18. Sonntag im Jahreskreis (1.8.2021)

Wochen-Impulse

(Gedanken zu den Lesungen und dem Evangeliumstext)

 

18. Sonntag im Jahreskreis (1.8.2021)

1. Lesung: Ex 16,2-4.12-15

Lesung
aus dem Buch Exodus.

In jenen Tagen murrte die ganze Gemeinde der Israeliten in der Wüste gegen Mose und Aaron.

Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des HERRN gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt,
um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen.

Da sprach der HERR zu Mose:
Ich will euch Brot vom Himmelregnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht.

Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: In der Abenddämmerung werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt werden von Brot
und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR, euerGott, bin.

Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager.

Als sich die Tauschicht gehoben hatte,
lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde.

Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Dasist das Brot, das der HERR euch zu essen gibt.

 

2. Lesung: Eph 4,17.20-24

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus.

Schwestern und Brüder!

Das also sage ich und beschwöre euch im Herrn: Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken!

Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt.

Ihr habt doch von ihm gehört und seid unterrichtet worden, wie es Wahrheit ist in Jesus.

Legt den altenMenschen des früheren Lebenswandels ab,
der sich in den Begierden des Trugs zugrunde richtet, und lasst euch erneuern durch den Geist in eurem Denken!

Zieht den neuen Menschen an,
der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit!

 

Evangelium: Joh 6,24-35

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit
als die Leute sahen,
dass weder Jesus noch seine Jünger am Ufer des Sees von Galiläa waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum
und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen?

Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt
sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird!
Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.

Da fragten sie ihn:
Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?

Jesus antwortete ihnen:
Das ist das Werk Gottes,
dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Sie sagten zu ihm:
Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du?

Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt:
Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.

Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.

Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.

Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!

Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt,
wird nie mehr Durst haben.

 

Impuls: Die wahre Speise, die wahrhaft sättigt.

Wir sind oft besorgt um die täglichen Dinge, um unser Essen, die Arbeit, materielle Dinge aber auch um das Fortbestehen des angenehmen und bequemen Lebens. So aber bleiben wir Gefangene von weltlichen Vorstellungen und eigenen Erwartungen und Lebensgewohnheiten. Wenn wir uns dann auf neue Pfade begeben sollen und auf bessere Zeiten hoffen, diese sich dann aber nicht den alten, gewohnten und bekannten Formen ähneln, dann blicken wir sehr schnell zurück und glorifizieren die vergangenen Zeiten, meinen, sie waren am Ende doch nicht so schlecht und erscheinen uns nun angesichts einer unsicheren Zukunft besser als die Gegenwart.

Im Buch Exodus murrt das Volk, da es Entbehrungen, sogar Hunger leidet; seine erlangte Freiheit scheint es nun in Lebensgefahr zu bringen, da sie auf ihrer langen Wüstenreise an Durst und Hunger leiden. Letztendlich ist es aber nicht dieses Leiden, was wirklich bedrohlich ist, sondern ihr fehlender Glaube an den, der sie aus Ägypten ins verheißene Land führt: Jahwe. Es geht darum, ob man sich den göttlichen Weisungen fügt! Schließlich aber sorgt der Herr für sie, gibt ihnen mit den Wachteln das erhoffte Fleisch und mit dem Tau, das nötige Brot. Diese Zeichen der Fürsorge Gottes, werden als Wunder erkannt, aber das Volk versteht noch nicht, dass sie ihr Vertrauen in Gott setzten und seinen Weisungen folgen sollten, statt sich um die rein materiellen Dinge zu sorgen.

Auch Paulus erinnert die Gemeinde in Ephesus daran, sich nicht an ihren früheren Lebenswandel zu orientieren, da sie nur trügerische Begierden ins Zentrum des Daseins rücken, sondern sich zu erneuern – in diesem Sinne, sich zu befreien – und sich von neuem geistinspirierten Denken leiten zu lassen. Nur so werden sie zu neuen Menschen, die wahrhaftig sich dem Ebenbild Gottes annähern und Gerechtigkeit und Heiligkeit anstreben. Es geht also darum, den eigenen Blick auf das Wesentliche zu fokussieren. Wir dürfen nicht unsere leiblichen und materiellen Begierden zum Motor unseres Lebens machen, sondern müssen Gott und seine Gebote, seine Ordnung, sein Menschenbild zu unserem Horizont machen. Dorthin führt der gerechte und heilsame Weg. 

Das Evangelium geht hier noch weiter. Jesus ist das Brot, das vom Himmel kommt und uns speist und damit den Weg zum ewigen Leben weist. Der Glaube an ihn wird zum Brot des Lebens, der uns stärkt und uns mit ihm eint. Ein wahrhaft christliches Leben sorgt sich nicht um die eigenen täglichen Belange, Wünsche, Begierden, sondern bewahrt den Blick auf das eigentliche Ziel, den Sinn unseres Daseins und dieser steht unter dem Licht des Himmels. Es ist der Aufruf zum Glauben an Gott und die Befolgung seiner Worte. Wenn wir uns nur um unsere eigenen irdischen Begierden sorgen, dann werden wir am Ende feststellen, wie alles vergänglich ist und sinnlos, denn ohne die himmlische Speise des Glaubens, ist eine wahrhafte Gerechtigkeit und das Heil der Welt undenkbar.

 

El pan del cielo que alimenta el alma

El pueblo salió de Egipto de la esclavitud hacia la libertad, y se puso en camino a la tierra prometida. Pero en vez de expresar su gratitud al Señor empezaron lamentar su situación en el desierto por sufrir sed y hambre. Así recordaron la parte cómoda de su pasado en Egipto: las ollas llenas de comida y el pan para comer garantizado cada día. Se concentraron en las necesidades y deseos mundanos, así Moisés pide en nombre del pueblo, alivio de su situación precaria a Dios. El mensaje es ilumininador: aunque Dios asegura la comida en forma de carne (codornices) y pan (maná – de la palabra egipcia mennu = alimento) que cayó como rocío desde el cielo, lo que deben aprender es a vivir según sus mandamientos. El pan que debe alimentar a ellos no se reduce a lo material, sino consiste en el alimento de la Palabra del Señor, lo que viene del cielo. Es un cambio de comportamiento y de su fin en la vida en que lo esencial es el éxodo del pueblo de Israel.

Pablo exhorta la comunidad en Éfeso de una manera similar. No debe seguir una vida en base de deseos engañosos, sino que debe convertirse, liberarse y conducirse hacia una vida dominada por el Espíritu, que entrega el sentido verdadero de la existencia. Solamente cuando dejan su vida antigua (vieja) y se alimentan del pan del Espíritu divino se convertirán a la nueva vida y se transformarán en nuevos humanos que verdaderamente se acercan a la imagen de Dios, según la cual fueron creados y así serían conducidos a una vida de justicia y santidad. Debemos nosotros enfocarnos en lo esencial, no quedar fijos en nuestros deseos corporales y materiales, sino poner las palabras, el orden divino y su imagen como nuestro horizonte, hacia el cual debemos caminar. Solamente con el pan del cielo podemos, finalmente, llegar al camino de justicia y salvación.  

En el Evangelio se especifica aún más precisamente el concepto de «pan del cielo». Jesús es el pan que viene del cielo, que nos alimenta y así nos muestra el camino a la vida eterna. La fe en Él se convierte en el pan de la vida que nos fortalece y nos une a Él. No debemos seguir una vida orientada a los deseos propios y anhelos cotidianos, sino que debemos fijarnos en el objetivo real y profundo - el sentido de nuestra existencia-, que es la luz del cielo, las palabras del Señor. Si solo nos concentramos en nuestros propios deseos terrenales, al final descubriremos que todo es fugaz y sin sentido, porque sin el alimento celestial de la fe, la verdadera justicia y la salvación del mundo quedarán inalcanzables.

(Peter Downes)

 

 

 

Zum Heiligen Jahr in Santiago de Compostela

Zwei Jakobsbrüder Stich von Jost Amann 1568

Mit Stab, Hut, Mantel und Tasche unterwegs auf eine «Reise der Seele»

Immer wenn der 25. Juli auf einen Sonntag fällt, wird in Santiago de Compostela ein Heiliges Jahr ausgerufen. Das Grab des Heiligen zählt zu den wichtigsten Pilgerorten der Christenheit. Waren es im Mittealter vorwiegend fromme Pilger und Büßer, die sich auf den europaweiten Pilgerweg zum Grab des Heiligen Jakobus nach Compostela in Galicien begaben, so sind es im 21. Jahrhundert vielfach Wanderfreunde, Kunstliebhaber, Sinnsuchende oder Menschen die sich aus sehr verschiedenen individuellen Motiven auf den Weg begeben.

 

Vom Apostelgrab, der Pilgerstätte und dem Schutzpatron Spaniens

Mit der Entdeckung des Grabes des heiligen Apostels Jakobus im 9. Jahrhundert, entwickelte sich Compostela in weniger als einem Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Pilgerorte Europas und reihte sich, ab dem 11. und 12. Jahrhundert, neben Jerusalem und Rom zu einem regelrechten Wallfahrtszentrum. Die Entdeckung des Grabes fällt in einer Zeit der fortschreitenden Islamisierung Spaniens, die auch durch den Adoptionismusstreit – einem christologischen Streit um die menschliche und göttliche Natur Christi -  mit dem Erzbistum Toledo kennzeichnet ist. In Compostela war man bestrebt, die eigene kirchliche Stellung zu steigern und konnte mit dem Apostelgrab eine Sonderstellung in Spanien rechtfertigen, die schließlich Compostela zum Erzbistum erhob.

Wie aber kamen die Gebeine des Apostels Jakobus nach Spanien? Das bedurfte einer Erklärung, da in der Apostelgeschichte lediglich von seiner Hinrichtung des Jakobus durch Herodes Antipas im Jahre 44 berichtet wird. Es entstanden daher Legenden, die mit der Zeit Veränderungen unterlagen und damit auch die Funktion des Apostels den zeitlichen Umständen anpasste. Als Missionar soll er vor seinem Tod in Spanien gewirkt haben und somit soll sein Leichnam dorthin übertragen worden sein. Sein Grab wurde als Wunderstätte und Heilungsort schnell zu einer Pilgerstätte. Mit den Kreuzzügen wurde dann Jakobus auch die Funktion des Schutzhelfers und Patrons bei den Kriegszügen gegen die Muslime zuerkannt. Während der Reconquista und auch während der Eroberung Amerikas rief man seinen Namen, um himmlische Unterstützung gegen die Muslime bzw. Indios zu erlangen. So wurde Santiago zum «matamoros» und «mataindios». Seine Funktion als Schutzpatron während der Conquista spiegelt sich auch im Namen der Hauptstadt Chiles wider. Neben Maria wurde er damit zum Schutzheiligen bei Schlachten und in Notzeiten. Beiden Fürsprechern kam und kommt daher die hohe Verehrung besonders in Chile und anderen Staaten Südamerikas zu.   

 

Ein Pilgerort im Wandel der Zeiten

Bis zum 14. Jahrhundert erlebte Compostela ein reges Pilgerwesen. Franzosen, Deutsche, Italiener und Engländer bildeten die Hauptmasse der Pilger, die auf verschiedenen Pilgerwegen mit Stab, Hut, Mantel und einer Reisetasche fürs Nötigste die Pyrenäen überquerten und dann ihren Weg auf dem «camino francés» über Puente de la Reina, Burgos und León bis zum Grab Santiagos fortsetzen. Über die Praxis der Pilger im 12. Jahrhundert am Grab des heiligen Jakobus berichtet eine Predigt im Jakobusbuches: «Mit übermäßiger Freudebewundert man die große Schar der Pilger, die beim ehrwürdigen Altar des heiligen Jakobus Nachtwache hält.: Die Deutschen weilen auf der einen Seite, die Franken [Franzosen] auf der anderen, die Italer schließlich auf der dritten; sie halten Kerzen in den Händen, so daß die ganze Kirche wie durch die Sonne an einem hellen Tag erstrahlt. Nur mit seinen Landleuten vollzieht jeder die Nachtwache, manche spielen Leier, Lyra, Pauke, Quer- und Blockflöte, Posaune, Harfe, Fidel, britische oder gallische Rotta; manche singen während der Nachtwache von Psalterien oder anderen Musikinstrumenten begleitet; manche bereuen ihre Sünden, lesen Psalmen oder geben Almosen» (Klaus Herbers, Jakobsweg. Geschichte und Kultur einer Pilgerfahrt, 3. Auflage, München: Beck, 2011, s. 72). Die spirituelle Reise wurde las Reinigung der Seele verstanden. Man erwartete am Ende der Pilgerschaft den Sündenerlass, Heilungen und ein geläutertes Leben. 

Im 15. und 16. Jahrhundert verlor Compostela zunehmend an Pilgerzulauf, was an einer veränderten Spiritualität, dem Humanismus, der Verbreitung des Ablasshandels und der Reformation lag. Man konnte nun auch eine spirituelle Reise (Meditationen) vollziehen, ohne sich auf eine lange Pilgerreise zu begeben, aber auch die Kritik an den Heiligenkult sowie die Möglichkeit einen Sündennachlass durch Ablässe zu erlangen, wirkten sich negativ auf die Pilgerpraxis aus. Zudem förderte die Kirche nun auch lokale Wallfahrtsorte, die als Alternative auch für ärmere Gläubige atraktiver waren. Wirtschaftliche und politische Spannungen in den folgenden Jahrhunderten reduzierten weiterhin die Zahl der Pilger. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte Compostela wieder eine kurze Blütezeit, die allerdings dann durch die beiden Weltkriege sogleich einen Abbruch erlebte. Erst mit dem Eintritt Spaniens in die Europäische Union in den 80er Jahren trat ein dauerhafterer Wandel ein. 1993 wurde der Weg selbst zum Weltkulturerbe erklärt, eine wahrhaft «europäische» Kulturstraße. Besonders in den Heiligen Jahren in Compostela erlebte der Pilgerweg in den letzten Jahren stetig steigende Popularität, vor allem unter jungen Leuten. Wanderlust, Kunstinteresse, Sinnsuche, Kontakte mit Menschen aus verschiedenen Ländern, aber auch spirituelle Motive scheinen nun die Pilger des 21. Jahrhundert auszumachen. Kam es in den letzten Jahren schon zum Massenanlauf auf den Pilgerweg, so stellte man im letzten Heiligen Jahr (2010) allein 270.818 Pilgerzertifikate – für die Zurücklegung von mindestens 100Km des Pilgerweges – aus. In 2019 wurde der Rekord mit 347.511 Pilgern erreicht. Die Pandemie brachte diese Tendenz zum Erliegen, so dass 2020 lediglich 54.143 Pilger ein Zertifikat erhielten. Nun hofft man, in diesem neuen Heiligen Jahr, die Pilgerströme wieder neu zu beleben. Aufgrund der Pandemie hat Papst Franziskus der Bitte des Bischofs von Santiago stattgegeben und das Heilige Jahr bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Ob sich dann wieder große Ströme von frommen Pilgern und Touristen-Pilgern zum Grab des heiligen Jakobus aufmachen werden, wird sich zeigen müssen.

 

(Peter Downes)

  

 

 

 

Der Jakobsweg der "camino frances"

 

 

Fron-leichnam Corpus Christi


Der Fisch steht für ein antik-christliches Symbol des Credo (Glaubensbekenntnisses). Aus den Buchstaben des griechische Wort für Fisch Ichthys  leitet sich das Bekenntnis ab: Jesus, der Christus ist der Sohn Gottes (theou hyios), unser Heil (soter).
 
Und dann der Brotkorb, das Symbol der Brotgemeinschaft und der Körper Christi, der uns trägt. 
 
 
 

Corpus Christi als Mittelpunkt unseres Lebens

 

Ein Fest zum «Körper» von Christus, scheint zunächst vielleicht für vielen Menschen sonderlich, war doch das Grab nach der Auferstehung leer und somit sind weder ein Leichnam noch irgendwelche körperlichen Reste erhalten, denen man dann eine Verehrung entgegenbringen könnte.

Denken wir aber an das letzte Abendmahl zurück und an das Pfingstereignis, so wird jedem Christen schnell bewusst, dass Christus lebendig gegenwärtig ist im Sakrament der Eucharistie. Das Brot (die Hostie) wird zum Leib des Herren – daher auch das aus dem Mittelhochdeutschen stammende Wort Fron-leichnam, wobei der Wort «Frondienst» als Herrendienst den einen oder anderen wohl bekannt seine dürfte – und dieser Körper des Herrn wird in der gemeinsamen Feier der Eucharistie vom Priester, in Form der realen Vergegenwärtigung des sinngebenden letzten Abendmahls Christi, gebrochen und dann unter die Gläubigen zum Verzehr gereicht. Die Gläubigen nehmen damit den Leib Christi in sich auf und werden in ihrem Glauben gestärkt; sie werden zugleich Teilhaber am Körper Christi, wachsen zur Gemeinschaft des vereinten Körpers zusammen. Und wenn wir noch an die versprochene Gegenwart Christi im Heiligen Geistes in seiner Kirche denken – so das Pfingstfest -, dann ist der Corpus Christi auch hier in der gläubigen Gemeinde lebendig gegenwärtig.

Es macht also völligen Sinn, dass wir uns an diese körperliche Gegenwart Christi eigens erinnern und damit an das Gründungsfest der Eucharistie, dem Gründonnerstag mit der Einsetzung dieser sinngebenden Mahlfeier erinnern. Die Feier an einem Donnerstag nach der Pfingstwoche macht genau diese Verbindung deutlich. Nun kann die Freude über diese Brot-Körper-gemeinschaft, die Auferstehung des Herrn und das Pfingstereignis (der geistlichen Gegenwart Christi) gleichsam ihren festlichen Ausdruck bekommen.

Der Glaube und das Kirche-sein der Christen findet ihren öffentlichen Ausdruck mit den Prozessionen des Allerheiligsten (der konsekrierten Hostie) durch die Straßen der Stadt und wird dann mit dem Hymnus Tantum ergo in der Pfarrkirche beendet. Als wanderndes Gottesvolk in den Zeiten der Welt, bildet Christus die Mitte unseres Lebens: er ist das wahre Brot des Lebens. Sicherlich kann dieses Jahr inmitten der Pandemie nicht überall eine solche Prozession stattfinden, sie kann dann aber auch in einem kleinen Rundgang innerhalb der Kirche ihren Ausdruck finden.

In machen Gemeinden findet sich auch der Brauch Blumenteppiche auszulegen. Ihren Ursprung hat diese Tradition in Italien, wo man die Prozessionswege mit farbigen Blumenteppichen auslegte und gelangte dann im 19. Jahrhundert in den Schwarzwald, von wo aus sie sich dann vor allem in Süddeutschland ausbreitete. In den vorwiegend katholisch geprägten süddeutschen Bundesländern ist dieser spezielle «Kirchentag» auch heute noch ein offizieller Feiertag. 

(Gedanken zum Hochfest von Corpus Christi (Fronleichnahm) 2021, Peter Downes.

 

 

Corpus Christi, el centro de nuesta fe y vida

 

El jueves pasado la Iglesia celebró la fiesta del Corpus Christi, recordando el centro de nuestra fe: la presencia real del Cristo vivo en la Eucaristía. En esta fiesta se juntan los elementos centrales de nuestra fe: formamos una familia de los fieles que comparten una mesa en agradecimiento de la muerte y la resurrección del Señor y comprendemos, en cada celebración de la eucaristía, que Cristo vivo está presente en el pan que se transforma en su cuerpo entregado por nuesta salvación. Somos parte de este cuerpo eclesial que, como miembros de la Iglesia, unidos en un único espíritu que es Cristo.  «Por Cristo, con Él y el Él» somos Iglesia.

¡Esta fiesta se celebra en un jueves! Se conecta directamente con el día de la Última Cena, del Jueves Santo, la noche anterior a la crucifixión. Y es una semana después de Pentecostés en que recordamos la significativa presencia del Espíritu Santo en la Iglesia, que expresa también la presencia del Cristo vivo en nuestros caminos de vida.

Desde la Edad Media existe la práctica de procesiones que recuerdan a la Iglesia su ser: una comunidad peregrina. Es un solo cuerpo que camina en los tiempos del mundo, guiado por el Espíritu Santo y la presencia de Cristo.  «Yo Estaré con ustedes todos los días, hasta el fin del mundo» (Mt 28:20). Estas últimas palabras del Evangelio de Mateo manifiestan nuestra fe en el Cristo vivo que celebramos en las misas, en el pan y vino, cuerpo y sangre de Cristo. Es el centro de nuestra fe y vida.

Nuestra fe y ser Iglesia los expresamos publicamente este día del Corpus Christi en procesiones en las calles de las ciudades llevando el Santisimo Sacramento (la hostia consagrada), como un pueblo peregrino de Dios en este mundo en que Cristo forma el centro de nuestra vida: Él es el verdadero pan de vida. Si bien en muchos lugares no es posible, por la pandemía, realizar tales procesiones en las calles, ellas deben ser recuperadas en la memoria de las comunidades.

En algunas comunidades existe la costumbre de elaborar «una alfombra de flores» (Blumenteppich). Esta tradición tiene su origen en Italia, donde los caminos de la procesión se adornaron con flores de colores y luego esta costumbre llegó a Alemania, a la región de la Selva Negra en el siglo XIX, desde donde se extendió principalmente al sur de Alemania.

Nuestro «Blumenteppich» este año lo simboliza este año la canasta del pan – del cuerpo Cristo – fracciondo en partes como simbolo de la eucaristia y un pez, antiguo símbolo cristiano que hace referencia a la confesión original de nuestra fe. En griego el pez se llama ichthys, y representando cada letra una palabra expresa: Jesús, el C(h)risto, hijo de Dios (theou yiós), salvador (soter). 

(Pensamientos sobre la fiesta Corpus Christi,  Peter Downes, 2021).

 

 

Johannesfest

 

 

Pfingsten/ Pentecostés

Stundenbuch des Herzogs von Berry Les Très Riches Heures (15. Jh.).

  

Denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden

Wie einst in Babylon alle Völker zusammen an einem gigantischen Bauprojekt arbeiteten, so spricht auch die Pfingstgeschichte von den verschiedenen Völkern, die sich in einem Geist vereint erleben und ihre sprachlichen Hindernisse sogleich sich auflösen, da sie alle dieselbe Erfahrung machen: auf einmal können sie sich alle verstehen und erleben sich als eine Einheit. In ihrer Verschiedenheit sehen sie sich plötzlich in einem einzigen gemeinsamen Geist verbunden. Trotz aller Vielfalt an Talenten, an Kräften – wir können auch von Mächten sprechen -, die sie voneinander unterscheiden, stellen sie fest, dass das Gemeinsame den eigentlichen Kern ihres Daseins ausmacht und dass ihr gemeinsamer Ursprung in Christus ist. Ihnen ist der Glaube geschenkt und in dem Zusammenhalt als Gemeinschaft können sie ihre Kräfte und Talente zum Nutzen aller einsetzen; damit werden sie zu wahren Menschen, zu Mitmenschen ihrer Nächsten.

Es ist gleichsam der Traum der Weltengemeinschaft, das Ideal von Kirche, wo alle Mitglieder wichtig sind und alle nach dem Wohl der Anderen streben, eine Gemeinschaft, die auf Harmonie und Fürsorge für die Bedürftigen, auf Heilung und Rettung aller Glieder der Menschenfamilie ausgerichtet ist.

Durch den allen gemeinsamen Geist werden wir gleichsam zu einem einzigen Körper, sind Glieder der Gemeinschaft in Christus. Die Vielen zusammen, seien sie ethnisch auch sehr verschieden («Juden und Griechen», oder aktuelle der Gegensatz von Juden und Palästiner in Israel) oder auch durch soziale Gräben voneinander getrennt («Sklaven und Freie», oder Arme und Reiche) sind in der Taufe zu einer einzigen großen Familie verbunden im Geist, der sie zum Heil aller führt. Wer diesem Heiligen Geist folgt, gelangt zur wahren Freiheit, die schließlich in die unendliche Liebe mündet. Wer diese Liebe erfährt und aufnimmt, wird dann zur Kraft und zum Wegweiser seiner Nächsten und mit der praktizierten Nächstenliebe wird er in der Gottesliebe sich ganz als Teil dieses einen ganzen Körpers begreifen.

Nicht Spaltung, Polarisierung, Machtgelüste, Ausgrenzungen, Diskriminierungen und Vorteilnahme, wie sie heute in nahezu allen Ländern zur «Normalität» geworden sind, sondern die Versöhnung, wahre Solidarität, Fürsorge und Förderung des Gemeinwohls und der Entwicklung zu einem Zusammengehörigkeitssinn entsprechen diesem Geist hin zur menschlichen Freiheit und zur Entwicklung zu einer Menschfamilie in einem gemeinsamen Haus. Wir müssen lernen, eine gemeinsame Sprache zu sprechen und einander zuzuhören und miteinander in einen wahren Dialog zu treten, um den Geist, der uns alle trägt, zu erfahren und fähig zu werden, endlich ein gemeinsames Familienhaus zu errichten. Dann regiert nicht mehr die Angst, sondern die Freiheit und der Geist der Nächstenliebe und somit auch die Gottesliebe.


 

Ser Iglesia en un único espíritu

En este Pentecostés 2021 estamos, en especialmente, llamados a reflexionar sobre nuestro ser como Iglesia. En una realidad de un mundo dividido, pueblos y países divididos socialmente y políticamente, en que la convivencia en paz está en peligro y en que el diálogo parece imposible por intereses tan opuestos, hablar de un espíritu común y que une a todos los miembros en un solo cuerpo común sueña como una utopía, como una fantasía o una imaginación idealista. Pero eso es el mensaje de Pentecostés que todos los fieles forman un único cuerpo con sus miembros de diferentes talentos, fuerzas y tareas al servicio de los demás. El fin de la nueva casa de familia – la Iglesia – es el camino hacia Cristo que podemos encontrar en el espíritu santo que une a todos y que nos hace libre por el amor al prójimo.

No se trata de mi salvación, de mi libertad, mi felicidad, mi verdad, sino de nosotros. Cuando los otros/las otras se transforman en el centro de mi actuar y mis obras, así puedo encontrar el espíritu que nos une y comprender el amor de Dios que se transforma en nosotros en el amor al prójimo.

En vez de circularnos en las diferencias, separaciones y oposiciones, debemos buscar lo que es común y que posibilita acercarse y comprenderse para iniciar un camino para formar un cuerpo en que todos los miembros están importante y entregan su fuerza, sus talentos en un proyecto conjunto: caminar hacia el Reino de Dios, vivir como una Iglesia de un único espíritu que nos conduce a la sanación y salvación. 

 

 

(Wünsche allen ein frohes und geistreiches Pfingstfest 2021; Peter Downes)

(Pensamientos sobre el significativo de Pentecostés en 2021; Peter Downes).

Gedanken zum Ostergeheimnis


Einweggerollter schwerer Schließstein, ein leeres offenstehendes Grab, so präsentiert sich das wohl wichtigste Grab der Geschichte in der Bibel.

So finden es drei Frauen aus dem Jüngerkreis Jesu am frühen Morgen des ersten
Wochentages, dem Tag der Sonne, wohl im Jahre 33, vor. Sie wollten den Leichnam ihres
gekreuzigten Messias mit Ölen und Salben einbalsamieren. Was sie aber vorfanden,
erschreckte sie zunächst. Es ist der Schreck des Unerwarteten, der Erfahrung mit etwas, das ihren Verstand übersteigt. Das Grab stand offen, der Leichnam ihres Herren Jesus war verschwunden, die Leinentücher im Grab verblieben.
Was sollten sie denken? Wurde der Leichnam entwendet, versteckt? Die Evangelien geben darauf eine Antwort. Engel bzw. Jesus selbst erschien ihnen und offenbarte ihnen, dass er vom Tod auferstanden ist. Er ist lebendig und gegenwärtig!
Von diesem außergewöhnlichen Erlebnis noch tief beeindruckt, eilten die Frauen zu den in
Angst und Frustration verharrenden Jüngern Jesu und erzählten ihnen von ihrem Erlebnis.
Normal schien den Jüngern dann die berichtete „Geschichte“ keineswegs. Es entspricht halt nicht den geläufigen Erfahrungen im Leben. Sie mussten es erst selbst sehen, selbst erleben, brauchten sichtbare und fühlbare Beweise.

Was tatsächlich nach der Abnahme des Leichnams am Karfreitag und dem Morgen des
Auffindens des leeren Grabes geschah, bleibt ein Geheimnis. Auch die Jünger scheinen
zunächst an einer geheim gehaltenen Entnahme des Leichnams Jesu gedacht zu haben,
allerdings nicht durch einen aus ihrem Kreise, sondern durch die Gegner Jesu, von Leuten des Hohenpriesters oder auch von römischen Soldaten.

Erst eine weitere Erfahrung öffnete ihnen das Geheimnis des Geschehens ganz. Es ist die
Begegnung mit dem Auferstandenen, seien es wie bei den beiden Anhängern Jesu, die sich auf dem Weg nach Emaus begaben, oder aber bei der Erscheinung Jesus bei der

gemeinsamen Mahlfeier. Sie gewannen die Gewissheit, dass Jesus bei ihnen war und
lebendig sie begleitete.

Es sind diese Berichte, im Evangelium, auf denen sich unser Glaube fußt. Sie sind uns
wahrscheinlich nur zugänglich, wenn wir ähnliche Erfahrungen machen, etwa mit einer
erinnernden aber auch spürbaren Gegenwart von geliebten Menschen, die verstorben sind, etwa in Träumen oder plötzlichen Vergegenwärtigungen, die uns das Herz berühren. Solche Erfahrungen helfen uns sich dem Ostergeheimnis anzunähern. Am Ende aber bleibt es aber ein Geheimnis – das wann und wie der Auferstehung –, dass wir nur im Glauben zu verstehen suchen können. Dafür müssen wir uns immer wieder auf den Weg nach Galiläa machen, wie Jesus selbst bzw. einer der Engel am Grab anwies. Wir verstehen alles nur, wenn wir den Weg Jesu nachgehen von Anfang an, uns immer wieder neu seinen Worten und Werken öffnen, die er in Galiläa bis hin zu seiner Passion und Auferstehung in Jerusalem für uns alle sprach und vollbrachte.

Das Geheimnis des leeren Grabes ist das sich Aufmachen auf Weg der Suche des Verstehens, was der Wille Gottes ist, wie wir am Ende Menschen nach dem Bilde Gottes werden, indem wir den Sohn – Christus – uns zum Vorbild nehmen.

 

Wünsche uns allen, dass wir uns auf diesen Weg begeben, nicht allein, sondern zusammen und in der Gewissheit, dass der lebendige Christus an unser Seite geht. Allen ein frohes und gesegnetes Osterfest 2021.


(Reflektionen von Peter Downes zum Ostersonntag, 3. April 2021, Santiago de Chile)


Herzlich willkommen! Bienvenidos!

 

...in unserer Gemeinde Sankt Michael! Wir sind die deutschsprachige katholische Gemeinde in Santiago de Chile. Alle, die uns kennenlernen wollen, sind sehr herzlich eingeladen zu unserem Gottesdienst. Beginn der Heiligen Messe ist immer sonntags um 11 Uhr. Anschließend treffen wir uns im Pfarrstübchen bei Kaffee, Tee und Plätzchen zum Kennenlernen und Austauschen. Unsere Kirche ist in der Avenida Salvador 1181 in Providencia.

 


 

...a nuestra parroquia Sankt Michael! Somos la parroquia católica de habla alemana en Santiago de Chile. Todos los que quieran conocernos son bienvenidos a nuestro servicio religioso. La Santa Misa se realiza  cada domingo a las 11 de la mañana. Después de la Misa nos reunimos en la sala parroquial para tomar café, té y galletas para conocernos e intercambiar ideas. Nuestra iglesia está en la Avenida Salvador 1181 , en la comuna de Providencia.

Zur Zeit können wegen der Corona-Krise keine Gottesdienste in Sankt Michael stattfinden. Wenn Sie unsere Gemeinde trotzdem kontaktieren wollen, melden Sie sich gerne bei

Monika Friederichs

Tel.: +56 9 9534 1945   

 

Die ganze Gemeinde Sankt Michael mit Padre Erich Hauck

 


 

En la actualidad, debido a la crisis sanitaria del Coronavirus, no es posible celebrar ningún servicio religioso en nuestra parroquia St. Michael. Si de todos modos quiere contactarse con nosotros, por favor contáctenos a

Monika Friederichs

Tel.: +56 9 9534 1945 

 

Atentamente,

Comunidad de la Parroquia de Sankt Michael junto al Padre Erich Hauck