sich lebendig mitten unter ihnen befindet. Johannes ruft die Gläubigen auf, sich nicht zu fürchten, sondern sich daran zu erinnern, dass Christus lebt und der Tod damit kein verschlossener Ort mehr ist, sondern Christus uns aus dem Tod zum ewigen Leben führen kann. Trotz aller Bedrängnis und Todesgefahren, sollen wir uns durch Christi Hand geleitet wissen und so unseren Glauben zum Leuchten bringen.        

 

Worauf aber beruht denn unser Glaube? Ist Jesus nicht unter Schmerzen am Kreuz gestorben, hingerichtet wie ein Sklave und Verbrecher? Können wir denn sicher sein, dass er auferstanden ist bzw. von den Toten auferweckt wurde? Zweifel an einer solchen Erzählung sind normal, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Der Apostel Thomas spricht das aus, was wohl nahezu alle denken: Ich glaube erst, wenn ich etwas sehen und anfassen kann. Wahr ist dann nur, was ich vorzeigen und nachweisen kann. Seine Reaktion auf den Erfahrungsbericht seiner Mitbrüder verwundern uns daher auch nicht. Diese hatten ihn von ihrer persönlichen, direkten Begegnung mit dem Auferstandenen berichtet. Der auferstandene Christus ist ihnen noch am Abend des ersten Tages der Woche (also Ostersonntag) erschienen. Sie waren noch verschreckt und hatten sich versteckt gehalten, hatten sich eingeschlossen, als dann Jesus in ihre Mitte trat. Er begrüßte sie mit den Worten: «Friede sei mit euch!» Das es sich wirklich um den Gekreuzigten handelte, wird durch das Zeigen seiner Hände und seiner Seite – seinen Wunden am Kreuz – dann bestätigt. Diese markanten Wundmale führten zum Erkennen des Auferstandenen und lösten dann bei ihnen Freude aus. Es ist die erste Begegnung mit dem Auferstandenen und es folgt sogleich der Auftrag: «Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch». Die Jünger erhalten durch Jesus einen Missionsauftrag und dazu einen Geistempfang: er haucht ihnen den Heiligen Geist ein – wie ein schöpferischer Akt, der lebendig macht, wie Gott Adam mit seinem Atem das Leben schenkte. Sie sind durch diese Geistgabe nun bemächtigt als Richter aufzutreten und Sünden zu erlassen, aber auch Sünder in ihrem Sünderdasein zu belassen.     

 

Thomas war aber jenem Abend nicht anwesend und nachdem die anderen Apostel von ihrer Begegnung mit dem auferstanden Jesus erzählten, wollte er ihnen nicht glauben. Ihr Zeugnis reichte ihm nicht, er brauchte sichtbare und spürbare Beweise, wollte selbst die Male der Nägel und die Wunde der Seite sehen und anfassen können. Acht Tage darauf, d.h. am folgenden Sonntag – den wir heute in Erinnerung begehen -, hatten sich die Jünger wiederum versammelt – der Sonntag wurde damit bereits zum Herrentag – und dieses Mal war Thomas anwesend. Wie am Ostersonntag erschien Jesus wiederum mitten unter ihnen und sprach seinen Friedensgruß aus. Jesus erscheint in einem verschlossenen Raum, womit sein Erscheinen als etwas Besonderes, Übernatürliches gekennzeichnet wird. Er fordert nun Thomas auf, sich zu vergewissern, dass er der Gekreuzigte ist, indem Thomas seine Wunden betasten darf. Nun ist Thomas überzeugt und spricht ein Glaubensbekenntnis aus: «Mein Herr und mein Gott!» Es reichte Thomas anscheinend nicht, Jesus zu sehen – konnte er ihn denn nicht sofort erkennen? -, sondern erst das Tasten an den Wunden, löst bei ihn die Glaubensversicherung aus.

 

Wir aber können nicht diese Erfahrung machen, sondern sind auf dieses Glaubenszeugnis angewiesen. Diese Erzählung über die Begegnung mit dem Auferstandenen soll uns helfen, an die Auferstehung zu glauben, obwohl wir nicht den «empirischen», physischen Beweis machen können. Es bleibt eine Frage des Glaubens. Dieser Glaube aber ist es, der Leben schenkt, unsere Hoffnung auf ein ewiges Leben mit Christus und unseren Mitmenschen speist.            

 

Heute feiert die Orthodoxe Kirche das Osterfest. Der Friedensgruß und der Glaube an ein Leben nach dem Tod, die Auferstehung des unschuldig Leidenden und hingerichteten Christus stehen damit im Mittelpunkt. Gefeiert wird diesen Sonntag das Osterfest auch in Ukraine und Russland. Der Patriarch von Moskau und der russische Präsident Wladimir Putin sollten die Botschaft des Friedens und auch das Leid und die Hinrichtung von Christus und dessen Auserstehung als Überwindung des Todes begreifen und den Krieg endlich beenden, der diesem christlichen Geist völlig entgegensteht und eine nur Kultur des Todes huldigt.    

 

Es gilt aber das Leben zu fördern, Kranken zu helfen, Leid zu mindern und die Botschaft einer Mitmenschlichkeit zu verkünden. Es geht um einen Glauben für das Leben und ein Leben aus dem Glauben.

 

 

Impulso: La paz y la vida en la fe son los pilares de la comunidad pascual

Después de la muerte y resurrección de Cristo, la comunidad enfrenta el desafío de determinar su futuro. ¿Cómo proceder ahora? ¿Cuál es su misión?

El evangelista Lucas resume brevemente el desarrollo de la comunidad cristiana en Jerusalén. Los apóstoles, probablemente refiriéndose solo a los doce, obran con señales y prodigios entre la gente, es decir, continúan con la obra de Jesús. Su lugar de trabajo es (todavía) Jerusalén. Los creyentes se reúnen en el pórtico de Salomón, es decir, en el área del templo. Hay una cierta tensión porque hay personas - aquí denominadas «los demás» - que no se atrevieron a unirse a esta comunidad, a pesar de que era muy estimada por la gente. Mientras esta gente gritaba el Viernes Santo pidiendo la muerte de Jesús, esta misma gente da un giro y parecen haber pasado, por las señales y milagros hechos por los apóstoles, a simpatizantes y la comunidad cristiana creció.

 

De Pedro se esperaba que podría curar los enfermos incluso mientras solamente su sombra los tocó cuando cruzaba por las calles. El don de curar a los enfermos por parte de Pedro y los demás apóstoles se entiende como confirmación de la obra continua del poder divino en la comunidad después de la Pascua.

 

El cristianismo se expandirá hasta los confines de la tierra a lo largo de los años, y así Juan, el autor de la Apocalipsis, puede dirigirse a siete iglesias en Asia Menor. San Pablo trabajó allí desde la década de años 50 y visitó varias comunidades. Ahora, al final del primer siglo, Juan anima a las iglesias porque se encuentran en tiempos difíciles bajo el emperador Domiciano. Las comunidades cristianas deben dejar brillar su fe como una lámpara, sabiendo muy bien que Cristo, el «Hijo del Hombre», está vivo en medio de ellos. Juan llama a los creyentes a no tener miedo, sino a recordar que Cristo vive y que la muerte ya no es un lugar cerrado, sino que Cristo puede sacarnos de la muerte a la vida eterna. A pesar de todas las penalidades y peligros de la muerte, debemos saber que estamos siendo guiados por la mano de Cristo y así hacer resplandecer nuestra fe.

 

Pero, ¿en qué se basa nuestra fe? ¿No murió Jesús con dolores en la cruz, y fue ejecutado como un esclavo y criminal? ¿Podemos estar seguros de que resucitó, levantado de entre los muertos? Las dudas sobre tal narrativa son normales. El apóstol Tomás dice lo que casi todo el mundo piensa: sólo creo cuando puedo ver y tocar algo. Sólo lo que puedo mostrar y probar es cierto. Por lo tanto, no nos sorprende su reacción ante el testimonio de sus hermanos apóstoles.

Ellos le habían contado su encuentro personal y directo con el Señor resucitado. Jesús resucitado se les apareció por la tarde del primer día de la semana (el Domingo de Pascua). Todavía estaban asustados y se escondieron, se encerraron, cuando Jesús entró en medio de ellos. Jesús los saludó: «¡La paz sea con vosotros!» Que realmente se trató del mismo crucificado, Jesús lo confirma mostrando sus manos y su costado, sus heridas en la cruz. Así viéndolo la alegría llegó ahora entre ellos. Es el primer encuentro con el Resucitado y luego Jesús dejó un mandato: «Como me envió el Padre, así os envío yo». Los discípulos reciben una orden de misión por Jesús y reciben el Espíritu Santo que Él les infunde, un acto creativo que da vida, así como Dios le dio vida a Adán con su aliento. Ahora están autorizados para actuar como jueces, para perdonar los pecados, pero también para mantener a los pecadores en su existencia de pecadores.

 

Sin embargo, Tomás no estaba presente esa noche y después de que los otros apóstoles relataran su encuentro con Jesús resucitado, no quiso creerles. Su testimonio no era suficiente para él, necesitaba pruebas visibles y tangibles, quería poder ver y tocar las llagas hechas por los clavos y la herida en el costado. Ocho días después, es decir, el domingo siguiente -que recordamos hoy- los discípulos se habían reunido nuevamente -el domingo ya era el Día del Señor- y esta vez, Tomás estaba presente. Como el Domingo de Resurrección, Jesús apareció en medio de ellos y les dio su saludo de paz. Jesús aparece en una habitación cerrada con llave, lo que marca su aparición como algo especial, sobrenatural. Ahora le pide a Tomás que se asegure de que él es el crucificado al permitir que Tomás toque las heridas. Eso lo convence finalmente y Tomás pronuncia un credo: «¡Señor mío y Dios mío!» Aparentemente, no fue suficiente para Tomás ver a Jesús, ¿no pudo reconocerlo de inmediato? - pero sólo tocar las heridas desencadena la seguridad de la fe en Él.

 

Nosotros no podemos tener esta misma experiencia de Tomás, sino dependemos de este testimonio de fe de estos discípulos de Jesús. Esta narración sobre el encuentro con el Señor resucitado pretende ayudarnos a creer en la resurrección, aunque no podamos hacer la prueba física «empírica». Sigue siendo una cuestión de creencia. Pero es esta fe la que da vida, nuestra esperanza en la vida eterna con Cristo y con nuestros hermanos y hermanas en Cristo.

 

Hoy la Iglesia Ortodoxa celebra la fiesta Pascua. El signo de la paz y la creencia en la vida después de la muerte, la resurrección de Cristo inocentemente sufriente y ejecutado en la cruz forman el foco de esta fiesta. Van tener celebraciones también en Ucrania y Rusia. El patriarca de Moscú y el presidente ruso, Vladimir Putin, deben entender el mensaje de paz y también el sufrimiento y la ejecución de Cristo y su resurrección como la conquista de la vida sobre la muerte y, así, tomar un giro para acabar finalmente con la guerra que se opone por completo a este espíritu cristiano y rinde solo un culto a la muerte.

 

Es importante promover la vida, ayudar a los enfermos, reducir el sufrimiento y anunciar el mensaje para humanizar nuestro mundo. Se trata de una fe para la vida y una vida por la fe.

                                               

(Peter Downes, Theologe).

Palmsonntag,
Feier des Einzugs Christi in Jerusalem (10.4.2022)

«Einzug Jesu in Jerusalem», Duccio (di Buoninsegna), Teilbild der Rückseite eines Altarbildes zur Passion Christi, 1308, stand ursprünglich in der Kathedrale von Siena, heute im Museo dell’Opera del Duomo in Siena.

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

Palmsonntag,Feier des Einzugs Christi in Jerusalem (10.4.2022)

 

Evangelium zur Palmenprozession: Lk 19,28-40

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

 

In jener Zeit ging Jesus nach Jerusalem hinauf. 


 

Und es geschah: Er kam in die Nähe von Betfage und Betanien, an den Berg, der Ölberg heißt,
da schickte er zwei seiner Jünger aus und sagte: Geht in das Dorf, das vor uns liegt! Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort ein Fohlen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet es los und bringt es her!

 

Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?, dann antwortet: Der Herr braucht es. 


 

Die Ausgesandten machten sich auf den Weg
und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte. 


Als sie das Fohlen losbanden,
sagten die Leute, denen es gehörte: Warum bindet ihr das Fohlen los? 


Sie antworteten: Weil der Herr es braucht. 


Dann führten sie es zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Fohlen und halfen Jesus hinauf.

Während er dahinritt, breiteten die Jünger ihre Kleider auf dem Weg aus.

Als er sich schon dem Abhang des Ölbergs näherte, begann die Schar der Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Machttaten, die sie gesehen hatten.


Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Ehre in der Höhe!

Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, weise deine Jünger zurecht!

Er erwiderte:
Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien. 


 

  1. 1.    Lesung: Jes 50,4-7

 

Lesung
aus dem Buch Jesaja.

 

GOTT, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich höre, wie Schüler hören.


 

GOTT, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.

 

Und GOTT, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

 

[Er, der mich freispricht, ist nahe. Wer will mit mir streiten?
Lasst uns zusammen vortreten!
Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? Er trete zu mir heran. Siehe, GOTT, der Herr, wird mir helfen.
Wer kann mich für schuldig erklären?
Siehe, sie alle zerfallen
wie ein Gewand, das die Motten zerfressen.]

 

 

2. Lesung: Phil 2,6-11

 

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi.

 

[Seid untereinander so gesinnt,
wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:] Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich
und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

 

Darum hat ihn Gott über alle erhöht 
und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: «Jesus Christus ist der Herr» – 
zur Ehre Gottes, des Vaters.

 

 

Evangelium: Lk 22,14-23,56

 

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Lukas

 

Das Mahl

 

Als die Stunde gekommen war,
legte Jesus sich mit den Aposteln zu Tisch.

 

Und er sagte zu ihnen:
Mit großer Sehnsucht habe ich danach verlangt,
vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen. Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis es seine Erfüllung findet im Reich Gottes.

 

Und er nahm einen Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt diesen und teilt ihn untereinander! Denn ich sage euch:
Von nun an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt.

 

Und er nahm Brot,
sprach das Dankgebet,
brach es und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!

 

Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch
und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Doch siehe, die Hand dessen, der mich ausliefert, ist mit mir am Tisch. Der Menschensohn muss zwar den Weg gehen, der ihm bestimmt ist. Aber weh dem Menschen, durch den er ausgeliefert wird! Da fragte einer den andern, wer von ihnen das wohl sei, der dies tun werde.

 

Vom Dienen und Herrschen

 

Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei.

 

Da sagte Jesus zu ihnen:
Die Könige herrschen über ihre Völker und die Vollmacht über sie haben, lassen sich Wohltäter nennen. Bei euch aber soll es nicht so sein,
sondern der Größte unter euch soll werden wie der Jüngste und der Führende soll werden wie der Dienende. Denn wer ist größer:
Der bei Tisch sitzt oder der bedient?
Ist es nicht der, der bei Tisch sitzt?
Ich aber bin unter euch wie der, der bedient.

 

Ihr aber habt in meinen Prüfungen bei mir ausgeharrt. Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: Ihr sollt in meinem Reich
an meinem Tisch essen und trinken und ihr sollt auf Thronen sitzen
und die zwölf Stämme Israels richten.

 

Die Ankündigung der Verleugnung

 

Simon, Simon,
siehe, der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du wieder umgekehrt bist, dann stärke deine Brüder!

 

Darauf sagte Petrus zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.

 

Jesus aber sagte: Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht, wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen.

 

Die Stunde der Not

 

Dann sagte Jesus zu ihnen: Als ich euch ohne Geldbeutel aussandte, ohne Verratstasche und ohne Schuhe, habt ihr da etwa Not gelitten?

 

Sie abtworteten: Nein.

 

Das sagte er ihnen: Jetzt aber soll, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen und ebenso die Tasche. Wer dies nicht hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich ein Schwert kaufen. Denn ich sage euch: An mir muss sich erfüllen, was geschrieben steht: Er wurde zu den Gesetzlosen gerechnet. Denn alles, was über mich gesagt ist, geht in Erfüllung.

 

Da sagten sie; Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter.

 

Er erwiderte: Genug davon!

 

Das Gebet in Getsemani

 

Dann verließ Jesus die Stadt
und ging, wie er es gewohnt war, zum Ölberg; seine Jünger folgten ihm.

 

Als er dort war, sagte er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet!


 

Dann entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete:
Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.

 

Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
Und er betete in seiner Angst noch inständiger
und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. Nach dem Gebet stand er auf,
ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend;
denn sie waren vor Kummer erschöpft.

 

Da sagte er zu ihnen: Wie könnt ihr schlafen?
Steht auf und betet,
damit ihr nicht in Versuchung geratet!

 

Die Gefangennahme Jesu und die Verleugnung durch Petrus

 

Noch während er redete,
siehe, da kam eine Schar Männer; und der Judas hieß, einer der Zwölf, ging ihnen voran. Er näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.

 

Jesus aber sagte zu ihm: Judas, mit einem Kuss lieferst du den Menschensohn aus?

 

Als seine Begleiter merkten, was bevorstand, fragten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer von ihnen schlug auf den Diener des Hohepriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab.

 

Da sagte Jesus: Lasst es! Nicht weiter! Und er berührte das Ohr und heilte den Mann.

 

Zu den Hohepriestern aber, den Hauptleuten der Tempelwache
und den Ältesten, die vor ihm standen, sagte Jesus: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen. Tag für Tag war ich bei euch im Tempel und ihr habt nicht Hand an mich gelegt. Aber das ist eure Stunde
und die Macht der Finsternis.

 

Darauf nahmen sie ihn fest,
führten ihn ab
und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus folgte von Weitem.
Mitten im Hof hatte man ein Feuer angezündet, und Petrus setzte sich zu den Leuten, die dort beieinandersaßen.

 

Eine Magd sah ihn am Feuer sitzen, schaute ihn genau an
und sagte: Der war auch mit ihm zusammen.

 

Petrus aber leugnete es
und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht.

 

Kurz danach sah ihn ein anderer und bemerkte: Du gehörst auch zu ihnen.

Petrus aber sagte: Nein, Mensch, ich nicht!

Etwa eine Stunde später behauptete wieder einer: Wahrhaftig, der war auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer.

Petrus aber erwiderte: Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst.

Im gleichen Augenblick, noch während er redete, krähte ein Hahn. Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an.
Und Petrus erinnerte sich an das Wort, das der Herr zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

Die Männer, die Jesus bewachten, trieben ihren Spott mit ihm. Sie schlugen ihn,
verhüllten ihm das Gesicht
und fragten ihn: Du bist doch ein Prophet,
sag uns: Wer hat dich geschlagen?
Und noch viele anderen Lästerungen stießen sie gegen ihn aus.

Jesus vor dem Hohen Rat

Als es Tag wurde,
versammelte sich der Ältestenrat des Volkes, die Hohepriester und die Schriftgelehrten
und sie ließen Jesus vor ihren Hohen Rat führen.

Sie sagten zu ihm:
Wenn du der Christus bist, dann sag es uns!

Er antwortete ihnen:
Wenn ich es euch sage, glaubt ihr mir ja doch nicht; und wenn ich euch etwas frage, antwortet ihr nicht. Von nun an wird der Menschensohn zur Rechten der Macht Gottes sitzen. Da sagten alle: Du bist also der Sohn Gottes?

Er antwortete ihnen: Ihr sagt es – ich bin es.

Da riefen sie:
Wozu brauchen wir noch eine Zeugenaussage? Wir haben es selbst aus seinem Mund gehört.

Jesus vor Pilatus und Herodes

Daraufhin erhob sich die ganze Versammlung und man führte Jesus zu Pilatus.
Dort brachten sie ihre Anklage gegen ihn vor; sie sagten: Wir haben festgestellt, dass dieser Mensch unser Volk verführt, es davon abhält, dem Kaiser Steuer zu zahlen, und behauptet, er sei der Christus und König.

Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden?

Er antwortete ihm: Du sagst es.

Da sagte Pilatus zu den Hohepriestern und zur Volksmenge: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.

Sie aber blieben hartnäckig
und sagten: Er wiegelt das Volk auf;
er verbreitet seine Lehre im ganzen jüdischen Land, angefangen von Galiläa bis hierher.

Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei. Und als er erfuhr,
dass Jesus aus dem Herrschaftsgebiet des Herodes komme, ließ er ihn zu Herodes bringen,
der in jenen Tagen ebenfalls in Jerusalem war.

Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah;
schon lange hatte er sich gewünscht, ihn zu sehen, denn er hatte von ihm gehört.
Nun hoffte er, ein von ihm gewirktes Zeichen zu sehen. Er stellte ihm viele Fragen, doch Jesus gab ihm keine Antwort.

Die Hohepriester und die Schriftgelehrten, die dabeistanden, erhoben schwere Beschuldigungen gegen ihn.
Herodes und seine Soldaten zeigten ihm offen ihre Verachtung. Er trieb seinen Spott mit Jesus,
ließ ihm ein Prunkgewand umhängen
und schickte ihn so zu Pilatus zurück.
An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde;
vorher waren sie Feinde gewesen.

Pilatus rief die Hohepriester
und die anderen führenden Männer und das Volk zusammen und sagte zu ihnen:
Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht und behauptet, er wiegle das Volk auf.
Und siehe, ich selbst habe ihn in eurer Gegenwart verhört und habe an diesem Menschen die Schuld, wegen der ihr ihn anklagt,
nicht gefunden, auch Herodes nicht,
denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt. Ihr seht also:

Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht.
Daher will ich ihn auspeitschen lassen
und dann freilassen.
Er musste ihnen aber zum Fest einen Gefangenen freilassen. 

Da schrien sie alle miteinander: Weg mit ihm;
lass den Barabbas frei!

Dieser Mann war wegen eines Aufruhrs in der Stadt und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen worden. Pilatus aber redete wieder auf sie ein, denn er wollte Jesus freilassen. 

Doch sie schrien: Kreuzige ihn, kreuzige ihn!

Zum dritten Mal sagte er zu ihnen: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen?
Ich habe nichts feststellen können, wofür er den Tod verdient. Daher will ich ihn auspeitschen lassen und dann werde ich ihn freilassen. 

Sie aber schrien und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch:
Da entschied Pilatus, dass ihre Forderung erfüllt werden solle. Er ließ den Mann frei, der wegen Aufruhrs und Mordes im Gefängnis saß und den sie gefordert hatten.
Jesus aber lieferte er ihrem Willen aus.

Kreuzweg und Kreuzigung 

Als sie Jesus hinausführten,
ergriffen sie Simon, einen Mann aus Kyrene, der gerade vom Feld kam.

Ihm luden sie das Kreuz auf,
damit er es hinter Jesus hertrage.

Es folgte ihm eine große Menge des Volkes,
darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.

Jesus wandte sich zu ihnen um
und sagte: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure Kinder! Denn siehe, es kommen Tage, da wird man sagen: Selig die Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben.
Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?

Zusammen mit Jesus
wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt.

Sie kamen an den Ort, der Schädelhöhe heißt; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links.

Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen,
denn sie wissen nicht, was sie tun!
Um seine Kleider zu verteilen, warfen sie das Los.

Das Volk stand dabei und schaute zu;
auch die führenden Männer verlachten ihn
und sagten: Andere hat er gerettet,
nun soll er sich selbst retten,
wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte.

Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin,
reichten ihm Essig
und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst! 

Über ihm war eine Aufschrift angebracht: Das ist der König der Juden.

Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott?
Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!

Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir:
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Der Tod Jesu

Es war schon um die sechste Stunde,
als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach – bis zur neunten Stunde.
Die Sonne verdunkelte sich.
Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei.

Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. E Mit diesen Worten hauchte er den Geist aus.

Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Wirklich, dieser Mensch war ein Gerechter.

Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte,
schlugen sich an die Brust und gingen weg. Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung, auch die Frauen, die ihm von Galiläa aus nachgefolgt waren und die dies mit ansahen.

Das Begräbnis Jesu

Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Mitglied des Hohen Rats
und ein guter und gerechter Mensch. Dieser hatte ihrem Beschluss und Vorgehen nicht zugestimmt. Er war aus Arimathäa, einer jüdischen Stadt,
und wartete auf das Reich Gottes
Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.
Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war.

Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach.
Die Frauen in seiner Nachfolge,
die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das Grab und wie der Leichnam bestattet wurde. Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Salben und Öle zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gebot vorgeschriebene Ruhe ein.

 

Impuls: Das Auftreten eines Königs, dessen Reich nicht von dieser Welt ist, sondern darin besteht Diener aller zu sein und aus Liebe sich ganz der Gemeinschaft hinzugeben

Eine neue Ära bricht an. Der wahre König zieht in seine Residenzstadt – Jerusalem -ein. Er kennt sein Schicksal und gibt sie durch grundlegende Symbole allen kund. Es scheint alles geplant, nach dem Willen seines Vaters abzulaufen. Die Jünger werden beauftragt, ihm ein Fohlen – nicht ein stattliches Pferd – zu bringen, dass schon bereitsteht. Woher Jesus diese Kenntnis hat, wird uns nicht mitgeteilt, sondern er gibt schlicht seinen Jüngern einen Auftrag. Das Fohlen hat eine Besonderheit: es wurde bisher noch nicht von einem Menschen beritten. Es wird damit etwas Besonderes angekündigt. Es ist für den «Herrn» vorgesehen. Jesus bezeichnet sich hier selbst als «Herr». Alles verläuft so, wie es Jesus vorausgesagt hat. Jesus reitet nun auf diesen Fohlen zur Stadt und seine Jünger legen ihre Kleider auf den Weg, eine Geste, die als Ehrung eines künftigen Königs bekannt ist, so schon in 2 Könige 9,13, wo die Israeliten die eigenen Kleider dem künftigen König zu Füßen legen, damit der Staub der Straße ihn nicht beschmutzt. Die begleitenden Jünger beginnen freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben als sie sich dem Ölberg nähern. Sie erinnern an die erlebten Machttaten Jesu. Zudem wird er als gesegneter König, der vom Herrn gesandt wurde, als Messias, herausgerufen. Hier wird eine neue Ära ausgerufen mit dem von Gott gesandten Herrscher.

Den frommen Pharisäern scheint es eine Provokation, so dass sie Jesus aufrufen, seine Jünger zu zügeln. Doch die kurze Antwort Jesu, dass es nicht die Zeit des Schweigens sei, sondern selbst Steine nun schreien würden, deutet an, dass es hier um eine entscheidende Offenbarung geht. Es wird herausgeschrien. Alle sollen es hören. Die Hörer und Leser dieses Textes werden nun zur Aufmerksamkeit gerufen, denn was nun in der weiteren Erzählung – der Passionsgeschichte - folgt, ist eine entscheidende Offenbarung über das Königsverständnis Christi und über die Ordnung in seinem angebrochenen Reich.

Der Prophet Jesaja erinnert uns an der Treue Gottes, denn am Ende wird Gott seinen bedrängten und geschmähten «Schülern» - den Propheten und Gesandten - zu Hilfe kommen. Dem leidendem Gerechten steht Gott stets bei.

Paulus stellt der Gemeinde von Philippi Christus als Vorbild vor: Gott wurde in Christus menschengleich, er hat sich erniedrigt und ging in Gehorsam seinen Weg bis zum Tod am Kreuz. Nicht Herrschaft, sondern Hingabe ist von Christen gefordert. Auch, wenn das Leiden und der Tod Christi wie ein Scheitern, ein Drama erscheint, so wurde er am Ende erhöht, wie niemand zuvor. Das Bekenntnis «Jesus Christus ist der Herr» bildet den Kern unseres Glaubens. Gott selbst begegnet uns in Christus und zeigt uns seine wahre Herrschaft: sich selbst niedrig zu machen im Dienst an und für alle. So werden wir wirklich menschlich nach dem Willen des Schöpfers.

 

Die Passionsgeschichte enthält konzentriert die Botschaft über das Königreich Gottes. In Reich Gottes steht derjenige an erster Stelle, der der Gemeinschaft dient, nicht jene, die meinen die ersten Jünger zu sein oder die eine besondere Nähe zu Christus proklamieren. Die Apostel erweisen sich in der Stunde der Bedrängnis und Gefangennahme Jesu schwach: Verrat durch Judas aber auch die Verleugnung durch Petrus zeigen deren Ängste und Zweifel.

 

Ein weiteres Thema ist sein Königsein, der durch den Titel «König», ihn schließlich mit den politischen Autoritären in Konflikt bringt. Hier befinden wir uns im Zentrum des Glaubens: Wie ist das Reich Gottes zu verstehen? Wie ist die Königsherrschaft Christus zu begreifen? Beim Evangelisten Lukas ist es das eigene Volk, dass hier schreit und schließlich den Tod von Jesus schreiend fordert. Sie haben wohl begriffen, dass Jesus und seine Jünger nicht den bewaffneten Befreiungskampf gegen die Römer führen wollen, daher fordern sie, in ihrer Logik, die Freilassung des Rebellen Barrabas. Das Todesurteil gegen Jesus scheint nach dem glorreichen Einzug in Jerusalem aber das Ende der Jesusbewegung herbeizurufen. Jesus scheint gescheitert zu sein. Alles steht nun in Frage, auch wenn einer der Mitgekreuzigten und der römische Hauptmann am Kreuz in ihm den Messias erkennen.

 

Ein Reich, indem alle einander dienen sollen und ein König, der sich für sein Volk opfert, ihm dadurch den Weg zur Wahrheit, Gerechtigkeit, Gehorsam gegenüber Gott-Vater und vor allem die Liebe zu allen Menschen aufzeigt, dass gilt es hier zu begreifen.     

 

Impulso: Cristo se presenta como un rey cuyo reino no es de este mundo, sino que consiste en ser servidor de todos y entregarse completamente por amor a la comunidad.

Una nueva era está amaneciendo. El verdadero rey se acerca a su ciudad de residencia: Jerusalén. Él conoce su destino y lo anuncia a través de profundos símbolos. Todo parece estar planeado, según la voluntad de su Padre. Los discípulos reciben el encargo de traerle un pollino - no un caballo majestuoso - que ya está esperándolo en la entrada de la ciudad. No se nos dice de dónde Jesús obtuvo este conocimiento, pero es él que da una orden a sus discípulos. El pollino tiene una característica especial: aún no ha sido montado por un humano. Esto anuncia algo especial. El animal está destinado por llevar al «Señor». Jesús se llama a sí mismo «Señor» aquí. Todo ocurre como Jesús lo predijo. Así Jesús monta este pollino en dirección a la ciudad y sus discípulos ponen sus ropas en el camino, un gesto conocido como un honrar a un futuro rey; ya en 2 Reyes 9:13 los israelitas pusieron sus propias ropas a los pies del lugar por donde transitaría el futuro rey para que no lo ensucie el polvo del camino.

Los discípulos acompañantes comienzan a alabar a Dios con alegría, en voz alta mientras se acercan al Monte de los Olivos. Nos recuerdan los hechos poderosos realizados por Jesús que ellos mismos experimentaron. Además exclaman a todos que Jesús es un rey bendito enviado por el Señor, como el Mesías esperado. Aquí se proclama una nueva era con el gobernante enviado por Dios.

A los piadosos fariseos les parece una provocación, por lo que piden a Jesús que controle a sus discípulos. La breve respuesta de Jesús, que no era el momento del silencio, sino que incluso las piedras clamarían ahora, indica que aquí está en juego una revelación crucial. Están gritado, exclamado. Todo el mundo debería saberlo.  Como oyentes y lectores de estos textos, los gritos llaman nuestra atención, porque lo que sigue en los textos es una revelación crucial del reinado de Cristo y del orden de su reino.

El profeta Isaías nos recuerda la fidelidad de Dios, porque al final vendrá al rescate de sus «discípulos» - profetas y enviados - afligidos y vilipendiados. Dios ayuda a los justos que sufren por él.

Pablo presenta a Cristo a la comunidad de Filipos como modelo: Dios se hizo hombre en Cristo, se humilló y se hizo obediente hasta la muerte en la cruz. No se presentó como un señor que domina a otros, sino que él expresa la devoción; es eso lo que se requiere de los cristianos. Aunque su sufrimiento y muerte parezcan en un momento un fracaso, un drama, Pablo destaca que Cristo fue exaltado como nadie antes. La confesión «Jesucristo es el Señor» forma el núcleo de nuestra fe. Dios mismo nos ha encontrado en Cristo y nos muestra su verdadero dominio: humillarse en el servicio de y por los demás. Así es como nos hacemos verdaderamente humanos según la voluntad del Creador.

La narración de la pasión de Jesús contiene el mensaje sobre el reino de Dios en forma concentrada. En el reino de Dios están en primer lugar los que sirven a la comunidad, no los que se creen los primeros discípulos o los que proclaman una especial cercanía a Cristo. Los apóstoles se muestran débiles en la hora de prueba, expresan su angustia y abandonan a Jesús en el momento de su captura: la traición de Judas pero también la negación de Pedro muestran el temor y la duda que entra sus corazones.

Otro tema dominante en la narración de la pasión de Jesús es sobre su realeza, es el título de rey que eventualmente lo pone en conflicto con las autoridades políticas. Aquí estamos en el centro de la fe: ¿Cómo se debe entender el reino de Dios? ¿Cómo debe entenderse la realeza de Cristo? En el Evangelio, según Lucas, es el propio pueblo judío que grita y finalmente exige la muerte de Jesús. Probablemente han entendido que Jesús y sus discípulos no quieren encabezar la lucha armada por la liberación contra los romanos, por lo que exigen la liberación del rebelde Barrabás. Después de la gloriosa entrada en Jerusalén, su sentencia de muerte parece poner fin al movimiento de Jesús. Jesús parece haber fallado. Todo ahora está en duda, aunque uno de los crucificados junto con Jesús y el centurión reconocen en él al Mesías.

Un reino en el que todos deban servirse unos a otros y un rey que se sacrifica por su pueblo, mostrando así el camino de la verdad, justicia, obediencia a Dios Padre y, sobre todo, amor a los demás, eso es lo que se debe entender como mensaje clave aquí.

(Peter Downes, Theologe).

3. Sonntag der österlichen Bußzeit (20.3.2022)

Moses und der brennende Dornbusch, Lithographie aus dem Exodus-Zyklus von Marc Chagall, 1966

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

3. Sonntag der österlichen Bußzeit (20.3.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Ex 3,1-8a.10.13-15

 

Lesung
aus dem Buch Exodus.

 

In jenen Tagen weidete Mose die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian.

 

Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch.

 

Er schaute hin:  Der Dornbusch wurde nicht verzehrt.

 

Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Bornbusch nicht?

 

Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose!

 

Er antwortete: Hier bin ich.

 

Er sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo due stehst, ist heiliger Boden.

 

Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.

 

Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.

 

Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne sein Leid. Ich bin herabgestiegen, um es der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, indem Milch und Honig fließen, [in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücke.]

 

Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, as Ägypten heraus!

 

[Mose antwortet Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte?

 

Er aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt und als Zeichen dafür soll dir dienen: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr Gott an diesem Berg dienen.]

 

Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen sagen?

 

Da antwortet Gott dem Mose: Ich bin, der ich bin.

 

Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der «Ich-bin» hat mich zu euch gesandt.

 

Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Der Herr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer und so wird man mich anrufen von Geschlecht zu Geschlecht. 

 

 

 

 

2. Lesung: 1 Kor 10,1-6.10-12

 

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.

 

Ihr sollt wissen Brüder und Schwestern, dass unsere Väter alle unter der Wolk waren, alle durch das Meer zogen und alle auf Mose getauft wurden in der Wolke und im Meer.

 

Alle aßen auch die gleiche geistgeschenkte Speise und alle tranken den gleichen geistgeschenkten Trank; denn sie tranken aus dem geistgeschenkten Felsen, der mit ihnen zog.

 

Und dieser Fels war Christus.

 

Gott aber hatte an den meisten von ihnen kein Gefallen; denn er ließ sie in der Wüste umkommen.

 

Das aber geschah als warnendes Beispiel für uns: damit wir uns nicht von der Gier nach dem Bösen beherrschen lassen, wie jene sich von der Gier beherrschen ließen.

 

Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten; sie wurden vom Verderber umgebracht!

 

Das aber geschah an ihnen, damit es uns als Bespiel dient; uns zur Warnung wurde es aufgeschrieben, uns, die das Ende der Zeiten erreicht hat.

 

Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt. 

 

 

Evangelium: Lk 13,1-9

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

 

Zu jener Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte.

 

Und er antwortete ihnen:
Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren
als alle anderen Galiläer,
weil das mit ihnen geschehen ist?

 

Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt.

 

Oder jene achtzehn Menschen,
die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden – meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem?

 

Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. 


 

Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis:
Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine.

Da sagte er zu seinem Winzer:
Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre
und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts.
Hau ihn um!
Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?

 

Der Winzer erwiderte:
Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen! 


 

 

Impuls: Lehren aus dem Leid ziehen und ein geduldiger Gott an meiner Seite

 

Leid kennen wir alle und oft stellen wir uns die Frage, weshalb trifft es mich oder auch weshalb jene Unschuldige und gute Menschen? Wer ist dafür verantwortlich und wer soll hier Abhilfe schaffen? Moses erlebt in einer solchen Situation seine Berufung. Er hat erlebt, wie die Israeliten in Ägypten unter den Arbeits- und Lebensbedingen leiden und begegnet nun in der Steppe Gott, in einer außergewöhnlichen und unnatürlichen Erscheinung, eines brennenden aber nicht verbrennenden Dornbusches. Ausgerechnet an ihm ergeht nun ein göttlicher Auftrag. Er wird von Gott zum Propheten und zum Führer der Israeliten berufen. Durch ihn will Gott jetzt in die Geschichte eingreifen und dem Leid seines Volkes ein Ende bereiten. Wichtig ist dabei, dass Gott sich offenbart, er gibt seinen Namen preis: JHWH. «Ich bin, der ich bin», so nennt er sich! Er ist der ewig Daseiende, an der Seite seines Volks Gehende. Man kann sich auf ihn verlassen, denn er hat sich als der Daseinde in der Geschichte seines Volkes bereits erwiesen, bei den großen Stammesvätern Abraham, Issak und Jakob. Moses Aufgabe ist die eines Vermittlers zwischen den Ägyptern und den Israeliten. Dabei spielt sicherlich seine eigene Geschichte als einem in einem Korb im Nil «ausgesetztes» Israelitenkind und aufgewachsen in der ägyptischen Kultur eine entscheidende Roll, denn sie machen ihn zum idealen Propheten für beide Seiten: als Mahner der Ägypter und Botschafter der Verheißung für die Israeliten.

JHWH bleibt uns einerseits stets verborgen, denn er gibt nicht direkt Auskunft über sein inneres Wesen. Er ist, wie er ist, lautet schlicht seine Identifizierung. Um ihn zu ergründen müssen wir in die Geschichte zurückschauen und erkennen, als wen er sich dort erweist. Wir können ihn nicht verändern, sondern nur entdecken, als den, wie er sich uns zeigt: als ein geduldiger Daseiender, ein Gott der seinem Volk in der Not und im Leid zur Seite steht. Als solcher wird er auch in den Psalmen besungen. 

 

Paulus erinnert die Korinther an dieses Wirken Gottes in der Geschichte und in der Gegenwart. Der Bund, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat, ist in Christus vollendet. In aller Drangsal erweist sich JHWH stets als Daseiender (als Fels) für sein Volk. Er rettete sie vor den Ägyptern, indem er sie gleichsam einer Taufe durchs Rote Meer führte, führte sie so von einem leidvollen Leben zu einem verheißungsvollen neuen Leben. Christus ist ebenso ein Fels, denn er ist für uns da. Unser Leben wird aber nicht ohne Leiden und Gefahren verlaufen, sondern wir sind aufgerufen, aus unseren Fehlern und Schicksalen zu lernen und müssen das Böse, Schlechte – menschenfeindliche Verhalten – abzulegen, uns auf die Beine stellen, um da zu sein für andere.

 

Wir sollen umkehren, d.h. erkennen, dass wir für andere da sein müssen, feststehend wie ein Baum und reichlich Früchte bringen. Wenn ein Baum aber auf längere Zeit keine Früchte bringt, so verlangt es die Vernunft, ihn umzuhauen, damit der Boden für einen neuen fruchtbaren Baum diene. Jesus legt uns hier Parabel vor, von einem Winzer und seinem Herrn, wobei es eben um eine Weinrebe geht, die schon drei Jahre keine Früchte bringt. Wie lange soll man da noch warten, bis diese Rebe schließlich doch noch überraschend Frucht bringen könnte? Der Herr verweist auf die Regel: Bäume, die mehrere Jahre nacheinander keine Früchte tragen, nützen nichts mehr und müssen Platz für neue Bäume machen. Der Winzer aber bittet seinen Herrn um Geduld; es sollte noch eine letzte Chance gegeben werden, ein letztes Jahr, um sicher zu sein, dass wirklich nichts mehr vom Baum - von der Rebe - zu erwarten ist. Es ist der letzte Aufruf zum rechten Handeln, endlich Früchte zu zeigen. 

 

Wie lange wollen wir noch warten, bis wir uns endlich besinnen, dass wir zum Handeln aufgerufen sind, dass wir da sein sollen für andere, wie Gott, JHWH, da ist für uns. Präsent sein, die Stimme erheben, anderen helfen, sie besuchen, oder einfach auch nur zuhören, an ihrer Seite stehen, für sie da zu sein. Wir existieren nicht allein für uns, sondern sind nur dann wirklich Mensch, wenn wir auch für andere da sind.

 

 

Impulso: Aprender de las lecciones del sufrimiento y frustraciones y confiar en Yahveh, un Dios paciente y siempre a mi lado

 

Todos nosotros hemos experimentado muchas veces sufrimientos y frustraciones en nuestra vida y nos preguntamos: ¿Por qué me toca o por qué sufren personas inocentes y buenas? ¿Quién debería arreglarlo? ¿Dios, o nosotros mismos?

 

Es en tal situación que Moisés experimenta su vocación para transformarse en un profeta de Dios, Yahveh. Él vio cómo los israelitas, en Egipto, sufrieron bajo las condiciones de trabajo y vida y ahora él se encuentra con Dios en la estepa, quien se le aparece en una forma muy particular y antinatural: en una zarza ardiente pero que realmente no quema.

 

Él escucha la voz de Dios quien le llama a ser su profeta y líder de los israelitas y, a través de él, Yahveh buscar intervenir en la historia para poner fin al sufrimiento de su pueblo. Es importante, en este encuentro, que Dios se revele, se manifieste bajo el nombre: YHWH. «Soy quien soy», ¡así se llama a sí mismo! Él es Él eternamente, existente, caminando al lado de su pueblo. Se puede confiar en Él porque ha demostrado ser siempre el mismo en la historia de su pueblo cuando se declaró protector de los antiguos patriarcas Abraham, Isaac y Jacob.

 

Moisés se convierte en mediador entre los egipcios y los israelitas. Su propia historia como niño israelita que fue «rescatado» en una canasta en el Nilo y creció en la cultura egipcia lo convierten en el profeta ideal para ambos lados: como un amonestador para los egipcios y un mensajero de la promesa divina para los israelitas. Por un lado, YHWH permanece oculto para nosotros porque no nos proporciona información directa sobre Su naturaleza. Él es quien es. Para comprenderlo, debemos mirar hacia atrás en la historia para ver cómo se demuestra allí. No podemos cambiarlo, sino solamente descubrirlo tal como se ha mostrado a sí mismo en la relación con su pueblo: como un ser paciente, el Dios que se mantiene al lado de su pueblo en sus necesidades y sufrimientos. Es lo que también se canta en los Salmos.

 

Pablo recuerda a los corintios este obrar de Dios en la historia y en el presente. La alianza que Dios hizo con su pueblo se completa en Cristo. En toda tribulación, YHWH siempre demostró ser Existente (como una roca) para su pueblo. Él salvó a los israelitas de los egipcios y los condujo, en forma de un bautismo, a través del Mar Rojo, de una vida de sufrimiento a una vida nueva y prometedora. Cristo es esa roca, él está ahí para nosotros. Sin embargo, nuestra vida no está exenta de sufrimientos y peligros, pero estamos llamados a aprender de los errores y faltas ante los demás, a resistir al mal que nos corrompe y transforma en inhumanos. Es tiempo de ponernos de pie, para estar allí para los demás.

 

Debemos convertirnos en mejor humanos, es decir, darnos cuenta de que tenemos que existir para los demás, crecer como un árbol y dar frutos. Pero si un árbol no da fruto por mucho tiempo, parece muy racional que sea cortado para que la tierra se aproveche para un nuevo árbol fructífero. Jesús relata la parábola de un viñador y su señor, que trata de una vid que no ha dado fruto desde hace tres años. ¿Cuánto tiempo se debe esperar hasta que esta vid finalmente de frutos? El Señor señala la regla: los árboles que no dan fruto durante varios años seguidos son inútiles y deben dar paso a nuevos árboles. Pero el viñador pide paciencia, una última oportunidad, un último año, para estar seguros de que realmente no se puede esperar más del árbol, de esta vid.

 

¿Cuánto tiempo debemos esperar hasta que finalmente recordemos que estamos llamados a la acción, que debemos existir para los demás, igual que nuestro Dios, YHWH, está ahí para nosotros? Debemos estar presentes, alzar la voz, ayudar a los demás, visitarlos o simplemente escuchar otros, estar a su lado, estar ahí para ellos. No existimos solo para nosotros mismos; somos realmente humanos cuando también estamos ahí para los demás.

 

(Peter Downes, Theologe).

1. Sonntag der österlichen Bußzeit (6.3.2022)

«Aschermittwoch» von Carl Spitzweg, 1855-1860, Staatsgalerie Stuttgart. Nach der ausgelassenen Zeit beginnt nun die Zeit der Besinnung und Umkehr

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

1. Sonntag der österlichen Bußzeit (6.3.2022)

 

  1. 1.    Lesung: Dan 26,4-10

 

Lesung
aus dem Buch Deuteronomium.

 

In jenen Tagen sprach Mose zum Volk: Wenn du die ersten Erträge von den Früchten des Landes darbringst,
dann soll der Priester
den Korb aus deiner Hand entgegennehmen
und ihn vor den Altar des HERRN, deines Gottes, stellen.

 

Du aber
sollst vor dem HERRN, deinem Gott, folgendes Bekenntnis ablegen:

Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er zog nach Ägypten, lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten und wurde dort
zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk.

 

Die Ägypter behandelten uns schlecht, machten uns rechtlos
und legten uns harte Fronarbeit auf. 


 

Wir schrien zum HERRN, dem Gott unserer Väter, und der HERR hörte unser Schreien
und sah unsere Rechtlosigkeit, unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis.


 

Der HERR führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm, unter großem Schrecken, unter Zeichen und Wundern aus Ägypten, er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, wo Milch und Honig fließen.

 

Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, HERR. Wenn du den Korb vor den HERRN, deinen Gott, gestellt hast, sollst du dich vor dem HERRN, deinem Gott, niederwerfen. 


 

 

2. Lesung: Röm 10,8-13

 

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.

 

Schwestern und Brüder!

 

Was sagt die Schrift? Nahe ist dir das Wort
in deinem Mund und in deinem Herzen.
Das heißt: das Wort des Glaubens, das wir verkünden; denn wenn du mit deinem Mund bekennst: „Herr ist Jesus“ – und in deinem Herzen glaubst: „Gott hat ihn von den Toten auferweckt“, so wirst du gerettet werden.

 

Denn mit dem Herzen glaubt man und das führt zur Gerechtigkeit, mit dem Mund bekennt man und das führt zur Rettung. 


 

Denn die Schrift sagt:
Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen. 


 

Denn darin gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen. Denn alle haben denselben Herrn; aus seinem Reichtum beschenkt er alle, die ihn anrufen. 


 

Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. 


 


 

Evangelium: Lk 4,1-13

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

 

In jener Zeit
kehrte Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, vom Jordan zurück.

 

Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt, vierzig Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts;
als sie aber vorüber waren, hungerte ihn.

 

Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden.

 

Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

 

Da führte ihn der Teufel hinauf
und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises.

 

Und er sagte zu ihm:
All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen
und ich gebe sie, wem ich will.


 

Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören.

 

Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.

 

Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel
und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab; denn es steht geschrieben: Seinen Engeln befiehlt er deinetwegen, dich zu behüten; und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

 

Da antwortete ihm Jesus: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.

 

Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel bis zur bestimmten Zeit von ihm ab. 


 

 

Impuls: Allein auf Gott dürfen wir vertrauen

 

Am vergangenen Aschermittwoch begann die 40-tägige österliche Fastenzeit, eine Zeit der Buße und innerlichen Vorbereitung auf das große Heilgeschehen: der Passion und Auferstehung Christi. Als Zeichen der Bußbereitschaft empfangen wir die Asche aus verbrannten Palmenzweigen bzw. Pottasche aufs Haupt oder Stirn in Form eines Kreuzes. Es wird damit ein alter Bußbrauch der Spätantike aufgegriffen, indem der Büßer sich mit einem Sack bekleidete und sich Asche übers Haupt streute.

 

Wir werden in der Messe auch daran erinnert, dass wir vergänglich sind. Wie Adam (= Mensch/Menschheit) sind wir aus der Adamah (Erde) gemacht, sind also Erdmenschen im vollsten Sinn. Aus Staub wurden wir gemacht und zu Staub werden wir wieder zerfallen, wenn wir unser Leben beenden. Die Botschaft ist deutlich: wir sind Teil dieser Erde und sollten sie daher auch mehr wertschätzen und pflegen. Unser Umgang mit dieser Adamah wird auch uns als Adam – Menschheit – bestimmen. Sie ist letztlich unser Schicksal.

 

Die heutigen Texte erinnern uns an unseren Schöpfer und an seinem Beistand in der Not und seine Fürsorge auch in größter Bedrängnis. Er ist der Befreier aus unseren Ängsten, der Befreier der Israeliten aus Ägypten sowie der Retter aus den Fängen des Todes. Ihm allein gilt dann unser Dank. Wir müssen uns auf Gott vertrauen und wenn wir mit Mund und Herzen in Bekennen, dann dürfen wir auf unsere Errettung hoffen. Es ist der Glaube, der zum Heil führt, wie es Paulus in seinem Brief an die Römer deutlich ausdrückt.

 

Israel zog 40 Jahre durch die Wüste, erlitt mehrfach Versuchungen durch Hunger und Gotteszweifel, bis es endlich ins verheißene Land, wo Milch und Honig fließen, gelangte. Jesus zog sich, vor seinem öffentlichen Auftritt, 40 Tage in die Wüste zurück, wo er fastete und ebenfalls versucht wurde. Der Teufel selbst steht hier ihm gegenüber und fordert ihn heraus, sich als göttlich zu erweisen, indem er seine Macht für sich selbst nutzen soll, um bei der ersten Versuchung einen Stein in Brot zu verwandeln. Jesus reagiert darauf mit den bedeutsamen Worten: «Der Mensch lebt nicht von Brot allein». Bei der zweiten Versuchung bietet der Teufel Jesus die Weltmacht an. Interessant ist hier, dass solches Machtstreben als teuflisch - denn der Teufel ist der Besitzer dieser Herrschaftsmacht – bezeichnet wird. Der Teufel verlangt die Anbetung für diese Machtübertragung. Jesus verweist jedoch auf den einzigen Gott, dem Herrn (Jahweh), dem man dienen und sich unterwerfen sollte. Schließlich erfolgt die dritte Versuchung des Teufels. Es geht dabei um die Überwindung des Todes bzw. die Herausforderung Gottes selbst, der hier zum Eingreifen und Rettung seines Sohnes versucht werden soll. Jesus wird vom Teufel aufgefordert, sich von der Spitze des Tempels herabstürzen, d.h. vom Heiligtum Gottes, um so das Eingreifen Gottes zu erzwingen. Jesus widersteht all diesen Versuchungen des Teufels. Sein Weg ist ein anderer. Ihn können der Hunger, menschliche Machtgelüste sowie die Angst vor dem Tod nicht manipulieren. Sein Vertrauen ruht ganz auf Gott.

 

Die Gefahren der Macht- und Herrschaftsgelüste sind uns in diesen Tagen besonders gegenwärtig, wenn wir den Krieg mit all ihren Schrecken in Ukraine mitansehen müssen. Ein Krieg, der als Machtkampf geführt wird und der Tod und bald auch Hunger nach sich zieht.

 

Wir müssen uns in dieser Fastenzeit darauf besinnen, worauf es als Mensch ankommt. Unsere Erde ist die Heimat aller. Niemand darf sich wie ein Gott betrachten und nach Allmacht streben und meinen die Naturgesetze, das göttliche Recht, außer Kraft zu setzten. Dieses ist der Weg, der in den Tod führt. Als Menschen der Erde müssen wir uns in den Dienst Gottes und den Mitmenschen stellen, dann erst werden wir wirklich zu einer Menschheit, die den Weg zum Heil entgegengeht.     

 

Impulso: Debemos poner nuestra confianza solamente el Dios

 

El pasado Miércoles de Ceniza comenzó la Cuaresma Pascual de 40 días, tiempo de penitencia y preparación interior para el gran acontecimiento de la salvación: la pasión y resurrección de Cristo. En señal de penitencia, recibimos las cenizas de ramas de palma quemadas u otra ceniza en la cabeza o la frente en forma de cruz. Se retoma una antigua costumbre de penitencia de la Antigüedad Tardía, en la que el penitente se vestía con un saco y se echaba ceniza sobre la cabeza.

 

También se nos recuerda en la celebración del Miércoles de Ceniza que nuestra vida es transitoria. Al igual que Adán (= hombre/humanidad), estamos hechos de la Adamah (tierra), por lo que somos gente de la tierra en el sentido más completo. De polvo fuimos hechos, y en polvo volveremos al final de nuestra vida. El mensaje es claro: somos parte de esta tierra y, por lo tanto, debemos valorar esta nuestro hábitat  y cuidarlo más. La forma en que tratamos esta Adamah también nos definirá como Adán: la humanidad. En última instancia, es nuestro destino.

 

Los textos de hoy nos recuerdan a nuestro Dios-Creador y su apoyo en tiempos de gran necesidad. Él es el libertador de nuestros temores, ya sea la liberación de los israelitas de Egipto o incluso salvándonos de la muerte. Debemos solo a él nuestra gratitud. Debemos confiar en Dios, y cuando confesamos con la boca y el corazón, entonces, podemos esperar la salvación. Es la fe la que conduce a la salvación, como Pablo lo expresa claramente en su carta a los Romanos.

 

Israel migró por el desierto durante 40 años, soportando repetidas tentaciones de hambre y dudas acerca de Dios, hasta que finalmente llegó a la tierra prometida donde fluía leche y miel. Antes de su aparición pública, Jesús se retiró 40 días al desierto, donde ayunó y también fue tentado. El mismo diablo está aquí frente a él, desafiándolo a demostrar su divinidad usando su poder para sí mismo y convirtiendo una piedra en pan en la primera tentación, sobre la cual caen las significativas palabras: «No sólo de pan vive el hombre». En la segunda tentación, el diablo le ofrece a Jesús el poder mundial. Es interesante aquí que tal lucha por el poder se describa como diabólica, porque el diablo es el dueño de este poder terrenal. El diablo requiere adoración para esta transferencia del poder. Jesús rechaza la tentación señalando que solamente al único Dios, el Señor (Yahvé), hay que servir y someterse. Finalmente, en la tercera tentación el diablo buscar convencer a Jesús de tirarse del templo para mostrar que sería salvado de la muerte. Se trata de desafiar al mismo Dios, que debería interferir en salvar la vida de su hijo. Jesús se encuentre encima del templo, es decir, desde el santuario de Dios, donde el diablo le desafía a aprobar su protección divina. Pero Jesús resiste todas estas tentaciones del diablo. Su camino es diferente. El hambre, el deseo humano de poder y el miedo a la muerte no pueden manipularlo. Su confianza descansa enteramente en Dios.

 

Los peligros del ansia al poder y la dominación están particularmente presentes en estos días en los que tenemos que presenciar la guerra en Ucrania con todos sus horrores. Una guerra que se expresa como una lucha por el poder y a la que sigue la muerte y pronto el hambre.

 

Durante este período de Cuaresma necesitamos reflexionar sobre lo que es importante como seres humanos. Nuestra tierra es el hogar de todos. A nadie se le permite considerarse a sí mismo como un dios y luchar por la omnipotencia y la intención de anular las leyes de la naturaleza, la ley divina. Este sería el camino a la muerte. Como hombres de la tierra tenemos que ponernos al servicio de Dios y de nuestros prójimos, solo así seremos realmente una humanidad que se encamine hacia su salvación.

 

(Peter Downes, Theologe).

Darstellung des Herrn / Mariä Lichtmess (2.2.2022)

Darstellung des Jesusknaben im Tempel. Mit Simeon und der Prophetin Hanna um 1291, Mosaik. Rom, Santa Maria in Trastevere

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

Darstellung des Herrn / Mariä Lichtmess (2.2.2022)

 

1. Lesung: Mal 3,1-4

Lesung
aus dem Buch Maleachi.

 

[Ihr ermüdet den HERRN mit euren Reden und ihr fragt: Wodurch ermüden wir ihn? Dadurch, dass ihr sagt: Jeder, der Böses tut, ist gut in den Augen des HERRN,
an solchen Leuten hat er Gefallen. Oder: Wo ist denn Gott, der Gericht hält?]

 

So spricht Gott, der HERR: Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.
Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht,
und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht.

 

Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzers
und wie die Lauge der Walker.

 

Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis
er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HERRN die richtigen Opfer darbringen.

 

Und dem HERRN wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.

 

[Ich komme herbei, um euch zu richten;
schnell trete ich als Zeuge auf gegen die Zauberer und die Ehebrecher, gegen die Meineidigen und gegen alle,
welche die Taglöhner, Witwen und Waisen ausbeuten, den Fremden im Land ihr Recht verweigern
und mich nicht fürchten, spricht der HERR der Heerscharen.]

 

 

2. Lesung: Hebr 2,11-12.13c-18

 

Lesung
aus der Hebräerbrief.

 

Er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen alle aus Einem; darum scheut er sich nicht, sie Brüder [und Schwestern] zu nennen und zu sagen: Ich will deinen Namen meinen Brüdern [und Schwestern] verkünden, inmitten der Gemeinde dich preisen; [und ferner: Ich will auf ihn mein Vertrauen setzen;] und ferner: Siehe, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat.

 

Da nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er in gleicher Weise daran Anteil genommen, um durch den Tod den zu entmachten,
der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel, und um die zu befreien,
die durch die Furcht vor dem Tod
ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren.

Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an, sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an. Darum musste er in allem seinen Brüdern [und Schwestern] gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hohepriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. 


 

Denn da er gelitten hat und selbst in Versuchung geführt wurde, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.

 

 

Evangelium: Lk 2,22-40

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

 

Als sich für die Eltern Jesu
die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden.

 

Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt:
ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.


 

Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.

 

Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.

 

Er wurde vom Geist in den Tempel geführt;
und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: 


Nun lässt du, Herr,
deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

 

Sein Vater und seine Mutter
staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.

 

Und Simeon segnete sie
und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. 


 

Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt.
Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren.

 

Sie hielt sich ständig im Tempel auf
und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.

 

Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind
zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

 

Als seine Eltern alles getan hatten,
was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück.

Das Kind wuchs heran und wurde stark; erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

 

 

Impuls: Christus ist der angekündigte Erlöser, unser Heil

 

Von Opfergaben und die Darstellung Christi im Tempel als den zukünftigen Richter des Volkes ist heute die Rede in den Lesungstexten. Der Prophet Maleachi kündet die Ankunft von Boten des Herrn und Gottes selbst an. Als Richter wird er im Tempel einziehen und die Opfergaben des Volkes empfangen. Erinnert wird an den Bund zwischen Gott und sein Volk, aber zugleich auch an ein Reinigungsgericht. Es geht um die Erneuerung der Beziehung Gott-Volk.

 

Paulus betont im Hebräerbrief, dass alle Menschen Teil der Schöpfung Gottes sind. Als seine Kinder sind wir alle Brüder und Schwestern, ohne dass unsere Herkunft und Lebensweise dabei eine Rolle spielt. Da wir Menschen leiblich sind, d.h. aus Fleisch und Blut bestehen, ist Gott in Christus für uns Mensch von Fleisch und Blut geworden. Sein Tod am Kreuz ist die Befreiung von der Macht des Todes – von der Schuld, vom Teufel – und damit die Erlösung von unserer Knechtschaft. Der Tod Christi beendet unsere irdische Knechtschaft und stärkt zugleich den alten Bund zwischen Gott und sein Volk, seine Kinder. Alle Glaubenden werden so als Nachkommen Abrahams anerkannt, stehen damit unter dem Segen Gottes und sind damit Töchter und Söhne Gottes, Schwestern und Brüder untereinander. Mit Christi Leiden und Sterben wird die Geschichte Gottes mit seinem Volk vollendet, der Bund zugleich für alle Völker geöffnet. In Christus leuchtet damit das Heil, das Gott vor allen Völkern bereitet hat, auf. Dieses Heil ist das Licht, das die Heiden erleuchtet und Israel zur Herrlichkeit führt. Der Glaube an diesen Jesus, dem menschgewordenen Gott, bringt die Befreiung, den Trost und richtet uns auf, führt uns zu neuen, festen Wegen in einem Miteinander als Geschwister und als Kinder Gottes als ein vereintes Menschenvolk.

 

Im Evangelium wird auf das traditionelle Reinigungsopfer angesprochen, die eine Frau, die ein Kind entbunden hatte, nach 40 Tagen im Tempel darbringen musste. Die Eltern Jesu folgen pflichtbewusst dem Gesetz des Mose. Da es sich hier um den Erstgeborenen handelt, der Gott geweiht ist, wird mit dem Opfer auch eine Auslösung des Kindes aus dem Tempeldienstpflicht vollzogen.

 

Die «Purificatio» (Reinigung) verlangte normalerweise das Opfer eines einjährigen Lamms, sowie einer Felsen- oder einer Turteltaube; für Arme allerdings genügten zwei Felsen- oder zwei Turteltauben als Opfergaben (laut Lev 12,6-8). Da bezüglich des Opfers der Eltern Jesu lediglich von Tauben die Rede ist, werden sie als Arme identifiziert. Bei dem Opfer im Tempel kommt es dann zu Begegnungen mit zwei älteren frommen Menschen, einem Mann und einer Frau: der gerechte Simeon und die Prophetin Hanna. Lukas präsentiert uns hier zwei ideale Gläubige, die in der Hoffnung des Kommens des Erlösers ihr Leben lang verharrten. Ihr Leben kommt durch die Begegnung mit dem Christuskind zur Vollendung. Sie sind somit unsere Zeugen der göttlichen Präsenz in Jesus an diesem speziellen Ort, dem Tempel. Im Hause Gottes begegnen sie dem Sohn Gottes. Wir nehmen an dieser Begegnung teil und werden durch die Botschaft dieser beiden prophetischen Gestalten in das Wirken Jesu eingeführt. Die Kindheitsgeschichten im Lukasevangelium sind eine Reihe von Zeugnissen über die göttliche Herkunft Jesu. Aus dieser Prämisse werden dann die Worte und das Wirken Jesu bis zu seinem Leiden, Tod und Auferstehung letztlich erst verständlich.

 

Simeon wird vom Heiligen Geist in den Tempel geführt und geleitet von einer Offenbarung erkennt er sogleich im Kind den Messias (Christus) des Herrn. Seine Worte sind die entscheidende Botschaft: «Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel». Wie Maria und Joseph staunten, so staunen auch wir mit ihnen über diese Worte. Simeon verweist auf das Schicksal Jesu und Mariens. Zugleich wird Jesus als eine Herausforderung an uns Menschen gezeigt, der manche zu Fall bringen wird, während andere durch ihn aufgerichtet werden.

 

Neben den gerechten und frommen Simeon tritt die hochbetagte Hanna im Tempel auf. Sie ist eine Prophetin, d.h. sie predigt, spricht im Auftrage Gottes, eine aktive Gläubige also. Sieben Jahre - eine symbolische Zahl der Fülle, wie die 7 Tage der Schöpfung - war sie verheiratet und danach Witwe. Nun ist sie 84 – wieder eine symbolische Zahl für die Erfüllung: 12 x 7 – und betet und fastet Gott dienend. Der Tempel ist ihr zum Heim geworden. Auch sie erscheint genau im Moment des Opfers der Eltern Jesu im Tempel. Wir erfahren hier zwar nicht ihre prophetischen Worte, jedoch verheißt sie allen die erhoffte Erlösung durch dieses gegenwärtige Kind.

 

Dieses kirchliche Fest hat seinen Ursprung in einer heidnischen Sühneprozession, die in Rom alle fünf Jahre abgehalten wurde. Das Christentum deutete es um, behielt aber Elemente des heidnischen Rituals bei, etwa die Kerzenweihe und die Lichterprozession, weshalb es auch als Fest «Mariä Lichtmess» bekannt wurde. Ende des 4. Jahrhunderts wurde es auch in Jerusalem gefeiert und findet sich ab dem 7. Jahrhundert im byzantinischen Reich, dann in Spanien, Frankreich und später Deutschland. Bis 1912 war es ein offizieller Feiertag; seit 1960 wird es als «Begegnung» gefeiert, und im 2. Vatikanischen Konzil erlangte es den heutigen Namen «Darstellung des Herrn» in Anlehnung an das Lukasevangelium, womit der Lobgesang des Simeon als Kernaussage ins Zentrum gerückt wurde und der Tag als ein Herrenfest gefeiert wird und weniger als ein Marienfest. 1997 hat Papst Johannes Paul II. dieses Fest gleichzeitig zum «Tag des geweihten Lebens» erklärt.

 

 

Impulso: Cristo es el Redentor anunciado, nuestra salvación

 

Los textos de hoy hablan de ofrendas y de la presentación de Cristo en el Templo como el futuro juez del pueblo. El profeta Malaquías anuncia la venida de mensajeros del Señor y del mismo Dios. Como el juez del fin de los tiempos entrará en el Templo y recibirá los sacrificios del pueblo. Se recuerda el pacto entre Dios y su pueblo, pero al mismo tiempo de un juicio purificador. Se trata de la renovación de la relación Dios-pueblo.

 

Pablo enfatiza en su Carta a los Hebreos que todos los seres humanos son parte de la creación de Dios. Como hijos de Dios, somos todos hermanos y hermanas, sin importar de dónde venimos o cómo vivimos; puesto que somos seres humanos, es decir, hechos de carne y sangre, Dios en Cristo se hizo carne y sangre por nosotros.

 

Su muerte en la cruz es la liberación del poder de la muerte - de la culpa, del diablo – y, por lo tanto, la redención de nuestra esclavitud. La muerte de Cristo pone fin a nuestra esclavitud terrenal y, al mismo tiempo, fortalece el antiguo pacto entre Dios y su pueblo, sus hijos. Todos los creyentes son así reconocidos como descendientes de Abraham, están bajo la bendición de Dios y, por lo tanto, son hijas e hijos de Dios, hermanas y hermanos entre sí. Con el sufrimiento y la muerte de Cristo se completa la visión de Dios con su pueblo, y la alianza se abre hacia todos los pueblos.

 

En Cristo resplandece la salvación que Dios ha preparado para todas las naciones. Esta salvación es la luz que ilumina a los gentiles y lleva a Israel a la gloria. La fe en este Jesús, el Dios que se hizo hombre, trae liberación, consuelo y nos anima en andar en caminos nuevos y firmes unidos como hermanos y como hijos de Dios, un verdadero pueblo unido.

 

El Evangelio aborda el tradicional sacrificio de purificación que una mujer que había dado a luz, tuvo que hacer después de 40 días desde el parto, por su estado de impureza con una ofrenda en el Templo. Los padres de Jesús siguen así la ley de Moisés. Ya que aquí estamos tratando con el primogénito, que debía consagrado a Dios, o por un sacrificio liberar el niño de la obligación de servicio en el Templo.

 

La «purificatio» generalmente requería el sacrificio de un cordero de un año, una paloma bravía o una tórtola; para los pobres, en cambio, bastarían dos tórtolas o dos tórtolas (según Lev 12,6-8). Dado que el sacrificio de los padres de Jesús se trata de palomas, se los identifica como pobres.

 

En el sacrificio en el Templo, se producen dos encuentros, entre dos ancianos devotos: un hombre y una mujer – aquí parece la práctica de equidad y paridad -, el justo Simeón y la profetisa Ana. El evangelista Lucas nos presenta aquí a dos creyentes ideales que viven sus vidas con la esperanza de la venida del Salvador. Su vida llega a su fin cuando se encuentra con el Niño Jesús. Son nuestros testigos de la presencia divina en Jesús y el lugar -Templo- es decisivo. En la casa de Dios se encuentran con el Hijo de Dios. Participamos en este encuentro y somos introducidos al ministerio de Jesús a través de las palabras de estas dos figuras proféticas. Las narraciones de la infancia de Jesús, en el evangelio de Lucas, son una serie de testimonios sobre el origen divino de Jesús. A partir de esta premisa, las palabras y las obras de Jesús hasta su pasión, muerte y resurrección se vuelven finalmente comprensibles.

 

Simeón es conducido al Templo por el Espíritu Santo y, guiado por una revelación, reconoce inmediatamente al Mesías del Señor (Cristo) en el niño. Sus palabras son el mensaje crucial: «Porque ya he visto la salvación que has comenzado a realizar a la vista de todos los pueblos, la luz que alumbrará a las naciones y que será la gloria de tu pueblo Israel». Así como María y José se maravillaron, nosotros también nos maravillamos. Simeón se refiere al destino de Jesús y María. Al mismo tiempo, Jesús se muestra como un desafío para nosotros los humanos, derribando a unos mientras que otros son levantados por él.

 

Junto al justo y piadoso Simeón, la anciana Ana aparece en el Templo. Ella es profetisa, es decir, predica, habla en nombre de Dios. Siete años, un número simbólico de abundancia y plenitud – recordamos los 7 días de la creación -, estuvo casada y luego viuda. Ahora tiene 84 - otro número simbólico de plenitud: 12 x 7- y presta, día y noche, su servicio a Dios orando y ayunando (características de una vida consagrada). El Templo se ha convertido en su hogar. Ella aparece justo en el Templo al momento del sacrificio de los padres de Jesús. No se citan aquí sus palabras proféticas, pero ella anunció a todos la redención esperada que se realizará con la llegada de este niño Jesús.

 

Esta fiesta religiosa tiene su origen en una procesión pagana de expiación que se celebraba en Roma cada cinco años. El cristianismo la adaptó y la reinterpretó, pero conservó elementos del ritual pagano, como la consagración de velas y la procesión de las luces, por lo que también pasó a ser conocida como la «fiesta de la Candelaria». A finales del siglo IV se celebra también esta fiesta en Jerusalén y se encuentra en el Imperio bizantino a partir del siglo VII; luego en España, Francia y más tarde en Alemania. Hasta 1912 fue una fiesta oficial en el calendario litúrgico eclesial. Desde 1960 se celebró como un "encuentro", que luego recibió su nombre actual de "Presentación del Señor" en el Concilio Vaticano II, basado en el Evangelio de Lucas, en el que el himno de alabanza de Simeón pasa al centro del mensaje y el día se celebra como una fiesta del Señor y menos que una fiesta mariana. En 1997, el Papa Juan Pablo II declaró este fista como el "Día de la Vida Consagrada".

 

(Peter Downes, Theologe).

3. Sonntag im Jahreskreis (23.1.2022)

 

Wochen-Impulse
(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

3. Sonntag im Jahreskreis (23.1.2022)

1. Lesung: Neh 8,2-41.5-6.8-10

Lesung
aus dem Buch Nehemia.

In jenen Tagen brachte der Priester Esra
die Weisung vor die Versammlung, Männer und Frauen und überhaupt alle, die schon mit Verstand zuhören konnten. Vom frühen Morgen bis zum Mittag las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor
den Männern und Frauen und denen, die es verstehen konnten, daraus vor.

Das ganze Volk lauschte auf das Buch der Weisung.

Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz, die man eigens dafür errichtet hatte.

[Neben ihm standen rechts Mattitja, Schema, Anaja, Urija, Hilkija und Maaseja,
und links Pedaja, Mischaël, Malkija,
Haschum, Haschbaddana, Secharja und Meschullam.]

Esra öffnete das Buch vor aller Augen; denn er stand höher als das versammelte Volk. Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle. 


Dann pries Esra den HERRN, den großen Gott; darauf antworteten alle mit erhobenen Händen: Amen, amen! Sie verneigten sich,
warfen sich vor dem HERRN nieder, mit dem Gesicht zur Erde.

[Jeschua, Bani, Scherebja,
Jamin, Akkub, Schabbetai,
Hodija, Maaseja, Kelita,
Asarja, Josabad, Hanan und Pelaja, die Leviten, erklärten dem Volk die Weisung; die Leute blieben auf ihrem Platz.]

Man las aus dem Buch, der Weisung Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen,
sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten.

Nehemia, das ist Hattirschata,
der Priester und Schriftgelehrte Esra
und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sagten dann zum ganzen Volk: Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren des HERRN, eures Gottes. Seid nicht traurig und weint nicht!
Alle Leute weinten nämlich, als sie die Worte der Weisung hörten.

Dann sagte er zu ihnen:
Nun geht, haltet ein festliches Mahl
und trinkt süßen Wein!
Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben; denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre unseres Herrn. Macht euch keine Sorgen;
denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.

 

2. Lesung: 1 Kor 12,12-31a

Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.

Schwestern und Brüder!

Wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.

Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe
alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen,
Sklaven und Freie;
und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern.

Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib.

Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib.

Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn?

Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach.

Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib?

So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib.

Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht.
Der Kopf wiederum kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht.

Im Gegenteil,
gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes 
sind unentbehrlich.

Denen, die wir für weniger edel ansehen, erweisen wir umso mehr Ehre und unseren weniger anständigen Gliedern begegnen wir mit umso mehr Anstand, während die anständigen das nicht nötig haben. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt,
dass er dem benachteiligten Glied umso mehr Ehre zukommen ließ, damit im Leib kein Zwiespalt entstehe,
sondern alle Glieder einträchtig füreinander sorgen.

Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle Glieder mit.

Ihr aber seid der Leib Christi
und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.

So hat Gott in der Kirche die einen erstens als Apostel eingesetzt, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer;
ferner verlieh er die Kraft, Machttaten zu wirken, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen,
zu helfen, zu leiten,
endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.

Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Machttaten zu wirken?

Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle übersetzen?

Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!


Evangelium: Lk 1,1-4; 4,14-21

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

Schon viele haben es unternommen,
eine Erzählung über die Ereignisse abzufassen, die sich unter uns erfüllt haben.

Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer,
die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.

Nun habe auch ich mich entschlossen, nachdem ich allem von Beginn an sorgfältig nachgegangen bin, es für dich, hochverehrter Theophilus,
der Reihe nach aufzuschreiben.

So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.

In jener Zeit kehrte Jesus, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend.

Er lehrte in den Synagogen
und wurde von allen gepriesen.

So kam er auch nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge.
Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er öffnete sie und fand die Stelle, wo geschrieben steht: 

Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. 


Dann schloss er die Buchrolle, gab sie dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.

Da begann er, ihnen darzulegen:
Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. 


Impuls: Wir alle bilden Glieder vereint durch den Heiligen Geist in einem einzigen Leib in Christus

Alle Menschen sind aufgerufen, sich in den Dienst der anderen zu stellen. Dabei gilt es seine Talente, Fähigkeiten, Kompetenzen zu entwickeln und sie dann fruchtbar für die Gemeinschaft einzusetzen. Aus der Vielfältigkeit erwächst schließlich eine Einheit, die sich aus demselben Geist speist und somit das Wohl aller anstrebt.

Der Prophet Esra instruiert das Volk über die Weisung Gottes. Er gibt ihm Orientierung und alle sollen es hören und verstehen. Auch wenn er, als Prophet, hier die Führungsposition einnimmt und dabei von einer Anzahl von Autoritäten begleitet wird, deren genaue Funktion jedoch nicht weiter genannt wird, so geht es hier nicht um eine Anordnung von oben, sondern es geht darum, dass das Volk versteht und die göttliche Weisung sich zu eigen macht, somit also selbst aktiv an der neuen Ordnung teilnehmen soll. Die Leviten erklären dem Volk die Weisung. Wer etwas versteht, ist dann in der Lage es anzunehmen oder zumindest darüber zu diskutieren. Die Aufnahme der Weisung, die hier durch die Tränen der Zuhörer ausgedrückt wird, endet in einem festlichen Mahl. Aus Zuhörern und Unterwiesenen wird eine Gemeinschaft. Nun wissen sie sich alle gemeinsam unter dem Schutz Gottes gestellt. Sie können jetzt in Freude sich gestärkt erleben, werden in diesem Sinne zu einem Körper, zu einem einzigen Leib.

Was es bedeutet Glieder eines einzigen Leibes zu sein, erklärt Paulus sehr anschaulich im Brief an die Korinther. Die christliche Gemeinde in dieser Handelsstadt ist durch eine soziale Vielfalt gekennzeichnet. Es gibt Handwerker, Arbeiter aber auch wohlhabende Bürger in der Gemeinde, sowohl als auch Sklaven, wohl zusammen mit ihren Herren. Juden- und Heidenchristen prägten diese korinthische Gemeinschaft. Sie litt jedoch auch unter Spannungen zwischen den Gruppen, zugleich machten sich die sozialen Differenzen sichtbar, wenn sich etwa verschiedene Gemeinschaften bildeten oder bei den Banketten (Agapefeiern) sich geschlossene Gruppen zusammensetzten. Manche der Gemeindemitglieder betrachteten sich anscheinend wichtiger oder höherstehend als andere. Die bekehrten Juden und Heiden vermieden möglichst den Kontakt untereinander.

Angesichts dieser Spannungen ermahnt Paulus die Gemeinde (oder Gemeinden) von Korinth sich darüber bewusst zu werden, dass sie nur als Gesamtgemeinschaft, also alle zusammen, «einen einzigen Leib» in Christus bilden. Vereint sind alle in «den einen Geist» und durch die Taufe. Alle früheren Gegensätze, religiös-kulturelle oder soziale sind in der wahren Gemeinschaft mit Christus aufgehoben, dann gibt es keine Unterscheidung mehr zwischen Juden und Griechen, Sklaven und Freien, da alle Brüder und Schwestern sind und Glieder eines einzigen Leibes. Die Machtkämpfe um Positionen und Funktionen müssen überwunden werden, da der eine Leib – die Gemeinschaft – eben die Vielfalt braucht. Nur zusammen, in einem harmonischen miteinander aller Glieder, wird ein einziger Leib entstehen. Man soll sich daher einbringen, seine Talente und Funktionen in den Dienst aller einsetzten. Niemand ist entbehrlich und keiner ist wichtiger als der andere! Paulus mahnt zur Eintracht und der Fürsorge, denn alle sind in dem einen Leib, den Christus bildet, als Gemeinde voneinander abhängig. Wenn ein Mitglied leidet, leidet die Gemeinschaft mit. In der Vielfalt der Gaben und Funktionen liegt die Kraft und Stärke der Gemeinschaft. Mögen die Apostel Autoritäten sein, so üben aber auch die Propheten und die Lehrer eine wichtige Funktion aus. Nicht alle haben dieselben Gaben und dieselbe Funktion, sondern in ihrem Zusammenwirken werden sie segensreich für die Gemeinschaft. Am Ende ruft Paulus dazu auf, nach «höheren Gnadengaben» zu streben. Nicht Machtpositionen, sondern die Entdeckung und Förderung der von Gott gegebenen Gaben – Talente und Fähigkeiten – sollen sie anspornen.

Der Evangelist Lukas erklärt seinen Lesern, dass er, wie ein Historiker, die Ereignisse zum Leben Jesu anhand von Quellen – Überlieferungen und Augenzeugenberichten – schildern will. Sein Adressat, Theophilus, ist entweder sein Auftraggeber – sozusagen der Verleger dieses Werkes – oder er spricht hier ganz allgemein den gedachten Leser an, der als «Freund Gottes» nun sich dieser Katechese öffnet und die Geschichte Jesu nachgehen will, um alles zu verstehen und der Lehre Christi zu folgen. Jesus wird hier als Lehrer präsentiert, der in den Synagogen lehrte. Wie Esra und die Leviten liest Jesus zunächst die göttliche Weisung, hier aus dem Buch Jesaja, und deutet dann den Text. Das Zitat aus Jesaja ist eine Ankündigung auf das Verständnis über Jesus: Er ist mit dem göttlichen Geist ausgestattet und wendet sich an die Armen, Gefangenen und Kranken (Blinden) zu und manifestiert damit den Beginn eines Gnadenjahres. Das Jubeljahr ist ein Neubeginn mit Gott. Hier beginnt eine neue Ära. Jesus ist der Lehrmeister, der uns die Weisung Gottes lehrt, wobei wir sie verstehen sollen und durch ihn - in der Schrift - erklärt bekommen, sodass wir dann selbst als Diener dieser guten Botschaft uns als Glieder im einzigen Leib Christi einfügen.


Impulso: Todos juntos somos miembros en el Espíritu Santo de un solo cuerpo en Cristo

Todas las personas están llamadas a servir a los demás. Es importante desarrollar sus talentos, habilidades y competencias y luego utilizarlos fructíferamente para la comunidad. De la diversidad surge entonces una unidad que se alimenta del mismo espíritu y se entrega así por el bienestar de todos.

El profeta Esdras enseña al pueblo acerca de la directiva de Dios. Él les da orientación y todos deberían escuchar y entender lo que Dio espera de ellos. Aunque Esdras ocupa la posición de liderazgo acompañado por una serie de autoridades cuya función no está especificada, no se levanta como un superior dando ordenes, sino lo que busca es que la gente comprenda y acepte la directiva divina. La finalidad de su lectura es que ellos mismos se conviertan en participantes activos en el nuevo orden comunitario. Los levitas explican la ley al pueblo. Cualquiera que entienda algo puede aceptarlo o al menos discutirlo. La recepción de la directiva, aquí expresada a través de las lágrimas de los oyentes, termina en una celebración conjunta, en un banquete. La comunidad surge de oyentes e instruidos. Ahora todos saben que están todos juntos bajo la protección de Dios. Ellos pueden sentirse fortalecidos en la alegría, en este sentido se convierten en un solo cuerpo.

En su carta a los Corintios, Pablo explica con claridad lo que significa ser miembros de un solo cuerpo. Esta comunidad, en esta ciudad comercial, se caracteriza por la diversidad social. Hay artesanos, trabajadores, pero también ciudadanos ricos en la comunidad, así como esclavos, probablemente juntos con sus amos. Los judío-cristianos y cristianos no judíos dieron forma a esta comunidad de Corinto. Sin embargo, la iglesia de Corinto padecía tensiones entre estos dos grupos, al mismo tiempo que se hicieron visibles las diferencias sociales cuando se empezaron formar diferentes comunidades o grupos cerrados en los banquetes (fiestas de ágape) que celebraron. Algunos parecían considerarse más importantes o superiores que otros. Los judío-cristianos evitaban el contacto con los paganos convertidos al cristianismo, así formaron comunidades separadas.

Ante estas tensiones, Pablo exhorta a la iglesia (o iglesias) de Corinto a darse cuenta de que sólo existe una comunidad en Cristo, es decir, todos juntos, forman «un solo cuerpo» en Cristo. Todos están unidos en «un solo espíritu» y por el bautismo. Todas las diferencias anteriores, religiosas, culturales o sociales, se disuelven en la verdadera comunión con Cristo, entonces ya no habrá distinción entre judíos y griegos, esclavos y libres, ya que todos son hermanos y hermanas, miembros de un solo cuerpo. Las luchas por el poder, por cargos y funciones deben ser superadas, ya que el cuerpo único, la comunidad, necesita la diversidad. Sólo juntos, en una unión armónica de todos los miembros, llegará a existir un solo cuerpo. Por lo tanto, uno debe involucrarse, usar sus talentos y funciones al servicio de todos. ¡Nadie es prescindible y nadie es más importante que el otro!

Pablo exhorta a la unidad y al cuidado, porque todos dependen unos de otros como iglesia en el único cuerpo que forma Cristo. Cuando un miembro sufre, la comunidad sufre con él. El poder y la fuerza de la comunidad radica en la variedad de dones y funciones. Si los apóstoles son autoridades, los profetas y maestros también tienen funciones importantes. No todos tienen los mismos dones y la misma función, pero en su interacción se vuelven beneficiosos para la comunidad. Al final, Pablo llama a empeñarse por las «gracias superiores». No las posiciones de poder, sino el descubrimiento y la promoción de los dones dados por Dios (talentos y habilidades) deberían estimularlos.

El evangelista Lucas explica a sus lectores que él, como un historiador, quiere describir los acontecimientos de la vida de Jesús sobre la base de fuentes: tradiciones e informes de testigos oculares. Su destinatario, Teófilo, es o bien su cliente -el editor de esta obra, por así decirlo- o Lucas habla aquí, en general, al lector previsto que, como "amigo de Dios", se debe abrir ahora a esta catequesis y quiere seguir la historia de Jesús para comprenderlo completo y seguir su enseñanza. Jesús es presentado aquí como un maestro que enseña en las sinagogas. Al igual que Esdras y los levitas, Jesús primero lee la instrucción divina, el libro de Isaías, y luego interpreta el texto. La cita de Isaías es un anuncio que introduce a Jesús: es él que está dotado del espíritu divino y se dirige a los pobres, presos y enfermos (ciegos) y manifiesta así el comienzo de un año de gracia. El año del jubileo es un nuevo inicio de la relación con Dios. Aquí comienza una nueva era. Jesús es el maestro que nos entrega la instrucción de Dios en una forma que podemos comprenderla y somos capaces en hacerla el motor que nos conduce, convirtiéndonos en servidores de esta buena noticia como miembros del único cuerpo en Cristo.

(Peter Downes, Theologe)

 

 

 

Taufe des Herrn (9.1.2022)

„Taufe Christi“ von Joachim Patinir, 1515, Kunsthistorisches Museum Wien

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

Taufe des Herrn (9.1.2022)

 

1.  Lesung: Jes 40,1-5.9-11

 

Lesung
aus dem Buch Jesaja.

 

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.

 

Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, dass sie vollendet hat ihren Frondienst, dass gesühnt ist ihre Schuld;
dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes für all ihre Sünden!

 

Eine Stimme ruft:
In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!

 

Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.

 

Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alles Fleisch wird sie sehen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.

 

[Eine Stimme sagt: Rufe!

Und jemand sagt:
Was soll ich rufen?
Alles Fleisch ist wie das Gras und all seine Treue ist wie die Blume auf dem Feld.

 

Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, wenn der Atem des HERRN darüber weht. Wahrhaftig, Gras ist das Volk.


 

Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt,
doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.]

 

Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Siehe, da ist euer Gott.

 


Siehe, GOTT der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Siehe, sein Lohn ist mit ihm und sein Ertrag geht vor ihm her.

 

Wie ein Hirt weidet er seine Herde auf seinem Arm sammelt er die Lämmer, an seiner Brust trägt er sie, die Mutterschafe führt er behutsam.

 

 

 

2. Lesung: Apg 10,34-38

 

Lesung
aus der Apostelgeschichte.

In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte:

 

Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht,
sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.

 

Er hat das Wort den Israeliten gesandt,
indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus: Dieser ist der Herr aller.

 

Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa,
nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat
und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.

 

 

Evangelium: Lk 3,15-16. 21-22

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

 

In jener Zeit
war das Volk voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei.

 

Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich,
und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

 

Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus sich taufen ließ.

 

Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist
kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

 

 

Impuls: Der getaufte Christus und die Taufe zum Leben in Christus

 

Die Taufe ist für Christen ein besonderes Ereignis im Leben, es ist das erste öffentliche, zeichenhafte Bekenntnis des Glaubens und der Mitgliedschaft zur Gemeinschaft der Gläubigen.

 

Reinigungsriten gibt es in vielen Religionen, etwa im Hinduismus und Islam. Aber auch im antik-hellenistischen Raum waren Ganzkörperwaschungen im kalten, fließenden Wasser oder in einem mit Regenwasser gefüllten Steinbecken sehr verbreitet. So praktizierten die Essener, die Gemeinschaft in Qumran und auch viele Mysterienkulte solche Reinigungsriten. Rituelle Bäder folgten streng vorgegeben Formen, manche waren auch mit einer Ölsalbung verbunden. In manchen der Taufriten trugen die Täuflinge weiße, reine Kleider und stiegen entweder in diesen oder auch nackt ins Bad. In Qumran gingen fast immer vor allen Gemeinschaftsmählern Waschungen voraus. Es erinnert uns an die Fußwaschungen beim Abendmahl. Im Judentum sind auch Waschungen vor Mahlzeiten angeordnet. Bei den Initialriten werden die aufgenommenen neuen Mitglieder von den Unreinen unterschieden.   

 

Trotz all dieser Ähnlichkeiten, geht die christliche Taufe auf dem Vorbild der Johannestaufe zurück, die eine prophetische Verheißung einer endzeitlichen Reinigung Israels von den Sünden durch Buße und Wassertaufe ausdrückte, damit zugleich einen besonderen Ritus Johannes des Täufers darstellt. Sie bekommt aber mit der Taufe Christi eine eigene christliche Deutung bekommt, in der Buße, Umkehr und das Neugeborenwerden in Christus miteinander verbunden werden.  

 

Der Prophet Jesaja stellt die Notwendigkeit der Sühne heraus und die ewige Gültigkeit des Wortes Gottes. Zugleich kündet er das Kommen des Herrn an, der «wie ein Hirte» seine Herde weidet. Er schützt und sorgt sich um die Bedürftigen, so trägt und sammelt er auf seinem Arm die Lämmer und trägt sie an seiner Brust – in Herzensnähe -, ein Ausdruck besonderer Fürsorge und Liebe. Auch kümmert er sich besonders um die Mutterschafe, die er behutsam führt. Der Herr, der hier als Hirte zu seinem Volk kommt, ist ein fürsorglicher Vater. Mütter und Kinder stehen unter seinem besonderen Schutz. Die Christen haben diesen Text des Jesaja auf Christus bezogen und erkannten in Jesus aus Nazareth den guten Hirten, einen Herrscher, der sich um sein Volk kümmert, ihm Schutz und Führung gibt.     

 

In der Apostelgeschichte wird auf die Erkenntnis des Paulus verwiesen, der nun sicher ist, dass die Berufung zum Glauben, nicht nur Israel verhießen ist und sich auch nicht nur an einzelne Personen richtet, sondern sich an alle Völker richtet. Gottesfurcht und die Beachtung seiner Gebote – das Rechte tun – sind der Weg zum Heil. Jesus der Christus (Gesalbte) ist der Wortträger Gottes und verkündet seinen Frieden an alle. Erinnert wird an die Taufe, die Johannes verkündete und an dem Empfang der Salbung mit dem Heiligen Geist und Kraft Jesu. Was diese Geist- und Wassertaufe bedeutet, ist in den guten Werken, den Heilungen der Kranken und Besessenen, die Jesus vollbrachte, allen offenkundig. Es ist die Kraft Gottes in Christus.

 

Der Evangelist Lukas überliefert die Messiaserwartung im Volk zur Zeit Jesu. Die apokalyptischen Sühnepredigten des Johanes, verbunden mit seiner Taufpraxis, ließen einige glauben, dass er der zu erwartende «Christus» (Messias) wäre. Seine Antwort aber stellt eine kennzeichnende Unterscheidung heraus. Während er «nur mit Wasser» taufe, komme jemand stärkeres, den er lediglich wie ein Schüler die Riemen der Sandalen lösen könne. Dieser taufe dann mit Heiligem Geist und Feuer, also mit göttlicher Macht und als Richter.

 

Jesus aber lässt sich wie das ganze Volk, dass zusammenkam, taufen. Jesus empfängt also zunächst eine Wassertaufe, ordnet sich in die Reihe der «Bekehrten», derjenigen, die sich auf ein reines gottgefälliges Leben umstellen wollen. Es bleibt aber nicht bei dieser Wassertaufe allein, denn im Gebet öffnet sich der Himmel –Gott manifestiert sich in sichtbarer Form – und der Heilige Geist kommt in Form einer Taube auf ihn herab. Die Taube ist hier Symbol des Friedens und lässt uns an die Sintflutgeschichte erinnern, wo eine Taube, Noe das Ende der Katastrophe ankündigt. War die Sintflut eine Folge der Sünden der Menschen, so wird nun die Wassertaufe und Geistspendung zum Zeichen der Versöhnung. Erinnert wird an der Zerstörung der Beziehung des Menschen mit Gott durch die Sünde und nun die Reinigung mit Wasser und Heiligem Geist, die zum Heil führt.

 

Entscheidend ist dann aber die göttliche Stimme, die Botschaft: «Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden». Hier wird kundgetan, dass jener Jesus, der hier die Taufe empfängt, der Sohn Gottes ist. Der erwartete Messias ist also nicht Johannes, sondern Jesus von Nazareth.

 

Jesus empfing die Taufe, aber wir wissen nichts von einer Taufpraxis seinerseits noch durch seine Jünger. Vom Empfang des Heiligen Geistes und der Praxis der Handauflegung berichtet die Apostelgeschichte. Doch die Praxis der Taufe ist bei Paulus schon üblich in den Gemeinden, wenn auch noch nicht als Initiationsritus oder als heilsentscheidend charakterisiert. Die Verbindung von der Sündenvergebung und der Gemeinschaftsbildung mit Christus entwickelte sich dann seit dem Ende des ersten Jahrhunderts und erst ab dem dritten Jahrhundert wurde die Taufe fester Bestandteil zum Ausdruck des Glaubens und der Mitgliedschaft der Glaubensgemeinschaft. Getauft wurde zunächst auf den Namen Jesu oder des Herrn. Erst seit der dogmatischen Klärung der Trinität, ab dem 5. Jahrhundert, wird die heutige trinitarische Taufformel geläufig.

 

Der Getaufte legt damit sein altes – sündiges, weltorientiertes - Leben ab, um beim Eintauchen ins Wasser das neue Leben in Christus zu beginnen (so sieht es schon Paulus im Römerbrief 6,1-14 und 1 Korintherbrief 1,13). In der Taufe wirkt dann Christus in uns.

      

 

Impulso: El Cristo bautizado y el bautismo como una nueva vida en Cristo


Para los cristianos, el bautismo es un evento especial en la vida: es la primera confesión pública y simbólica de fe y membresía en la comunidad de creyentes.

 

Existen en muchas religiones, como el hinduismo, judaísmo e Islam, ritos de purificación. También en el mundo antiguo helenístico se practicaron ritos de purificación del cuerpo entero con agua corriente fría o en una palangana de piedra llena de agua de lluvia. Así los esenios, la comunidad de Qumrán y muchos cultos mistéricos lo practicaron. Los baños rituales seguían formas estrictamente prescritas, algunos también estaban asociados con una unción con aceite. En algunos de los ritos bautismales, los bautizados se vestían con ropas blancas, limpias y entraban con ellas al baño o se bañaban desnudos. En Qumrán, las abluciones casi siempre precedían a todas las banquetes comunes. Tales practicas nos recuerda al lavatorio de pies en la Santa Cena. En el judaísmo, las abluciones también se prescriben antes de las comidas. En los ritos iniciales, los neófitos aceptados se distinguen así de los impuros.

 

A pesar de todas estas similitudes, el bautismo cristiano se remonta al modelo del bautismo de Juan, que expresó una promesa profética de purificación de Israel, al fin del tiempo de sus pecados, a través de la penitencia y el bautismo en agua. Pero obtuvo con el bautismo de Cristo su propia interpretación cristiana, en la que se conectan el arrepentimiento del pecador, su conversión y un renacer del bautizado en Cristo.

 

El profeta Isaías identifica la necesidad de la expiación y la validez eterna de la palabra de Dios. Él anuncia la venida del Señor, que llegará «como un pastor» cuidando su rebaño. Él protege y cuida a los necesitados, por lo que lleva y recoge los corderos en su brazo y los lleva en su pecho, cerca de su corazón; una expresión de especial cuidado y amor. También cuida especialmente a las ovejas (como madres), a las que conduce con esmero. El Señor que viene aquí como pastor de su pueblo, es un Padre bondadoso. Las madres y los niños están bajo su protección especial. Los cristianos relacionaron este texto de Isaías con Cristo y reconocieron en Jesús de Nazaret al buen pastor, un gobernante que se preocupa por su pueblo, le brinda protección y es su guía.

 

El evangelista Lucas nos informa sobre la expectativa del Mesías entre la gente en la época de Jesús. La expiación apocalíptica de Juan Baptista combinada con su práctica bautismal llevó a algunos a creer que él mismo era el esperado «Cristo» (Mesías). Pero su respuesta hace una distinción. Mientras él bautizaba «sólo con agua» vendría alguien más fuerte que él al que él sólo podía soltar las correas de sus sandalias como un discípulo lo hace a su maestro. Pero este anunciado bautizará con el Espíritu Santo y con fuego, es decir, con el poder divino y como un juez del día del juicio final.

 

Pero Jesús es bautizado como todas las demás que se reunieron. Así Jesús mismo recibió un bautismo con agua, se incorporó en las filas de los «convertidos», aquellos que quieren buscan a cambiar su vida en una forma que agrada a Dios. Pero no se quedó en solo este bautismo con agua, sino mientras Jesús ora se abre el cielo, Dios se manifiesta en forma visible, y el Espíritu Santo desciende sobre Jesús en forma de una paloma. La paloma es un símbolo de paz que aquí nos permite recordar la historia del diluvio, donde una paloma anunció a Noé el fin de la catástrofe. Si el diluvio fue el resultado de los pecados de los hombres, entonces, el bautismo con agua y la entrega del Espíritu Santo ahora se convierten en signos de reconciliación. Nos recuerda de la destrucción de la relación del hombre con Dios a través del pecado y ahora la purificación con agua y el Espíritu Santo, que conduce a nuestra salvación.

 

En el bautismo de Jesús se escucha la voz divina, el mensaje: «Tú eres mi Hijo amado, en quien tengo complacencia». Aquí se anuncia que Jesús que recibió el bautismo es el Hijo de Dios. Así queda clarificado que el Mesías esperado no es Juan, sino Jesús de Nazaret.

 

Jesús recibió el bautismo, pero no sabemos nada de una práctica bautismal de su parte, ni a través de sus discípulos. El libro de los Hechos habla frecuentemente de la presencia del Espíritu Santo y la práctica de la imposición de manos a neófitos. Sin embargo, la práctica del bautismo ya es común en las comunidades de Pablo, aunque todavía no se había caracterizado como rito de iniciación, ni como algo decisivo para la salvación. La conexión entre el perdón de los pecados y la formación de la comunidad con Cristo se desarrolló desde finales del siglo I y solo a partir del siglo III el bautismo se convirtió en una parte integral de la expresión de la fe y como signo de integración a la comunidad de los fieles. Inicialmente, la gente se bautizaba en el nombre de Jesús o del Señor. Solo desde la definición dogmática sobre la Trinidad en el siglo V, la fórmula bautismal tomó la forma trinitaria como practicamos en la actualidad.

 

El bautizado abandona su vieja vida - pecaminosa, orientada al mundo - para comenzar la nueva vida en Cristo cuando está sumergido en agua (así destaca Pablo  en la Carta a los Romanos 6: 1-14 y la Primera Carta a los Corintios 1:13 ). En el bautismo nos abrimos a una nueva vida con Cristo, al mismo tiempo es Cristo quien  obra en nosotros.

 

(Peter Downes, Theologe).

4. Adventssonntag (19.12.2021)

«Mariä Heimsuchung», Giotto di Bondone, c. 1305, Cappella degli Scovengni, Musei Civici agli Eremitani, Padua.

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

  1. 4.    Adventssonntag (19.12.2021)

 

1.  Lesung: Mi 5,1-4a

 

Lesung
aus dem Buch Micha.

 

So spricht der HERR:

 

Du, Betlehem-Efrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen.

 

Darum gibt der HERR sie preis,
bis zu einer Zeit, da die Gebärende geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder zurückkehren zu den Söhnen Israels. 


 

Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des HERRN, in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. 


 

Sie werden in Sicherheit wohnen; denn nun wird er groß sein bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.

 

 

 

2. Lesung: Hebr 10,5-10

 

Lesung
aus dem Hebräerbrief.

 

Schwestern und Brüder!

 

Bei seinem Eintritt in die Welt spricht Christus: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir bereitet; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen.

 

Da sagte ich: Siehe, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle –, um deinen Willen, Gott, zu tun.

 

Zunächst sagt er:
Schlacht- und Speiseopfer, 
Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat er gesagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Er hebt das Erste auf, um das Zweite in Kraft zu setzen.

 

Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt – ein für alle Mal. 


 

 

 

Evangelium: Lk 1,39-45

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

 

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

 

Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

 

Und es geschah:
Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

 

Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

 

Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

 

 

 

Impuls: Der Wille Gottes kommt zu uns als Mensch

 

Wollen wir vollkommen menschlich werden, dann müssen wir es lernen, den Willen Gottes zu befolgen. Gebote allein scheinen nicht auszureichen, wir brauchen ein Bespiel, ein Vorbild, das diese vollkommende Lebensweise eines wahrhaftigen Menschen vorlebt. Deshalb offenbart sich der Wille Gottes am Eindringlichsten, wenn er sich als «Menschensohn» uns einerseits ähnlich erscheint, zugleich aber uns an die Grenzen zum vollkommenen Menschsein führt. Darin beruht dann das Geheimnis unseres Glaubens an die Geburt Christ.

 

Die Ankunft dieses Willensträgers Gottes wird in einem für Israel historisch bedeutsamen Ort versprochen: dem Ort des «Idealkönigs» David. Bethlehem, scheinbar ein unbedeutender kleiner Ort, wird zum Geburtsort eines Neuanfangs, so sagt es der Prophet Micha voraus. Im 8. Jahrhundert v. Chr. suchten die Reichen, Mächtigen, Priester und falsche Propheten sich durch Privilegien und Macht abzusichern und das auf Kosten der armen Landarbeiter und Pastoren. Nun aber versichert Micha gerade ihnen, den Armen, dass bei Zeiten die «Gebärende» geboren haben wird und zwar einen Sohn, der als Hirte auftreten wird im Auftrage – in Kraft – Gottes. Angekündigt wird hier ein Mensch, der im Namen Gottes wirkt. Er wird den Frieden bringen und ihnen Sicherheit schenken und seine Größe (Macht) wird grenzenlos sein.   

 

Für uns Christen ist es klar, dass Christus der angesagte Hirte des Volkes ist und dass er mit seinem Leib den Willen Gottes vollzieht. Für den Glauben reicht es nicht mehr nur aus herkömmliche Rituale zu vollziehen, sondern das neue Gesetz drückt sich in einem lebendigen menschlichen Körper, d.h. Glaube muss gelebt werden. Christus ist unser Vorbild und der Weg unserer Rettung.

 

Der Evangelist Lukas stellt eine sinndeutende Verbindung zwischen Maria und Elisabeth – laut Tradition die Cousine Mariens – her. Das Schicksal beider Frauen ist einzigartig miteinander verwoben. Während Elisabeth im vorgerücktem Alter war und steril zu sein schien, wird ihr die Geburt eines Kindes angekündigt. Für ihren Mann Zacharias, einem Tempelpriester, war es ein Wunder, die ihn zweifeln ließ und ihn die Verstummung einbrachte, die er erst mit der Namengebung seines Sohnes, Johannes, überwunden wurde. Maria hatte ebenfalls in Nazareth die Begegnung mit dem Engel Gabriel gehabt, ein Ereignis, das sie erschrak und nun ihrer Verwandten mitteilen wollte. In ihrem Fall war sie Jungfrau, hätte also unmöglich auf natürlicher Weise schwanger sein können.

 

Die Begegnung beider Frauen ist nun die Szene des heutigen Textes. Wir erfahren nicht den Ort des Hauses von Elisabeth, aber es ist nicht in Galiläa, sondern eine Stadt im Bergland von Judäa, also eine größere Distanz zwischen beiden Orten. Die Begegnung wird zu einem Freudenfest. Allein schon die Begrüßungsworte Mariens an Elisabeth werden vom Kind im Leib Elisabeths – von Johannes - wahrgenommen und es hüpfte. Zugleich geschieht etwas Außergewöhnliches mit Elisabeth: sie spricht geisterfüllt das Magnifikat. Maria und das Kind in ihrem Leib – wovon Maria bisher nichts berichtet hatte – werden von Elisabeth als Gesegnete gepriesen. Maria wird als Mutter des Herrn identifiziert und seliggesprochen, da sie daran geglaubt hat, was sich erfüllen wird, an das Wort des Herrn.

 

Johannes der Täufer freut sich schon im Leib seiner Mutter auf die Ankunft Christi. Maria öffnete sich ganz dem Willen Gottes Mensch zu werden. Hier ist der Glaube an Gott, das Vertrauen auf seinen Willen, für uns das Vorbild. Das Kind, das nun geboren werden wird, ist die Verkörperung des Willens Gottes. Wer Christus folgt, seinem Leben nacheifert, wird wahrhaftig Mensch werden und damit dem Willen Gottes folgen. Christus als der Hirte des Volkes zeigt diesen Weg und ist zugleich selbst ganz Wille Gottes.     

 

 

Impulso: La voluntad de Dios llegará a nosotros en persona humana

 

Si queremos desarrollarnos como humanos plenos, entonces debemos aprender a obedecer la voluntad de Dios. Los mandamientos y preceptos solos no parecen ser suficientes para la perfección, necesitamos un ejemplo, un modelo a seguir que ejemplifique esta forma perfecta de vida humana verdadera. Por eso la voluntad de Dios se revela de manera más enfática cuando aparece el «Hijo del hombre» y al mismo tiempo nos lleva a los límites del ser perfectamente humano. En esto, entonces, está el secreto de nuestra fe: en el nacimiento de Cristo.

 

La llegada de este portador de la voluntad de Dios se promete desde un lugar de importancia histórica para Israel: el lugar del "rey ideal", David. Belén, aparentemente un pequeño pueblo insignificante, será el lugar del nacimiento de un nuevo comienzo, así predice el profeta Miqueas. En el siglo VIII a.C. los ricos, poderosos, sacerdotes y los profetas falsos buscaron asegurarse una posición elevada para sí mismos mediante privilegios y poder a expensas de los campesinos y pastores pobres. Pero ahora, Miqueas asegura a estos pobres que en algún momento la mujer dará luz a aquel que actuará como pastor en el nombre – y con la fuerza – de Dios. Aquí se anuncia una persona que obra en nombre de Dios. Él traerá paz y seguridad ya que su poder será ilimitado.

 

Para nosotros cristianos está claro que Cristo es el Pastor que cuida su pueblo y que Él mismo es con su cuerpo humano la expresión de la voluntad de Dios. Para la fe ya no basta con realizar los rituales convencionales, sino que la nueva ley está viva en el cuerpo humano, se trata de vivir la fe. Cristo es este ejemplo y el camino de nuestra salvación.

 

El evangelista Lucas crea una conexión significativa entre María e Isabel que es, según la tradición, la prima de María. El destino de ambas mujeres está entretejido de forma única. Si bien Isabel tenía una edad avanzada y parecía estéril, se le anuncia a ella el nacimiento de un niño: de Juan Bautista. Para su esposo Zacarías, sacerdote del Templo, fue un milagro que lo hizo dudar y que causó que quedara mudo hasta el momento de determinar el nombre del hijo. María también experimentó un anuncio sorprendente por el ángel Gabriel en Nazaret, un hecho que la asustaba y que ahora quería compartir con su familiar Isabel. En su caso, ella era virgen, por lo que no era posible que estuviera embarazada.

 

El encuentro de las dos mujeres es el escenario del texto de hoy. No averiguamos la ubicación de la casa de Isabel, pero no está en Galilea, sino en una ciudad en las montañas de Judea, por lo que hay una mayor distancia entre los dos lugares; era necesario realizar un viaje. 

 

El encuentro se convierte en una celebración de alegría. Incluso las palabras de saludo de María a Isabel son percibidas por el niño en el vientre de Isabel y el niño – Juan Bautista - salta. Al mismo tiempo, algo extraordinario le sucede a Isabel: ella canta el Magnificat bajo la influencia del Espíritu Santo. Isabel bendice a María y al hijo en su vientre – aunque María todavía no ha contado a su prima sobre lo que ha pasado a ella. María es identificada como la Madre del Señor y así beatificada entre las mujeres porque ella creyó en lo que se cumplirá, en la palabra – la voluntad - del Señor.

 

Juan el Bautista se alegra, desde el vientre de su madre, por  la venida de Cristo. María se abrió para que se cumpliera esta voluntad de Dios de hacerse humano. Aquí está la fe en Dios, la confianza en su voluntad, nuestro ejemplo y el niño que ahora nacerá es la encarnación de la voluntad de Dios. Quien sigue a Cristo, emula su vida, se desarrollará como verdaderamente humano y así seguirá la voluntad de Dios. Cristo, como nuestro Pastor, nos muestra esta voluntad divina, y, por tanto, él mismo es la voluntad plena de Dios.

 

(Peter Downes, Theologe).

 

1. Adventssonntag (28.11.2021)

Zweites Kommen des Erlösers

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

  1. Adventssonntag (28.11.2021)

 

1.  Lesung: Jer 33,14-16

 

Lesung
aus dem Buch Jeremia.

 

Siehe, Tage kommen – Spruch des HERRN –, da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe.

 

In jenen Tagen und zu jener Zeit
werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen.

 

Er wird Recht und Gerechtigkeit wirken im Land. In jenen Tagen wird Juda gerettet werden. Jerusalem kann in Sicherheit wohnen.
Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.

 

 

2. Lesung: 1 Thess 3,12-4,2

 

Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessalonich.

 

Schwestern und Brüder!

[Gott, unser Vater, und Jesus, unser Herr, mögen unsere Schritte zu euch lenken.] Der Herr lasse euch wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen, wie auch wir euch lieben, damit eure Herzen gestärkt werden und ihr ohne Tadel seid,
geheiligt vor Gott, unserem Vater, bei der Ankunft Jesu, unseres Herrn, mit allen seinen Heiligen. Amen.

Im Übrigen, Brüder und Schwestern, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener!

Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch
im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben.

 

 

Evangelium: Lk 21,25-28.34-36

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

 

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen
und auf der Erde
werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres.

 

Die Menschen werden vor Angst vergehen
in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

 

Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen
mit großer Macht und Herrlichkeit.

 

Wenn dies beginnt,
dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter;
denn eure Erlösung ist nahe.

 

Nehmt euch in Acht,
dass Rausch und Trunkenheit
und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, wie eine Falle; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.

 

Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

 

 

 

Impuls: Seid bereit auf das Kommen des Herrn der Gerechtigkeit.

 

Recht und Gerechtigkeit ist der Wunsch, den im tiefsten Inneren jeder sich erhofft. In Zeiten der Krise, der Zerstörrungen, politischer Unordnung und Eroberungen durch den Feind, ist die Frage nach Ordnung, Sicherheit, Recht und Gerechtigkeit die Sehnsucht nach einem Leben in Frieden.

 

Der Prophet Jeremia macht dem jüdischen Volk Hoffnung auf bessere Zeiten, nachdem das Reich Juda mit seiner Hauptstadt Jerusalem durch die Babylonier am Ende des 6. Jahrhunderts vor Christus zerstört wurde. Es waren ihre eigenen Könige, die sie ins Verderben geführt hatten und nun erinnert Jeremia an die Zeit Davids zurück, der als von Gott auserwählter König, eine gerechtere Zeit verkörpert. Die Hoffnung liegt jetzt auf einen neuen König aus dem Haus Davids, der als Messias kommen wird und wieder Recht und Gerechtigkeit herstellen wird. Gott wird hier eingreifen und für sein Volk die Sicherheit und den Frieden herstellen.

 

Als Christen hoffen wir – besonders in der Adventszeit – auf ein erneutes Kommen des Auferstandenen, der sein angekündigtes Reich zur Vollendung bringt. Es ist ein Reich der Gerechtigkeit und in der das Recht herrscht. Unser Blick wird auf die Zukunft gerichtet. Nicht die Drangsal und Katastrophen der Gegenwart dürfen uns gefangen halten, sondern wir werden daran erinnert, dass Gott die Zukunft schon vorbestimmt hat, und gleichzeitig werden wir an den wesentlichen Fundamenten unseres Glaubens erinnert: es geht um das Recht, das Gesetzt Gottes, dass wieder gelten muss und um Gerechtigkeit, d.h. um die Wiederherstellung von Ordnung, Frieden und Sicherheit, wobei die Nächstenliebe und das Wohlergehen der Nächsten den Kern der christlichen Botschaft ist. Wenn alle sich um das Wohl der Anderen sorgen, dann wird rechtens gehandelt und Gerechtigkeit bestimmt das Leben. Von einem gerechten Herrscher erwarten wir, dass er Recht und Gerechtigkeit herstellt. Nach Unruhe und Krieg steht die Hoffnung auf Befriedung und Sicherheit.    

 

Vielleicht machen uns diese Worte im gegenwärtigen Chile besonders hellhörig angesichts der Wahl des zukünftigen Staatsoberhauptes (Herrschers) und wo die Themen des Rechts und der sozialen Gerechtigkeit im Zentrum stehen. Diese Worte kommen zur rechten Zeit! Sie ermahnen uns gleichsam beides im Auge zu behalten. 

 

Paulus ermahnt die Gemeinde in Thessalonich zur Wachsamkeit. Er erinnert die Gemeinde an dem bereits erlangten Glauben und der gelebten christlichen Praxis, schaut also dabei zurück, blickt dann aber in die Zukunft und ermahnt die Gläubigen, nicht in ihrem religiösen Eifer zu ermüden. Man soll sich auf das Kommen des Herrn – auf seinen triumphalen Einzug – in sein Reich vorbereiten. Sie sollen am Erlernten festhalten, d.h. an die Lehre Christi, ans göttliche Recht und die Gerechtigkeit, um so «Gott zu gefallen». Es geht um eine innere Beziehung zu den Mitmenschen und damit die Ausrichtung der tiefen Beziehung zu Gott. Nötig ist eine ständige Übung, ein fortdauerndes Erlernen und Praktizieren mit dem Ziel immer «vollkommener zu werden». Den Worten müssen die Taten folgen, damit sich die Mitmenschlichkeit voll entfaltet.

 

In der Zeit des Evangelisten Lukas herrschten wieder Krieg und Zerstörung. Im Jahre 70 wurde Jerusalem und der Tempel von den Römern im jüdischen Krieg zerstört. Es herrschte Endzeitstimmung. Alles scheint den Christen zusammenzubrechen; der Kosmos selbst ist ins Wanken gekommen. Dennoch wird hier eine neue Zeit angekündigt: das endzeitliche Kommen Gottes in Herrlichkeit.  Der «Menschensohn» - hier ist Christus gemeint – wird die Menschheit endgültig vom Bösen und Zerstörerischen befreien. Die Menschen werden erlöst – freigekauft – von allem, was sie versklavt und unterdrückt, von ihren Süchten – Rauschmittel und Trunksucht - und Sorgen. Sie können sich aber vor diesen Gefahren schützen, indem sie wachsam bleiben und beten, d.h. indem sie sich rechtens verhalten und auf Gott vertrauen.

 

Wachsam sein, am Glauben festhalten, also sich an Recht und Gerechtigkeit orientieren, und die Hoffnung auf den (Wieder-)Kommenden Christus bewahren, das ist der Aufruf am Anfang von Advent, eine Zeit der Besinnung über den Glauben, der uns trägt.

 

 

Impulso: Estén preparados para la venida del Señor de la Justicia.

 

La justicia y el derecho a lo justo (digno) es el deseo profundo que todos esperan en su vida. En tiempos de crisis, destrucción, desorden político y ocupaciones por el enemigo, las cuestiones del orden, seguridad, derecho y justicia son anhelo de una vida en paz.

 

El profeta Jeremías anuncia al pueblo de Israel la esperanza de tiempos mejores después de que el reino de Judá, con su capital Jerusalén, fue destruido por los babilonios a finales del siglo VI a. C. Fueron sus propios reyes quienes los llevaron a la ruina y ahora Jeremías recuerda el tiempo de David, quien, como rey del pueblo elegido por Dios, encarnó un tiempo justo. La esperanza ahora está en un nuevo rey que nace de la casa de David, que vendrá como el Mesías y restaurará la justicia y el derecho. Es Dios que intervendrá aquí y creará seguridad y paz.

 

Como cristianos, esperamos, especialmente durante el tiempo de Adviento, que el día de Cristo resucitado se acerca y que con él se completará el Reino de Dios anunciado. Es un reino en que domina el derecho y donde prevalece la justicia. Nuestra mirada se dirige al futuro. Las tribulaciones y catástrofes del presente no deben hacernos prisioneros, sino somos llamados a recordar que Dios ya predeterminó el futuro, y al mismo tiempo se nos recuerdan los fundamentos esenciales de nuestra fe: seguir la justicia y la ley de Dios, es decir, restablecer el orden, la paz y la seguridad, siendo la caridad y el bienestar del prójimo el núcleo del mensaje cristiano. Si todos se preocupan por el bienestar de los demás, entonces se hace justicia y la honradez conduce la vida. Esperamos que un gobernante justo establezca la ley y la justicia. El mensaje es: después de los disturbios y la guerra, hay esperanza de paz y seguridad.

 

Quizás estas palabras nos hagan sentir particularmente irritables en el Chile actual cuando se trata de la elección del futuro jefe de Estado (gobernante) y donde los temas de derecho y justicia social están en el centro. ¡Estas palabras llegan en el momento justo! Nos advierten, por así decirlo, que vigilemos a ambos.

 

Pablo exhorta a la iglesia de Tesalónica a estar en alerta. Recuerda a la congregación preservar la fe que ya han adquirido y la práctica cristiana que han vivido, así  realizando una retro-perspectiva de lo logrado, pero luego dirige la mirada al futuro y exhorta a los creyentes a no cansarse en su celo religioso. Uno debe prepararse para la venida del Señor - para su entrada triunfal - en su reino. Deben aferrarse a lo que han aprendido, es decir, a la enseñanza de Cristo, a la ley y la justicia divinas, para «agradar a Dios». Se trata de una relación interior con los prójimos y, por tanto, de la alineación de la relación profunda con Dios. Lo que se necesita es una práctica constante y un aprendizaje con el objetivo de ser cada vez más perfectos en la fe. Las palabras deben ir seguidas de los hechos para que se puedan desarrollar cada vez más perfectamente en la humanidad plena.

 

También en la época del evangelista Lucas el pueblo de Israel sufrió la guerra y destrucción. En el año 70, Jerusalén y el Templo fueron destruidos por los romanos en la guerra de los judíos. Había un estado de ánimo apocalíptico. Para los cristianos, todo pareció desmoronarse; el cosmos mismo ha vacilado. Sin embargo, aquí se anuncia el inicio de un nuevo tiempo: la venida de Dios en la gloria del tiempo del fin del mundo. El «Hijo del Hombre» - aquí se refiere a Cristo - finalmente liberará a la humanidad de los elementos malignos y destructivos. La gente es redimida - rescatada - de todo lo que la esclaviza y oprime, de sus adicciones – consumo de drogas y borracheras - y preocupaciones. Pero puede protegerse de estos peligros al mantenerse alerta y por medio de oraciones, es decir, comportándose correctamente y en confianza en Dios.

 

Mantener la alerta, aferrarse a la fe, es decir, orientarse a la ley y a la justicia, y mantener la esperanza en Cristo, en su segunda venida, esa es la llamada al comienzo del Adviento, un tiempo de reflexión sobre la fe que nos sostiene.

 

(Peter Downes, Theologe).

 

32. Sonntag im Jahreskreis (7.11.2021)

Die arme Witwe am Opferkasten, Mosaik, 6. Jahrhundert, in der Basilika Santae Apollinare Nuovo, Ravenna

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

32. Sonntag im Jahreskreis (7.11.2021)

1. Lesung: 1 Kön 17,10-16

Lesung
aus dem ersten Buch der Könige.

In jenen Tagen machte sich der Prophet Elíja auf und ging nach Sarepta. Als er an das Stadttor kam, traf er dort eine Witwe, die Holz auflas. Er bat sie: Bring mir in einem Gefäß ein wenig Wasser zum Trinken!

Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: Bring mir auch einen Bissen Brot mit!

Doch sie sagte: So wahr der HERR, dein Gott, lebt:
Ich habe nichts mehr vorrätig als eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug.
Ich lese hier ein paar Stücke Holz auf und gehe dann heim, um für mich und meinen Sohn etwas zuzubereiten. Das wollen wir noch essen und dann sterben.

Élija entgegnete ihr: Fürchte dich nicht! Geh heim und tu, was du gesagt hast!

Nur mache zuerst für mich ein kleines Gebäck
und bring es zu mir heraus!
Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten; denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag,
an dem der HERR wieder Regen auf den Erdboden sendet. 


Sie ging
und tat, was Élija gesagt hatte.
So hatte sie mit ihm und ihrem Haus viele Tage zu essen.

Der Mehltopf wurde nicht leer
und der Ölkrug versiegte nicht,
wie der HERR durch Élija versprochen hatte.

2. Lesung: Hebr 9,24-28

Lesung
aus dem Hebräerbrief.

 

Christus ist nicht
in ein von Menschenhand gemachtes Heiligtum hineingegangen,
in ein Abbild des wirklichen,
sondern in den Himmel selbst,
um jetzt vor Gottes Angesicht zu erscheinen für uns; auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern, wie der Hohepriester
jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht; sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt leiden müssen. Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen, um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen.

 

Und wie es dem Menschen bestimmt ist,
ein einziges Mal zu sterben,
worauf dann das Gericht folgt, so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen; beim zweiten Mal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen, sondern um die zu retten, die ihn erwarten.

 

Evangelium: Mk 12,38-44

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit lehrte Jesus eine große Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Marktplätzen grüßt, und sie wollen in der Synagoge die Ehrensitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben.

Sie fressen die Häuser der Witwen auf und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Umso härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.

Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel.

Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein.

Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern.

Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hineingeworfen; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles hergegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.

 

Impuls: Ein voller und «vollkommender» Einsatz für die Not der Anderen 

 

Zuerst muss man an sich selbst denken, dann kann man sich um andere Mitmenschen in Not kümmern. Ein solches Handeln scheint «normal», vor allem, wenn man sich selbst in einer Notsituation befindet. Ein solches Denken herrscht aber nicht nur im kleinen Kreis der Familie vor, sondern auch im nationalen Gefühl. So will man keine Einwanderer aus Angst um die eigenen sozialen Sicherheiten, den Arbeitsplatz, die kulturelle Identität u.a.m. aufnehmen. Migranten ziehen aber nicht aus Spaß oder Abenteuerlust aus ihrer Heimat fort, sondern werden durch Not, Gefahr und Hoffnungslosigkeit in ihren Herkunftsländern getrieben, sich in der Fremde ein neues Leben zu erschließen. Was würden wir tun, wenn wir in einer ähnlichen Situation wären? Welchen Einsatz zeigen wir, wenn uns die Not unserer Mitmenschen begegnet?

 

Der Prophet Elija traf vor dem Stadttor von Sarepta, einem Ort zwischen Sidon und Tyrus, eine Witwe, die Holz auflas und bat sie um Wasser, was sie ihm dann auch sogleich bringen wollte. Als er aber zusätzlich noch um ein Stück Brot bat, klagte sie über ihre Not. Das wenige Mehl und Öl, das ihr verblieb, könne sie nur noch für sich und ihren Sohn aufbrauchen, bevor ihnen dann der Hungertod drohte. Trotz dieser äußersten Not, fordert dann Elija die Witwe auf, sie solle ihn mit Wasser und Brot versorgen und der Herr wird sicherstellen, dass ihr und ihrem Sohn es an nichts fehlen wird, bis der Regen wieder den Brunnen mit Wasser füllen wird und dann auch die Erde wieder Getreide hervorbringt. Die Witwe erfüllte daraufhin die Bitte des Propheten und so erfüllte sich auch alles, wie es Elija ihr zugesagt hatte. Trotz ihrer äußersten Not, teilte sie von dem Wenigen, dass sie hatte, mit ihrem Nächsten, den bittenden Propheten und Gott sorgte daraufhin für sie und ihren Sohn. Alle überleben so den Hunger und Durst.

 

Im Hebräerbrief werden wir an das einmalige Opfer Christ erinnert. Er gab sein Leben für uns hin. Alles setzte er für unsere Rettung ein. Es handelte nicht für sich selbst, sondern sein Einsatz gilt uns allen, ist für die Menschengemeinschaft bestimmt.

 

Jesus warnt seine Jünger vor den Schriftgelehrten, die mehr auf ihr Ansehen und ihre Ehre achten, statt sich um die Not der Leute zu kümmern. Sie fressen sich in den Häusern der Witwen durch und verhalten sich dabei noch scheinheilig. Wie ein wirklich vollkommener Dienst an den Nächsten aussieht, schildert Jesus dann mit dem Opfer einer armen Witwe, die lediglich zwei kleine Münzen in ein Opferkasten warf, während Reiche Leute größere Spenden aufbrachten. Jesus aber stellt heraus, dass die arme Witwe am Ende mehr in den Opferkasten hineingeworfen hatte, als alle anderen, denn sie hat alles – ihren ganzen Lebensunterhalt – zum Wohl ihrer Nächsten hergegeben. Sie riskierte damit ihre letzte Notversorgung. Es ist der volle und damit zugleich vollkommende Einsatz für die notleidenden Mitmenschen.

 

Menschen, die selbst die Not erlebten und kennen, zeigen oft mehr Empathie als andere Menschen, die immer gut versorgt sind und dann nur einen geringen Teil ihres Vermögens zum Einsatz für die Notleidenden aufbringen. Werden wir sensibler für das Mitgefühl für unsere notleidenden Mitmenschen und statt ängstlich uns zu verschließen und abzuschotten, sollten wir uns voll für sie einsetzen, um damit auch Christus näher zu kommen und uns als Teil der von Gott geliebten Menschheit begreifen.

 

 

Impulso: Un compromiso total y "perfecto" con prójimos vulnerables.

 

Pensar en ti mismo primero y luego dedicarse a las necesidades de los demás, es una actitud que  parece "normal", especialmente cuando uno mismo se encuentra en una situación precaria. Tal pensamiento no solo prevalece en el pequeño círculo de la familia, sino también en el sentimiento nacional. Actuamos con preocupación, temor por la propias seguridad social, el trabajo, la  identidad cultural, etc. ante las olas de migrantes. Pero debemos tener en conciencia que los migrantes no se alejan de su tierra natal por diversión o sed de aventuras, sino por una situación precaria, de emergencia, sufrimiento, peligro de vida que conduce a la gran mayoría a buscar un nuevo comienzo en el extranjero. ¿Qué haríamos nosotros mismo si estuviéramos en una situación similar? ¿Qué compromiso mostramos cuando nos encontramos con la necesidad de personas vulnerables y en situaciones precarias? ¿No es que también esperamos ayuda cuando sufrimos una tragedia o pasamos situaciones muy difíciles?   

 

El profeta Elías se encontró con una viuda en la puerta de la ciudad de Sarepta, un lugar entre Sidón y Tiro, que estaba recogiendo leña y le pidió agua, que ella quería traerle de inmediato. Pero cuando le pidió un trozo de pan, ella se quejó de su situación precaria. La poca harina y el aceite que le quedaban sólo podían usarse para ella y su hijo antes de la muerte por hambre que les esperaba. A pesar de su extrema necesidad, Elías le pide a la viuda que le proporcione agua y pan y el Señor se asegurará de que nada faltaría para ella y su hijo hasta que la lluvia volviera a llenar nuevamente el pozo con agua y la tierra inicie a producir nuevos granos de trigo. Confiando en la palabra del profeta, ella cumplió con la petición de Elías y luego se cumplió lo que Elías había prometido. A pesar de su extrema necesidad, la viuda compartió lo poco que tenía con el profeta suplicante y su casa, y así Dios proveyó para ella y su hijo. Todos sobreviven y superaron el hambre y la sed.

 

En la Carta a los Hebreos se nos recuerda el sacrificio único de Cristo. Él dio su vida por nosotros. Se trata de una entrega completa para nuestra salvación. No se trata de su persona, su salvación propia, sino de que su compromiso es para todos nosotros, para la comunidad humana.

 

Jesús advierte a sus discípulos contra los escribas que prestan más atención a su reputación y honor que a las necesidades de la gente. Se alimentan en las casas de las viudas, aprovechan su generosidad y se comportan de manera hipócrita. Jesús describe cómo sería un verdaderamente perfecto servicio al prójimo, indicando un ejemplo de un viuda que donó en la caja de ofrendas sus dos monedas pequeñas que tenía, mientras que los ricos donaron más grandes sumas. Pero Jesús señala que al final la viuda pobre entregó más en la caja de las ofrendas que todos los demás, porque dio todo, todo su sustento, en beneficio a los necesitados.

 

Al hacerlo, ella arriesgó caer ella misma en una situación extrema de necesidad. Es el compromiso pleno y al mismo tiempo perfecto por los seres humanos necesitados. Las personas que conocen la necesidad por sí mismas muestran más empatía que las personas que siempre están bien atendidas y luego sólo dedican una pequeña parte de sus bienes al servicio para los necesitados. Si nos volvemos más sensibles a la compasión por nuestros prójimos en situaciones vulnerables y precarias, en vez de encerrarnos por miedo y un falso proteccionismo, podemos descubrir que  apoyarlos nos acerca en forma más plena a Cristo y así podemos experimentar mejor que todos somos parte de la humanidad que Dios ama.

 

(Peter Downes, Theologe).

 

30. Sonntag im Jahreskreis (24.10.2021)

«Christus heilt den bilden Mann» Estache Le Seur, c. 1645, heute in der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Potsdam)

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

30. Sonntag im Jahreskreis (24.10.2021)

1. Lesung: Jer 31,7-9

Lesung
aus dem Buch Jeremia.

So spricht der HERR: Jubelt Jakob voll Freude zu
und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt
und sagt: Rette, HERR, dein Volk,
den Rest Israels!

Siehe, ich bringe sie heim aus dem Nordland und sammle sie von den Enden der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und Wöchnerinnen;
als große Gemeinde kehren sie hierher zurück. 


Weinend kommen sie
und in Erbarmen geleite ich sie.
Ich führe sie an Wasserbäche,
auf ebenem Weg, wo sie nicht straucheln. Denn ich bin Vater für Israel und Efraim ist mein Erstgeborener. 


 

2. Lesung: Hebr 5,1-6

Lesung
aus dem Hebräerbrief.

Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.

Er ist fähig, mit den Unwissenden und Irrenden mitzufühlen, da er auch selbst behaftet ist mit Schwachheit, und dieser Schwachheit wegen muss er wie für das Volk so auch für sich selbst Sündopfer darbringen.

Und keiner nimmt sich selbst diese Würde, sondern er wird von Gott berufen, so wie Aaron.

So hat auch Christus
sich nicht selbst die Würde verliehen, Hohepriester zu werden, sondern der zu ihm gesprochen hat:

Mein Sohn bist du. Ich habe dich heute gezeugt, wie er auch an anderer Stelle sagt:

Du bist Priester auf ewig
nach der Ordnung Melchisedeks.

[Er hat in den Tagen seines irdischen Lebens mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört worden aufgrund seiner Gottesfurcht.]

 

Evangelium: Mk 10,46b-52

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho verließ, saß am Weg ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus.

Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! 


Viele befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

Jesus blieb stehen
und sagte: Ruft ihn her!
Sie riefen den Blinden
und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. 


Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. 


Und Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tue?
Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte sehen können. 


Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dich gerettet. Im gleichen Augenblick konnte er sehen
und er folgte Jesus auf seinem Weg nach. 


 

 

Impuls: Zum Reich Gottes sind alle berufen, die demütig um Gottes erbarmen bitten

 

Gott sucht nicht die Trennung der Völker, sondern lädt alle ein, um in seinem Reich eine große Gemeinde zu bilden. Jeremia spricht von einer Sammlung von den « Enden der Erde» und erwähnt dabei Gruppen, die eigentlich als kultisch unrein ausgeschlossen blieben: die Blinden und Lahmen, deren Krankheit und Behinderungen als Folge einer göttlichen Strafe galt. Er erwähnt dann noch Schwangere und Wöchnerinnen, womit auf die «Jungfrau» Israel anspielt, die in Gefahr sehen, Gott untreu zu werden, aber nun durch Gott Aufnahme finden soll. Gott erweist ihnen sein Erbarmen und führt sie auf sicherem Weg.

 

Im Hebräerbrief ist von den Hohepriestern die Rede, die von Gott berufen sind und als Stellvertreter des Volkes Sühneopfer für die Sünden aller darbringen. Auch hier geht es ums Handeln Gottes. Denn es ist Gott, der jemanden zum Dienst bestellt. Auch Christus erhielt seine Würde von seinem Vater verliehen. Betont wird eine Haltung, die wir gegenüber Gott einnehmen sollen. Vor Gott können wir selbst nichts einbringen, das ihn beeinflussen könnte, sondern er ist es, der einlädt, der beruft und der sein Erbarmen über alle ergießt, die ihn darum bitten. Wenn es unter «Tränen» geschieht, bedeutet es, dass man sich der vollkommenen Abhängigkeit von Schöpfer klar wird und angesichts seiner Größe und der menschlichen Schwachheit, sind wir immer nur Bittsteller. 

 

Bei der Begegnung Jesus mit dem blinden Bettler Bartimäus zeigt sich Jesus – wie Gott-Vater – zugänglich zu den Bitten um das göttliche Erbarmen. Hier wird Jesus als «Sohn Davids», d.h. als den verheißenen endzeitlichen Messias angesprochen. Da aber Bartimäus als Behinderter (bzw. Kranker) betrachtet wird und damit als einer der aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen ist, fordern ihn die Umstehenden auf zu Schweigen. Er wird damit als rechtlos erklärt. Doch Bartimäus fühlt sich ermutig noch lauter um Erbarmen zu schreien. Und so geht Jesus nicht an ihm vorbei, sondern lässt ihn zu sich rufen. Der Blinde läuft daraufhin auf Jesus zu und dieser fragt ihn, was er denn für ihn tun könne. Er folgt seine Bitte: er bittet wieder sehen zu können. Es folgt nun der Kernsatz dieser Begegnung: «Geh! Dein Glaube hat dich gerettet. Im gleichen Augenblick konnte er sehen
und er folgte Jesus auf seinem Weg nach».

 

Gott bereitet einen Weg für jeden von uns, er lädt uns ein. Den Sündern erweist er sein Erbarmen, wenn sie inständig darum bitten, d.h. wenn sie sich über ihren Zustand als Sünder und Bittsteller voll bewusst sind, denn damit öffnet sich der Weg zu ihrem Heil, der nicht nur körperlich ist, sondern die ganze Person in die Gemeinschaft mit Gott führt. Lernen wir also inständig und demütig Gott zu bitten und damit den Glauben zu erlangen, einen Glauben, der uns einen Weg öffnet, und die Wahrheit sehen lässt, die zum Reich Gottes führt. Leiden, Behinderungen und Ausgrenzungen sind keine unüberwindlichen Trennungen und Hindernisse zu Gott, sondern Gott schaut durch sie hindurch zum bittenden und leidenden Menschen, dem er sein Erbarmen schenkt. Wir dürfen daher auch niemanden Ausgrenzen und Abstoßen, sondern sollen den Weg zur Begegnung ebenen, damit wir gemeinsam dem heilvollen Ziel entgegengehen können. Nur wer aus dem Glauben schaut, seine alltägliche Blindheit ablegt, wird den Weg zum ewigen Leben sehen können. Aus dem am Weg sitzenden und wartenden Bartimäus wird ein Rufender und schließlich ein Gehender, ein Nachfolger Christi.  

 

 

Quien pide humildemente la misericordia de Dios es llamado al Reino de Dios.

 

Dios no busca la separación de los pueblos, sino que invita a todos a formar una gran comunidad en su Reino. Jeremías habla de una colección de gente desde "los confines de la tierra" y menciona grupos que, en realidad, fueron considerados excluidos del pueblo de Israel, de la comunidad judía del culto: los ciegos y cojos, cuyas enfermedades o discapacidades se consideraron consecuencias de pecados – suyos o de sus antepasados -, así eran castigo divino. Luego el profeta Jeremías menciona a las mujeres embarazadas y las mujeres que tuvieron recién nacidos que alude a la virgen Israel – el pueblo del norte, pueblo de Israel-, que es esposa de Dios, pero perdió su fidelidad a Dios y así está en peligro de perderse. Dios escucha sus llantos e invita a seguir el camino hacia su Reino. Todos ellos están ahora caminando con Dios mismo.

 

En la Carta a los Hebreos se presenta a los Sumos Sacerdotes que tienen su cargo por Dios, no por propia decisión. Como representantes del pueblo, ellos ofrecen sacrificios por los pecados del pueblo y por los suyos.  Aquí también se destaca  que Dios es el que actúa, pues es Dios quien llama a alguien a su servicio. También Cristo recibió su dignidad por su Padre. El texto enfatiza la actitud que debemos tomar hacia Dios. Nosotros mismos no podemos llevar nada ante Dios que podría moverle, pero es Él quien invita, quien llama y derrama su misericordia sobre todos los que le piden desde su corazón ayuda. Y los que piden ayuda de Dios bajo "lágrimas" que significa que uno se da cuenta de la completa dependencia que tiene del Creador y, ante su grandeza y la debilidad humana, siempre somos nosotros los suplicantes.

 

En el encuentro de Jesús con el mendigo ciego Bartimeo, Jesús se manifiesta de la misma manera que el Dios Padre: es accesible a las peticiones de misericordia. Aquí se habla de Jesús como el "hijo de David", es decir, el mesías escatológico prometido. Como Bartimeo es visto como una persona discapacitada (o enferma) y, por lo tanto, considerado un excluido de la comunidad religiosa judía, los transeúntes exigen su silencio. Le niegan el derecho a «reclamar»  algo o a quejarse. Sin embargo, él se siente animado a gritar aún más fuerte pidiendo misericordia. Jesús no ignora sus gritos y permite que se acerque. El ciego luego corre hacia Jesús, y cuando Jesús le preguntó en qué podría servirle, el ciego le pide a Jesús ayuda para  volver a ver. A continuación, sigue la frase clave de este encuentro: «Vete, tu fe te ha salvado. Y al instante, recobró la vista y le seguía por el camino».

 

Dios prepara el camino para cada uno de nosotros, nos invita. Él muestra su misericordia a los pecadores cuando abogan por ella, es decir, cuando son plenamente conscientes de su condición de pecadores y suplicantes, porque esto abre el camino a su salvación, que no es solo una sanación física, sino incluye la persona completa y la conduce  hacia la comunidad con Dios. Aprendamos, por tanto, a pedirle a Dios con seriedad y humildad y así a crecer en la  fe que nos abre un camino y nos permite ver la verdad que conduce al Reino de Dios. El sufrimiento, las discapacidades y la exclusión no son separaciones y obstáculos insuperables para Dios, sino que Dios mira a través de ellos a la persona suplicante y sufriente, a quien entrega su misericordia. Por lo tanto, no debemos excluir ni rechazar a nadie, sino allanar el camino al encuentro para que juntos podamos alcanzar la meta final, la salvación. Solo aquellos que miran desde la fe y se deshacen de su ceguera cotidiana podrán ver el camino hacia la vida eterna. Bartimeo, sentado y esperando por el camino, se convierte en hombre que grita y finalmente en un caminante, en un seguidor de Cristo.

Peter Downes, Theologe)

29. Sonntag im Jahreskreis (10.10.2021)

«Der Triumph der Göttlichen Weisheit» 1629, von Andrea Sacchi (Nationalgalerie der antiken Kunst, Palazzo Barberini, Rom).

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangelium)

 

29. Sonntag im Jahreskreis (10.10.2021)

1. Lesung: Weish 7,7-11

Lesung
aus dem Buch der Weisheit.

Ich betete und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte und der Geist der Weisheit kam zu mir.

Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr.

Einen unschätzbaren Edelstein stellte ich ihr nicht gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand und Silber gilt ihr gegenüber so viel wie Lehm.

Mehr als Gesundheit und Schönheit liebte ich sie und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt.

Zugleich mit ihr kam alles Gute zu mir, unzählbare Reichtümer waren in ihren Händen.

2. Lesung: Hebr 4,12-13

Lesung
aus dem Hebräerbrief.

Lebendig ist das Wort Gottes,
wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark;
es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens; vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen, sondern alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden. 


Evangelium: Mk 10,17-30

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie
und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?

Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer der eine Gott.


Du kennst doch die Gebote:


Du sollst nicht töten,


du sollst nicht die Ehe brechen,


du sollst nicht stehlen,


du sollst nicht falsch aussagen,


du sollst keinen Raub begehen;


ehre deinen Vater und deine Mutter!

 

Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.

Da sah ihn Jesus an, umarmte ihn und sagte: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast,
gib es den Armen
und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!

Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!

Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!

Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.

Sie aber gerieten über alle Maßen außer sich vor Schrecken und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden?

Jesus sah sie an
und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.

Da sagte Petrus zu ihm:
Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. 


Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen. Jetzt in dieser Zeit
wird er Häuser und Brüder, Schwestern und Mütter, Kinder und Äcker erhalten,
wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

[Viele Erste werden Letzte sein und die Letzten Erste.]

 

Impuls: Vom wahren und falschem Reichtum

 

Nach was sollen wir als Christen streben? Wie erreiche ich ein erfülltes Leben? Das sind Themen, die uns alle beschäftigen, denn was mir wichtig erscheint, voran ich mein Herz hänge, dass wird für mich der Kern meines Lebens, es wird zu meinem Gott.

 

Im Buch der Weisheit wird die Klugheit als erstrebenswert erachtet. Es geht aber um eine besondere Klugheit, die von Geist der Weisheit stammt, also göttlicher Natur ist. Nicht die politische Macht, auch nicht der Reichtum kann diese Weisheit aufwiegen. Diese Weisheit ist es, die einem innerlich erleuchtet und den Glanz ins Leben bringt. Sie ist es, die erfüllt das Leben eines Gläubigen letztendlich erfüllt; sie beseelt ihn, führt zur Erkenntnis des wahren Reichtums.

 

Die Weisheit führt zum Verstehen von Gottes Wort und dringt in das Innerste des Menschen, wird zum Gewissen und Kern unserer Gedanken und unseres Handelns. Wer dieser göttlichen Weisheit folgt, sieht alles mit Klarheit und muss ihr dann auch Rechenschaft für sein Leben abliefern.

 

Über den rechen Weg, der Nachfolge, dem Reichtum des Glaubens geht es auch im Evangelium. Hier nähert sich ein Mann Jesus und bittet ihn auf Knien nach dem Weg zum ewigen Leben. Jesus gibt daraufhin eine zweifache Antwort. Zunächst müsse er die Gebote – d.h. das göttliche Gesetz - einhalten. Als der Mann Jesus bestätigt, dass er sich seit seiner Jugend daran festhält, umarmt ihn Jesus. Der Mann hat damit den ersten entscheidenden Schritt getan. Aber zur Perfektion eines Gläubigen gehört ein zweiter Schritt. Er soll seinen Besitz verkaufen und es unter die Armen verteilen, womit ihm ein wahrer Schatz im Himmel zugesagt wird. Das war aber für den Mann nicht denkbar, da er sehr reich war und nicht bereit war, sich von seinem Reichtum zu lösen.

 

Wer in die Nachfolge Christi treten will, darf nicht auf den falschen (materiellen) Reichtum setzen, sondern muss sich für die Mitmenschen einsetzen und seine Gedanken und sein Tun zum Dienst an die anderen einsetzen. Neben den der Erfüllung der Gesetze muss auch sein Herz vom Geist Gottes erfüllt werden. Wer sein Herz an Macht und Reichtum hängt, kann sich nicht für die göttliche Weisheit öffnen und versperrte sich damit den Weg, die Pforte zum Reich Gottes. Wer Jesus nachfolgen will, muss bereit sein, sich von den gewohnten Sicherheiten des Lebens, vom Besitz, vom Haus und von der Familie zu trennen und sich ganz auf die Führung des göttlichen Geistes einlassen. Letzteres ist sicherlich das Ideal für einen Missionar, aber die Botschaft, sich nicht auf Macht- und Besitzstreben auszurichten, ist eine Mahnung an alle Christen. Der wahre Reichtum liegt für Christen in einem Leben, der von der Weisheit Gottes gelenkt ist und die mit Klugheit angenommen wird, wobei der Dienst am Nächsten als der Kern unseres Menschseins erfahrbar wird.  

 

 

Sobre la verdadera y la falsa riqueza

 

¿De qué debemos preocuparnos como cristianos en la vida? ¿Cómo se logra una vida plena? Son estos temas que nos conciernen a todos, porque lo que me parece importante, lo pongo en mi corazón, en el primer lugar y se convierte para mí en el centro de mi vida, se convierte en mi Dios.

En el libro de la Sabiduría, la prudencia se considera deseable. Pero se trata de una prudencia e inteligencia especial que proviene del espíritu de Sabiduría, es decir, de la naturaleza divina. Ni el poder político, ni siquiera la riqueza, pueden superar esta sabiduría. Es esta sabiduría la que ilumina a uno interiormente y da brillo a la vida. Es ella que llena la vida del creyente, lo anima, lo conduce al conocimiento de la verdadera riqueza.

 

La sabiduría conduce a la comprensión de la Palabra de Dios y penetra en lo más profundo del ser humano, se convierte en la conciencia y centro de nuestros pensamientos y nuestras acciones. Quien sigue esta sabiduría divina ve todo con claridad y finalmente tiene que dar cuenta de su vida a ella.

 

El Evangelio también trata sobre el camino correcto, el ser discípulo verdadero y las riquezas de la fe. Aquí se relata sobre un hombre que se acerca a Jesús y le pide de rodillas orientación al camino a la vida eterna. Jesús, entonces, le entrega  una doble respuesta. En primer lugar, recuerda que se deben cumplir los mandamientos, es decir, la ley divina. Cuando el hombre afirma a Jesús que siempre ha preservado los preceptos de Dios, Jesús lo abraza. El hombre ha dado así el primer paso decisivo. Pero hay un segundo paso para convertirse en creyente. Debe vender su propiedad y distribuirla entre los pobres, lo que le promete un verdadero tesoro en el cielo. Pero eso era inconcebible para el hombre, ya que era muy rico y no estaba dispuesto a desprenderse de su riqueza. Aquellos que quieren seguir a Cristo no deben depender de la riqueza (material) falsa, sino que deben preocuparse por el bien de sus prójimos y concentrar su pensar y actuar al servicio a los demás.

 

Además de las leyes, el corazón también debe estar lleno del Espíritu de Dios. Quien cuelga su corazón en el poder y la riqueza no puede abrirse a la sabiduría divina y, por lo tanto, bloquea su camino, la puerta al reino de Dios. Quien quiera seguir a Jesús debe estar dispuesto a desprenderse de la acostumbrada seguridad de la vida, de la propiedad, de la casa y de la familia, y confiar plenamente en la guía por el Espíritu divino. Este último es sin duda el ideal para un misionero, pero el mensaje de no centrarse en la búsqueda del poder y los bienes (riqueza) es un recordatorio para todos los cristianos. La verdadera riqueza para los cristianos reside en una vida guiada por la sabiduría de Dios y que aceptamos con prudencia, en la que podemos reconocer el servicio al prójimo como el núcleo de nuestro ser humano y cristiano.

 

 (Peter Downes, Theologe)

26. Sonntag im Jahreskreis (26.9.2021)

Mose wählt den Ältestenrat der 70» von Jacob de Wit, 1737, im Königspalast in Amsterdam

                                                            Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumstext)

 

26. Sonntag im Jahreskreis (26.9.2021)

1. Lesung: Num 11,25-29

Lesungaus dem Buch Numeri. 

In jenen Tagenkam der HERR in der Wolke herab und redete mit Mose. Er nahm etwas von dem Geist, der auf ihm ruhte, und legte ihn auf die siebzig Ältesten.

Sobald der Geist auf ihnen ruhte, redeten sie prophetisch. Danach aber nicht mehr.

Zwei Männer aber waren im Lager geblieben; der eine hieß Eldadder andere Medad. Auch über sie kam der Geist.Sie gehörten zu den Aufgezeichneten, waren aber nicht zum Offenbarungszelt hinausgegangen. Auch sie redeten prophetisch im Lager.

Ein junger Mann lief zu Mose und berichtete ihm:Eldadund Medad sind im Lager zu Propheten geworden.

Da ergriff Josua, der Sohn Nunsder von Jugend an der Diener des Mose gewesen war, das Wort und sagte: Mose, mein Herr, hindere sie daran!

Doch Mose sagte zu ihm: Willst du dich für mich ereifern? Wenn nur das ganze Volk des HERRN zu Propheten würde, wenn nur der HERR seinen Geist auf sie alle legte!

 

2. Lesung: Jak 5,1-6

Lesungaus dem Jakobusbrief. 

Ihr Reichen,weint nur und klagt über das Elend, das über euch kommen wird! Euer Reichtum verfaultund eure Kleider sind von Motten zerfressen, euer Gold und Silber verrostet.Ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch fressen wie Feuer. Noch in den letzten Tagen habt ihr Schätze gesammelt.

Siehe, der Lohn der Arbeiter, die eure Felder abgemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, schreit zum Himmel;die Klagerufe derer, die eure Ernte eingebracht haben, sind bis zu den Ohren des Herrn Zebaoth gedrungen. 

Ihr habt auf Erden geschwelgt und geprasstund noch am Schlachttag habt ihr eure Herzen gemästet. Verurteilt und umgebracht habt ihr den Gerechten, er aber leistete euch keinen Widerstand. 

 

Evangelium: Mk 9,28-43.45.47-48

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.

Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht!Keiner, der in meinem Namen eine Machttat vollbringt, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist,der ist für uns. 

Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört –Amen, ich sage euch:Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. 

Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser,wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. 

Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen,in das nie erlöschende Feuer. 

Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. 

Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden,wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. 

 

 

Impuls: Vom rechten Handeln im Geist Gottes

 

Um die rechte Gesinnung, um den rechten Geist, der zu einem gerechten Handeln anleitet, geht es einerseits bei den heutigen Texten. Es geht aber auch um die Frage von Abgrenzung, Exklusivität und Konkurrenzdenken. Was wird von einem Christen erwartet? Wie soll er handeln? Wie geht er mit Gruppen um, die anders denken, obwohl sie ansonsten ein ähnliches oder gar gleiches Ziel verfolgen?

Dem Mose stellt Gott eine Gruppe von 70 Ältesten zur Seite, die etwas vom Geist erhielten, der auf ihm ruhte. Solange der Geist auf ihnen ruhte, vermochten sie prophetisch zu reden. Warum aber waren es 70, die wie ein Ältestenrat erscheinen? Dem praktizierenden Juden ist die Symbolik der 70 sofort klar. Sie spricht für die Vollkommenheit: Schaffung der Erde in 7 Tagen und die 10 Gebote sind der wohl augenfälligste Zusammenhang. Und 7 x 10 ergibt 70. Zudem kennt die rabbinische Lehre, sieben verscheide Eigenschaften im Menschen, die von Wohltätigkeit bis zur Stärke reichen und jeder dieser sieben Eigenschaften sind dann noch zehn Einzelaspekte zugeordnet. Zudem erinnern die 70 an die Anzahl der Juden, die nach Ägypten zogen und dann später dieselbe Anzahl, der von Mose gewählten Repräsentanten des Volkes. Es geht hierbei auch um ein vollkommenes gottgefälliges Handeln des Menschen. Wir erfahren aber sogleich auch, dass das prophetische Reden wieder aufhörte, damit werden diese 70 Vertreter des Volkes von Mose auf dem der Geist des Herrn ruhte unterschieden. Die Ältesten hatten sich im Offenbarungszelt, wohl zu einer Art «Ratssitzung» versammelt, d.h. außer zweien von ihnen, die im Lager beim Volk blieben. Das prophetische Reden war aber auch bei ihnen zu vernehmen. Die Geistgabe ist somit nicht an einem heiligen Ort gebunden, sondern wird von Gott auf ausgewählte Menschen ergossen. Die Prophetenrede aber der zwei im Lager Zurückgebliebenen, führt bei Josua, dem treuen Diener von Mose, zur Besorgnis und daher informiert er Mose über diese vermeintlich«konkurrierenden» Propheten und fordert Mose auf, sie daran zu hindern. Die Antwort Mose ist sehr erhellend! Er wünscht sich sogar, dass das gesamte Volk zu Propheten Gottes würde. Wenn es sich um den GeistGottes handeln, dann gibt es keine Konkurrenz, denn in ihnen spricht ja dann Gott selbst. Niemand wählt von sich aus, Prophet zu werden, sondern es ist Gott, derseinen Geist über diejenigen ausgießt, die er dazu auswählt.  

Im Jakobusbrief wird der Umgang mit Reichtum thematisiert. Wer hier auf Erden Reichtümer anhäuft und ein ausgiebiges Leben feierte, dem wird am Ende nichts bleiben, da alles vergänglich ist und ihm droht sogar das Feuer (die Hölle), wenn er sich bis zu seinem letzten Tag auf das Sammeln von Schätzen beschränkt. Sogleichwird eine Sozialkritik laut, wenn den Lohnarbeitern, die die Feder ihres Herrn bestellten, der gerechte Lohn enthalten wird. Hier fehlt es dem reichen Herren völligan Gerechtigkeit und WohltätigkeitDer Briefschreiber Jakobus hat hierbei anscheinend eine konkrete Situation in einer Gemeinde im Blickin der eine Gruppe von reichen Christen ihren Wohlstand genießen, ohne die Not der anderen zu beachten. Mit diesem Verhalten haben sie den «Gerechten» - den gläubigen Mitmenschen, Arbeiter aber sogleich auch Christus selbst – «verurteilt und umgebracht». Die Kirchenväter haben später in ihren Werken die soziale Verantwortung der Reichen angemahnt. Besitz verlangt immer auch ein soziales Handeln für die notleidenden Nächsten. Ein wahrer Christ wird seinen Besitz nicht für sich anhäufen, sondern es zum Wohl seiner Nächsten einsetzen; so wird er dann eins mit ihnen, vereint im selben Geist und bildet somit eine wahrhaftige Gemeinschaft im Glauben.

Die Jünger Jesu beschäftigt das Auftreten eines Heilers, der im Namen Jesu Dämonen austreibt, aber nicht ihrer Gemeinschaft angehört. Ein Konkurrent also, der unter falscher «Marke» (Namen) handelt. Die Jünger erwarteten nun sicherlich seitens Jesu eine Zurechtweisung dieses «Betrügers», aber Jesus lässt diesen gewähren, da er Gutes in seinen Namen tut. Hier wird nicht die Konkurrenz gesehen, sondern die Absicht, der Geist, der das Handeln treibt. Das Wirken des Heilers wird als eine Machttat (Gottes) anerkannt, weshalb dieser keinesfalls ein Gegner sein könne, sondern sich um das Wohl von Kranken sorgt und sich damit für dieselbe Sache einsetzt wie Jesus und seine Jünger. Man soll Personen, die die Sache Christi unterstützen nicht daran hindern. Jesus erteilt jeder Form von Ausgrenzung, Exklusivität und Konkurrenzdenken eine Absage. Man darf den Glauben nicht durch Äußerlichkeiten und exklusiven Regelwerk einsperren, da man dadurch dem Kern - dem Geist – des Glaubens Gewalt antut und dann Gefahr läuft, statt den Weg des Heils aller Menschen einzuschlagen, sich auf den eigensinnigen Weg in Richtung Hölle begeht. Christen sollten gute Werke schätzen und fördern, unabhängig davon, ob sie von ihren Glaubensschwestern und –brüdern stammen, oder von Menschen guten Willens.      

 

Sobre el hacer lo correcto y justo en el Espíritu de Dios

Un aspecto central de los textos del domingo es el tema de la actitud correcta, sobre el espíritu que conduce a la acción justa. También la cuestión de la demarcación, la exclusión y la exclusividad es presente ¿Qué se espera de un cristiano? ¿Cómo debería actuar? ¿Cómo debe tratarse a grupos que piensan de manera diferente, aunque persiguen un objetivo similar o incluso el mismo?

Dios le proporcionó a Moisés un grupo de 70 ancianos que recibieron una parte del Espíritu que descansaba sobre él. Mientras el Espíritu descansara sobre ellos, podrían hablar proféticamente. Pero, ¿por qué había 70 que aparecen como un consejo de ancianos? El simbolismo del número 70 es inmediatamente claro para un judío practicante. Simboliza la perfección: la creación de la tierra en 7 días y los 10 mandamientos son probablemente la conexión más obvia. Y 7 x 10 es igual a 70. Además, la doctrina rabínica reconoce 7características diferentes en las personas, que van desde la benevolencia hasta la fuerza, y a cada una de estas 7 características se le asignan 10 aspectos individuales. Además, el número 70 conmemora la cantidad de judíos que se trasladaron a Egipto y luego la misma cantidad de representantes del pueblo elegidos por Moisés. Pero también aprendemos que el hablar profético cesó nuevamente, de modo que estos 70 representantes del pueblo se distinguen de Moisés en quien reposó el Espíritu del Señor. Los ancianos se habían reunido en la «Tienda de la revelación», probablemente para una especie de «reunión de consejo», dejando aparte a 2 de ellos que permanecieron en el campamento con el pueblo. Pero el discurso profético también se pudo escuchar entre estos dos

El don del Espíritu no está atado en un lugar santo, un lugar específico, sino Dios lo derrama sobre personas que Él elige. El discurso profético de los dos que permanecieron en el campamento con el pueblo  preocupa a Josué, el fiel siervo de Moisés, y por lo tanto él informa a Moisés acerca de estosaparentemente profetas "rivales" y le pide a Moisés que les impida hacerlo. ¡La respuesta de Moisés es muy esclarecedora! Él dice que incluso desea que todo el pueblo se convierta en profetas de Dios. Si se trata del Espíritu de Dios, entonces no hay competencia, porque Dios mismo habla por sus profetas. Nadie elige por sí mismo convertirse en profeta, pero Dios da su Espíritu sobre aquellos a quienes Él elige hacerlo.

En la Carta de Santiago, se discute el tema de la riqueza. Quien acumule riquezas aquí en la tierra y celebre una vida extensa no se quedará con nada al final, ya que todo es perecedero y el fuego (infierno) incluso lo amenaza si se limitaba a recolectar tesoros hasta su último día. La crítica social surge inmediatamente cuando a los trabajadores asalariados que cultivaron los campos de su señor se les niega un pago justo. Aquí se expresa la ausencia absolutamente de caridad entre tales ricos. Aparentemente, hay un grupo de cristianos adinerados en la comunidad que el autor Santiago tiene en mente que disfrutaron de su prosperidad sin tener en cuenta las necesidades de los demás. Con este comportamiento «condenaron y mataron» a los «justos» - creyentes, compañeros, trabajadores, pero también al mismo Cristo. Los Padres de la Iglesia instaron más tarde en sus obras a los ricos a asumir la responsabilidad social. Las posesionessiempre requieren acción social para el próximo vulnerable. Un verdadero cristiano no acumulará sus posesiones para sí mismo, sino que las usará para el bien de sus prójimos (para el bien común) y así expresa su plena unión con sus hermanas y hermanos en un mismo espíritu que los une.  

Los discípulos de Jesús están preocupados por la aparición de un sanador que expulsa demonios de los enfermos en el nombre de Jesús, pero que no pertenecía a su comunidad. Se quejan de un competidor que ejerce su terapias curativas bajo  una "marca" (nombre) ajena. Los discípulos ahora ciertamente esperaban una corrección y exhortación, pero Jesús lo permite porque tal hombre está haciendo el bien en su nombre. Aquí no se ve la competencia, sino la intención, el espíritu que impulsa la acción. Aquí se reconoce un acto del sanador como de poder positivo (divino), por eso no es considerado un adversario, sino como él sepreocupa por el bienestar de los enfermos, trabaja por la misma causa que Jesús y sus discípulos. Así es más un aliado al servicio a Dios. 

No se debe impedir las personas que apoyan la misma causa de Cristo a realizar sus obras. Jesús rechaza aquí toda forma de exclusión y pensamiento competitivo. La fe no debe estar encerrada por externalidades y reglas exclusivas, ya que de esta manera se violenta el núcleo - el espíritu - de la fe y se corre el riesgo, en lugar de seguir el camino de la salvación para todos, de escoger un camino obstinado propio que conduce al infierno. Los cristianos deben valorar y promover las buenas obras, ya sea que provengan de sus hermanos en la fe o de cualquier persona de buena voluntad.

(Peter Downes, Theologe)

 

24. Sonntag im Jahreskreis 12.9.2021

 

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumstext)

 

24. Sonntag im Jahreskreis 12.9.2021

1. Lesung: Jes 50,5-9a.

Lesung
aus dem Buch Jesaja. 

[GOTT, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich höre, wie Schüler hören.]

GOTT, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.

Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.

Und GOTT, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate. Er, der mich freispricht, ist nahe.

Wer will mit mir streiten?
Lasst uns zusammen vortreten!
Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? Er trete zu mir heran.

Siehe,
GOTT, der Herr, wird mir helfen.

[Wer kann mich für schuldig erklären? Siehe, sie alle zerfallen wie ein Gewand, das die Motten zerfressen.]

 

2. Lesung: Jak 2,14-18

Lesung
aus dem Jakobusbrief.

Meine Schwestern und Brüder,


was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?

Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung sind und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt das?

So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.

Aber es könnte einer sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen; zeige mir deinen Glauben ohne die Werke
und ich zeige dir aus meinen Werken den Glauben.

 

Evangelium: Mk 8,27-35

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern
in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Auf dem Weg fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? 


Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten. 


Da fragte er sie: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Christus!

Doch er gebot ihnen, niemandem etwas über ihn zu sagen.

Dann begann er, sie darüber zu belehren: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.


Und er redete mit Freimut darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite
und begann, ihn zurechtzuweisen.


Jesus aber wandte sich um,
sah seine Jünger an
und wies Petrus mit den Worten zurecht: Tritt hinter mich, du Satan!
Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.


Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen
und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.

[Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? 

Um welchen Preis könnte ein Mensch sein Leben zurückkaufen?

Denn wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation meiner und meiner Worte schämt,
dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln
in der Herrlichkeit seines Vaters kommt.

Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht schmecken, bis sie gesehen haben, dass das Reich Gottes in Macht gekommen ist.] 

 

 

Impuls: Wahrer Glaube wurzelt im Vertrauen auf Gott, trotzt aller Widerstände und allen Leids im Leben

 

Wem können wir vertrauen? Mit wem können wir in jeder schwierigen Situation des Lebens rechnen? Wer bildet für mich den Halt, den Kern des Lebens? Diese Fragen sind es, die uns beschäftigen und uns eine Orientierung geben, wohin unser Lebensweg sich richten sollte. Es geht dabei auch um die Sozialisation – das Verhältnis zu Anderen-, das rechte Miteinanderleben und dem Umgang mit dem Nächsten. Von diesem Verhalten gegenüber dem Mitmenschen hängt schließlich auch unser Gottesbild ab. Wir können nicht Gott ehren und lieben, wenn wir nicht zugleich ein gottgefälliges und menschenwürdiges Verhältnis zu unseren Mitmenschen pflegen.

 

Der Prophet Jesaja setzt auf Gott. Von ihm will er lernen, sehen und hören. Im Vertrauen auf ihn, kann der Gerechte alle Schmähungen und Leiden ertragen, da er am Ende weiß, Gott steht ihm zur Seite. In den schwierigen Situationen wird sich Gott als der wahre Richter erweisen und bietet uns den Halt, die es uns ermöglicht sich den Feinden und Gegnern in Freiheit und ohne Angst entgegenzustellen.     

 

Für die Christen am Ende des ersten Jahrhunderts stellte sich die Frage, wie sie sich denn ihre Rettung, das ewige Leben, sichern können. Es war ihnen klar, dass der Kult und die Riten allein nicht den Glauben ausmachen, sondern auch ein entsprechendes Handeln dazugehört. Wahrer Glaube ist Gebet, Verkündigung und christliches Handeln in einem. Man kann den anderen nicht nur Gutes wünschen, sondern muss den Bedürftigen in seiner Not helfen, so wie wir selbst von Gott Hilfe erhoffen. Jakobus (Santiago, der Bruder Jesu ist hier als Autor gedacht) ermahnt seine Gemeinde, den Bedürftigen das Lebensnotwendige zukommen zu lassen. Kleidung und das tägliche Brot – letzteres erbitten wir im täglichen Gebet im Vater Unser von Gott – sind grundlegende Bedürfnisse des Menschen. Wenn man hier nicht handelt und hilft, damit die Menschen ihre existenziellen Bedürfnisse erhalten, dann ist der Glaube tot. Man kann Glaube nicht ohne Werke leben. Der Glaube drängt uns geradezu zu den Werken der Mitmenschlichkeit, ansonsten bleibt er leer, nur Wort ohne Aktion. Jakobus bringt es auf den Punkt: Was ist ein Glaube ohne Werke? Denn in den Werken zeigt sich der Glaube. Wichtig ist hier, dass der Glaube zum Handeln drängt. Wer an Gott glaubt, auf ihn vertraut und setzt, der wird eben aus dem Glauben heraus für seine Mitmenschen so handeln, wie er es selbst von Gott für sich erwartet.      

 

Wer ist Jesus für dich? Das ist die Kernfrage des Evangeliums. Jesus fragte seine Jünger als sie sich auf den Weg zu Dörfern befanden, für wen ihn denn die Menschen hielten. Sie geben die verschiedenen Einschätzungen und Beurteilungen der Zuhörer Jesu wieder. Er wird dabei mit Johannes dem Täufer, mit Elijaoder einen anderen Propheten verglichen. Die Menschen erlebten ihn also als einen Propheten, einen Gesandten Gottes. Da diese Antwort ihn aber nicht völlig identifiziert, richtet er die Frage an seine engste Jüngergruppe und zugleich damit an uns, als Hörer und Leser des Evangeliums: «Für wen haltet ihr mich?» Und sogleich wird die erwartete Antwort von Simon Petrus geliefert: «Du bist der Christus!» Es folgt einSchweigegebot Jesu. Das Geheimnis ist genannt, aber die Entdeckung, wer Christus tatsächlich für jeden einzelnen ist, ist ein Glaubensprozess, den man gehenmuss, es ist ein Weg. 

 

Jesus spricht dann über den «Menschensohn», eine Bezeichnung, die auch in Genesis und bei Propheten Esra und Daniel gebraucht wird. Bei Daniel ist es Gott, der als Menschensohn die Herrschaft auf Erden als guter Pastor übernimmt. Aber Jesus führt seine Rolle in der Welt nicht als strahlender Sieger und König vor, sondern spricht von seiner Verstoßung durch die jüdischen Autoritäten und seinen Tod und der Auferstehung nach drei Tagen. Die beunruhigende Nachricht, die Jesu verkündet, führt zur Zurückweisung des Petrus, genau derjenige der Apostel, der soeben noch ein Glaubensbekenntnis zum Christus abgelegt hatte. Er hat nichts verstanden, so scheint es, und noch schlimmer, Jesus weist ihn als «Satan» zurück, da er Gottes Vorsehung in Frage stellt. 

 

Wer an Jesus glaubt, muss bereit sein für den Glauben zu leiden. Derjenige muss bereit sein «sein Kreuz auf sich zu nehmen». Nachfolge Christi ist kein einfacher, sorgenloser Weg, sondern ist sogar lebensgefährlich. Es verlangt einen vollen Einsatz des eigenen Lebens für die Anderen. Das ewige Leben gewinnt man nur durch die Hingabe für die Nächsten. Nur wer sich ganz zu Jesus bekennt, mit allen Konsequenzen, die es mit sich führt, wird als Teil der Gemeinschaft die Herrlichkeit und erlangt so das ewige Leben. Eine Entscheidung für Jesus ist eine Lebensentscheidung und beinhaltet die Bereitschaft Leiden auf sich zu nehmen, denn die Worte und Taten, die aus dem Glauben folgen, werden nicht von allen positiv aufgenommen, sondern rufen auch Gegner hervor, die den Propheten und Glaubenden Schaden zufügen wollen. Doch die Gewissheit besteht, dass nach dem Kreuz, nach all dem Leid, Gott sich ganz als der Halt, die Stütze des gläubigen Gerechten erweist und ihm das ewige Leben schenkt.  

 

 

La verdadera fe se funda en la confianza en Dios y el discípulo auténtico toma la cruz de su vida en nombre de Cristo

 

¿En quién podemos confiar? ¿Con quién podemos contar en situaciones difíciles? ¿Quién forma el centro de mi vida y es mi soporte? Estas son las preguntas que nos preocupan y nos presentan la orientación para encontrar el camino de nuestra vida. Se trata de socializar, de convivencia y del trato con el prójimo. Nuestra imagen de Dios también depende de nuestrocomportamiento hacia los demás. No podemos honrar y amar a Dios si no cultivamos, al mismo tiempo, una relación piadosa y humana con nuestros semejantes.

 

El profeta Isaías confía en Dios. Él quiere aprender, ver y escuchar del Señor, su maestro. Confiando en Él, eljusto puede soportar todo abuso y sufrimiento, porque al final sabe que Dios está a su lado. En situaciones difíciles, Dios demostrará ser el verdadero juez y ofrece su apoyo y permite que nosotros podamos enfrentar a nuestros enemigos y oponentes con toda libertad, sin miedo.

 

Para los cristianos a final del primer siglo surgió la pregunta de cómo se podrían asegurar su salvación, la vida eterna. Para ellos estaba claro que el culto y los ritos por sí solos no constituyen la fe, sino que también debían actuar en obras a favor de sus prójimos vulnerables. La verdadera fe es oración, predicación y acción cristiana, todo en un conjunto. No se llega a la felicidad y vida plena, sin preocuparse por el prójimo, así es un deber natural del creyente ayudar a los necesitados, ya que esperamos tal ayuda desde Dios hacia nosotros mismos. Santiago (aquí se trata del «hermano del Señor» como el autor de la carta) exhorta a su comunidad cristiana a entregar a los necesitados lo que necesitan. La ropa y el pan de cada día - estoúltimo lo pedimos a Dios en el Padre Nuestro -, son las necesidades humanas básicas.

 

El mensaje queda muy claro: Quien no ayuda a la gente a satisfacer sus necesidades existenciales, entonces su fe está muerta. ¡No se puede vivir la fe sin obras! La fe es lo que nos urge a hacer las obras humanitarias, de lo contrario la fe quedará vacía, solo serían palabras sin acción. Santiago lo dice en pocas palabras: ¿Qué seríade una fe sin obras? Es que en las obras se manifiesta la fe. Lo importante aquí es que la fe insta a la acción.Quien cree en Dios, confía en Él y pone su confianza en Él, actuará con fe para sus semejantes de la misma manera que espera que Dios lo haga por él mismo.

 

¿Quién es Jesús para ti? Esa es la pregunta central del Evangelio. Mientras Jesús y sus discípulos se dirigían a las aldeas, Jesús preguntó a ellos sobre lo que la gente  pensaba de él. Ellos presentaron las diversas imágenes y juicios que los oyentes de Jesús tuvieron de él. Unos lo comparan con Juan el Bautista, otros con Elías u otros profetas. Entonces la gente lo experimentó como un profeta, un mensajero de Dios. Pero dado que esta respuesta no lo identifica completamente, Jesús dirige la pregunta a su grupo más cercano de discípulos y al mismo tiempo a nosotros, como oyentes y lectores del Evangelio: «Y vosotros ¿quién decís que soy yo?» E inmediatamente Simón Pedro da la respuesta esperada: «¡Tú eres el Cristo!» En vez de confirmarlo y ordenar su difusión entre la gente, Jesús ordena silencio sobre el tema. El secreto tiene nombre, pero el descubrimiento de quién es Cristo en realidad para cada individuo es un proceso de fe que hay que recorrer, es un camino. Aquí se reveló el misterio del ser de Cristo que el evangelista Marco pone en palabras y obras de Jesús, en el desarrollo que el Evangelio manifiesta.  

 

Jesús luego habla del "Hijo del Hombre", un término que también aparece en Génesis y en los libros de los profetas Esdras y Daniel. En el libro de Daniel, es Dios mismo quien, como Hijo del Hombre, asume el gobierno de la tierra como buen pastor. Pero Jesús no define su papel en el mundo como el de un resplandeciente vencedor y rey, sino habla del repudio que recibirá por parte de las autoridades judías y sobre su muerte y suresurrección después de tres días. La inquietante noticia que proclama lleva a Pedro en rechazar tal destino de Jesús. Aunque él acaba de reconocer a Jesús como el Cristo, quedó evidente que en realidad no ha entendido nada, al parecer, y peor aún, Jesús lo identifica como «Satanás» porque cuestiona la providencia de Dios.

 

Quien cree en Jesús debe estar dispuesto a sufrir por la fe. Debe estar disponible en «llevar su propia  cruz». Seguir a Cristo no es un camino fácil, al contrario se pone en peligro la vida. Ser discípulo exige un compromiso pleno con la propia vida por el otro. La vida eterna se gana mediante el servicio y la preocupación por el prójimo. Solo aquellos que entregan su vida plenamente a Jesús, con todas las consecuencias que ello conlleva, alcanzarán la gloria, la vida eterna,formando parte de una sola comunidad. Una decisión por Jesús es una opción de vida e incluye la disponibilidad a sufrir por la fe en Él, porque las palabras y los hechos que se derivan de la fe no son recibidos positivamente por los adversarios de Cristo, sino incluso provocan que los enemigos y oponentes busquen causar daños a los fieles. Pero podemos tener la certeza que ante la cruz y todo el sufrimiento por la fe, Dios se mantiene al lado del creyente justo y asegura su vida eterna.

 

(Peter Downes, Theologe)

22. Sonntag im Jahreskreis 29.8.2021

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumstext)

22. Sonntag im Jahreskreis 29.8.2021)

1. Lesung: Dtn 4,1-2.6-8

Lesung
aus dem Buch Deuteronomium.

Mose sprach zum Volk:

Israel, hör auf die Gesetze und Rechtsentscheide, die ich euch zu halten lehre! Hört und ihr werdet leben,
ihr werdet in das Land, das der HERR, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.

Ihr sollt dem Wortlaut dessen, worauf ich euch verpflichte, nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen;
ihr sollt die Gebote des HERRN, eures Gottes, bewahren, auf die ich euch verpflichte. 


Ihr sollt sie bewahren und sollt sie halten. Denn darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der Völker.

Wenn sie dieses Gesetzeswerk kennenlernen,
müssen sie sagen: In der Tat, diese große Nation ist ein weises und gebildetes Volk.

Denn welche große Nation hätte Götter,
die ihr so nah sind, wie der HERR, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?

Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsentscheide, die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung,
die ich euch heute vorlege?

2. Lesung: Jak 1.17-18.21b-22.27

Lesung
aus dem Jakobusbrief.

Meine geliebten Schwestern und Brüder!

Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung oder Verfinsterung gibt.

Aus freiem Willen
hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir eine Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien.

Nehmt in Sanftmut das Wort an, das in euch eingepflanzt worden ist und die Macht hat, euch zu retten!

Werdet aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer, sonst betrügt ihr euch selbst!  Ein reiner und makelloser Gottesdienst ist es vor Gott, dem Vater: für Waisen und Witwen in ihrer Not zu sorgen und sich unbefleckt von der Welt zu bewahren.


Evangelium: Mk 7,1-8.14-15.21-23

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit
versammelten sich die Pharisäer
und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus.

Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot
mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen.

Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben; so halten sie an der Überlieferung der Alten fest.

Auch wenn sie vom Markt kommen,
essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. 
Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.

Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger
nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?

Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. 


Vergeblich verehren sie mich;
was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.

Ihr gebt Gottes Gebot preis
und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.

Dann rief er die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage!


Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.

Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut und Unvernunft.

All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

 

Impuls: Der wahre Glaube lebt aus dem Herzen heraus.

Wie sollte ein Christ seinen Glauben heute leben? Genügt es, wenn man sich an die Gebote Gottes und die Lehre der Kirche hält, oder gehört mehr dazu ein Nachfolger Christi zu sein? Was bedeutet ein authentisches Christsein? Diese Eingangsfragen bilden einen Kernpunkt der Lesungstexte von diesem Sonntag. Sie gehen auf eines der zentralen Themen unseres Glaubensverständnisses ein.   

An Mose geht die Anweisung Gottes, das Volk an die Einhaltung der göttlichen Gesetze und Rechtsordnung zu ermahnen. Es ist die Ordnung für ihre neue Heimat, dem verheißenen Land. Man könnte sagen, es ist deren «Verfassung». Diese Gebote werden als verpflichtend und unveränderlich dem Volk gegeben und spiegeln die göttliche Weisheit wider, da sie universelle Geltung haben; sie bilden eine Art «Magna Carta» für die Menschheit schlechthin. Wenn Israel sich an ihnen hält, wird es zum Vorbild für andere Nationen werden und als weise und gebildet gelten. Dieses Gesetzeswerk ist volks- und gottesnah zugleich und spiegelt die ganze göttliche Gerechtigkeit wider.

Ist es also mit der Einhaltung der Gebotes Gottes und der kirchlichen Lehre getan, um ein guter Christ zu sein? Oder bedarf es noch etwas Anderes, um ein guter Mensch und wahrhaftiger Christ zu werden?

Der Jakobusbrief gibt uns auf diese Frage eine Antwort. Hierbei spielt das «Wort der Wahrheit» eine entscheidende Rolle. Es wird uns von Gott geschenkt, ist schöpferisch und wird wie ein Samen in uns eingepflanzt. Wenn wir es wachsen lassen – d.h. auch pflegen und als unser eigen aufnehmen -, dann wird es uns zum Heil führen. Demnach ist es nicht nur die Erfüllung von Geboten, sondern vor allem die Aufnahme der Worte Gottes, d.h. die eigentliche göttliche Nachricht, die göttliche Wahrheit selbst, die unserem Dasein die Sinngebung verleiht und uns zum Heil führt. Wir müssen diese göttlichen Worte und Gebote nicht nur Hören und formal akzeptieren, sondern sie beleben. Aus dem Gehörten müssen Früchte werden, die uns selbst zu «Tätern des Wortes» machen. Christsein verlangt also eine Tatkraft, einen Einsatz! Wahrer Gottesdienst ist das gehörte Wort in sein Herz aufzunehmen und aus ihm heraus dann rechtens zu Handeln. Konkret bedeutet es den Einsatz für die Nächsten, für die Mitmenschen, die unsere Hilfe benötigen. Zum wahren Glauben gehört die Verinnerlichung der göttlichen Gesetze, damit sie im Leben für andere und damit auch für uns heilsam werden.

Man darf sein Christsein nicht auf das Äußere beschränken, auf die reine Beachtung von Gesetzen und Anwendung von Riten und Ritualen, sondern wahrer Glaube muss eine Herzenssache sein!

Als die Pharisäer und Schriftgelehrten Jesus Haltung zum Gesetzt und die göttlichen Vorschriften prüfen wollten, griffen sie das Thema der Reinheitsgebote auf. Die Jünger hätten ihr Brot mit unreinen Händen gegessen. Es geht hierbei um kultische Reinheit, die sich bis hinein in den Alltag in den Gebräuchen der häuslichen Reinheit entfaltete.

Ließt man den Text in unseren Zeiten der Pandemie von Corona-Virus, dann scheint es sehr angebracht, diese rituale des Händewaschens vor dem Essen und bei der Heimkehr zu beachten. Es gehört zu den grundlegenden und notwendigen Schutzmaßnahmen, die uns allen dringend Vom Gesundheitsamt geboten werden. Aber bei dem Gespräch mit Jesus geht es um eine andere Frage: Werden hier grundlegende jüdische Vorschriften von seinen Jüngern missachtet?  Es geht um die Beachtung der von Gott gegeben Gesetze.

Die Antwort Jesu gibt eine klare Antwort. Mit Hinweis auf den Propheten Jesaja, verweist er auf das Zentrum von Glaube und Heil. Nicht wer mit Lippen – ein Lippenbekenntnis also -, oder durch äußerliche Rituale, scheinbar Gott ehrt, ist ein Gläubiger, sondern derjenige, der seinen Glauben mit dem Herzen lebt. Hier muss man klar zwischen menschlichen Satzungen und Gottes Geboten unterscheiden. Die Kernsausage ist: «Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein». 

Nur ein Glaube, der aus dem Herzen – dem emotionalen und mentalen Zentrum des Menschseins, dem Lebensmotor und Ort des Nachdenkens – entspringt, gibt den Gesetzen, Lehren, Riten und vor allem dem Handeln sein christliches Sigel. Ein Glaube der im Herzen bewegt, reflektiert und verwurzelt wurde, wird zur Frucht einer tatkräftigen Verwirklichung des Wortes Gottes.  

 

 La fe verdadera nace y se vive desde el corazón

¿Cómo debe un cristiano vivir su fe? ¿Es suficiente guardar los mandamientos de Dios y las enseñanzas de la Iglesia, o se necesita más para ser un auténtico seguidor de Cristo? Estas preguntas tocan la esencia de nuestra comprensión de ser cristianos.

Dios instruye a Moisés a exhortar al pueblo de Israel a observar sus leyes. Es el reglamento para su nuevo hogar, la Tierra Prometida. Se podría decir que es su nueva "constitución". Estos mandamientos son vinculantes e inmutables para el pueblo y reflejan la sabiduría divina, ya que tienen validez universal y representan una especie de "Carta Magna" por excelencia para la humanidad. Si Israel se adhiere a ella, se convertirá en un ejemplo para otras naciones y será considerada sabia y educada. Esta obra legislativa es al mismo tiempo cercana al pueblo y a Dios y refleja en su totalidad la justicia divina.

Entonces, ¿es suficiente ser un buen cristiano observando los mandamientos de Dios y la doctrina de la Iglesia? ¿O se necesita algo más para ser una buena persona y un verdadero cristiano?

En la Epístola de Santiago se entrega una respuesta a estas dudas. La "palabra de la verdad" juega aquí un papel decisivo. Dios nos regala Su Palabra, que es creativa y como una semilla que Él ha plantado en nosotros. Si dejamos crecer esta semilla, es decir, si la cuidamos y la aceptamos como parte nuestra, entonces, se convertirá en nuestra salvación. En consecuencia, no es solo el cumplimiento de los mandamientos, sino, en primer lugar, la recepción de la Palabra de Dios, es decir, su mensaje divino, la verdad misma, que entrega  a nosotros el  sentido de nuestra existencia y nos lleva a la salvación. No solo tenemos que escuchar y aceptar formalmente estas palabras y mandamientos divinos, sino también vivirlos. Lo que escuchamos debe convertirse en frutos que nos hagan “hacedores de la Palabra”. Así, no es suficiente que simplemente observemos la Ley, sino que para ser discípulo auténtico se requiere impulso y compromiso. La verdadera adoración es cultivar la Palabra escuchada en el corazón de uno y luego actuar de acuerdo con ella. En lo concreto, significa trabajar para el prójimo que necesita nuestra ayuda. La interiorización de las leyes divinas expresa la verdadera fe que se transforman en beneficiosa para los demás y, por tanto, también para nosotros mismos.

No se debe limitar el cristianismo a lo externo, a la mera observancia de la Ley y en el cumplimento de ritos y rituales, sino la verdadera fe es un asunto del corazón.

Cuando los fariseos y los escribas quisieron examinar la actitud de Jesús hacia la Ley y los preceptos divinos, abordaron el tema de “la pureza” de los preceptos. Acusaron a los discípulos de Jesús porque comieron el pan sin lavar su manos. Aquí se refiere al tema de la pureza del culto. Con el tiempo estos preceptos de purificación se expandieron también a la vida cotidiana, en las costumbres de mundo doméstico.

Si uno lee el texto en nuestro contexto actual de la pandemia de Covid-19, entonces, parece muy apropiado observar estos rituales de lavarse las manos antes de comer y al regresar a casa. Es una de las salvaguardias básicas y necesarias de higiene sanitaria. Pero la conversación con Jesús trata de una pregunta diferente: ¿Están los discípulos ignorando mandamientos y preceptos judíos fundamentales? Se trata de observar la Ley dada por Dios.

La respuesta de Jesús queda clara. Con referencia al profeta Isaías, se refiere al centro de fe y salvación. Un verdadero creyente no es alguien que aparentemente honra a Dios con los labios o mediante rituales externos, sino alguien que vive su fe con el corazón. Aquí uno debe distinguir claramente entre los estatutos humanos y los mandamientos de Dios. El mensaje central es: «Porque de dentro, del corazón de los hombres, salen las intenciones malas: fornicaciones, robos, asesinatos, adulterios, avaricias, maldades, fraude, libertinaje, envidia, injuria, insolencia, insensatez. Todas estas perversidades salen de dentro y contaminan al hombre».

Solo la fe que viene desde el corazón - el centro emocional y mental del ser humano, el motor de la vida y lugar de la reflexión -, imprime a las leyes, doctrinas, ritos y, sobre todo, a las acciones su sello cristiano. La fe movida, reflejada y arraigada en el corazón se convierte en fruto de una realización activa de la Palabra de Dios. 

(Peter Downes)

Mariä Aufnahmen inden Himmel (15. August 2021)

Wochenimpuls

 

Mariä Aufnahmen in den Himmel (15. August 2021)

 

1. Lesung: Offb 11,19a; 12,1-6a.10ab

 

Lesung aus der Offenbarung des Johannes.

 

Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.

 

Ein anderes Zeichen erschien am Himmel und siehe, ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab.

 

Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.

 

 

2. Lesung: 1 Kor 15,20-27a

 

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth,

 

Schwestern und Brüder!

 

Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.

 

Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft entmachtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt.  Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Denn: Alles hat er seinen Füßen unterworfen.

 

 

Eangelium: Lk 1,39-56

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

 

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

Sie ging in das Haus des Zacharías und begrüßte Elisabet.

 

Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

 

Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

 

Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.  Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

 

Impuls: Durch das Erbarmen Gottes wird der Tod überwunden sein

In der Apokalypse (Offenbarung) des Johannes wird den bedrängten christlichen Gemeinden am Ende des ersten Jahrhunderts die Zuversicht verheißen, am Ende tatsächlich gerettet zu werden. Die Offenbarung deutet das Weltgeschehen in einer endzeitlichen und ewigzeitlichen Ordnung. Statt in Angst und Endzeitstimmung zu verfallen, wird die Ankunft des Retters – Christi – verheißen. Das Volk (Tochter Zion) ist hier die Frau, die in Schmerzen auf die Geburt des Messias wartet, wie es die Propheten des Ersten Testaments verkünden. Für Johannes und uns Christen ist dieser Messias Jesus und damit Maria die „Stellvertreterin“ des Volkes, seine leibliche Mutter. Wir werden damit an den Anfang erinnert, an die Geburt des Retters gegen den Chaos-Drachen (Symbol der Unordnung, des Bösen, der Lebensgefahr).

Das Zweite Vatikanische Konzil stellt Maria als „Typus der Kirche“ (Lumen Gentium 63) – als Mutter aller Christen hervor. Sie stellt sich bereit, nimmt ein Leiden auf sich ganz in der Hoffnung auf eine Zukunft hin, in der Gott sein Volk von aller Macht des Drachens - der Unterdrückung in Ägypten, in Babylonien und durch die Verfolgungen am Ende des ersten Jahrhunderts – befreit. Der Sohn der Frau ist der König auf dem Himmelsthron und von dort wird er schließlich den Endkampf aufnehmen. Die Frau, wird ebenfalls an einem geschützten Ort verbracht.            

Für Paulus stellt sich Jahre zuvor eine andere Herausforderung: Es kamen wohl Zweifel an der Auferstehung der Toten auf. Man hatte das Ende der Welt erwartet, aber es blieb aus, so dass man nun nicht mehr sicher war, ob diese Verheißung noch zutreffe. Ist Christus den wirklich auferstanden? Und wie und wann soll die Auferstehung der Toten erfolgen, wenn Christus doch göttlicher Natur ist, während alle anderen bloß Menschen sind? Der Vergleich mit Adam zeigt dann auf, wie wir uns als Nachfolger des von Gott geschaffenen ersten Menschen verstehen und durch sein Fehlverhalten – indem er die gesetzten göttlichen Grenzen missachtete – der Ausstoß aus dem Garten Eden und der Tod erfolgte. Es ist dieser erste Mensch, der uns den Tod bescherte, ebenso ist es nun wieder ein einziger Mensch, Jesus der Christus, der alle zum ewigen Leben führt. Seine Auferstehung ist unsre Zukunft, wenn wir im Glauben verharren. Christus ist schon jetzt der Sieger über den Tod und darum müssen auf seine Macht vertrauen, indem er am Ende der Zeiten alle Herrschaft erlangen wird und sie dann seinem göttlichen Vater überreichen wird. Jesus als der neue Adam wird dann Herr über die Schöpfung sein und sie zurück unter die Herrschaft Gottes stellen, damit ist dann die Ursünde des ersten Menschen und die Konsequenz daraus – der Tod – aufgehoben. Was Christus schon hat, die Auferstehung, steht uns noch aus und obwohl der Sieg des Menschensohns (des göttlichen Kindes) schon besiegelt ist, erfolgt für uns diese Siegesfeier erst am Ende aller Zeiten. 

Die Rolle Mariens im Plan Gottes wird im Lukasevangelium entfaltet. Die Szene, die uns beim Besuch Mariens im Hause ihrer Verwandten Elisabeth zeigt, deutet uns an, wie die Geburtsankündigung Jesu zu verstehen ist. Die Stimmung ist von großer Freude gekennzeichnet. Allein schon der Gruß Mariens bei ihrer Ankunft im Haus von Zacharias und Elisabeth wirkt auf das Kind im Mutterleib von Elisabeth derartig stimulierend, dass es vor Freude hüpft. Auch Elisabeth wird sogleich „mit heiligem Geist erfüllt“ und sie erkennt, dass Maria durch ein besonderes Kind gesegnet ist. Dieses Kind wird mit dem Christustitel „mein Herr“ (Kyrios) bezeichnet. Es folgt dann die Seligpreisung: Maria wird in ihrem Glauben gepriesen und es wird die Erfüllung allen vom Herrn gesagten versichert.

Es folgt dann der Lobgesang Mariens (das Magnificat), wobei der Text die Tradition des Estern Testaments (Propheten und Psalmen) in einem neuen Zusammenhang stellt. Gott wirkt Großes an Maria und sie erkennt die Bedeutung, die dieses Handeln Gottes für die Menschheit hat. Es werden radikale Umkehrungen der herrschenden (Miss-)Verhältnisse verheißen: Es wird eine mitmenschliche Ordnung angesagt, wo allen Bedrückten und Notleidenden göttliche Abhilfe zugesichert wird. Gottes Heiligkeit und sein Erbarmen sind bereits an Maria vollzogen. Sie ist damit zur Stellvertreterin des Volkes, die Tochter Zions, die Mutter aller Christen, Mater Ecclesiae geworden. Ihre Verehrung wird für die Zukunft angekündigt. Dieses bringt die Kirche auch am heutigen Feiertag zum Ausdruck, indem sie der Aufnahme Mariens in den Himmel gedenkt. Sie wird damit zum Zeichen des Erbarmens Gottes mit der Menschheit und Maria erfährt die zugesagte Erhöhung als Mutter unseres Retters, als Vorbild im Glauben und der Hingabe im Dienst am Herrn. Glauben und Dienen sind der Weg, um das Erbarmen Gottes dankbar zu empfangen, erst dann ist auch der Tod besiegt und wir können den Weg zum göttlichen Lichte entgegenschreiten.        

18. Sonntag im Jahreskreis (1.8.2021)

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumstext)

 

18. Sonntag im Jahreskreis (1.8.2021)

1. Lesung: Ex 16,2-4.12-15

Lesung
aus dem Buch Exodus.

In jenen Tagen murrte die ganze Gemeinde der Israeliten in der Wüste gegen Mose und Aaron.

Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des HERRN gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt,
um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen.

Da sprach der HERR zu Mose:
Ich will euch Brot vom Himmelregnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht.

Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: In der Abenddämmerung werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt werden von Brot
und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR, euerGott, bin.

Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager.

Als sich die Tauschicht gehoben hatte,
lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde.

Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Dasist das Brot, das der HERR euch zu essen gibt.

 

2. Lesung: Eph 4,17.20-24

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus.

Schwestern und Brüder!

Das also sage ich und beschwöre euch im Herrn: Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken!

Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt.

Ihr habt doch von ihm gehört und seid unterrichtet worden, wie es Wahrheit ist in Jesus.

Legt den altenMenschen des früheren Lebenswandels ab,
der sich in den Begierden des Trugs zugrunde richtet, und lasst euch erneuern durch den Geist in eurem Denken!

Zieht den neuen Menschen an,
der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit!

 

Evangelium: Joh 6,24-35

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit
als die Leute sahen,
dass weder Jesus noch seine Jünger am Ufer des Sees von Galiläa waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum
und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen?

Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt
sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird!
Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.

Da fragten sie ihn:
Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?

Jesus antwortete ihnen:
Das ist das Werk Gottes,
dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Sie sagten zu ihm:
Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du?

Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt:
Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.

Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.

Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.

Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!

Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt,
wird nie mehr Durst haben.

 

Impuls: Die wahre Speise, die wahrhaft sättigt.

Wir sind oft besorgt um die täglichen Dinge, um unser Essen, die Arbeit, materielle Dinge aber auch um das Fortbestehen des angenehmen und bequemen Lebens. So aber bleiben wir Gefangene von weltlichen Vorstellungen und eigenen Erwartungen und Lebensgewohnheiten. Wenn wir uns dann auf neue Pfade begeben sollen und auf bessere Zeiten hoffen, diese sich dann aber nicht den alten, gewohnten und bekannten Formen ähneln, dann blicken wir sehr schnell zurück und glorifizieren die vergangenen Zeiten, meinen, sie waren am Ende doch nicht so schlecht und erscheinen uns nun angesichts einer unsicheren Zukunft besser als die Gegenwart.

Im Buch Exodus murrt das Volk, da es Entbehrungen, sogar Hunger leidet; seine erlangte Freiheit scheint es nun in Lebensgefahr zu bringen, da sie auf ihrer langen Wüstenreise an Durst und Hunger leiden. Letztendlich ist es aber nicht dieses Leiden, was wirklich bedrohlich ist, sondern ihr fehlender Glaube an den, der sie aus Ägypten ins verheißene Land führt: Jahwe. Es geht darum, ob man sich den göttlichen Weisungen fügt! Schließlich aber sorgt der Herr für sie, gibt ihnen mit den Wachteln das erhoffte Fleisch und mit dem Tau, das nötige Brot. Diese Zeichen der Fürsorge Gottes, werden als Wunder erkannt, aber das Volk versteht noch nicht, dass sie ihr Vertrauen in Gott setzten und seinen Weisungen folgen sollten, statt sich um die rein materiellen Dinge zu sorgen.

Auch Paulus erinnert die Gemeinde in Ephesus daran, sich nicht an ihren früheren Lebenswandel zu orientieren, da sie nur trügerische Begierden ins Zentrum des Daseins rücken, sondern sich zu erneuern – in diesem Sinne, sich zu befreien – und sich von neuem geistinspirierten Denken leiten zu lassen. Nur so werden sie zu neuen Menschen, die wahrhaftig sich dem Ebenbild Gottes annähern und Gerechtigkeit und Heiligkeit anstreben. Es geht also darum, den eigenen Blick auf das Wesentliche zu fokussieren. Wir dürfen nicht unsere leiblichen und materiellen Begierden zum Motor unseres Lebens machen, sondern müssen Gott und seine Gebote, seine Ordnung, sein Menschenbild zu unserem Horizont machen. Dorthin führt der gerechte und heilsame Weg. 

Das Evangelium geht hier noch weiter. Jesus ist das Brot, das vom Himmel kommt und uns speist und damit den Weg zum ewigen Leben weist. Der Glaube an ihn wird zum Brot des Lebens, der uns stärkt und uns mit ihm eint. Ein wahrhaft christliches Leben sorgt sich nicht um die eigenen täglichen Belange, Wünsche, Begierden, sondern bewahrt den Blick auf das eigentliche Ziel, den Sinn unseres Daseins und dieser steht unter dem Licht des Himmels. Es ist der Aufruf zum Glauben an Gott und die Befolgung seiner Worte. Wenn wir uns nur um unsere eigenen irdischen Begierden sorgen, dann werden wir am Ende feststellen, wie alles vergänglich ist und sinnlos, denn ohne die himmlische Speise des Glaubens, ist eine wahrhafte Gerechtigkeit und das Heil der Welt undenkbar.

 

El pan del cielo que alimenta el alma

El pueblo salió de Egipto de la esclavitud hacia la libertad, y se puso en camino a la tierra prometida. Pero en vez de expresar su gratitud al Señor empezaron lamentar su situación en el desierto por sufrir sed y hambre. Así recordaron la parte cómoda de su pasado en Egipto: las ollas llenas de comida y el pan para comer garantizado cada día. Se concentraron en las necesidades y deseos mundanos, así Moisés pide en nombre del pueblo, alivio de su situación precaria a Dios. El mensaje es ilumininador: aunque Dios asegura la comida en forma de carne (codornices) y pan (maná – de la palabra egipcia mennu = alimento) que cayó como rocío desde el cielo, lo que deben aprender es a vivir según sus mandamientos. El pan que debe alimentar a ellos no se reduce a lo material, sino consiste en el alimento de la Palabra del Señor, lo que viene del cielo. Es un cambio de comportamiento y de su fin en la vida en que lo esencial es el éxodo del pueblo de Israel.

Pablo exhorta la comunidad en Éfeso de una manera similar. No debe seguir una vida en base de deseos engañosos, sino que debe convertirse, liberarse y conducirse hacia una vida dominada por el Espíritu, que entrega el sentido verdadero de la existencia. Solamente cuando dejan su vida antigua (vieja) y se alimentan del pan del Espíritu divino se convertirán a la nueva vida y se transformarán en nuevos humanos que verdaderamente se acercan a la imagen de Dios, según la cual fueron creados y así serían conducidos a una vida de justicia y santidad. Debemos nosotros enfocarnos en lo esencial, no quedar fijos en nuestros deseos corporales y materiales, sino poner las palabras, el orden divino y su imagen como nuestro horizonte, hacia el cual debemos caminar. Solamente con el pan del cielo podemos, finalmente, llegar al camino de justicia y salvación.  

En el Evangelio se especifica aún más precisamente el concepto de «pan del cielo». Jesús es el pan que viene del cielo, que nos alimenta y así nos muestra el camino a la vida eterna. La fe en Él se convierte en el pan de la vida que nos fortalece y nos une a Él. No debemos seguir una vida orientada a los deseos propios y anhelos cotidianos, sino que debemos fijarnos en el objetivo real y profundo - el sentido de nuestra existencia-, que es la luz del cielo, las palabras del Señor. Si solo nos concentramos en nuestros propios deseos terrenales, al final descubriremos que todo es fugaz y sin sentido, porque sin el alimento celestial de la fe, la verdadera justicia y la salvación del mundo quedarán inalcanzables.

(Peter Downes)

16. Sonntag im Jahreskreis

16. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr B

1. Lesung: Jer 23,1-6

Lesung
aus dem Buch Jeremía.

1 Weh den Hirten,
die die Schafe meiner Weide zugrunde richten und zerstreuen –

Spruch des HERRN.

2  Darum – so spricht der HERR, der Gott Israels, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und sie versprengt
und habt euch nicht um sie gekümmert. Jetzt kümmere ichmich bei euchum die Bosheit eurer Taten – Spruch des HERRN. 


3 Ich selbstaber sammle den Rest meiner Schafe
aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe. Ich bringe sie zurück auf ihre Weide und sie werden fruchtbar sein und sich vermehren. 


4 Ich werde für sie Hirten erwecken, die sie weiden, und sie werden sich nicht mehrfürchten und ängstigen und nicht mehrverloren gehen –
Spruch des HERRN.

5 Siehe, Tage kommen
– Spruch des HERRN –, da werde ich für David einen gerechten Sprosserwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln
und Recht und Gerechtigkeit üben im Land. 


6 In seinen Tagen wird Juda gerettetwerden, Israel kann in Sicherheit wohnen.
Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit. 


 

2. Lesung: Eph 2,13-18

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Éphesus.

Schwestern und Brüder! [11 Erinnert euch also, dass ihr früher von Geburt Heiden wart
und von denen, die äußerlich beschnitten sind, Unbeschnittene genannt wurdet.

12 Zu jener Zeit wart ihr von Christus getrennt, der Gemeinde Israels fremd und von dem Bund der Verheißung ausgeschlossen;
ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt.]

13 Jetzt (aber) seid ihr, die ihr einst in der Fernewart, in Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähegekommen. 


14 Denn er ist unser Friede.
Er vereinigte die beiden Teile – Juden und Heiden – und riss die trennende Wand der Feindschaft in seinemFleisch nieder. 


15 Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei
in sichzu einem neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden
durch das Kreuz mit Gott in einem einzigenLeib. Er hat in seiner Persondie Feindschaft getötet. 


17 Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und Frieden den Nahen.

18 Denn durch ihnhaben wir beide in dem einenGeist Zugang zum Vater. 


 

Evangelium: Mk 6,30-34

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte,
wieder bei ihm
und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. 


31 Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind,
und ruht ein wenig aus!
Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen,
so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. 


32 Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. 


33 Aber man sah sie abfahren
und viele erfuhren davon;
sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnenan. 


34 Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

 

Wochen-Impuls

Ein Volk und eine Kirche vereint unter dem wahren Hirten

Eine Zeit der Zerstreuung und Trennung des Volkes, ohne eine klare Leitung und Führung, so sah nicht nur der Prophet Jeremia seine Zeit, sondern auch wir erleben eine Zeit von Spaltungen und Desorientierungen sowie ein Mangel an Leitungsfähigkeit in vielen Staaten. Gleichsam wie eine Herde ohne Hirten, scheinen wir verloren, zerstreut und voneinander getrennt herumzulaufen. Jeremia erlebte am Ende seines Lebens den Anfang des babylonischen Exils, eine Zeit, in der das Volk Israel in die ferne Gefangenschaft geführt wurde. Es brachte die große Krise, denn das Volk Israel blieb ohne Anführer, ohne „Hirten“ und die Schuld an dieser Lage, wird den schlechten Hirten zugeschrieben. Es sind jene die das Volk (die „Herde“) zugrunde richteten und die Zerstreuung verursachten. Am Ende aber zeichnet der Prophet einen Lichtblick: Gott selbst wird sein Volk wieder sammeln und auf fruchtbare Weiden führen und so wird das Volk wieder wachsen. Es werden also bessere Zeiten vorausgesagt, die zuletzt dadurch erreicht werden, dass Gott neue Hirten aus ihnen erweckt und damit die Ängste und Sorgen seines Volkes beseitigt. Mehr noch als Hirten, wird ein König aus dem Geschlecht Davids angekündigt, der Recht und Gerechtigkeit schaffen wird. Rettung und Gerechtigkeit sind damit die Zukunft für das nun noch leidende Volk. Sie werden unter ihren neuen König an Sicherheit gewinnen.

Auch wir sehnen uns nach einer Zeit, wo alles wieder heller wird, wo wir wieder klare Horizonte sehen können und uns vereint, statt gespalten und zerstritten oder auch voneinander weit getrennt erleben können. Dazu brauchen wir gute „Hirten“, Leiter und Beschützer. Als Christen setzten wir am Ende auf Christus als unseren König - aus dem Hause Davids - und er ist das Bindeglied, das uns alle miteinander vereint zu einem einzigen Körper. Um diese Einheit aller in Christus geht es auch Paulus in seinem Brief an die Epheser. Darin spricht er die Trennung von Heiden und Juden in den frühchristlichen Gemeinden an. Paulus macht den bekehrten Heiden klar, dass sie nun Teil des neuen Volkes Gottes sind, da sie durch das Blut Christ – durch sein Opfer für uns alle – in seinen Heilsplan einbezogen werden; sie werden gesammelt und vereint zu einem neuen Volk. Juden und Heiden sind nun zu einer einzigen Herde geworden und folgen dem wahren Hirten, der mit seinen Geboten, das (alte) Gesetz aufhob und nun beide – Heiden und Juden, d.h. Fremde und Auerwählte – zu einem neuen Menschen, zu einem einzigen Leib, zusammenfügt. In diesem einzigen Körper sind sie vereint, gesammelt, miteinander versöhnt und werden gemeinsam zu Rettung geführt. Was sie zuvor trennte und spaltete – ihre Feindschaft – wird in eine Friedensgemeinschaft umgewandelt. Es ist der gemeinsame Geist, der ihnen den Weg zum gemeinsamen Vater öffnet.

Jesus erlebte, wie das Volk nach Orientierung suchte und in ihm einen wahren Hirten gefunden haben. Da sie aber so hungrig nach seinen Worten waren, bedrängten sie ihn und seine Jünger so sehr, dass sie kaum noch Zeit zum Essen fanden. Selbst der Rückzug auf ein Boot in einer scheinbar einsamen Gegend, um endlich etwas Ruhe zu finden, scheiterte letztendlich, da die „worthungrigen“ Zuhörer den Wettlauf mit dem Boot sogar gewannen und so Jesus diesen Menschen aus Mitleid dann nachgab und weiter für eine längere Zeit belehrte. Sie „waren wir Schafe, die keinen Hirten haben“.

In Zeiten von Krisen und Unruhen, braucht es eine gute, fähige und beruhigende Leitung – Hirten oder Staatsführer -, die die Ängste abbauen, es verstehen die Spannungen und Trennungen zu überwinden und das Volk und die Völker zu vereinen. Nur zusammen können wir Frieden erlangen und als Volk Gebote und Gesetzte verfolgen, die uns zusammenführen, satt zu spalten und zu trennen. Für uns Christen sind die Gebote des Herrn, vor allem diejenigen über die Nächstenliebe, der Horizont, der die wahre Gerechtigkeit und Rettung anzeigt. Gott will uns vereinen, nicht zerstreuen und entfremden. Daher sind wird aufgerufen, den Weg der Versöhnung, der Friedensstiftung und des Gemeinschaftssinns zu gehen und uns dadurch auf fruchtbare Weiden führen zu lassen, wobei Christus unser wahre Hirte ist.   

 

 

Unidos como un pueblo y un cuerpo bajo nuestro verdadero pastor Cristo

Estos tiempos causan inquietudes, angustias, preocupaciones y la sensación de falta de orientaciones hacia un horizonte con una luz clara y brillante como salida de estas “oscuridades” que muchos experimentan. El profeta Jeremías, que experimentó con el pueblo Israel el inicio del cautiverio en Babilonia en el siglo VI a. C., advierte al pueblo que es la culpa de los malos pastores que las “ovejas” están dispersas. El pueblo quedó sin líderes que pudieran orientarlos. Así depende todo de Dios mismo de reunir un día a su pueblo nuevamente y conducirlo a pastos fértiles nuevamente. Jeremías advierte que Dios deja un rey nacer desde la casa de David que será el pastor del rebaño que traerá la justicia y la salvación al pueblo de Israel.

Una situación de tensión y separación experimentó la comunidad cristiana de Éfeso. Por eso, Pablo escribió una carta para exhortar la comunidad a formar un cuerpo conjunto, en que los “lejanos” o “extranjeros”  paganos- cristianos y los judíos-cristianos se comprendan como un único cuerpo unido: un nuevo pueblo, en que Cristo es su pastor que entregó sus mandamientos que reemplazan la Ley (judía). 

En vez de buscar las diferencias y aspectos que separan a uno de otro, debemos superar el muro de la enemistad porque Cristo rompió este límite con el sacrificio de su vida, con su sangre. Ahora deben entenderse como unidos en un nuevo hombre, un único cuerpo. Con su muerte en la cruz los reconcilió y fundó la paz. Cristo mató la enemistad entre ellos, legó y anunció la paz a los “lejanos” (paganos) y a los “cercanos” (judíos). En un único espíritu existe el camino al Padre. No hay paz, ni justica, ni salvación separados, sino solamente cuando todos se convierten en un pueblo, un cuerpo bajo su pastor Cristo.

En el Evangelio encontramos a Jesús y sus discípulos estresados por las masas de personas que los persiguen para escuchar a Cristo. No hay tiempo de descansar ni comer. Jesús busca huir a un lugar más tranquilo en un bote. Pero su salida causó al final que la gente, hambienta de sus palabras, los persiguieran desde la costa e incluso llegaran antes que él al lugar donde el bote se dirigió. Jesús sintió misericordia por la gente que entendió se comportaron como ovejas sin pastores. Jesús, entonces, quedo con ellos y los enseñó por un largo rato.

Necesitamos, en tiempos difíciles, más que nada, líderes en forma de pastores, que dan seguridad y orientación y escuchar y leer las enseñanzas de Jesús para que podemos encontrar nuevamente el horizonte donde debemos caminar para encontrar la luz, dejando la oscuridad atrás. No es un camino solitario, sino en conjunto, como un rebaño, un pueblo, un cuerpo único, así unidos en un espíritu podemos superar lo que nos separa y causa hostilidad o alienación entre nosotros. La justicia, la paz y nuestra salvación no se pueden separar entre miembros de un cuerpo, sino solamente se alcanza en un cuerpo completo y unido. Así esperamos no sólo nuevos pastores buenos, sino que nosotros mismos debemos buscar crear puentes para reconciliarnos con nuestros adversarios y los nos aparecen tan lejanos y construir un sentido de conjunto, de una verdadera comunidad como un rebaño confiando que Cristo ya es el pastor que acompaña en este proceso.

(Peter Downes)   

 

 

Impulse Sonntag den 4. Juli 2021

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumtext)

 

Vierzehnter Sonntag – im Jahreskreis (4.7.2021)

 

Erste Lesung (Ez 1.28c -2,5)

Lesung aus dem Buch Ezechiel.

In jenen Tagen, schaute ich das Aussehen der Gestalt der Herrlichkeit des Herrn. Und ich fiel nieder auf mein Angesicht. Da hörte ich die Stimme eines Redenden.

Er sagte zu mir: Menschensohn, stell dich auf deine Füße; ich will mit dir reden.

Da kam Geist in mich, als er zu mir redete, und er stellte mich auf meine Füße. Und ich hörte den, der mit mir redete.

Er sagte zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu den Söhnen Israels, zu abtrünnigen Völkern, die von mir abtrünnig wurden. Sie und ihre Väter sind von mir abgefallen, bis zum heutigen Tag.

Es sind Söhne mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen. Zu ihnen sende ich dich. Du sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott, der Herr.

Sie aber: Mögen sie hören oder es lassen — denn sie sind ein Haus der Widerspenstigkeit —, sie werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war.

Zweite Lesung (2 Kor 12,7-10)

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther.

Schwestern und Brüder!

Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.
Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse. Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.
Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

EVANGELIUM (Mk 6,1b-6)

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger folgten ihm nach.

Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, gerieten außer sich vor Staunen und tlichen Lebens gesprochen wird, erscheint plötzlich als großartige Botschaft, selbst wenn ähnliche Worte zuvor der Großvater, die Großmutter, die Eltern, Geschwister, Freunde oder andere bekannte Menschen zum Ausdruck brachten. Wir müssen lernen mehr zuzuhören, nachzudenken und die Wahrheit zu suchen. Die Kritiker rütteln uns auf, fordern uns auf, nach der Weisheit zu trachten und den rechten Weg zu finden. Wenn wir uns aber verschließen, unser Herz verhärten, dann laufen wir Gefahr, in einem leeren Abgrund zu laufen oder uns durch propagandistische und vernebelnde Worte in die Irre leiten zu lassen. Wir folgen dann beruhigenden oder falschen Hoffnungen, satt eine Kurskorrektur vorzunehmen und eine Gewissenshinterfragung zu vollziehen. Heute brauchen wir wahrhafte Propheten Gottes, die uns Orientierung geben und uns zur Besinnung bringen und uns vor den irrenden Pfaden bewahren.  Nur so gelangen wir wieder auf den richtigen Weg, den Jesus und die Propheten uns weisen. Wir aber müssen am Ende die Wahl treffen, wem wir zuhören wollen und welchen Weg wir einzuschlagen gedenken. Gott aber lädt uns stets geduldig ein, sein Wort aufzunehmen und dadurch zum wahrhaftigen Leben zu gelangen.    

(Peter Downes).

El difícil labor de ser profeta de Dios

 Nadie gusta recibir una exhortación o criticas fuertes sobre sus faltas y errores, pero eso exactamente es la tarea de los profetas. Ellos son elegidos por Dios, no son ellos mismos los que han elegido este «cargo». Ser profeta no tiene nada atractivo, no implica riquezas, poderes políticos, fama de célebre o cualquier reconocimiento especial del pueblo. Al contrario, los profetas hablan en el nombre de Dios y sus mensajes son, en su mayoría, no agradables, sino enfrentan a su auditorio con la verdad, con sus pecados y sus vicios. 

 Es Dios quien levanta a Ezequiel y le da la fuerza para hablar en su nombre. El pueblo de Israel, ya desde generaciones, perdió la fe y resistió a las exhortaciones de su Dios, ya camina con un corazón de piedra. Ante esta situación poca esperanzadora, en que podríamos esperar una dura sanción de Dios, sin embargo, encontramos que Dios llama a su profeta a predicar al pueblo con paciencia. Es la verdad que deben escuchar y – aunque sean pocos – Dios mantiene su Palabra dirigida a Su pueblo y mantiene, así, la esperanza de su (re)conversión al camino de su salvación.

 Pablo explica, en su Carta a los Corintios, que está predicando lo que Cristo le reveló, esto no es algo que lo enorgullece a sí mismo, sino que tiene que soportar maltratos, sufrimientos, persecuciones y miedos. Todo esto por Cristo. Es Cristo quien le da la fuerza a él, un hombre débil.        

 En el Evangelio encontramos a Jesús predicando en la Sinagoga de Nazaret, ciudad de su familia. La gente escuchó sus palabras y conocieron sus hechos, que para ellos pareció algo extraordinario. Pero poco después de escuchar las palabras de Jesús, empezaron a cuestionar su autoridad. ¿Cómo era posible que un carpintero, de una familia común que todos conocen, hable de manera maravillosa? En vez de pensar en el mensaje, su enseñanza, ellos cuestionan la persona de Jesús y cierran sus corazones a lo escuchado, perdiendo así el camino de su conversión y a la verdad. Jesús mismo se asombra sobre sus reacciones. No se reconoce un profeta en su mismo pueblo y familia. La consecuencia no es dejar de predicar, sino un profeta debe seguir su camino, predicando en el nombre de Dios a otros pueblos.

 El profeta debe seguir con su tarea a la que Dios lo ha llamado. La conversión es un acto de libertad, depende de que se quiera escuchar y abrir sus corazones, que se reconozca a los profetas y el mensaje para su salvación.

 En nuestros tiempos necesitamos profetas que levantan su voz y presenten la verdad de Dios ante los ojos y oídos. Estos mensajeros surgen del pueblo mismo y saben que no pueden esperar ningún reconocimiento por su labor, sino solamente cumplen con lo que Dios les ha ordenado. La vocación dada por Dios y su fe en Él es la fuente de su fuerza para caminar este difícil camino de profeta.

 Debemos ser receptivos a las críticas, exhortaciones y enseñanzas que recibimos y considerar que pueden ser correcciones necesarias, que debemos acoger para una vida en la verdad y en un camino hacia la salvación. Podemos encontrar voces proféticas a nuestro alrededor, entre la familia, entre amigos, conocidos, además entre personas de buena voluntad. Cerrarse a los profetas, a los que nos critican para corregirnos y guiarnos a la verdad, sería un gran error y una debilidad, que tiene consecuencias negativas: perderemos el camino recto y andaremos hacia la oscuridad.

 (Peter Downes)       

Impulse Sanntag 20. Juni 2021

Ikone aus dem 16. Jahrhundert

 

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumstext)

12. Sonntag im Jahreskreis (20.6.2021)

1. Lesung: Ijob 38,1.8-11

Lesung aus dem Buch Íjob.

1 Der HERR antwortete dem Íjob aus dem Wettersturm und sprach:

8 Wer verschloss das Meer mit Toren, als schäumend es dem Mutterschoß entquoll,

9 als Wolken ich zum Kleid ihm machte, ihm zur Windel dunklen Dunst,

10 als ich ihm ausbrach meine Grenze, ihm Tor und Riegel setzte

11 und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter, hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?

 

2. Lesung: 2 Kor 5,14-17

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korínth.

Schwestern und Brüder!

14 Die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben.

15 Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.

16 Also kennen wir von jetzt an niemanden mehr dem Fleische nach; auch wenn wir früher Christus dem Fleische nach gekannt haben, jetzt kennen wir ihn nicht mehr so.

17 Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

 

Evangelium: Mk 4,35-41

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

35 An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesu zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.

36 Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn.

37 Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot,  sodass es sich mit Wasser zu füllen begann.  

38 Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?  

39 Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein.  

40 Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?

41 Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?

 

Impulse:

Trotz alle Stürme dürfen und sollten wir auf Gott vertrauen

 Die Lesungstexte des heutigen Sonntags vermitteln uns eine eindringliche Botschaft: Auch wenn alles nach Sturm und Untergang aussieht, so sollen wir fest im Glauben bleiben, denn das letzte Wort hat Gott. Er ist der Schöpfer von Allem, der Herr der Mächte.

 In der ersten Lesung wird an die Urflut bei der Schaffung der Erde erinnert. Trotz des Meeresbrausens, die vernichtend und bedrohlich erscheint, hat Gott inmitten dieses Tosens einen Lebensraum für den Menschen geschaffen. Chaos, Gefahr, Leid und Tod sind ein Teil der Lebenswelt der Menschheit. Von diesem Leid hat Ijob viel erlebt und dennoch verlor er am Ende nicht seinen Glauben. Wer auf Gott vertraut, geht nicht unter, sondern dem öffnet sich der tiefe Sinn des Lebens.

 Warum müssen wir die Pandemie ertragen? Das Leiden vieler Menschen ist immer noch unser tägliches Brot. Politischer Chaos scheint in vielen Ländern, auch in Chile, wie ein Meeresbrausen, die alten Sicherheiten zu zerschellen und die bisherige klare Sicht des Weges zu verdunkeln. Wir sind unsicher geworden; Ängste und Sorgen kommen auf. Können wir da wirklich auf einen guten Ausgang und ein Ende des Sturms hoffen?

 Gott aber ist der Schöpfer und er kann selbst aus dem Chaos eine neue Ordnung schaffen. Er kann dem Unheil einen Riegel vorsetzen und so den drohenden Naturgewalten Grenzen setzen. Aus dem Wasserstürmen wird ein lebensspendendes Wasser. Tod und Leben bekommen eine neue Deutung. 

 Um diese neue Ordnung und Deutung geht es dann auch Paulus im Korintherbrief. Der Tod Christi wird für uns zur Geburt in einem Leben in Christus. Wir werden durch den Tod des Herrn gleichsam „Mitgestorbene“, die dann mit ihm auch auferstehen und somit zur einer neuen Schöpfung durch ihn, mit ihm und in ihm werden. Das dramatische Ende am Todespfahl, dem Kreuz, erweist sich als glücklicher Neuanfang, indem wir Teil eines Lebensbaums werden. Vereint im Geiste können wir zu einer Neugestaltung der Welt aufbrechen. Das Alte ist nun abgelegt und gestorben, der Weg zum Neuen ist offengelegt. Wir sind frei und können nun als neue Schöpfung auch diese Welt mitgestalten. Statt durch Angst gelähmt zu zittern, sollten wir uns auf Christus besinnen und dem Chaos entgegentreten und diese Welt auf eine bessere Zukunft hin ausrichten.

 Die Jünger auf dem Boot inmitten eines drohenden Wirbelsturms, sind gelähmt vor Angst, das Boot scheint dem Untergang nahe. Der Sturm scheint ihr Ende herbeizurufen. Und Jesus, der sich auch im Boot befindet, schläft. Wie kann er denn so seelenruhig schlafen, wenn alles doch im tosenden Meer verschlungen werden könnte? Er gibt uns die Antwort: Der Glaube besänftigt sogar die Naturmächte. Was ist also hier die Aussage? Statt sich vor Sorgen und Nöten dem Chaos preiszugeben, sollten wir uns auf unseren Glauben besinnen und aktiv werden, gestaltend auf unser Realität einwirken. Nicht abwarten bis alles zu spät ist, sondern positiv aufs Geschehen einwirken, das Chaos besänftigen, beruhigen, statt Panikmache zu betreiben.

 Wenn wir uns als Neugeschöpfe im auferstanden Christus verstehen, dann sind wir frei diese Welt mitzugestalten, ohne Ängste. Auch wenn das Leiden unseren Weg begleitet, so dürfen wir nicht den Glauben verlieren, dass es das letzte Wort hat. Sie gegenwärtigen Stürme sind nur scheinbar übermächtig, werden aber letztendlich ihre Macht verlieren, wenn wir auf Gott vertrauen und uns als seine neue Schöpfung begreifen und dadurch Zuversicht gewinnen, an eine bessere Zukunft mitwirken zu können.

 (Peter Downes)   

 

Confiar en Dios en tiempos de tempestades

Las lecturas bíblicas de este domingo, tienen un mensaje en común: Debemos confiar en Dios, el creador del mundo y de las fuerzas. En el libro de Job se expresa la angustía de la tempestad que amenaza la vida de Job. Él cayó en dudas repecto al poder del Señor sobre la naturaleza. Es una experiencia que conocemos, la inquietud y miedo que tenemos cuando se acerca una situación dificil, pasa un desastre natural (un terremoto) o cuando enfrentamos una crisis social, económica, laboral o de salud y no sabemos cómo enfrentarla.

Dios asegura que Él creó el orden y es Él quien controla el caos – el mar caótico antes de la creación -, así Job debe creer en Dios, confiar que Él busca el bien de toda Su creación.

En la carta a los corintios, Pablo recuerda que Cristo murió por nosotros para nuestra salvación y que nosotros moriremos con Él para entrar en la nueva creación. Esta nueva creación sobrepasa los momentos de la oscuridad – de la muerte – y haciendo de Cristo nuestro camino de vida, podemos abrirnos a formar el nuevo cuerpo que no teme más la vida, sino que participa en la nueva creación, en el Reino de Dios. Es una llamada a salir de la angustía, frustración, pérdida de orientación y a confiar en un futuro con los demás, en ser creativos en la nueva creación en que somos parte con Cristo.

El Evangelio nos presenta un Jesús durmiendo tranquilo en medio de una terrible tormenta en el mar de Galilea, en que el barco que está en peligro de romperse. Ante este peligro de muerte que causa una situación de pánico en los discipulos, ellos despiertan a Jesús pidiendo ayuda. Jesús se manifesta como hijo de Dios y calma los vientos y el mar. Jesús responde a su angustia: “¿Por qué ustedes tienen miedo? ¿No tienen aún fe?” Fe y confianza es el tema central. Ante el caos, la crisis, las catástrofes no debemos congelarnos por el miedo y ver cómo todo se acerca al final, sino tener confianza que Cristo sigue a nuestro lado y que así podemos buscar soluciones y ser activos, creativos. En vez de lamentarnos, debemos concentrar la fuerza de la fe y caminar adelante en la construcción de un mundo mejor, al camino hacia el Reino de Dios.

En nuestros tiempos confusos, sin claridad a dónde vamos, con preocupaciones ante las crisis, las angustias que ahogan, los textos dan una luz de orientación: No teman, confien y cálmanse porque en la fe existe un camino adelante.

Y como es el Día del Padre que celebramos este domingo en Chile, podemos decir, que gracias Dios-Padre, podemos confiar nuestra vida en Sus Manos.

(Domingo, 20.6.2021, Peter Downes)

Johannesfest

(Besuch Mariens bei Elisabeth, Teil eines Altarbildes,

16. Jahrhundert in der Kathedrale von Amiens).

 

Ein Licht, dass sich verkleinern muss, damit die wahre Sonne erstrahlt

Es ist die starke Lichtsymbolik, die das Hochfest «Geburt Johannes des Täufers» zum Ausdruck bringt. Im Lukasevangelium werden die Geburt des Johannes und die Geburt Christi in der sogenannten Kindheitsgeschichte in eine Beziehung gestellt; sie werden dabei als Verwandte vorgestellt. Die Mutter von Johannes, Elisabeth, die aus dem Geschlecht Aarons stammte, war, laut dem Evangelisten Lukas, die Cousine von Maria aus dem Hause Davids. Sein Vater Zacharias war im priesterlichen Dienst im Tempel beschäftigt. Als fromm und gottesfürchtig werden Johannes Eltern zu Vorbildern einer jüdischen Familie. Was diesen «gerechten vor Gott» allerdings lange gefehlt hatte, war die Geburt eines Sohnes, eines Namensträgers der Familie, der den Segen Gottes ausdrückt. Nun aber im fortgeschrittenen Alter kündigte der Engel Gabriel Zacharias die Geburt seines Sohnes an. Es ist höchst interessant, wie die Erzählung die Geburt des Johannes und die Geburt Jesus in eine Parallele setzt und dann die beiden Familien, die Priesterfamilie mit der «davidischen Königsfamilie», verbindet und in Beziehung setzt beim Besuch der beiden schwangeren Cousinen Maria und Elisabeth.

Die Botschaft der Gnade

Der Bote Gottes, der Erzengel Gabriel ist in beiden Ankündigungsgeschichten derjenige, der das Eingreifen Gottes zum Ausdruck bringt. Zacharias zweifelt an den Worten des Engels und verstummt – ein schweres Hindernis für einen Tempelpriester, wenn er nicht die Gebete verrichten, Ritualhandlungen mit Worten begleiten und nicht den Segen an die Betenden spenden kann, die ihn geradezu Amtsunfähig machen – und erst bei der Beschneidung des Knaben wird durch ein zweites «Wunder» nach der unerwarteten Geburt, mit der Namensnennung von Johannes, den Elisabeth vorschlägt, obwohl sie nichts von der Erscheinung und Botschaft des Engels an Zacharias erfahren hatte, erlangt Zacharias wieder seine Stimme, nachdem er dem ihn prophezeiten Namen seines Sohnes bestätigt. Der Name ist die Botschaft, denn Johannes (hebr. Jochanan) bedeutet: Gott ist gnädig. Die Gnade ist aber nicht nur für diese Familie erfolgt, sondern Johannes wird zum Zeichen der Gnade des Herrn für alle werden.

Schon vor der Geburt des Johannes wird in der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth die Beziehung der beiden angekündigten Knaben verdeutlicht. Maria selbst hat eine Geburtsankündigung erfahren, die ihre genauso unmöglich erschien, wie die Schwangerschaft ihrer älteren und sterilen Verwandten. Der Besuch selbst scheint eine Vorsehung, denn hier scheint María wohl den Rat ihrer Cousine zu suchen, da sie sich in einer prekären Situation befindet: eine Schwangerschaft, ohne zuvor etwas mit ihrem Bräutigam gehabt zu haben und alles im Zusammenhang der «furchterregende» Begegnung mit jenem Engel, der auch Zacharius heimsuchte. Was sich nun aber beim Besuch der beiden Cousinen abspielt ist entscheidend, da es auf die Zukunft hindeutet und allem einen tiefen Sinn gibt. Als Elisabeth Maria sieht, erfüllt sie zugleich große Freude und in ihrem Bauch hüpft Johannes in Vorfreude. Ihr kurzes Gespräch endet mit dem Lobpries Mariens und dem Magnifikat. Hier wird nun klar, dass alles unter dem Licht Gottes steht und im Plan der Vorsehung eine neue Zeit anbricht, in der die Gnade Gottes die Welt durchströmen wird. Und Johannes selbst ist das erste Zeichen dieser Gnade, wie ja sein Name hervorhebt.     

 Der apokalyptische Prediger und die Lehrmeisterfrage

 Johannes erscheint dann in den Evangelien als der Prediger in der Wüste, der zur Bekehrung aufruft und die Endzeit ankündigt, indem der Weizen vom Unkraut getrennt und letzteres dann im Feuer vernichtet wird. Auch Jesus hört seine Predigten und lässt sich, wie ein Schüler, von ihm taufen. Doch nun offenbart sich, dass der scheinbare Schüler Jesus in Wirklichkeit der wahre Lehrmeister ist und so wird nun klar, wer der größere von beiden ist. Johannes wird dadurch zum Ankündiger des eigentlichen Lehrers und Richters der Endzeit. Er muss sich niedrig machen, damit derjenige, der nach ihm kommt, ganz im Lichte erscheint und sich offenbart.

 Noch in seiner Gefangenschaft erkundigt sich Johannes durch seine Schüler, ob den Jesus tatsächlich der Messias sei und erhält diese Bestätigung durch die Taten, die über ihn berichtet werden, die ganz dem Lobpreis und Magnifikat entsprechen, die seine Mutter und Maria noch vor der Geburt beider Knaben offenbarten. Während Jesus Zeit anbricht, geht die Zeit des Johannes ihrem Ende entgegen. Er bereitete am Ende also den Weg für den Größeren, der nach ihm kommen würde. Wie ein Prophet hatte er die Ankunft des Endrichters angekündigt, den er nun in seinem Verwandten gegenwärtig erkennt. Sein (kleines) Licht zum wahren Weg muss nun erlöschen, damit das wahre Licht – der Sohn des Allmächtigen - den Weg aus der Finsternis hin zum Weg des Lebens aufleuchtet.

 Es ist diese Lichtsymbolik, die das Johannesfest auf den 24. August festlegte, da es an den 24. Dezember erinnert, der Geburt des wahren Lichtes: Christus. Sie Symbolik wird aus dem Blickwinkel der nördlichen Halbkugel verständlich, denn mit der Sommer-Sonnenwende zwischen dem 20. und 22. Juni ist der längste Tag im Jahr erreicht und bis zum Weihnachtsfest nimmt dann das Tageslicht zunehmend ab, um schließlich am Weihnachtsfest – der Geburt Christi und dem dunkelsten Tag des Jahres– wieder anzufangen zu wachsen und damit die Dunkelheit des Winters zunehmend zu durchbrechen. 

In altkirchlicher Zeit wurde die Enthauptung des Johannes des Täufers am 29. August ebenfalls als Gedenktag begannen, erlangte dann aber weniger Bedeutung als sein Geburtsfest. Johannes der Täufer ist der einzige Heilige, dem neben der Gottesmutter die Ehre eines eigenen Hochfestes zur Geburt in der römisch-katholischen Liturgie zuteilwurde. Das Junidatum hat neben der Lichtsymbolik seine Begründung mit dem Hinweis im Lukasevangelium, dass Johannes sechs Monate älter war als Jesus.   

Der weitverbreitete Brauch des Johannesfeuers am Vorabend seines Festes, geht auf alte bäuerliche Bräuche zurück, die zumindest seit dem 12. Jahrhundert belegt sind. Das Feuer symbolisiert nicht nur die Sonne, sondern auch das Gericht der Endzeit, die Wende im Leben des Menschen vom Sünder zum Bekehrten. Es steht aber auch in Verbindung mit Schutzrituales gegen Krankheiten, Hagelschäden und Viehseuchen, die die Bauern bedrohen konnten. Eine Strohpuppe wird verbrannt, die Sinnbild des Bösen ist. Es ist zudem eine entscheidende Phase in der Landwirtschaft. Der anbrechende Sommer kann Dürre verursachen oder auch Regen zu falschen Zeit bringen, wo denn das Unkraut inmitten des Weizens heranwächst und die Ernte bedrohen kann, was uns direkt an die Predigten des Johannes erinnert.

In vielen Kulturen wurden und werden noch heute Sonnenwendfeiern gefeiert. In Chile haben wir dieses Jahr erstmals einen nationalen Feiertag, der den Respekt gegenüber den indigenen Religionen ausdrückt. Zugleich aber ist es eben auch ein symbolträchtiges Ereignis für die Christen. Wie Johannes sollten wir erkennen, uns kleiner zu machen, d.h. unseren Egozentrismus zu mindern, und uns Christus zu öffnen, damit er uns zum wahren und inneren Lebenslicht wird.

(Gedanken zum Johannesfest, 2021, Peter Downes).

 Una luz que debe bajarse para que la verdadera luz de Dios crece. 

El 24 de junio la Iglesia celebra el nacimiento de Juan Bautista. Él es el único santo que ha recibido el honor de este tipo de memoria y así goza de una veneración especial como la Virgen María.

La fecha no es coincidencia, sino que se deduce de la fecha del nacimiento de Jesús, el 24 de diciembre. El evangelista Lucas relata que Juan fue 6 meses mayor que Jesús. El simbolismo de este día es más evidente si consideramos que ambas fiestas se vinculan con el solsticio de verano y del invierno, según el hemisferio. Así Juan – el favorecido de Yahvé, significado de su nombre en hebreo – tiene que hacerse pequeño – bajar su luz  - para quien viene después de él, para que éste ilumine más fuerte: Cristo, la verdadera luz del Padre.

Ya en el encuentro de las dos madres embarazadas: María, la madre de Jesús y su prima Isabel, la madre de Juan, en el Evangelio de Lucas, se determina el papel de cada uno de los niños en el Plan de Dios. El himno y el Magnificat de las dos madres revela que uno prepara el camino para el Señor; mientras que Jesús, el Mesías y Senor, inicia un nuevo tiempo.

Sobre este nuevo tiempo, el adulto Juan predicó en el desierto llamando al Pueblo de Israel a convertirse, a dejar su vida antigua de pecadores y convertirse en trigo en la casa del Señor, así salvándose del fuego que quema la hierba mala. Juan habla del juez de los tiempos finales ante quien todos deben presentar sus hechos en la vida. Es el cambio de los tiempos, un tiempo para tomar la decisión y optar por el camino de avanzar hacia el Reino.

Poco antes de su muerte – decapitación por orden de Herodes Antipas – Juan consulta a sus discípulos sobre las señales en las obras de su pariente Jesús. Si este Jesús es el Mesías a quien el pueblo está esperando, o se debería esperar más tiempo a alguien que viene. Juan quedó en duda, aunque sabía que en el bautismo de Jesús, en el Jordán, este “discípulo” suyo predica y actúa como un maestro; que Jesús parece más como el maestro de Juan. Así las vidas de Juan y Jesús se cruzan y el mensaje queda finalmente revelado: Cristo es el juez de Dios y sus palabras son la Ley de Yahvé.

Desde el siglo IV la Iglesia celebró la fiesta del nacimiento de Juan el 24 de junio y de su muerte el 29 de agosto, pero la fiesta de junio ganó cada vez más importancia entre los fieles, posiblemente por su cercanía a las fiestas tradicionales de muchos pueblos y, en el ámbito rural, con la fiesta del solsticio, entre los días 20 y 22 de junio. En estas fiestas se practicaron rituales de protección contra tempestades, enfermedades de humanos y animales. Desde el siglo XII se conoce en Alemania la costumbre del “fuego de San Juan” (Johannesfeuer) en que se quema una muñeca de pasto como símbolo del mal (de los pecados) y practican bailes.

Si bien este año se incorporó en el calendario de fiesta nacional el día del solsticio de invierno en recuerdo y honor de nuestros hermanos y hermanas indígenas, también se mantiene para nosotros, cristianos, igualmente un significado especial que nos recuerda que debemos bajar nuestra propia luz, como Juan, para que podamos abrirnos a la Luz verdadera, que conduce a la vida eterna.

(Peter Downes, junio 2021)